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Kulturnachrichten

Montag, 12. Juni 2017

"Spiegel"-Journalist wollte mit Empfehlung von "Finis Germania" provozieren

Johannes Saltzwedel verlässt die Jury von "Sachbücher des Monats"

Es war gerätselt worden, wie "Finis Germania" es in die Bestenliste im Juni gebracht hatte. Nun hat "Spiegel"-Mann Johannes Saltzwedel sich öffentlich zur Platzierung in den "Sachbüchern des Monats" bekannt. "Mit der Empfehlung des Buches habe ich bewusst ein sehr provokantes Buch der Geschichts- und Gegenwartsdeutung zur Diskussion bringen wollen", teilte er mit. "Ich wollte durch meinen Vorschlag auf keinen Fall das Renommee der Sachbuch-Bestenliste beschädigen und bedaure sehr die Verwerfungen, die sich daraus ergeben haben." Der Norddeutsche Rundfunk hatte sich zuvor "entschieden" vom Buch des verstorbenen Historikers Rolf Peter Sieferle distanziert. Dessen "rechtslastige Verschwörungstheorien" seien "nicht tragbar", heißt es in einer Presseerklärung von NDR Kultur-Leiterin Barbara Mirow, die nach dieser "gravierenden Fehlentscheidung" angekündigt hatte, die Veröffentlichung der "Sachbücher des Monats" bis auf weiteres einzustellen. Die Süddeutsche Zeitung zog nach. "Finis Germania" ist im Verlag Antaios in Schnellroda erschienen. Der Verlag ist Teil der organisatorischen Infrastruktur der extremen Rechten in Deutschland, deren Vordenker Götz Kubitschek ist.

Bühnenkünstlerin Rosalie ist tot

Sie starb nach kurzer Krankheit mit 64 Jahren in Stuttgart

Als Gudrun Müller wurde sie 1953 im baden-württembergischen Gemmrigheim geboren. Bekannt machte sie sich mit dem Künstlernamen Rosalie und mit Lichtleitfasern, die sie erstmals auf einer Bühne einsetzte. Für ihr künstlerisches Gesamtwerk erhielt sie dafür 2008 den Europäischen Kulturpreis und stellte auf der Biennale in Venedig aus. Nach dem Studium von Malerei, Grafik und Plastisches Arbeiten an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, war Rosalie seit 1979 freischaffende Künstlerin. Sie entwarf experimentelle Raum- und Figurenkonzepte und war als Malerin, Installationskünstlerin und Bildhauerin tätig, arbeitete für Oper, Schauspiel, Ballett und Film. „Verklärte Nacht“, „Pierrot lunaire“ und „Helios –La Nube Luminosa“ heißen ihre bekanntesten Arbeiten. Seit 1995 lehrte Rosalie mit dem eigens für sie geschaffenen Lehrstuhl an der Hochschule für Gestaltung Offenbach Bühnen- und Kostümbild. 2013 hatte sie den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg erhalten.

Leere Museen im Berliner Süden sollen Forschungscampus werden

Das strebt die Stiftung an

Für das Berliner Humboldtforum sind sie schon ausgeräumt worden: Das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst in Dahlem. Im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses hat Hausherr Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, bis Ende des Jahres eine Machbarkeitsstudie angekündigt, um die frei gewordenen Räume zu einem Forschungscampus umzubauen. So könnten die Forschungsbestände, die Archive und die Restaurierungsarbeiten gebündelt werden. "Dahlem soll die Sendestation sein. Und im Humboldt Forum wird dann sichtbar, was dort entwickelt worden ist", sagte Parzinger. Wie von mehreren Abgeordneten und einer Bürgerinitiative gefordert, sagte er zu, in die neue Planung auch die Öffentlichkeit einzubinden. Einschränkend erklärte er, dass die Bausubstanz in keinem guten Zustand sei.

