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Kulturnachrichten

Dienstag, 22. Mai 2018

Stefan-Zweig-Biograf Alberto Dines gestorben

Der Brasilianer setzte sich zeitlebens für das Andenken an den Autor ein

Der brasilianische Journalist Alberto Dines ist tot. Er starb in Sao Paulo mit 86 Jahren, wie örtliche Medien berichteten. Prägend für sein Leben war die Begegnung, die er 1940 mit Stefan Zweig hatte. Im deutschen Sprachraum wurde Dines vor allem durch das Buch "Tod im Paradies" bekannt. Darin beschreibt er die letzten Lebensjahre des österreichischen Schriftstellers (1881-1942) in Brasilien.1981 veröffentlichte er die Zweig-Biografie "Morte no Paraiso", im Jahr 2006 wurde das Buch in Deutschland veröffentlicht. Als Journalist war Dines Chefredakteur der Tageszeitung "Jornal do Brasil" und lehrte in den 1970er Jahren an der Columbia-Universität in New York. Ab 1995 leitete er die Medienbeobachtungsstelle "Observatorio da Imprensa", die kritische Analysen zum brasilianischen Journalismus veröffentlichte. Dines gründete die gemeinnützige Gesellschaft "Casa Stefan Zweig", die dessen letztes Wohnhaus in der Stadt Petropolis 2012 in ein Museum umbaute. In dem Haus hatte der österreichische Autor unter anderem sein letztes und bekanntestes Buch "Schachnovelle" (1942) verfasst und seinem Leben im gleichen Jahr ein Ende gesetzt.

Absage des Echo Jazz: Preisträger melden sich

"Entscheidung des Bundesverbandes nachvollziehbar"

Nach der Absage des Musikpreises Echo Jazz haben sich einige Preisträger zu Wort gemeldet. "Inhaltlich ist die Entscheidung des Bundesverbandes der Musikindustrie nachvollziehbar", heißt es in einer Mitteilung. Unter den Unterzeichnern sind der Trompeter Markus Stockhausen und die Sängerin Céline Rudolph. Es bleibe zu hoffen, dass ein neuer Preis in allen Sparten - Pop, Klassik und Jazz- eine Auszeichnung werde, die ganz bewusst die Qualität und Inhalte der Musik hervorhebe und so unanfechtbar werde. Nachdem erwogen worden war die Jazz-Preise in kleinerem Rahmen, ohne TV-Übertragung zu vergeben, wurde der Preis wie der Haupt-Echo und der Klassik-Echo ganz abgesagt. Nach der umstrittenen Ehrung der Rapper Kollegah und Farid Bang hatte der Musikverband angekündigt, den auf Verkaufszahlen beruhenden Echo ganz abzuschaffen und auch den Echo Jazz sowie den Echo Klassik zu überarbeiten.

Schauspielerin Renate Delfs mit 93 Jahren gestorben

Ihre Fernsehkarriere startete sie mit Mitte 50

Die Schauspielerin Renate Delfs ist tot. Sie starb bereits am Montag vergangener Woche im Alter von 93 Jahren in ihrer Geburtsstadt Flensburg, wie ihre Agentur mitteilte. Delfs Fernsehkarriere startete spät, nachdem sie nach dem Krieg verschiedene Berufe, fern der Bühne ausübte. Fernsehauftritte an der Seite von Manfred Krug brachten ihr mit Mitte 50 den Durchbruch. Renate Delfs war vor allem in Fernsehserien zu sehen. Von "Jauche und Levkojen" über "Adelheid und ihre Mörder" bis zur Donna-Leon-Verfilmung "Reiches Erbe" und der Komödie "Ein Tick anders" reicht die Palette. Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt.

