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Sonntag, 22.09.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 2. Juni 2017

Theaterschauspielerin Hilde Sochor gestorben

Seit ihrem Debüt 1948 war sie in mehr als 300 Rollen zu sehen

Die "Grande Dame" des Wiener Volkstheaters, Hilde Sochor, ist tot. Die Österreicherin starb mit 93 Jahren in Wien, wie Intendantin Anna Badora mitteilte. "Wir trauern um eine Ikone", schrieb Badora über die Volksschauspielerin. Sochor hatte in 65 Jahren mehr als 300 Rollen gespielt. "Mit Hilde Sochor verliert das Volkstheater eine der größten Persönlichkeiten", schrieb Badora. "Wie keine andere hat sie es verstanden, mit Herzenswärme, Witz und Klugheit in die Seelen ihrer Figuren einzutauchen." Sochor, die ihre Ausbildung als Kasperltheater-Spielerin an Schulen finanzierte, feierte ihr Debüt 1948 an den Kammerspielen mit einer Rolle in Alexander Lernet-Holenias "Parforce".

Peter-Weiss-Preis an Regisseur Milo Rau

Für sein "globalhumanistisches Engagement"

Der Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum wird in diesem Jahr an den Schweizer Regisseur und Theaterautor Milo Rau verliehen. Mit der Auszeichnung würden das "globalhumanistische Engagement" Raus und seine politischen Inszenierungen gewürdigt, teilte die Stadt mit. "Die Arbeiten Milo Raus zeichnen sich durch ihre akribisch recherchierten Stoffe aus, sie zeugen von einer zutiefst humanistischen Haltung", sagte der Vorsitzende der Jury, Michael Townsend. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

"Sgt Pepper": Rätsel um indischen Musiker gelöst

Buddhadev Kansara spielte die Tanpura bei "Within You Without You"

Der britische Musikwissenschaftler Mike Jones von der Universität Liverpool hat 50 Jahre nach Erscheinen des Beatles-Album "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" herausgefunden, wer der indische Musiker war, der die Langhalslaute bei dem von George Harrison komponierten Song "Within You Without You" gespielt hat. Buddhadev Kansara spielte die Tanpura auf dem ersten Stück auf der B-Seite der Platte. Kansaras Name fehlte auf dem Plattencover, auch bei den Original-Aufnahmen sei er nicht aufgelistet gewesen, so Jones. "Es war keine Absicht", fügte er hinzu. Der heute 79-jährige Kansara lebt in London. Seine Erfahrungen mit den Beatles seien hervorragend gewesen, sagte er. "Das waren ganz nette Leute."

Schlosskuppel: Mikroskop statt Kreuz

Humanisten fordern ein Mikroskop auf dem Humboldt Forum

Die einen wollen ein Kreuz wie 1854, die anderen fordern ein Symbol, das Kreuz, Halbmond und Davidstern vereint: jetzt hat sich auch der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) in die Debatte eingemischt. Katrin Raczynski vom Vorstand des HVD-Landesverbandes Berlin-Brandenburg plädierte für ein Mikroskop als Krönung der Kuppel des Humboldt Forums. "Ein Mikroskop würde nicht nur die Werte der Aufklärung und den Wissensdrang der Namensgeber Alexander und Wilhelm von Humboldt spiegeln, sondern auch den Anspruch, die ausgestellten Sammlungen kultursensibel und geschichtsbewusst noch einmal unter die Lupe zu nehmen", sagte Raczynski.

Burgschauspielerin Sonja Sutter gestorben

Sutter spielte fast 40 Jahre am Wiener Burgtheater

Die aus Deutschland stammende Burgschauspielerin Sonja Sutter ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Ihr Schauspieldebüt gab sie 1951 in Stuttgart, danach spielte Sutter unter Gustaf Gründgens am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, bevor sie, nach einem Zwischenspiel in München, 1959 am Wiener Burgtheater debütierte. Hier verkörperte sie unter anderem Marilyn Monroe, Helena oder Lady Milford. Auch in Kino- und Fernsehfilmen war Sonja Sutter zu sehen. 1997 zog sie sich zurück. Sutter war die jüngste Trägerin des Goldenen Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst erster Klasse und des Titels Kammerschauspielerin. 2002 wurde ihr das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien verliehen. In der Laudatio betonte die Salzburger Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler, Sutter habe „auf vielen Bühnen“gespielt, „aber das Burgtheater war ihr Schicksal“.

