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Kulturnachrichten

Freitag, 15. Juni 2018

Kongress über die Zukunft der Volksbühne in Berlin

Theater soll als Symbol des kulturellen Zusammenwachsens bestehen bleiben

"Vorsicht Volksbühne!" heißt der Kongress, bei dem seit Freitagabend bis Samstagnachmittag in Berlin mit Theatermachern, Wissenschaftler und dem Publikum über die Zukunft des Theaters debattiert wird. Nachdem Frank Castorf rund 25 Jahre das Kult-Theater geleitet hatte, gab sein Nachfolger Chris Dercon noch vor Ende seiner ersten Spielzeit wieder auf. Er war von Teilen der Berliner Kulturszene massiv abgelehnt und angefeindet worden. Es gehe um "Erwartungen und Wünsche an eine Volks-Bühne in der Hauptstadt", so die Akademie der Künste, die das Treffen veranstaltet. Derzeit wird die Volksbühne von Klaus Dörr als Interimschef geleitet, der bis Sommer 2020 bleiben soll. Die Volksbühne sei zum Symbol des kulturellen Zusammenwachsens der Stadt geworden, sagte Akademiepräsidentin Jeanine Meerapfel. Dies bedeute auch eine Verpflichtung für die Zukunft. Nele Hertling, frühere Chefin des Berliner Hebbel-Theaters und Direktorin der Sektion Darstellende Kunst der Akademie, äußerte die Hoffnung, dass sich aus dem Kongress etwas ergebe, woraus sich die Zukunft der Volksbühne gestalten lasse.

Rogers Waters geht gegen Münchens OB vor

Nach Antisemitismus-Vorwurf durch Oberbürgermeister Dieter Reiter

Eine Presseerklärung von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter sorgt für Unmut bei Roger Waters, dem Mitbegründer der Rockband Pink Floyd. Nach einem Konzert am Mittwoch von Waters in Münchens Olympiahalle hatte der SPD-Politiker ihm in dem Text Antisemitismus vorgeworfen. Waters Berliner Anwalt Christian Schertz fordert, dass die Stadt München die Presseerklärung löscht. Die Vorwürfe gegen seinen Mandanten wies er zurück. Waters habe sich zwar kritisch zur Politik des Staates Israel geäußert, aber niemals "abfällig über Menschen jüdischen Glaubens". Schon seit einiger Zeit werden Waters Konzerte wegen seiner Äußerungen von mehrere ARD-Sendern nicht mehr präsentiert. Laut Reiter werde nach einem Stadtratsbeschluss die Olympiahalle künftig nicht mehr an Waters vermietet. Es sei ihm wichtig "unmissverständlich klarzustellen, dass die antisemitische Stimmungsmache Roger Waters' in München weder willkommen ist noch unwidersprochen bleibt". Reiter habe mit der Erklärung seine Neutralitätspflicht verletzt, meinte Waters Anwalt.

Magazin "Titanic" verwirrt mit Falschmeldung

Medien verbreiteten die Meldung ungeprüft

Das Satiremagazin "Titanic" hat heute mit einer Falschmeldung für Aufsehen gesorgt. Unter dem Twitteraccount "hr-Tagesgeschehen" wurde die Meldung verbreitet, dass Innenminister Horst Seehofer das Bündnis mit der CDU aufkündigen wolle. Medien verbreiteten die Meldung zunächst, woraufhin der Hessische Rundfunk mitteilte, das der Account nicht zu ihm gehöre. Kurz darauf löste die Titanic-Redaktion die Verwirrung mit einem Tweet auf. Wegen der Aktion appelliert der Hessische Rundfunk an den Kurznachrichtendienst Twitter, seine Zertifizierungsprozesse zu überprüfen.

Schriftsteller Dieter Wellershoff gestorben

Er schrieb mehr als 40 Romane, Erzählungen, und autobiografische Bücher

Der Schriftsteller Dieter Wellershoff ist tot. Er starb im Alter von 92 Jahren in Köln, teilte eine Sprecherin seines Verlags Kiepenheuer & Witsch mit, bei dem er selbst mehr als zwei Jahrzehnte als Lektor gearbeitet hatte. Dieter Wellershoff schrieb mehr als 40 Romane, Novellen, Erzählungen, Essays und autobiografische Bücher. In „Der Ernstfall von 1995 berichtete er über seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg. Damals wurde er verwundet und verbrachte mehrere Monate im Lazarett. Die Konflikte des Lebens waren die Grundlage für Dieter Wellershoffs Erzählstoff. Sein Roman „Der Liebeswunsch wurde im Jahr 2000 zum Auflagenerfolg und später auch fürs Kino verfilmt.Für seine Werke erhielt der Kölner Schriftsteller unter anderem den Heinrich-Böll-Preis und den Hölderlin-Preis.