Bei Youtube Musik streamen

Alphabeth-Tochter mit Antwort auf Musikindustrie

Youtube startet heute einen Musik-Streamingdienst. Die Google, bzw.Alphabet-Tochter mit rund einer Milliarde Nutzern, tritt damit in Konkurrenz zu Spotify und Apple-Music. Der Musikwirtschafts-Forscher Peter Tschmuck sieht dies auch als eine Reaktion auf den Druck der Musikindustrie. "Auf Youtube wurde von Seiten der Musikindustrie ständig Druck ausgeübt. Man hat immer wieder kritisiert, dass viel zu wenig Geld an die Rechteinhaber von dem Werbekuchen abfällt.", sagte Tschmuck gegenüber Deutschlandfunkkultur. Von den 10 Milliarden US Dollar Werbevolumen, die nach Aussage Tschmucks im Musikumfeld vorhanden sind, wird bei den Musikschaffenden wenig ankommen, befürchtet der Musikwirtschaftsforscher. In Deutschland startet der neue Streamingdienst in Kürze.

Deutscher Filmmusikpreis für Rachel Portman

Britische Komponistin schuf Musik zu mehr als 100 Filmen

Die britische Komponistin Rachel Portman erhält den Deutschen Filmmusikpreis. Die 57-Jährige habe sich mit ihren kreativen Kompositionen in der von Männern dominierten Filmmusikbranche durchgesetzt und werde die Auszeichnung in der Kategorie International erhalten, teilten die Organisatoren der Filmmusiktage Sachsen-Anhalt mit. Am 26. Oktober wird der Deutsche Filmmusikpreis im Rahmen des Festivals zum fünften Mal vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören beispielsweise Harold Faltermeyer, Klaus Doldinger, Jeff Beal und Trevor Johnes. Rachel Portmann gelang den Angaben zufolge 1992 in Hollywood der Durchbruch mit der Musik zu "Die Herbstzeitlosen" mit Shirley MacLaine und Marcello Mastroianni in den Hauptrollen. Insgesamt habe sie Musik zu mehr als 100 Filmen verschiedener Genres geschaffen. Für ihre Musik zum Film "Emma" gewann sie im Jahr 1997 als erste Frau einen Filmmusik-Oscar.

Yannick Nézet-Séguin erhält Rheingau-Musik-Preis

Kanadischer Dirigent für mitreißende Konzerte gewürdigt

Der kanadische Dirigent und Pianist Yannick Nézet-Séguin erhält den mit 10 000 Euro dotierten Rheingau-Musik-Preis 2018. Mit ihm würdigt das Rheingau Musik Festival unter anderem seine emotionalen und mitreißenden Konzerte. Nézet-Séguin ist Musikdirektor des Philadelphia Orchestra, des Rotterdams Philharmonisch Orkest und des kanadischen Orchestre Métropolitain. Der Rheingau-Musik-Preis wird in diesem Jahr zum 25. Mal vergeben. Die 31. Auflage des Festivals findet vom 23. Juni bis zum 1. September statt.

Teile von Einsteins Gehirn nach Münster geliefert

Die Hirnschnitte werden Teil einer Ausstellung

Zwei dünne mikroskopische Schnitte des Hirns des Physikers Albert Einstein sind an das Naturkunde-Museum in Münster geliefert worden. Die besonderen Exponate sind ausgeliehen vom Museum für Medizingeschichte in Philadelphia in den USA. Albert Einstein hat die Relativitätstheorie begründet und gilt als Inbegriff des Forschers und Genies. Die Hirnschnitte werden in der Schau "Das Gehirn - Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl" ab dem 29. Juni zu sehen sein. Sie erzählen eine besondere Geschichte: Eigentlich hatte Einstein nach seinem Tod verbrannt werden wollen. Doch der Pathologe Thomas Harvey konservierte das Gehirn. Erst im Nachhinein holte er das Einverständnis der Familie ein. Harvey hoffte durch Forschung an dem Organ so etwas wie die Quelle von Genialität oder Erklärungen für Einsteins Intelligenz festzustellen.

