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Kulturnachrichten

Sonntag, 3. Juni 2018

Mittelrheintal: Weltkurerbe-Status ist gefährdet

Kritik am geplanten Brückenbau

Dem Oberen Mittelrheintal droht - nach Angaben des Tagesspiegel - der Verlust des Status als Unesco-Weltkurerbe. Das gehe aus dem World Heritage Watch Report 2018 hervor. Kritisiert werde die Überbauung des Loreleyfelsens, der ständig wachsende Bahnlärm und der geplante Bau einer Brücke zwischen St. Goar und St. Goarshausen. Stephan Dömpke, der Vorsitzende des Berliner Vereins World Heritage Watch, kritisierte den mangelnden Willen deutscher Politiker, sich an die Verpflichtung zum Erhalt des Mittelrheintals zu halten.

Bundespräsident warnt vor NS-Verharmlosung

Steinmeier geht indirekt auf AfD-Chef ein

Bundespräsident Steinmeier hat die bis in die 1960er-Jahre hinein verfolgten Homosexuellen um Vergebung gebeten - "für all das geschehene Leid und Unrecht, und für das lange Schweigen, das darauf folgte." Bei einem Festakt in Berlin zum 10. Jahrestag der Einweihung des zentralen Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen erinnerte Steinmeier daran, dass Schwule und Lesben auch in der Bundesrepublik und der DDR verfolgt worden seien. So seien unter dem Grundgesetz zehntausende Männer nach dem Paragraphen 175 verhaftet, verurteilt und eingesperrt worden. Der SPD-Politiker warnte grundsätzlich davor, die Verbrechen der Nationalsozialisten zu verharmlosen: "Wer heute den einzigartigen Bruch mit der Zivilisation leugnet, kleinredet oder relativiert, der verhöhnt nicht nur die Millionen Opfer, sondern der will ganz bewusst alte Wunden aufreißen und sät neuen Hass." Damit reagierte Steinmeier indirekt auf auf eine relativierende Aussage von Alexander Gauland. Der AfD-Vorsitzende hatte am Wochenende behauptet, Hitler und die Nazis seien „nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte".

"Rock am Ring" ohne größere Zwischenfälle

Weniger Zuschauer als im Vorjahr besuchen das Festival

Mit weniger Zuschauern als im Vorjahr aber ohne größere Zwischenfälle ist am Wochenende das „Rock am Ring-Festival über die Bühne gegangen. Rund 70.000 Fans bejubelten die Auftritte von Muse, den Gorillaz und den Foo Fighters – das sind fast 20.000 weniger als 2017. Positiv fiel dagegen das Fazit der Polizei und der Sanitäter aus. Demnach kam es am Nürburgring und beim Zwillingsfestival „Rock im Park" in Nürnberg zu keinen größeren Problemen. Im vergangenen Jahr hatte ein irrtümlicher Terrorverdacht für Aufregung gesorgt, in den Jahren davor gab es schwere Unwetter und mehrere Verletzte.

Erstes Mahnmal für Fluchtopfer enthüllt

"Ort der Trauer und des Mitgefühls" in Bremen

In Bremen ist das bundesweit erste Mahnmal enthüllt worden, das an ertrunkene Flüchtlinge erinnert. Die Gedenkplatte befindet sich an einer frei zugänglichen Stelle auf dem Friedhof der Evangelischen Kirchengemeinde Bremen-Arsten. Es handelt sich um eine Bronzeskulptur des Bremer Künstlers Klaus Effern. Sie ist wellenförmig und soll Meer und Wüstensand symbolisieren. Die Skulptur trägt die biblische Inschrift "Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen". Gemeindepastor Schulken sagte, das Mahnmal sei ein Ort der Trauer und des Mitgefühls. Es könne die Opfer im öffentlichen Bewusstsein halten und die Verantwortung der Aufnahmeländer hinterfragen. Das Denkmal wurde aus Spenden finanziert. Es entstand neben einem Mahnmal, das an die Opfer der beiden Weltkriege erinnert. "So soll zugleich das traditionelle Totengedenken in eine neue zeitgemäße Dimension hinein geöffnet werden", so Schulken weiter.

