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Kulturnachrichten

Freitag, 30. Juni 2017

Kölner Opernsanierung dauert länger und kostet mehr

Ungefähr doppelt so teuer und sieben Jahre länger als geplant

Die Sanierung der Kölner Bühnen wird sich nach aktuellem Stand bis Ende 2022 hinziehen und zwischen 545 und 570 Millionen Euro kosten. Anfangs waren 250 Millionen vorgesehen, wieder öffnen sollte das Ensemble aus Oper und Schauspielhaus ursprünglich im Jahr 2015. Begonnen hat die Sanierung 2012. "Natürlich verstehen wir, dass die schiere Wucht der Zahlen zunächst für Diskussionen sorgen wird", teilte der technische Betriebsleiter Bernd Streitberger mit. Die jetzige Perspektive sei aber wenigstens realistisch. Oper und Schauspiel sind schon seit Jahren in Ausweichquartieren untergebracht.

Türkei verweigert BBC-Journalisten die Einreise

Jiyar Gol wurde vorübergehend festgenommen

Die Türkei hat einem BBC-Journalisten die Einreise verweigert. Jiyar Gol, der für den persischen Dienst der britischen Rundfunkanstalt arbeitet, wurde am Atatürk-Flughafen in Istanbul zudem vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen. Gol ist ein akkreditierter BBC-Journalist. Grund für das Einreiseverbot seien seine Reportagen für die BBC, schrieb Gol per Kurznachrichtendienst Twitter. "Gestern wurde ich am Flughafen in Istanbul festgenommen, durchsucht, verhört und dann ausgewiesen, Grund sind meine Reportagen für die BBC". Nach seiner vorübergehenden Festnahme sei er zum Rückflug in den Nordirak gezwungen worden.

Prominente aus Kultur begrüßen Ehe für Alle

Regenbogenfahnen und knutschende Ottifanten

Prominente aus dem Kultur- und Medienbereich äußern sich überwiegend positiv zur Entscheidung des Bundestages, die Ehe für Alle einzuführen. Rocksänger Udo Lindenberg zeigte sich "begeistert" und schrieb auf Facebook: "Endlich Ehe für alle!! Ob männlich, ob weiblich, wir freuen uns unbeschreiblich." ZDF-Moderatorin Dunja Hayali twitterte: "Keine Sorge: 13 Länder sind dadurch bisher auch nicht untergegangen", Komiker Otto Waalkes zeigte auf seiner Facebookseite zwei knutschende Ottifanten unter einem Regenbogen, Fernsehmoderatorin Bettina Böttinger schrieb: "Ein großer Tag nicht nur für Homosexuelle in Deutschland, sondern für alle!" Als Hintergrund waren auf einem Foto zwei Fahnen mit Regenbogen zu sehen.

Hitlers Geburtshaus: Enteignung rechtens

Anziehungskraft des Ortes für Neonazis soll gebrochen werden

Der österreichische Verfassungsgerichtshof erklärte heute die Enteignung der Eigentümerin des Geburtshauses von Adolf Hitler durch die Republik Österreich für rechtens. Damit hat der Staat nun freie Hand, das denkmalgeschützte Haus und das angrenzende Gelände tiefgreifend zu verändern. Ziel ist es, die Anziehungskraft des Ortes für Neonazis und Rechtsextremisten zu brechen. Ein Architektenwettbewerb soll nun klären, was mit dem Gelände genau passiert. Die langjährige Eigentümerin hatte vor dem Verfassungsgerichtshof geklagt, weil aus ihrer Sicht eine Umgestaltung auch ohne Enteignung möglich gewesen wäre. Außerdem akzeptierte sie nicht, dass auch das angrenzende Areal vom Staat kassiert worden war. Ihr Anwalt ging davon aus, dass sich seine Mandatin mit dem Urteil nicht abfinden werde. Es bleibe noch die Möglichkeit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Online-Nutzungen an Hochschulen erleichtert

15 Prozent eine Werkes dürfen verwendet werden

Für Studierende und Hochschullehrer in Deutschland wird der Umgang mit digitalen Materialen rechtlich unkomplizierter. Der Bundestag modernisierte das Urheberrecht für die Wissenschaft im Bereich der Online-Nutzungen. Forschungsministerin Johanna Wanka zeigte sich erleichtert: Die große Koalition habe "einen Kraftakt geschafft". Die von Bundesjustizminister Heiko Maas vorgelegte Reform soll einerseits Sicherheit für Nutzer digitaler wissenschaftlicher Angebote schaffen, andererseits aber auch die Interessen der Urheber und Verlage an der Verwertung ihrer Werke wahren. Lehrer und Forscher dürfen 15 Prozent eines Werks kopieren oder in elektronische Semesterapparate einstellen und damit Studierenden öffentlich zugänglich machen, ohne Verlage vorher um Erlaubnis bitten zu müssen.

"Pour le merite" für Historiker Osterhammel

Auch Osteuropaexperte Karl Schlögel wird ausgezeichnet

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat heute in Berlin bekanntgegeben, dass die beiden Wissenschaftler Jürgen Osterhammel und Karl Schlögel mit dem Orden "Pour le merite für Wissenschaft und Künste" ausgezeichnet werden. Osterhammel ist Professor an der Universität Konstanz und lebt in Freiburg. Er ist einer der führenden Vertreter der Globalgeschichte, die weltweite Zusammenhänge beschreibt. Schlögel ist Osteuropaexperte und lehrte bis zu seiner Emeritierung 2013 in Frankfurt an der Oder. Der Orden ist die höchste Auszeichnung, mit der die Bundesrepublik Künstler und Wissenschaftler ehrt.