Neue Zweigstelle des Deutschen Museums in Nürnberg

Bayern investiert fast 28 Millionen Euro in Museumsneubau

Bis Ende 2019 soll im Nürnberger Augustinerhof eine vierte Zweigstelle des Deutschen Museums entstehen. Der Freistaat Bayern investiere dafür 27,6 Millionen Euro, teilte Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU) mit. Auf rund 5.500 Quadratmetern über fünf Ebenen entstehe ein optimaler Museumsbetrieb mit entsprechender technischer Ausstattung. Das 1903 gegründete Deutsche Museum München ist es eines der traditionsreichsten und größten Wissenschafts- und Technikmuseen der Welt. Seine bisher drei Zweigniederlassungen sind die Flugwerft Schleißheim, das Verkehrszentrum auf der Münchener Theresienhöhe und das Deutsche Museum in Bonn.

New York: Klimaschutz-Kunst im Wassertank

"Holoscenes" am Times Square simuliert Überschwemmung

Mit einer Aktion auf dem New Yorker Times Square macht eine Künstlergruppe auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam. Für drei Tage steht im Rahmen des "World Science Festivals" ein elf Tonnen fassender Wassertank auf dem Platz, der sich innerhalb von 45 Sekunden füllen lässt. Die Künstler halten sich abwechselnd für fünf Stunden in dem Tank auf und lesen Zeitung oder spielen Gitarre. Dann füllt sich der Tank innerhalb kurzer Zeit und die Darsteller müssen auf die Wassermassen reagieren. "Holoscenes" versucht dadurch, die Situation kleiner Inselstaaten wie der Seychellen zu simulieren.

Grimme-Institut: Nur noch sechs Gesellschafter

Film- und Medienstiftung NRW steigt aus

Das Grimme-Insitut im nordrhein-westfälischen Marl wird demnächst nur noch sechs statt sieben Gesellschafter haben. Wie das Fachmagazin "Medienkorrespondenz" berichtet, will die Film- und Medienstiftung NRW ihren Anteil von zehn Prozent an die Stadt Marl abgeben. Hintergrund der Entscheidung sei, so das Magazin, dass das Land Überkreuzbeteiligungen verringern und Verflechtungen auflösen wolle. Am Grimme-Institut sind neben Marl und Nordrhein-Westfalen die Landesanstalt für Medien, der WDR, das ZDF und der Volkshochschulverband beteiligt.

Ai Weiwei sieht in Donald Trump "Marke des Hasses"

US-Präsident verkörpere "Spaltung und Ablehnung alles Fremden"

Der chinesische Künstler Ai Weiwei sieht in US-Präsident Donald Trump eine "Marke" und einen Trendsetter im negativen Sinn. Trump stehe für die weltweite Tendenz, "Hass auf andersartige Menschen zu empfinden oder Menschen zu spalten", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Er selbst kenne aus seinem Heimatland das Gefühl, als Außenseiter zu gelten, sagte der in Berlin lebende Künstler weiter.Der Künstler äußerte sich in Jerusalem, wo heute im Israel Museum seine Ausstellung "Maybe, Maybe Not" eröffnet wird. Darin thematisiert Ai Weiwei die oft schwierige Beziehung des Einzelnen zur Gesellschaft.

Bundestag beschließt "Einheitswippe"

Bis 2019 soll sie vor dem Berliner Stadtschloss stehen

Bis zum 30. Jahrestag der Wende in der DDR soll das geplante Einheitsdenkmal in Berlin fertiggestellt sein: in der Nacht zum Freitag beschloss der Bundestag die Umsetzung des Projektes "Bürger in Bewegung" - der 50 Meter langen und begehbaren Einheitswippe. Sie soll an die friedliche Revolution von 1989 und die Wiedervereinigung 1990 erinnern. Entworfen wurde das Projekt von dem Stuttgarter Architekten Johannes Milla und der Choreographin Sasha Waltz. Noch vor der Bundestagswahl soll Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Errichtung veranlassen. Wegen der befürchteten Kostenexplosion auf rund 15 Millionen Euro hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages das Denkmal vor fast einem Jahr gestoppt. Im Februar verständigte sich die Große Koalition aber doch auf den Bau.

Deutsche Jazz-Szene vergibt eigenen "Echo"

Preis-Gala im Hamburger Hafen

Einen Tag vor dem Elbjazz-Festival ist in Hamburg der Komponist und Saxofonist Klaus Doldinger mit dem Echo geehrt worden. Der 81-Jährige Doldinger nahm den Preis für sein Lebenswerk entgegen. Die Moderatoren Götz Alsmann und Nils Landgren präsentierten außerdem die Preisträger in 19 Kategorien. Als beste nationale Sängerin wurde Lucia Cadotsch geehrt, die beste internationale Interpretin, die US-Sängerin Norah Jones, tourt gerade durch die USA. Künstler wie Michael Wollny, Joachim Kühn, Diego Piñera, Lars Danielsson, Eva Kruse oder Émile Parisien holten ihre Trophäen persönlich ab. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, kam auf der Gala auch auf die jüngste Studie zu Lebens- und Arbeitsbedingungen der Jazz-Musiker in Deutschland zu sprechen. Die Mehrheit erreiche kein existenzsicherndes Einkommen, sagte er. Auch Moderator Landgren meinte: "Wer sich für den Jazz als Beruf entscheidet, lebt künstlerisch und finanziell unsicher".