Mülheimer Dramatikerpreis an Thomas Köck

Österreicher wird für sein Stück "paradies spielen (abendland. ein abgesang)" ausgezeichnet

Der Autor Thomas Köck erhält für sein Stück "paradies spielen (abendland. ein abgesang)" den diesjährigen Mülheimer Dramatikerpreis. Eine fünfköpfige Jury stimmte nach rund zweistündiger Diskussion mehrheitlich für die Vergabe des mit 15 000 Euro dotierten Preises an den 32-Jährigen Österreicher. Sein Werk handelt von der Unmenschlichkeit der Globalisierung und der Bedrohung durch den Klimawandel. Die Jury lobte, dass er die großen weltbewegenden Themen hervorragend mit konkretem menschlichem Erleben verbindet. Köck setzte sich damit gegen sechs andere neue Theaterstücke durch, darunter "Am Königsweg" von Elfriede Jelinek. Mit dem Preis wird das nach Ansicht der Jury beste neue Theaterstück ausgezeichnet. Sieben jüngst uraufgeführte Stücke waren nach Mülheim eingeladen und seit dem 12. Mai bei den 43. Mülheimer Theatertagen gezeigt worden. Der Dramatikerpreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen für Theaterautoren.

Westernhagen warnt vor Verfall der Gesellschaft

Sänger kritisiert Beleidigungen im Internet

Der Musiker Marius Müller-Westernhagen ist über den Zustand der Gesprächskultur besorgt. "Es ist der Verfall einer kultivierten Gesellschaft, dem wir gerade zuschauen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Viele Menschen seien gegenüber Äußerungen durch das Internet abgestumpft: "Jeder fühlt sich so präpotent, irgendetwas zu sagen zu allem Möglichen und Leute zu beleidigen in der Anonymität des Internets", so Westernhagen weiter. Dagegen müsse man etwas tun, forderte er. Es reiche nicht, schöne Statements abzugeben, mahnte der Sänger an. Westernhagen gehört zu einer Reihe von Künstlern, die ihre "Echos" nach dem Skandal zurückgaben. "Die Kritik, warum erst jetzt so ein Aufschrei stattfindet, ist absolut berechtigt", sagte er. Den Rappern Kollegah und Farid Bang war im Zuge der Verleihung des "Echo"-Musikpreises Antisemitismus vorgeworfen worden.

Irenäus Eibl-Eibesfeldt gestorben

Verhaltensforscher begründete das Fach Humanethologie

Der Verhaltensforscher und Gründer des Fachs Humanethologie, Irenäus Eibl-Eibesfeldt, ist gestorben. Die Nachricht wurde der Deutschen Presse-Agentur aus seinem engen Freundes- und Familienkreis übermittelt. Am 15. Juni wäre er 90. Jahre alt geworden. Eibl-Eibesfeldt war Schüler des Medizin-Nobelpreisträgers und Verhaltensforschers Konrad Lorenz. Er erforschte über Jahrzehnte Verhalten, zuerst bei Tieren und dann beim Menschen. Er begründete die Humanethologie als eigene Disziplin. Bis ins hohe Alter hatte sich Eibl-Eibesfeldt, der mit seiner Frau Eleonore am Starnberger See lebte, der Forschung gewidmet.

Nîmes eröffnet futuristisches Römermuseum

Neubau kostete 60 Milllionen Euro

Im südfranzösischen Nîmes ist das Musée de la Romanité eröffnet worden. Es spiegelt das reiche römische Erbe der Stadt und der Region wider. Gezeigt werden rund 5000 Exponate, darunter einzigartige Mosaike, Grabstelen, Skulpturenfragmente und Münzen. Das für rund 60 Millionen Euro erbaute Museum wurde von der französisch-brasilianischen Architektin Elizabeth de Portzamparc entworfen. Es liegt unmittelbar neben dem weltbekannten römischen Amphitheater. Die aus über 6000 Glasquadraten bestehende futuristische Außenfassade des Museums gleicht in ihrer wellenartigen Struktur einer aufwendig drapierten römischen Toga. Die Sammlung umfasst rund 25 000 Werke.

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