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Kulturnachrichten

Dienstag, 15. Mai 2018

"Kommune 1"-Mitgründer Kunzelmann gestorben

Anfang der 80er auch Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus

Dieter Kunzelmann, linksradikaler Aktivist und Mitbegründer der anarchistischen "Kommune 1", ist tot. Er starb im Alter von 78 Jahren in Berlin, wie sein früherer Anwalt Hans-Christian Ströbele bestätigte. Zusammen mit Fritz Teufel und Rainer Langhans gehörte Kunzelmann zu den als "Bürgerschreck" gefeierten Politclowns der 68er-Bewegung. Mit seinen Happenings galt er als "Chef-Provokateur" der Studentenbewegung. 1959 gründete Kunzelmann in München den deutschen Ableger einer "Situationistischen Internationale", eine Art Widerstandszelle im Kulturbereich. Später gehörte Kunzelmann zu den Gründern der Terrorgruppe "Tupamaros West-Berlin", die mehrere Attentate mit Brandbomben in der Stadt verübte. Anfang der 80er Jahre war er Mitglied der Fraktion der Alternativen Liste, dem Vorläufer der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus.

Schriftsteller Tom Wolfe mit 88 Jahren gestorben

Autor galt als einer der Pioniere des New Journalism

Der amerikanische Schriftsteller und Journalist Tom Wolfe ist tot. Das teilte seine Agentin Lynn Nesbit mit. Wolfe galt als Innovator des Journalismus und zählt zu den Schöpfern des New Journalism. Ab den 60er Jahren zeigte Wolfe, dass Journalismus literarisch genauso wertvoll und unterhaltsam sein konnte, wie Bücher und berichtete über die LSD befürwortende Künstlergruppe Merry Pranksters und den Wettlauf ins All. Erst danach wurde er mit seinen Romanen und Novellen weltweit bekannt. Seine übertreibende, stilisierte Art des Schreibens war geprägt von Ausrufezeichen und kursiv geschriebenen Begriffen. Er spottete gegen das mediale Establishment und war zugleich ein Gentleman der alten Schule. Immer wieder wies er darauf hin, wie spannend die Wirklichkeit sei. In einem Interview sagte er: "Nichts befeuert die Fantasie mehr als reale Fakten. Wie man so schön sagt: Diese Sachen können Sie sich nicht ausdenken." Zu seinen bekanntesten Büchern zählen "Ein ganzer Kerl" und "Fegefeuer der Eitelkeiten". Letzteres gehörte in den 80er Jahren zu den meistverkauften Bücher der USA und wurde verfilmt. Für "The Right Stuff" ("Die Helden der Nation") erhielt er den American Book Award. Nach Angaben der "New York Times" starb er 88-jährig am Montag in einem Krankenhaus in Manhattan.

Berliner Humboldt Forum: Generalintendant berufen

Berliner Kunsthistoriker Hartmut Dorgerloh soll am 1. Juni Amt antreten

Der 55-jährige Kunsthistoriker Hartmut Dorgerloh ist einstimmig zum Generalintendanten des künftigen Humboldt Forums im Berliner Schloss berufen worden. Dorgerloh soll sein Amt bereits am 1. Juni antreten. Der promovierte Kunsthistoriker war in den vergangenen 15 Jahren Chef der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Mit dem Humboldt Forum übernimmt er Deutschlands größtes Kultur- und Museumsprojekt. Das Museumszentrum in der Mitte Berlins soll Ende 2019 öffnen und ein Ort der Weltkulturen werden.

Urteil: Böhmermann-Gedicht bleibt in Teilen verboten

Berufungen von Böhmermann und Erdogan ablehnt

Das Schmähgedicht des Satirikers Jan Böhmermann über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bleibt in weiten Teilen verboten. Das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) bestätigte ein Urteil des Hamburger Landgerichts, welches im Februar 2017 die meisten Passagen für unzulässig erklärt hatte, wie das OLG mitteilte. Das Gericht weist damit die Berufung des TV-Moderatoren ebenso zurück wie den Antrag des türkischen Präsidenten, der das Gedicht vollständig verbieten lassen wollte. Böhmermann hatte das Gedicht im März 2016 in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" vorgetragen. Es unterstellt Erdogan dem Wortlaut zufolge sadistische und perverse Züge. Die fraglichen Passagen beinhalteten schwere Herabsetzungen des türkischen Präsidenten, für die es keinerlei tatsächliche Anknüpfungspunkte gebe, so das Gericht. Die weiterhin erlaubten Zeilen kritisierten hingegen das tatsächliche Verhalten Erdogans in satirischer Weise und müssten daher akzeptiert werden.