Civis Medienpreis 2017 verliehen

Öffentlich-rechtliche Programme und Medien-Schule geehrt

Insgesamt 13 europäische Radio-, Film-, Fernseh- und Internetprogramme sind mit dem "Civis Medienpreis für Migration, Integration und kulturelle Vielfalt in Europa" ausgezeichnet worden. Der Preis wurde am Donnerstagabend im Auswärtigen Amt in Berlin verliehen, wie die Civis Medienstiftung mitteilte. Am Wettbewerb 2017 nahmen insgesamt 783 Programme aus 24 EU-Staaten und der Schweiz teil. Prämiert wurden Programme von ARD, BR, Deutschlandradio, France Televisions, HR, MDR, NDR, RAI 3, SRF, WDR und der Hamburg Media School.

Stiftung von Stararchitekt Foster in Madrid eingeweiht

Einrichtung will Architekten-Nachwuchs fördern

Der britische Stararchitekt Norman Foster hat in Madrid seine Stiftung ins Leben gerufen. Der Hauptsitz der "Norman Foster Foundation" wurde am Donnerstagabend in einem Palais der spanischen Hauptstadt eingeweiht. Das erklärte Ziel der Stiftung ist die Förderung des "interdisziplinären Denkens und der Forschung, um den neuen Generationen von Architekten, Designern und Städtebauern dabei zu helfen, die Zukunft vorauszuahnen". So sollen Architekturstudenten mit Stipendien gefördert werden. Die Stiftung soll sich zudem der Erhaltung und der Verbreitung des Foster-Archivs widmen. Im dem Palais im Madrider Stadtviertel Chamberí werden Arbeitsuntensilien und Erinnerungsstücke des 82-Jährigen Briten aufbewahrt.

New Yorker MoMA wird umgebaut

Design für neues Museumsgebäude präsentiert

Das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) hat das künftige Design seines Gebäudes vorgestellt. Für rund 400 Millionen Dollar (rund 360 Mio. Euro) wird das Museum seit Februar bei laufendem Betrieb renoviert. 2019 sollen die neue Glasfassade und zahlreiche neue Ausstellungsräume fertig werden. 2004 hatte der japanische Architekt Yoshio Taniguchi das Museum bereits renoviert und seine Fläche auf rund das Doppelte erweitert. Die war dem Anstieg der Besucherzahlen auf rund drei Millionen dennoch nicht gewachsen. Der neue, vom Architektenpaar Ricardo Scofidio und Liz Diller entworfene Plan, bezieht das Nachbargrundstück mit ein, auf dem zuvor das Folk Art Museum gestanden hatte. Sein Abriss war von Fachleuten scharf kritisiert worden.

Abschieds-Jubel für Frank Castorf an der Volksbühne

Letzte Inszenierung des scheidenden Intendanten

Der zum Ende dieser Spielzeit scheidende Intendant Frank Castorf hat am Donnerstagabend seine letzte Inszenierung an der Berliner Volksbühne vorgestellt. Zum Abschluss seiner 25-jährigen Amtszeit wandte er sich erneut seinem Lieblingsautor Fjodor M. Dostojewski zu. Dessen Erzählungen "Ein schwaches Herz" und "Bobok" sowie Michail Bulgakows Satire "Iwan Wassiljewitsch wechselt den Beruf" verwob er zu einem assoziationsreichen Kaleidoskop über die Unerreichbarkeit dauerhaften Glücks. Das Stück mit Volksbühnen-Stars wie Kathrin Angerer, Jeanne Balibar, Frank Büttner und Sir Henry dauert vier Stunden ohne Pause. Am Ende applaudierte das Premierenpublikum kräftig. Im Sommer tritt der neue Theaterleiter Chris Dercon an. Castorf will als freischaffender Regisseur weiter arbeiten.

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Fazit

Solidaritätslesung für HongkongJeder ist die Revolution
Die Künstlerin Alice Kahei Yu aus Hongkong sitzt hinter einem Blumenstrauß auf dem Pflaster, sie trägt eine Sonnenbrille und auf ihrem Pullover steht "Steht Hongkong bei" (Tomas Fitzel)

Die Proteste in Hongkong gegen den wachsenden Einfluss der chinesischen Regierung finden weltweite Aufmerksamkeit und Unterstützung. In Berlin organisierte die deutsche Sektion der Schriftstellervereinigung P.E.N. eine spontane Solidaritätslesung.Mehr

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