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Kulturnachrichten

Samstag, 2. Juni 2018

Irenäus Eibl-Eibesfeldt gestorben

Verhaltensforscher begründete das Fach Humanethologie

Der Verhaltensforscher und Gründer des Fachs Humanethologie, Irenäus Eibl-Eibesfeldt, ist gestorben. Die Nachricht wurde der Deutschen Presse-Agentur aus seinem engen Freundes- und Familienkreis übermittelt. Am 15. Juni wäre er 90. Jahre alt geworden. Eibl-Eibesfeldt war Schüler des Medizin-Nobelpreisträgers und Verhaltensforschers Konrad Lorenz. Er erforschte über Jahrzehnte Verhalten, zuerst bei Tieren und dann beim Menschen. Er begründete die Humanethologie als eigene Disziplin. Bis ins hohe Alter hatte sich Eibl-Eibesfeldt, der mit seiner Frau Eleonore am Starnberger See lebte, der Forschung gewidmet.

Krone der Comic-Künstler für Reinhard Kleist

Sonderpreis für das Lebenswerk geht an Jean-Claude Mézières

Der Comic-Autor Reinhard Kleist ist bei der Vergabe-Gala der Max- und Moritz-Preise beim Internationalen Comicsalon in Erlangen als bester deutschsprachiger Comic-Künstler ausgezeichnet worden. Kleist sei aus der deutschen Comic-Gegenwart kaum noch wegzudenken, hieß es in der Laudatio der Jury. Ebenso wie als Zeichner habe er als Erzähler einen unverkennbar eigenen Stil entwickelt. Kleist hat Comic-Biografien von Johnny Cash und Fidel Castro verfasst und folgt in seinem neuesten Werk dem Weg Nick Caves zur Popikone. Bereits für seine erste Comic-Veröffentlichung wurde er 1996 mit dem Max und Moritz-Preis ausgezeichnet. Der Preis für den besten deutschsprachigen Comic-Strip ging an "Das Leben ist kein Ponyhof" von Sarah Burrini, zum besten deutschsprachigen Comic wurde "Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein" von Ulli Lust gekürt. Den Publikumspreis, für den im Internet abgestimmt werden konnte, erhielt Riad Sattouf für "Esthers Tagebüche". Schon vor der Preisgala hatte die Jury den Sonderpreis für das Lebenswerk des französischen Künstlers Jean-Claude Mézières bekanntgegeben. Der Max- und Moritz-Preis gilt als die bedeutendste Auszeichnung für grafische Literatur und Comic-Kunst im deutschen Sprachraum.

Nîmes eröffnet futuristisches Römermuseum

Neubau kostete 60 Milllionen Euro

Im südfranzösischen Nîmes ist das Musée de la Romanité eröffnet worden. Es spiegelt das reiche römische Erbe der Stadt und der Region wider. Gezeigt werden rund 5000 Exponate, darunter einzigartige Mosaike, Grabstelen, Skulpturenfragmente und Münzen. Das für rund 60 Millionen Euro erbaute Museum wurde von der französisch-brasilianischen Architektin Elizabeth de Portzamparc entworfen. Es liegt unmittelbar neben dem weltbekannten römischen Amphitheater. Die aus über 6000 Glasquadraten bestehende Außenfassade des Museums gleicht in ihrer wellenartigen Struktur einer aufwendig drapierten römischen Toga. Die Sammlung umfasst rund 25 000 Werke.

Ballett der Semperoper mit Kulturpreis geehrt

Offizielle Preisverleihung findet am 8.6. in der Frauenkirche statt

Das Ballett der Dresdner Semperoper ist mit dem Europäischen Kulturpreis Taurus geehrt worden. Das Ensemble zeichne sich durch eine "vollendete schöpferische Ausdruckskraft in der Umsetzung meisterhafter Choreographien" aus, erklärte das Europäische Kulturforum. Gewürdigt werde mit der Auszeichnung auch "die eindrucksvolle Verbindung von Tradition und Moderne". Der Preis wurde im Rahmen der Premiere des Ballettabends «100°C» in der Semperoper übergeben. Die offizielle Taurus-Preisverleihung findet erst in einigen Tagen, am 8. Juni, in der Dresdner Frauenkirche statt.

Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann ist tot

Ehemaliger Präsident des Goethe-Instituts wurde 92 Jahre alt

Der Frankfurter Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann ist tot. Er wurde 92 Jahre alt. Kein Kulturdezernent einer deutschen Stadt wurde bundesweit so bekannt wie Hoffmann. Das lag nicht nur an seinen Erfolgen in Frankfurt, wo er von 1970 bis 1990 die kulturelle und städtebauliche Entwicklung maßgeblich prägte und unter anderem das Museumsufer aufbaute. Sein sozialdemokratisches Motto "Kultur für alle", das er in einem Buch veröffentlichte, übernahmen auch andere Kommunen. Heute sind Musik- und Theaterfeste fester Bestandteil in allen deutschen Städten. Auch das von Hilmar Hoffmann 1971 gegründete erste Kommunale Kino fand bald überall Nachahmer. Filmkunst war seine große Leidenschaft. Als Glücksfall für das Ansehen deutscher Kultur im Ausland erwies sich 1993 seine Berufung zum Präsident des Goethe-Instituts. Er leitete es sieben Jahre lang und trotzte in dieser Zeit drastischen Mittelkürzungen. Hilmar Hoffmann wurde mit zahlreichen hessischen wie auch internationalen Preisen und Verdienstorden ausgezeichnet.

Gomringer-Gedicht im fränkischen Rehau präsentiert

Als sexistisch kritisierte Zeilen sollen in Berlin übermalt werden

In Berlin ist es nicht mehr erwünscht - dafür aber in Oberfranken: Das umstrittene "avenidas"-Gedicht aus der Feder des 93 Jahre alten Poeten Eugen Gomringer prangt nun an einem Haus im oberfränkischen Rehau. Bürgermeister Michael Abraham sagte bei der offiziellen Präsentation der Fassade am Samstag: "Für mich ist das kein provokantes Gedicht." Die auf Spanisch verfassten Zeilen standen bislang an der Fassade der Alice Salomon Hochschule in Berlin. Im Januar hatte der Akademische Senat der Hochschule beschlossen, das Gedicht übermalen zu lassen, nachdem Studenten es als sexistisch kritisiert hatten. Eugen Gomringer lebt seit mehr als 40 Jahren in Rehau.

US-Bluesmusiker Eddy Clearwater gestorben

Autodidakt spielte auch mit den Five Blind Boys of Alabama

Der US-Bluesmusiker Eddy Clearwater ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Todesursache sei Herzversagen, wie das in Chicago ansässige Label Alligator Records mitteilte. In Mississippi als Edward Harrington geboren, war der Musiker unter anderem als "The Chief" bekannt. Der Autodidakt an der Gitarre begann seine Karriere in Birmingham, wo er mit Gospelbands auftrat, etwa die Five Blind Boys of Alabama. Im Jahr 1950 zog es Clearwater nach Chicago und er machte bald in der Blues-Szene auf sich aufmerksam, u.a. weil er Rock'n'Roll-Elemente in sein Spiel einfließen ließ. Als Markenzeichen galt zudem sein extravaganter Stil. Sein Album "Rock'n'Roll City" von 2003 wurde für einen Grammy in der Sparte bestes traditionelles Bluesalbum nominiert.

Kaiser Konstantins Riesen-Finger im Louvre entdeckt

Fingerfragment seit über 150 Jahren in Sammlungen des Museums

Der Finger ist 38 Zentimeter groß und fehlt schon seit Jahrhunderten an der Hand der berühmten Kolossalstatue von Kaiser Konstantin. Nun hat der Pariser Louvre entdeckt, dass sich der Zeigefinger der Statue, deren Fragmente in den Kapitolinischen Museen in Rom lagern, seit 1863 in seinen Sammlungen befindet. Man habe das Fragment im Rahmen einer Forschungsarbeit über Schweißtechniken großer antiker Bronzeskulpturen als Konstantins Zeigefinger identifiziert, bestätigte der Louvre. Laut Claudio Parisi Presicce, dem Direktor der Kapitolinischen Museen, wurde der Finger höchstwahrscheinlich 1584 von der Hand getrennt, als man den Globus, den sie ursprünglich hielt, auf einer Meilensäule der Via Appia anbrachte. Für die im November stattfindende Louvre-Werkschau könne es durchaus sein, dass die Hand des Kaisers erstmals wieder mit Zeigefinger zu sehen sei, so das Museum. Rom denke derzeit über eine Leihgabe der Hand nach.

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