Unbekannter Rembrandt entdeckt

"Porträt eines jungen Mannes" stammt vermutlich aus dem Jahr 1634

Ein niederländischer Kunsthändler hat ein bislang unbekanntes Gemälde von Rembrandt (1606-1669) entdeckt. Es ist das erste unbekannte Werk des holländischen Meisters seit mehr als 40 Jahren, teilte das Amsterdamer Museum Hermitage mit. Das Bild wird dort ab Mittwoch ausgestellt. Der Kunsthändler Jan Six hatte das "Porträt eines jungen Mannes" bereits im vergangenen Jahr in London ersteigert. Der renommierte Rembrandt-Experte Ernst van de Wetering vom Rembrandt Research Project (RPP) stellte nach Angaben der Hermitage die Echtheit des Gemäldes fest. Rembrandt hat das Bild vermutlich um 1634 gemalt. Möglicherweise war es Teil eines Doppelporträts. Es sei etwa 94 mal 73 Zentimeter groß und nicht signiert. Der Kunsthistoriker Six hat er 156 000 Euro dafür bezahlt, nun wolle er das Gemälde verkaufen.

Gitarrist und Komponist Glenn Branca gestorben

Avantgarde-Komponist arbeitete unter anderem für Sonic Youth

Der Gitarrist und Avantgarde-Komponist Glenn Branca ist am Sonntag im Alter von 69 Jahren an Kehlkopfkrebs gestorben. Das schreibt seine Frau Reg Bloor auf Facebook. "Sein musikalischer Output war ein Bruchteil der Ideen, die er an jedem beliebigen Tag hatte. Sein Einfluss auf die Welt der Musik ist unermesslich", schrieb Bloor. "Er lebte ein erfülltes Leben und bereute nichts." Der aus Pennsylvania stammende Branca war für minimalistische Kompositionen und Symphonie-artige Stücke mit schwer verstärkten Gitarren bekannt. Im New York der 1970er Jahre prägte er den No-Wave-Stil mit und veröffentlichte die ersten beiden Alben der Band Sonic Youth. Seine Kompositionen wurden später auch von Kammermusikensembles in London und New York aufgeführt.

Birgit-Nilsson-Preis für Sopranistin Nina Stemme

Auszeichnung ist mit einer Million US-Dollar dotiert

Die schwedische Sopranistin Nina Stemme erhält den Birgit-Nilsson-Preis, eine der höchstdotierten Auszeichnungen der klassischen Musik. Sie werde für ihre herausragende Arbeit, ihre Hingabe und Leidenschaft für Musik ausgezeichnet, begründete die Jury. Der nach der weltberühmten schwedischen Opernsängerin Birgit Nilsson benannte Preis ist mit einer Million US-Dollar (rund 840 000 Euro) dotiert. Er wurde 2009 zum ersten Mal vergeben. Damals suchte Nilsson den Preisträger, den spanischen Star-Tenor Placido Domingo, vor ihrem Tod noch selbst aus. Seitdem wurde die Auszeichnung erst zwei weitere Male verliehen: 2011 an den italienischen Dirigenten Riccardo Muti und 2014 an die Wiener Philharmoniker. Stemme ist die vierte Preisträgerin. Sie nehme den Preis zum 100.
Geburtstag Nilssons "mit höchster Ehrfurcht und in Demut an", erklärte die 55-Jährige.

Regisseur Lars von Trier provoziert in Cannes

Zuschauer verlassen während Filmvorführung den Saal

Der dänische Regisseur Lars von Trier hat bei seinem Comeback in Cannes für Schockmomente gesorgt: Wegen extremer Gewaltszenen in seinem neuen Film verließen viele Zuschauer die Vorführung von "The House That Jack Built" beim Filmfestival an der Côte d'Azur. In einer Szene werden Kinder ermordet, in einer anderen werden einer Frau die Brüste abgeschnitten. Von Trier zeigt in vielen seiner Filme besonders brutale oder sexuell explizite Szenen. Im neuen Film spielt der US-Schauspieler Matt Dillon einen Serienmörder. Der 62-jährige von Trier war zuletzt vor sieben Jahren bei dem Filmfest in Cannes vertreten. Damals hatte er einen Skandal ausgelöst, als er Sympathie mit Adolf Hitler bekundete. Die Festivalleitung erklärte ihn daraufhin in einem beispiellosen Schritt für unerwünscht. Für die Äußerung entschuldigte der Däne sich später.

