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Montag, 20.08.2018
 
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Kulturnachrichten

Montag, 20. August 2018

Uri Avnery ist tot

Israelischer Friedensaktivist starb im Alter von 94 Jahren

Der israelische Friedensaktivist Uri Avnery ist tot. Er starb im Alter von 94 Jahren in Tel Aviv. Avnery wurde am 10. September 1923 als Helmut Ostermann im westfälischen Beckum geboren, wuchs in Hannover auf und wanderte 1933 mit seiner Familie nach Palästina aus. Später saß er insgesamt zehn Jahre im israelischen Parlament und setzte sich für eine Lösung im Nahost-Konflikt ein. 1993 gründete er die Menschenrechtsgruppe Gusch Schalom. Zusammen mit seiner Frau erhielt er dafür 2001 den Alternativen Nobelpreis. Kritikern galt er als Verräter an der zionistischen Sache.

Lehrerverband sieht dramatischen Lehrermangel

"Entwicklung wurde in fast allen Bundesländern verschlafen"

An deutschen Schulen fehlen fast 40.000 Lehrer. Dieses Fazit zieht der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger. Einen derart dramatischen Lehrermangel habe man in Deutschland seit drei Jahrzehnten nicht mehr gehabt, sagte er der "Passauer Neuen Presse". Derzeit seien rund 10.000 Lehrerstellen nicht besetzt. Dazu kämen etwa 30.000 Stellen, die notdürftig mit Nicht-Lehrern, Seiteneinsteigern, Pensionisten und Studenten besetzt würden. Besonders kritisch sei die Situation an Grund- und Förderschulen. In fast allen Bundesländern sei die Entwicklung verschlafen worden, so Meidinger. Zudem seien immer mehr Lehramtsstudienplätze abgebaut worden. In Ländern wie Berlin und Sachsen müsse man von einem Bildungsnotstand sprechen. Das sei ein Skandal.

DGB warnt Computerspielebranche

"Ächtung von NS-Symbolen ein Gebot des Grundgesetzes"

Einen Tag vor dem Start der weltweit größten Computerspielemesse „Gamescom" hat der Deutsche Gewerkschaftsbund die Branche davor gewarnt, in ihren Spielen den Nationalsozialismus zu verharmlosen. DGB-Vorstandsmitglied Buntenbach schreibt in einem Brief an Justizministerin Barley, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, die Ächtung der Symbole des NS-Unrechtsregimes sei ein Gebot des Grundgesetzes. Auch in Zeiten der Digitalisierung müsse gewährleistet werden, dass in Deutschland strengste Maßstäbe gewahrt blieben. Sonst laufe man Gefahr, ein schleichendes und unkritisches Etablieren von NS-Symbolen auf allen digitalen Plattformen zu ermöglichen. Die Prüfstelle Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle hatte angekündigt, ihren Umgang mit verfassungsfeindlichen Symbolen zu verändern. Künftig sollen NS-Propagandamittel wie etwa Hakenkreuze gezeigt werden dürfen, wenn es "der Kunst oder der Wissenschaft, der Darstellung von Vorgängen des Zeitgeschehens oder der Geschichte" dient.

Grütters will Verlagspreis ausloben

Kulturstaatsministerin will Verlagsszene den Rücken stärken

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will angesichts der schwierigen Lage auf dem Buchmarkt kleine und mittlere Verlage stärken. "Nach dem großen Erfolg mit dem Deutschen Buchhandlungspreis arbeiten wir als Bund daran, auch einen Verlagspreis auszuloben", sagte Grütters der Deutschen Presse-Agentur. "Das würde den Verlagen deutschlandweit den Rücken stärken und Aufmerksamkeit für ihre Arbeit schaffen." Derzeit steht die Verlagsszene nach Einschätzung von Grütters massiv unter Druck. Grund ist vor allem die immer noch ausstehende Anpassung des EU-Urheberrechts an die digitalen Herausforderungen. Zudem müsse weiter um den Erhalt der Buchpreisbindung und die niedrigere Mehrwertsteuer für E-Books gekämpft werden. Fünf Bundesländer haben bereits einen Preis für Verlage. Auch die Kurt Wolff Stiftung zeichnet alljährlich einen unabhängigen Verlag als beispielhaft aus. Sie stehe mit allen Akteuren in Verbindung, um eine gemeinsame Lösung zu finden, so Grütters.

Pergamonmuseum-Ausweichquartier öffnet im Herbst

80 antike Kunstwerke werden zu sehen sein

Trotz der Sanierung des Pergamonmuseums ist der weltberühmte Pergamonaltar von November an zumindest teilweise wieder für Besucher zu sehen. Wie die verantwortliche Stiftung Preußischer Kulturbesitz auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, eröffnet dann das Ausweichquartier direkt gegenüber der Museumsinsel. In dem temporären Gebäude sollen rund 80 Kunstwerke aus der antiken Metropole Pergamon zu sehen sein, darunter vor allem der originale Telephos-Fries des Altars. Eine 3D-Visualisierung soll einen Gesamteindruck der riesigen Anlage vermitteln. In einem Rundturm zeigt der Künstler Yadegar Asisi zudem ein riesiges, nach wissenschaftlichen Kriterien überarbeitetes Panorama der Stadt. Die Wiedereröffnung des Pergamonmuseums ist nach erheblichen Verzögerungen frühestens für 2023 geplant.

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