Französische Publizistin Simone Veil gestorben

Holocaust-Überlebende und Vorkämpferin für das Recht auf Abtreibung

Die bekannte französische Politikerin und Publizistin Simone Veil ist tot. Die frühere Präsidentin des EU-Parlaments starb im Alter von 89 Jahren, wie ihr Sohn Jean Veil der Nachrichtenagentur AFP sagte. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sprach Veils Familie sein Beileid aus. "Möge ihr Beispiel unsere Landsleute inspirieren, die in ihr das Beste Frankreichs finden werden", schrieb Macron über den Kurzbotschaftendienst Twitter. In Frankreich wurde die Holocaust-Überlebende unter anderem als Vorkämpferin für das Recht auf Abtreibung bekannt. 1981 wurde Veil mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen „für ein demokratisches Europa“ ausgezeichnet. In der Laudatio nannte sie der ehemalige Bundespräsident Walter Scheel ein "Symbol des Friedens und der Versöhnung". 2008 wurde Veil zum Mitglied der Académie française gewählt, die sich der Pflege der französischen Sprache widmet.

Martin Kusej wird Intendant am Burgtheater

Kusej ist aktuell Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels München

Es fühle sich ein bisschen an, wie nach Hause zu kommen - "Ich kann nicht anders, ich bin halt Österreicher. Deshalb ist das ein besonderer Job", sagte Regisseur Martin Kusej bei der Bekanntgabe seines künftigen Postens. "Jetzt komme ich zurück. Ich habe einiges gelernt." Wenn es im Burgtheater künftig Skandale geben sollte, "dann mit mir nur auf der Bühne". Ab der Spielzeit 2019/2020 werde der 56-Jährige Kusej der scheidenden Direktorin Karin Bergmann nachfolgen, teilte Kulturminister Thomas Drozda mit. "Ich freue mich, dass der wichtigste Regisseur des Landes das wichtigste Theater des Landes übernehmen wird", sagte Drozda. "Es fühlt sich richtig an, es fühlt sich gut an." Drozda bedankte sich bei Bergmann für ihre geleistete Arbeit. Sie habe das Haus mit sehr guter, ruhiger und professioneller Hand geführt. Bergmann war 2014 in einer Finanzkrise des Burgtheaters Direktorin geworden und wollte ihren Vertrag nicht verlängern. Mit einem Spar- und Aktionsplan war es ihr gelungen, das Haus wieder solider aufzustellen.

Kent Nagano verlässt Sinfonieorchester Montreal

Das renommierte kanadische Orchester leitet Nagano seit 2006

Der Stardirigent und Hamburger Generalmusikdirektor Kent Nagano (65) wird die Leitung des Sinfonieorchesters im kanadischen Montreal im Jahr 2020 abgeben. Er werde seinen Vertrag als Musikdirektor nicht verlängern, teilten Nagano und das Orchestre symphonique de Montréal (OSM) mit. Nagano ist seit 2015 Generalmusikdirektor der Hamburger Staatsoper. Zuvor war der amerikanische Dirigent mit japanischen Wurzeln sieben Jahre lang in gleicher Position an der Bayerischen Staatsoper in München tätig. Nach eineinhalb Jahrzehnten sei der richtige Zeitpunkt gekommen, "die Art der Zusammenarbeit zu verändern und die Entwicklungsperspektiven neu auszurichten", sagte Nagano. Das OSM erklärte, man werde die Beziehung zu Nagano auch weiterhin pflegen. Die Suche nach einem Nachfolger solle bald beginnen.

König-Fahd-Akademie in Bonn schließt

Saudische Regierung sieht keine Notwendigkeit mehr für eine saudische Schule in Deutschland

Die von Saudi-Arabien finanzierte König-Fahd-Akademie in Bonn schließt heute ihre Pforten. Die im Stadtteil Bad Godesberg liegende Schule hatte in der Vergangenheit immer wieder auch überregional für Schlagzeilen gesorgt. Zwischen deutschen und saudischen Behörden kam es deswegen mehrfach zu Konflikten. So hatte das Kölner Regierungspräsidium der Bildungseinrichtung "fundamentalistischen Islamismus an und in der Schule" vorgeworfen und mit dem Entzug der Genehmigung gedroht. Im vergangenen Sommer hatte die saudi-arabische Vertretung in Berlin angekündigt, die Schule zum Schuljahresende 2016/2017 zu schließen. Angeblich ging die Entscheidung dafür auf Kronprinz Mohammed bin Salman zurück. Weil Deutschland über "eines der weltweit besten Bildungssysteme" verfüge und Saudi-Arabien davon lernen könne, sehe die Regierung in Riad keine Notwendigkeit mehr für eine saudische Schule in Deutschland.

Friedenspreis des Deutschen Films für Aki Kaurismäki

Andrei Konchalovsky für sein Lebenswerk gewürdigt

Auf dem Filmfest München wurde der Friedenspreis des Deutschen Films vergeben. Den internationalen Regiepreis erhielt der finnische Regisseur Aki Kaurismäki für "Die andere Seite der Hoffnung". Der nationale Regiepreis ging an Simon Verhoeven mit seinem Kinoerfolg "Willkommen bei den Hartmanns", Andrei Konchalovsky wurde für sein Lebenswerk gewürdigt, darunter sein aktueller Film "Paradies" mit Julia Vysotskaya. Die Darstellerin erhielt den Schauspielerpreis. Der Bernhard-Wicki-Gedächtnis-Fonds vergibt die Trophäen in Form von Brückenpfeilern seit 2002. Sie erinnern an Bernhard Wicki, Regisseur des berühmten Antikriegsfilms "Die Brücke".

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