Dirigent Enoch zu Guttenberg gestorben

Er wurde 71 Jahre alt

Der Dirigent Enoch zu Guttenberg ist tot. Er wurde 71 Jahre alt. Geboren wurde er im kleinen Dorf Guttenberg im oberfränkischen Landkreis Kulmbach, dem Stammsitz seiner Familie. Enoch zu Guttenberg leitete das Orchester "KlangVerwaltung" und die Chorgemeinschaft Neubeuern, die er zu einem Oratorienchor von Weltgeltung formte. Als Gastdirigent arbeitete er mit verschiedneen europäischen Orchestern zusammen. Außerdem gründete er 1999 die Festspiele Herrenchiemsee. Für seine Leistungen erhielt er unter anderem das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Im April hatte er seinen Echo aus Protest gegen die Echo-Verleihung gegen die Rapper Farid Bang und Kollegah zurückgegeben. Enoch zu Guttenberg war auch ein politisch engagierter Umweltschützer. In den 70er Jahren gründete er den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit. Der Dirigent ist der Vater des früheren Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg.

Französische TV-Sender schmieden Onlineallianz

Starttermin der Plattform noch unbekannt

Frankreichs öffentlich-rechtliches Fernsehen will mit zwei großen französischen Privatsendern eine gemeinsame Online-Plattform für Videoinhalte aufbauen. Die Allianz ist ein Versuch, sich angesichts des Erfolgs internationaler Streamingdienste wie Netflix besser aufzustellen. France Télévisions sowie die Sender TF1 und M6 planen ein Abonnement-Modell, teilten sie mit. Die neue Plattform "Salto" soll ein breites Angebot von Nachrichtensendungen über Sport, Unterhaltung, französische Fernsehfilme und US-Serien bis hin zu Dokumentar- und Kinofilmen umfassen. Ein Starttermin wurde nicht genannt. Offen blieb auch, was Verbraucher für die neue Plattform zahlen sollen.

Facebooks Kommunikationschef tritt zurück

Manager muss wegen des Datenskandals gehen

Wegen des Datenskandals bei Facebook hat Kommunikationschef Elliot Schrage seinen Posten aufgegeben. Er werde als Berater weiterhin für das Unternehmen tätig sein, während ein Nachfolger gesucht werde, teilte Facebook mit. Schrage ist der dritte hochrangige Manager der Firma, der in diesem Jahr zurücktritt. Facebooks Management steht seit dem Skandal um massenhaften Missbrauch von Nutzerdaten durch die Analysefirma Cambridge Analytica massiv in der Kritik.

AT&T schließt Milliarden-Kauf von Time Warner ab

Fusion kostet Unternehmen 85 Milliarden Dollar

Die Fusion des US-Telekommunikationskonzerns AT&T und des Medienunternehmens Time Warner ist besiegelt. Der Zusammenschluss erfolgte zwei Tage nachdem ein Bundesrichter Bedenken der Regierung ausgeschlagen hatte. Die Fusion im Umfang von 85 Milliarden Dollar ist eine der größten in der Geschichte der Unterhaltungs- und Medienbranche der Vereinigten Staaten. Mit dem Deal ist AT&T künftig im Besitz von Programmen wie CNN, HBO und dem Warner Bros. Filmstudio - und stellt zugleich Millionen Nutzern in den USA einen Internetzugang zur Verfügung.

Eiffelturm künftig hinter Panzerglas

Blick auf die Sehenswürdigkeit soll trotzdem unbeeinträchtigt sein

Panzerglas-Wände und Metallzäune sollen den Eiffelturm in Zukunft vor Anschlägen schützen. Die Betreibergesellschaft stellte die neuen Absperrungen in Paris vor und betonte, dass eine drei Meter hohe und 6,5 Zentimeter dicke Glaswand einen "absoluten Schutz" vor jeder Art von Munition biete. Beim neuen Sicherheitskonzept, dass gemeinsam mit der Polizei ausgearbeitet worden sei, stehen die neuen Panzerglaswände zum Fluss Seine hin sowie zum Marsfeld auf der anderen Seite der weltberühmten Sehenswürdigkeit. Die Betreiber betonten, sie erlaubten Touristen einen ungetrübten Blick auf die "eiserne Dame" von Gustave Eiffel. An den beiden Längsseiten des Eiffelturms wurde zudem ein Sicherheitszaun errichtet, der vom österreichische Architekt Dietmar Feichtinger entworfen. Die Streben des Zauns laufen nach oben hin spitz zu und sollen die Form des Eiffelturms nachahmen. Die Kosten für das neue Sicherheitskonzept belaufen sich auf fast 35 Millionen Euro. Im Herbst sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Bisher müssen Eiffelturm-Besucher durch Sicherheitsschleusen gehen, um auf den Turm zu steigen.