Modigliani-Gemälde für 157 Millionen Dollar versteigert

Erstmals erzielte Rekordsumme für Auktionshaus Sotheby's

Das Auktionshaus Sotheby's hat ein Gemälde des italienischen Künstlers Amedeo Modigliani für den Rekordpreis von 157,2 Millionen Dollar (131,4 Millionen Euro) versteigert. Ein unbekannter Bieter bekam den Zuschlag für das Bild "Liegender Akt (auf der linken Seite)" von 1917. Es ist der vierthöchste Auktionspreis für ein Gemälde. Für Sotheby's ist es ein neuer Rekord: Nie zuvor erzielte das 1744 gegründete Auktionshaus einen derart hohen Preis für ein Gemälde. 2003 hatte dasselbe Gemälde bei einer Auktion noch für nur 26,9 Millionen Dollar den Besitzer gewechselt. Der bisherige Höchstpreis für einen Modigliani (1884-1920) wurde 2015 mit 170,4 Millionen Dollar beim Konkurrenten Christie's für einen anderen "Liegenden Akt" erzielt. Das bislang teuerste Gemälde der Welt ist Leonardo da Vincis "Salvator Mundi", das im vergangenen November bei Christie's für 450,3 Millionen Dollar den Besitzer wechselte.

Verdienstorden für Dunja Hayali und Juli Zeh

Bundespräsident ehrt insgesamt 24 Bürger

Die Journalistin Dunja Hayali und die Schriftstellerin Juli Zeh bekommen für ihr demokratisches Engagement den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Bundespräsident Steinmeier ehrt am 22. Mai insgesamt 24 Bürger. Auch der frühere Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Günther Nonnenmacher, der Journalist Peter Merseburger und der Gründer des Klimaschutzprojekts "Plant-for-the-Planet", Felix Finkbeiner, werden ausgezeichnet. Alle Preisträger werden wegen ihres Engagements für Freiheit und Demokratie und gegen Rechtsextremismus und Gewalt geehrt.

Karl-Ernst Herrmann gestorben

Bühnenbildner und Regisseur prägte deutschsprachiges Theater

Karl-Ernst Herrmann ist tot. Er prägte mit seinen Bühnenbildern das deutschsprachige Theater der vergangenen 50 Jahre und ist einer der Mitgründer der Berliner Schaubühne. Der Bühnengestalter und Regisseur starb am Sonntag im Alter von 81 Jahren, teilte das Wiener Burgtheater mit. Herrmanns Entwürfe für Inszenierungen etwa für Luc Bondy, Klaus Michael Grüber, Matthias Hartmann, Dieter Giesing, Thomas Langhoff, Christof Nel, Peter Stein und George Tabori hätten Ästhetik und Bühnenlicht des Theaters maßgeblich beeinflusst. Der 1936 in Neukirch (Oberlausitz) geborene Herrmann arbeitete unter anderem für die Theater in Stuttgart, Bochum, Zürich, dem Burgtheater und dem Theatre Nanterre Amandiers. Mit Peter Stein, Claus Peymann, Jürgen Schitthelm und Dieter Sturm gründete Hermann 1970 die Schaubühne am Halleschen Ufer. Mit Ursel Herrmann leitete er von 1995 bis 2002 die Klasse für Bühnenbild und Kostüme der Akademie der Bildenden Künste in München. Seit 1989 war Herrmann Mitglied der Berliner Akademie der Künste.

Geschichte der Panama Papers soll verfilmt werden

Soderbergh dreht laut Medienbericht mit Meryl Streep

Die Geschichte um die Enthüllungen der sogenannten Panama Papers kommt auf die Leinwand. In dem geplanten Drama "The Laundromat" soll Hollywood-Star Meryl Streep eine Hauptrolle übernehmen, wie das US-Branchenblatt "Hollywood Reporter" berichtet. Gary Oldman und Antonio Banderas würden ebenfalls um Rollen verhandeln, hieß es. Steven Soderbergh ist demnach als Regisseur an Bord. Die Panama Papers sorgten im Frühjahr 2016 für Schlagzeilen. Ein internationales Netzwerk von Journalisten hatte über rund 200 000 von der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet. Darin sollen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben. Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und zu einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

Margot Kidder gestorben

US-Darstellerin spielte Lois Lane in Superman-Filmen

Die amerikanische Schauspielerin Margot Kidder, die in den "Superman"-Filmen der 70er und 80er Jahre die Reporterin Lois Lane spielte, ist tot. Sie sei am Sonntag im Alter von 69 Jahren in ihrem Zuhause in Montana gestorben, teilte das Bestattungsunternehmen mit. Kidder verkörperte die Journalistin der fiktiven Zeitung "Daily Planet" an der Seite von Superman-Darsteller Christopher Reeve.

Gericht beschließt Freilassung Achenbachs im Juni

Wegen Betrugs verurteilte Kunstberater, hat dann zwei Drittel seiner Strafe verbüßt

Das Landgericht in Kleve hat die Freilassung von Kunstberater Helge Achenbach beschlossen. Der 66-Jährige könnte demnach im kommenden Monat, wenn er zwei Drittel seiner Haftstrafe verbüßt hat, auf Bewährung freikommen. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft kann noch Beschwerde einlegen. Achenbach war wegen Betrugs in Millionenhöhe an reichen Kunden, darunter dem verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht, zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Am 8. Juni hat er vier Jahre davon verbüßt.

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