Kampagne soll Haus von Georges Bizet retten

Mehrere Opernstars unterstützen Projekt in Bougival bei Paris

Das Haus von Georges Bizet, in dem dieser 1874 seine legendäre Oper "Carmen" komponierte, soll gerettet werden. Zu diesem Zweck haben die Gemeinde Bougival bei Paris, in der sich das Haus befindet, sowie mehrere Musikeinrichtungen zu einer Finanzierungskampagne aufgerufen, die drei Millionen Euro zusammen bringen soll. In einer ersten Phase sollen 900.000 Euro zum Kauf und 560.000 Euro zur Restaurierung des Hauses gesammelt werden. Danach soll in Gebäuden gegenüber des Haues ein "Carmen-Raum" geschaffen werden - mit Ausstellungsmöglichkeiten, Aufnahmestudio und einem Saal für Konzerte, Meisterklassen und Konferenzen. Die Öffnung des Europäischen Musikzentrums (CEM) in Bougival ist für 2022 vorgesehen. Die Kampagne startet am 21. Juni im Internet (https://dartagnans.fr/carmen) und dauert bis Oktober. Beteiligt sind die Vereinigung der Freunde von George Bizet unter Vorsitz der Opernsängerin Teresa Berganza, das CEM mit dem Bariton Jorge Chaminé und der Verein Europa Nostra des Tenors Placido Domingo.

Erste Besucherzahlen der Documenta 14

Absolute Zahlen wurden aber noch nicht bekanntgegeben

Die documenta 14 ist nach Angaben der Veranstalter gut gestartet. Zu den Eröffnungstagen seien zehn Prozent mehr Besucher gekommen als zu Beginn der documenta 13, teilten die Ausstellungsmacher in Kassel mit. In Athen zählte die Documenta 14 bisher 240 000 Besuche. Ziel sei es, insgesamt eine Million Besucher zur Schau zeitgenössischer Kunst begrüßen zu können. Vor fünf Jahren waren es 905 000. In Athen endet die Documenta am 16. Juli, in Kassel am 17. September.

Polen plant neues Museum für Auschwitz

Die Absichtserklärung des Kulturministeriums mit dem Landkreis ist unterzeichnet

In Oswiencim (Auschwitz) soll ein Museum mit dem Namen "Gerechte aus der Gegend von Auschwitz" entstehen. Ziel sei das "Gedenken an das Heldentum der Bürger der Region", die im Zweiten Weltkrieg den jüdischen Häftlingen des deutschen NS-Vernichtungslagers geholfen hätten, teilte ein Sprecher des Kulturministeriums in Warschau auf Anfrage mit. Dem Ministerium zufolge unterstützten mehr als 1.000 nichtjüdische Polen, oft Widerstandskämpfer, Gefangene bei der Flucht aus dem Vernichtungslager oder etwa mit dem Schmuggel von Medikamenten. Kritik an dem Projekt kommt von polnischen Historiker: Anstatt ein separates Museum zu planen, sollten die Judenhelfer in der bestehenden Gedenkstätte geehrt werden, regen sie an. Im südostpolnischen Markowa hatte Staatspräsident Andrzej Duda im März 2016 ein erstes Museum zu Ehren jener Landsleute eröffnet, die Juden vor dem Holocaust retteten.

Fake News versus irrelevante Fakten

Nicht nur gefälschte Nachrichten sind schädlich

Dass US-Präsident Donald Trump - im Gegensatz zu seinen Gästen im Weißen Haus - zum Nachtisch immer zwei Kugeln Eis bekommt: Das ist nach Ansicht des Philosophen Markus Gabriel eine irrelevante Information. Sie verdeutlicht, dass Journalisten die Vermittlung relevanter und komplexer Zusammenhänge scheuten, weil sie fälschlich befürchteten, das Publikum zu überfordern. Deshalb seien sie für ihn ebenfalls "Fake News".