Einigung beim Telemedien-Staatsvertrag

Sieben-Tage-Regel fällt weg

Für einen jahrelangen Streit zwischen Verlegern und öffentlich-rechtlichen Sendern ist eine Lösung gefunden. Die Online-Angebote von ARD und ZDF und Deutschlandradio sollen künftig ihren Schwerpunkt auf Bewegtbild und Ton legen. Das sieht der neue Telemedien-Staatsvertrag für den Rundfunk vor, auf den sich die Ministerpräsidenten in Berlin geeinigt haben. Die öffentlich-rechtlichen Angebote im Internet sollen sich somit deutlich von denen der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage unterscheiden. Die Verleger hatten immer wieder kritisiert, das Textangebot der beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Sender in ihren Apps und auf ihren Webseiten sei zu umfangreich und wettbewerbsverzerrend. In Zweifelsfällen soll künftig eine gemeinsame Schlichtungsstelle der Rundfunkanstalten und Verlage entscheiden, hieß es weiter. Außerdem beschlossen die Ministerpräsidenten, die Sieben-Tage-Regel bei den Mediatheken aufzugeben. Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen können damit länger als bisher abgerufen werden.

Bullerbü-Haus steht zum Verkauf

Es soll etwa 84 000 Euro kosten

Ein Haus, das durch den schwedischen Film "Die Kinder von Bullerbü" berühmt geworden ist, steht zum Verkauf. Das kleine rote Holzhäuschen befindet sich in Vimmerby in Småland, der Heimat der Kinderbuchautorin Astrid Lindgren, die "Die Kinder von Bullerbü" 1947 geschrieben hat. Ihr Vater war in dem Haus mit dem Namen Sevedstorp aufgewachsen. In dem Film heißt es Mellangården und ist das Zuhause von Lisa, Lasse und Bosse. Das Anwesen aus dem 19. Jahrhundert soll 850 000 schwedische Kronen kosten (84 000 Euro). Es ist 85 Quadratmeter groß und hat drei Zimmer. Maklerin Susanne Gustafsson sagte der Deutschen Presse-Agentur, das Interesse an dem Hof sei groß. Sowohl Familien als auch Astrid Lindgren-Fans hätten sich gemeldet, noch bevor sie das Haus auf der Internetseite angeboten hatte. Es ist das zweite Mal innerhalb kürzester Zeit, dass der Mellangården zum Verkauf steht. Vor einem Jahr hatte die Maklerin das Anwesen schon einmal annonciert. Daraufhin hatte der Themenpark "Astrid Lindgren Welt" Ansprüche angemeldet, und es musste vom Markt genommen werden. Im Mai wies der schwedische Erbschaftsfonds die Ansprüche zurück.

Goethe-Medaille für "Leben nach der Katastrophe"

Offizielles Ehrenzeichen der Bundesrepublik

Die Goethe-Medaille wird in diesem Jahr an vier Persönlichkeiten verliehen, die nach einer "Katastrophe" beispielhaft einen Neuanfang gewagt haben. Ausgewählt wurden die kolumbianischen Theatermacher Heidi und Rolf Abderhalden vom Kollektiv Mapa Teatro, die schweizerisch-brasilianische Fotografin und Menschenrechtlerin Claudia Andujar sowie der ungarische Komponist und Dirigent Péter Eötvös, teilte das Goethe-Institut mit. Institutspräsident Klaus-Dieter Lehmann wird das offizielle Ehrenzeichen der Bundesrepublik am 28. August im Rahmen des Kunstfests Weimar übergeben. Sie geht jedes Jahr an Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für den internationalen Kulturaustausch eingesetzt haben.

WDR kündigt Fernsehspielchef Gebhard Henke

"Glaubhafte Vorwürfe sexueller Belästigung und des Machtmissbrauchs"

Der Westdeutsche Rundfunk hat seinem Fernsehfilmchef und "Tatort"-Koordinator Gebhard Henke gekündigt. Der Grund dafür seien "glaubhafte Vorwürfe sexueller Belästigung und des Machtmissbrauchs", teilte der größte ARD-Sender in Köln mit. Aus Sicht des WDR bestehe kein Vertrauensverhältnis mehr. Henke bestreitet die Vorwürfe. In den vergangenen Wochen hätten dem WDR mehr als zehn Frauen über sexuelle Belästigung und unangemessenes Verhalten von Henke berichtet, teils in Zusammenhang mit Machtmissbrauch, teilte der WDR mit. Diese Schilderungen habe man sorgfältig überprüft und dazu auch Henke gehört. Dieser habe die Vorwürfe zurückgewiesen. "Im Ergebnis hielt der WDR die von den Frauen geschilderten Vorfälle für schwerwiegend und glaubhaft." Henke war seit 1984 beim WDR tätig. Er hatte bereits im vergangenen Monat über seinen Anwalt Peter Raue öffentlich gemacht, dass der WDR ihn freigestellt habe. Gegen diese Freistellung hat er eine einstweilige Verfügung beantragt. Darüber wird am Dienstag vor dem Kölner Arbeitsgericht verhandelt.

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