Cannes-Auszeichnung bei Jafar Panahi angekommen

Tochter des iranischen Filmemachers hatte Preis entgegengenommen

Die Auszeichnung für das beste Drehbuch der diesjährigen Filmfestspiele von Cannes ist dem iranischen Filmemacher Jafar Panahi nachträglich übergeben worden. Wie das Nachrichtenportal "Khabar Online" berichtete, bekam Panahi den Preis von seiner Hauptdarstellerin Behnaz Jafari nach deren Ankunft am Dienstag im IKA Flughafen in Teheran. "Das ist deiner", soll sie gesagt haben. Den Preis fürs beste Drehbuch erhielten Panahi und sein Co-Autor Nader Saeivar für Panahis Roadmovie "Three faces". Panahis Tochter, die Schauspielerin Solmaz Panahi hatte den Preis stellvertretend entgegengenommen. Panahi darf den Iran nicht verlassen. Er wurde 2010 zu sechs Jahren Haft und einem 20-jährigen Berufs- und Ausreiseverbot verurteilt, weil er von Wahlfälschung bei der Präsidentenwahl 2009 gesprochen hatte. Er darf auch in dieser Zeit keine Interviews mit Medien führen.

Sony übernimmt Kontrolle über Musikverlag EMI

Sony hält nun 90 Prozent

Sony zahlt 2,3 Milliarden Dollar für die Kontrolle über den Musikverlag EMI. Die US-Tochter übernehme die rund 60-prozentige Beteiligung des arabischen Staatsfonds Mubadala, teilte der japanische Elektronikkonzern mit. Damit halte Sony nun 90 Prozent an der weltweiten Nummer zwei. Der Zukauf ist die erste große Transaktion des neuen Sony-Chefs Kenichiro Yoshida, der die Umsätze nach der Neuausrichtung des Konzerns auf Videospiele und Bildsensoren in die Höhe schrauben muss. Zuletzt hatten den Japanern vor allem die niedrigen Margen im Geschäft mit Verbraucherelektronik zu schaffen gemacht. EMI hat Künstler wie Katy Perry, Morrissey, Arctic Monkeys und Franz Ferdinand unter Vertrag.

"LOVE": US-Künstler Robert Indiana gestorben

Er war ein Hauptvertreter der Popart und Signalkunst

Der US-Künstler Robert Indiana ist tot. Bekannt wurde er durch seine plakativen Zeichenbilder, die zu den radikalsten Äußerungen in der Pop Art zählen. Ebenso einfach wie Indianas 1966 entstandenes Werk LOVE mit seinen Buchstaben L und O, darunter V und E –in den Farben Rot, Blau und Grün –, erscheinen seine anderen Arbeiten aus Zahlen, Buchstaben und fünfstrahligen Sternen. Der 1928 im US-Bundesstaat Indiana geborene Künstler, der eigentlich Robert Clark hieß, hatte unter anderem in Chicago und Edinburgh studiert und dann vor allem in New York gearbeitet. Indiana war auch mit Andy Warhol befreundet. Der Künstler wurde 89 Jahre alt.

Madonna-Produzent Reggie Lucas ist tot

Als Gitarrist spielte er in der Band von Miles Davis

Der Gitarrist und Produzent Reggie Lucas, der unter anderem mit Miles Davis spielte und mit Madonna arbeitete, ist tot. Lucas sei bereits am Samstag im Alter von 65 Jahren in einem Krankenhaus in New York an Herzversagen gestorben, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf seine Tochter. Die Recording Academy, die für die Verleihung der Grammys zuständig ist, bestätigte Lucas' Tod. Bereits als Teenager spielte der 1953 im New Yorker Stadtviertel Queens geborene Musiker Gitarre in der Band von Jazz-Legende Miles Davis. Anfang der 80er Jahre produzierte er das vielfach preisgekrönte Debut-Album von Madonna. Außerdem arbeitete der Grammy-Gewinner als Solo-Musiker und mit vielen anderen Künstlern und Bands zusammen.