Theaterpreis des Bundes zum zweiten Mal vergeben

131 Bühnen hatten sich beworben, acht werden ausgezeichnet

"Es sind oft gerade die kleineren Bühnen, die mit experimentellen Theaterformen und breitem Spartenspektrum einen unverzichtbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander leisten": Mit diesen Worten hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters unterstrichen, was der von ihr initiierte Theaterpreis des Bundes belohnen will. Die zum zweiten Mal ausgesprochene Ehrung für Produktionen der Spielzeit 2015/16, geht an Theater und Philharmonie Thüringen in Gera und Altenburg, die Theater in Naumburg und Bamberg, das Theater der Jungen Generation in Dresden, das Lichthoftheater in Hamburg, das Tanzhaus NRW in Düsseldorf sowie die Sophiensäle und die Schaubude in Berlin. Insgesamt beträgt das Preisgeld 855.000 Euro. Zur Jury für die Eigenbewerbungen gehörten der Chefredakteur von "Die deutsche Bühne" Detlef Brandenburg, Theater-der-Zeit-Redakteurin Dorte Lena Eilers, nachtkritik.de-Redakteur Georg Kasch, die Intendantin des Theater Augsburg Juliane Votteler und Stefanie Wenner, Professorin an der HfBK Dresden. Die Verleihung wird am 6. Juli im Theater der Altmark Stendal, stattfinden, das im vergangenen Jahr zu den Gewinnern gehörte.

Produzent einer Antisemitismus-Doku kritisiert Auftraggeber

"Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa" sorgt weiterhin für Gesprächsstoff

Es ginge den öffentlich-rechtlichen Vertragspartnern bei der Ablehnung die Dokumentation über Judenhass in Europa und im Nahen Osten nicht um formale Gründe. Davon zeigte sich der Produzent des Films, Joachim Schröder, in der "Welt" überzeugt. Jede Änderung sei „mit Argumenten belegt“ und in Abstimmung mit der verantwortlichen WDR-Redakteurin, der ehemaligen Arte-Chefredakteurin Sabine Rollberg, geschehen. Diese habe die fertige Dokumentation im Dezember 2016 abgenommen, bevor dieser schließlich nach Sichtung der Arte-Programmkonferenz abgelehnt worden sei. weil das zentrale Thema "nur sehr partiell" behandelt worden sei, dem genehmigten Projekt nicht entspreche und im April "ohne weitere Bearbeitung" an Arte geliefert worden sei. Der Westdeutsche Rundfunk als verantwortlicher Sender prüft den Film nun erneut. Nach Angaben von Produzent Schröder habe der ebenfalls öffentlich-rechtliche Sender Phoenix inzwischen sein Interesse an einer Ausstrahlung bekundet.

Schauspieler durchgehend sozialversichert

Landessozialgericht stützt Rentenversicherung

Auch wenn sie mit Gastspielen unterwegs sind, muss ihr Arbeitgeber Schauspielern von deren erstem Probentag bis zur letzten Vorstellung Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Diese Entscheidung des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen ist ein juristischer Sieg der deutschen Rentenversicherung. Die hatte im Rahmen einer Betriebsprüfung die Künstler als Dauerbeschäftigte eingestuft. Das Theater Braunschweig hatte sich gegen die Zahlung gewehrt und vom zuständigen Sozialgericht Recht bekommen. Ausschlaggebend für das Urteil des Landessozialgerichts war eine neue Rechtsprechung, die auch bei Dienstbereitschaften als sozialversicherungspflichtig einstuft.

Bildhauer Richard Heß gestorben

Der Berliner wurde 80 Jahre alt

Nach Angaben des Galeristen Wilfried Karger ist Richard Heß in der Nacht vom 8. auf den 9. Juni gestorben. Der gebürtige Berliner macht mit seinen figurativen Arbeiten für den öffentlichen Raum besonders in der Nachkriegszeit auf sich aufmerksam. Am 6. April 1937 geboren, hatte Heß als Meisterschüler bei Bernhard Heiliger studiert. Er war Mitglied der Neuen Darmstädter Sezession und von 1980 bis 2001 Professor an der Fachhochschule Bielefeld. 1995 nahm er an der Biennale in Venedig teil.

Schlange stehen für Elbphilharmonie-Tickets

Andrang für Karten für die Konzertsaison 2017/18 ist riesig

Schon vor Öffnung der Ticketcenter haben sich lange Schlangen für die neuen Karten in der Elbphilharmonie gebildet. "Wir rechnen mit einem starken Andrang", sagte Pressesprecher Tom R. Schulz. Vor der Kasse des spektakulären Konzerthauses warteten bereits rund 150 Menschen, etliche mit Campingstühlen. Die begehrten Karten für die Konzertsaison 2017/2018 sind ab 10 Uhr an mehr als 40 Vorverkaufsstellen in der Metropolregion Hamburg sowie online unter www.elbphilharmonie.de erhältlich. Gehen mehr Bestellungen ein als Karten verfügbar sind, entscheidet das Los.

Französisches Drama räumt in Emden ab

"Un sac de billes" gewann gleich zwei Preise beim Filmfest

Der französische Film "Un sac de billes" (Ein Sack voll Murmeln) von Regisseur Christian Duguay hat den Hauptpreis des 28. Internationalen Filmfestes Emden-Norderney gewonnen. Der mit 10.000 Euro dotierte "Score Bernhard Wicki Preis" würdige einen gesellschaftlich in besonderer Weise engagierten Film, teilte Festivalsprecher Volker Bergmeister mit. Auch der mit 7.000 Euro dotierte DGB-Filmpreis ging an das Drama. Beide Auszeichnungen werden traditionell vom Publikum in Emden und auf Norderney mit Hilfe von Stimmkarten entschieden. Duguays Film handelt von zwei jüdischen Jungen, die sich im Zweiten Weltkrieg mit viel Einfallsreichtum durch das von Deutschland besetzte Frankreich schlagen. Ein weiterer Höhepunkt der Preisverleihung im Neuen Theater Emden war die Vergabe des Emder Schauspielpreises an Ulrich Tukur. Er erhielt die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung für herausragende schauspielerische Leistungen. Bisherige Preisträger sind Martina Gedeck, Katharina Thalbach, August Diehl, Armin Rohde, Anna Maria Mühe und Karoline Herfurth.

Oliver Stone will Putin ohne Klischees darstellen

Vierteiliges Interview Stones mit dem Kremlchef ab heute im US-Fernsehen

Der US-Filmregisseur Oliver Stone ("Platoon") will in einem mehrteiligen Interview den russischen Präsidenten jenseits gängiger Klischees präsentieren. "Ich würde sagen, wenn Sie das westliche Bild von ihm als einem Schurken, einem schlechten Kerl und so weiter überwinden, dann kommen Sie zu einem realistischen Porträt eines Mannes, der ein Land führt und wirklich die Interessen Russlands im Grunde seines Herzen hat", sagte Stone der Deutschen Presse-Agentur in New York. Das vierteilige Interview, das Stone bei rund einem Dutzend Begegnungen mit dem Kreml-Chef zwischen Juli 2015 und Februar 2017 führte, wird von Montag bis Donnerstag im US-Kabelsender Showtime gezeigt. In Deutschland ist es anschließend auf Sky zu sehen. Stone sagte, dass er über seine Arbeiten an dem Film "Snowden" in Kontakt mit Putin gekommen sei. Über den US-Whistleblower Edward Snowden, der in Russland Asyl genießt, sagte Putin, dass dieser nicht die Interessen seines Landes verraten habe.

"Tony Award" für Bette Midler und Kevin Kline

Hollywood-Stars erhalten den wichtigsten Theaterpreis der Welt.

Bette Midler und Kevin Kline haben in New York den "Tony Award" gewonnen. Midler gewann die Auszeichnung als beste Schauspielerin in einem Musical für die Titelrolle in "Hello, Dolly!". Kline wurde als bester Schauspieler in einem Theaterstück für "Present Laughter" geehrt. Der Hauptpreis für das beste neue Musical am Broadway ging an "Dear Evan Hansen", ein Pop-Drama über einen Selbstmord an einer Highschool. Es war mit sechs Preisen auch das meistprämierte Stück des Abends. Hauptdarsteller Ben Platt gewann genauso einen Tony wie die Komponisten Benj Pasek und Justin Paul. Bestes Theaterstück wurde "Oslo" über die Nahost-Friedensverhandlungen 1993. Mit den Tony Awards werden die besten Musicals und Theaterstücke ausgezeichnet, die in den 41 Theatern rund um den New Yorker Times Square mit mindestens 500 Sitzen laufen. Der Preis wird von rund 840 Juroren aus der Theaterbranche vergeben.

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