Netflix präsentiert die Obamas als neue Mitarbeiter

Ex-US-Präsident und seine Frau sollen Filme und Serien produzieren

Der US-Streamingdienst Netflix hat zwei prominente Mitarbeiter verpflichtet. Ex-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle werden künftig Filme und Serien für das Unternehmen produzieren, wie Netflix über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Die Mitarbeit sei auf mehrere Jahre angelegt. Möglich seien auch Dokumentationen und Fernsehfeatures. Netflix-Chef Ted Sarandos sagte, das Ehepaar Obama sei in einer einzigartigen Position, Geschichten über Menschen zu entdecken und hervorzuheben, die ihr Umfeld voranbrächten. Barack Obama hat erst kürzlich einen Netflix-Auftritt hingelegt: in David Lettermans Talkshow.

Berlinale-Preisträger Alexander Askoldov verstorben

Der russische Regisseur gewann Bären für "Die Kommissarin"

Der russische Regisseur Alexander Askoldov ist tot. Er starb im Alter von 85 Jahren in Schweden, wie seine Frau der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Nach seiner Fertigstellung 1967 war sein Film "Die Kommissarin" nach Angaben auf der Berlinale-Website in der damaligen Sowjetunion wegen "Verleumdung der Revolution" und "zionistischer Propaganda" sofort verboten worden. Der Film erzählt die Geschichte einer von der Revolution enttäuschten Kommissarin, die in den Wirren der 1920er Jahre bei einer jüdischen Familie Unterschlupf findet. 1988 feierte Askoldov dann auf den 38. Internationalen Filmfestspielen in Berlin mit dem Gewinn des Silbernen Bären einen großen Erfolg. "Berlin wurde sozusagen meine zweite Geburtsstadt", wurde der Regisseur später zitiert. Die damalige Berlinale sei "das wahrscheinlich wichtigste Datum" seines Lebens gewesen. "Die Kommissarin" blieb sein einziger Film. Auch nach dem Ende des ihm in der Sowjetunion auferlegten Berufsverbots drehte er keinen weiteren mehr.

Hausarrest für Serebrennikow bleibt bestehen

Russischer Regisseur fast ein Jahr von Aussenwelt abgeschnitten

Der Hausarrest für den russischen Starregisseur Kirill Serebrennikow bleibt weiter bestehen. Eine Klage gegen die Verlängerung des Hausarrests lehnte ein Moskauer Gericht ab. Serebrennikow dürfe weder mit seinen Kollegen über Geschäftsfragen beraten, noch das Internet benutzen oder sein Theater, das bekannte Gogol-Zentrum in Moskau, besuchen, meldete die russische Agentur Interfax. Der 48-Jährige steht somit bis mindestens 19. Juli unter Hausarrest und ist dann bereits knapp ein Jahr beinahe vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Ihm wird vorgeworfen, Fördergelder in Höhe von umgerechnet rund 2 Millionen Euro veruntreut zu haben. Serebrennikow bestreitet dies jedoch. Der Regisseur war im vergangenen Jahr während der Dreharbeiten zu seinem neuen Film «Leto» festgenommen worden. Die Weltpremiere wurde beim Filmfestival in Cannes ohne Serebrennikow gefeiert. Der Film soll ab 7. Juni in den russischen Kinos zu sehen sein.

Benny Claessens erhält Alfred-Kerr-Darstellerpreis

Schauspielerisches Talent ausgezeichnet

Zum Abschluss des Berliner Theatertreffens ist Benny Claessens mit dem Alfred-Kerr-Darstellerpreis ausgezeichnet worden. Der Belgier erhielt die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung für seine schauspielerische Leistung in Elfriede Jelineks Stück "Am Königsweg". Man schaue Claessens an und da dränge er sich wieder auf, der zwischendurch verlegte, diskriminierte Gedanke, dass ein Schauspieler ein ganzes Theater sein könne, hieß es in der Begründung der Jury. Der in Antwerpen geborene Claessens arbeitet als freischaffender Schauspieler und spielte unter anderem bereits an den Münchner Kammerspielen, am NTGent und am Berliner Maxim Gorki Theater.

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