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Kulturnachrichten

Mittwoch, 22. Juni 2016

Tiger-Gehege vor Theater muss geräumt werden

Kunstaktion wollte Flüchtlinge Tigern zum Fraß vorwerfen

Eine Berliner Behörde hat angeordnet, dass die Kunstaktion "Flüchtlinge Fressen" mit dem Tiger-Gehege vor dem Maxim Gorki Theater verschwinden soll. Das öffentliche Straßenland sei innerhalb der nächsten zehn Tage zu räumen, teilte das Bezirksamt Mitte mit. Die Begründung der Behörde: Die Aktion wurde nicht richtig angemeldet, sie fällt aus Sicht des Bezirks nicht ins Straßengesetz. Die Künstler hätten die "Meinungskundgabe" nicht genehmigen, sondern bei der Versammlungsbehörde - also bei der Polizei - anmelden müssen. Mit der Zehn-Tage-Frist bliebe den Künstlern aber noch genug Zeit für ihre Aktion. Diese droht damit, dass sich Flüchtlinge von Tigern fressen lassen, wenn die Politik nicht handelt.

Änderungen zum Kulturgutschutzgesetz beschlossen

Ausfuhr ins Ausland genehmigungspflichtg, wenn Werke älter als 75 Jahre sind

Unmittelbar vor der entscheidenden Abstimmung im Bundestag hat der Kulturausschuss Nachbesserungen des umstrittenen Gesetzes zum Schutz von Kulturgütern beschlossen. Auf Vorschlag von Union und SPD soll die geplante Genehmigungspflicht für eine Ausfuhr ins Ausland nur für wertvolle Werke gelten, die älter als 75 Jahre sind. Bisher waren 70 Jahre vorgesehen. Zudem wurde eine Regel eingefügt, die den Ankauf von national wertvollen Kulturgütern durch den Staat erleichtern soll. Ausschusschef Siegmund Ehrmann (SPD) sagte der dpa nach der nichtöffentlichen Sitzung, die Vorschläge seien von den Regierungsparteien angenommen worden. Die Opposition habe sich enthalten, weil sie sich zu kurzfristig informiert fühlte. Das Gesetz soll am Donnerstag im Bundestag verabschiedet werden.

Berühmter pakistanischer Sufi-Sänger erschossen

Die Täter sind auf der Flucht

Unbekannte haben in der südpakistanischen Großstadt Karachi den berühmten Sufi-Sänger Amjad Sabri erschossen. Sufis folgen einer mystischen Form des Islam. Zwei Männer hätten von einem Motorrad aus auf Sabris Wagen geschossen, sagte ein Polizeibeamter. Der Sänger sei auf dem Weg ins Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben, die Täter seien auf der Flucht. Fernsehbilder zeigten die von Schüssen durchsiebte Windschutzscheibe eines weißen Honda. Amjad Sabri stammt aus einer Familie bekannter Künstler, die sich auf die sogenannten Qawwali-Gesänge konzentrieren. Diese werden oft an Sufi-Schreinen gesungen. Gläubige tanzen sich zu ihnen in Trance. Solche Schreine werden regelmäßig von pakistanischen Taliban angegriffen, die meinen, dass Musik und Tanz beim Gebet unislamisch sind. Bei einem großen Anschlag auf den Data Darbar-Schrein in Lahore waren 2010 rund 50 Menschen getötet worden.

Helen Mirren verleiht Genesis-Preis an Geiger Perlman

"Jüdischer Nobelpreis" ist mit einer Million Dollar dotiert

Der Geiger Itzhak Perlman bekommt am Donnerstag den Genesis-Preis von der Schauspielerin Helen Mirren überreicht. Der in Tel Aviv geborene "Superstar der klassischen Musik" sei nicht nur auf jeder Bühne zu Hause und habe mit jedem großen Orchester der Welt gespielt, er sei auch sehr engagiert in der Musikerziehung, hieß es in der Begründung. Die Auszeichnung, die mit einem Preisgeld von einer Million Dollar verbunden ist, wird auch "jüdischer Nobelpreis" genannt und an Menschen vergeben, die durch ihre Leistung andere Menschen inspirieren und sich für das jüdische Volk engagieren. Perlman sagte in Jerusalem, er wolle das Preisgeld in die Förderung musikalischer Nachwuchstalente sowie in die Behindertenhilfe investieren.

Polnischer Regisseur Kondratiuk gestorben

Der Macher der Kultserie "Hydrozagadka" wurde 79 Jahre alt

Der polnische Regisseur Andrzej Kondratiuk ist tot. Wie die Gesellschaft polnischer Filmschaffender mitteilte, starb er am Mittwoch im Alter von 79 Jahren nach langer schwerer Krankheit. Der Absolvent der bekannten Filmhochschule Lodz war in Polen als Vertreter des Autorenfilms bekannt. In den 70-er Jahren erreichte sein Fernsehfilm "Hydrozagadka" (Wasserrätsel) über einen Superhelden Kultstatus. Viele Polen sahen in dem Film, der angeblich die amerikanischen Ideale parodieren sollte, ironische Anspielungen auf das Leben unter dem Kommunismus. Bis heute gilt "Hydrozagadka" als eine der besten Komödien der polnischen TV-Geschichte. Der aus dem ostpolnischen Pinsk stammende Kondratiuk arbeitete auch als Schauspieler, Drehbuchautor und Kameramann. Seinen letzten Film mit autobiographischen Elementen drehte er im Jahr 2007.

Türkischer Sender beendet Zusammenarbeit mit ZDF

Zuschauer hatten sich über Abstimmung des Bundestages zur Armenien Resolution beschwert

Der türkische Privatsender "Kanal D", der der Istanbuler Dogan Medienholding angehört, hat dem ZDF mitgeteilt, dass die Ausstrahlung der täglichen ZDF-Kindernachrichten "logo" eingestellt wird. Grund sind Zuschauerbescwherden über das Abstimmungsverhaltens des Deutschen Bundestages zur Armenien-Resolution. Das ZDF hatte fast zehn Jahre lang über den paneuropäischen Feed von Kanal D versucht, durch eine wiederholte Ausstrahlung der Kindernachrichten in deutscher Sprache vor allem Kinder türkischstämmiger Familien in Deutschland zu erreichen. In diesen Haushalten werden nach wie vor bevorzugt türkische TV-Sender eingeschaltet. "Wir bedauern die Entscheidung unserer türkischen Partner sehr, eine solche integrationsfördernde Ausstrahlung von 'logo!' zu beenden", so Frank-Dieter Freiling, Leiter Internationale Angelegenheiten des ZDF.

Grütters: Sammlung Marzona bleibt in Berlin

Avandgarde-Archiv geht nach Dresden und bekommt dort eigenes Museum

Nachdem bekannt geworden war, dass Egidio Marzona sein "Archiv der Avantgarde" an die Staatliche Kunstsammlung Dresden gibt, bekräftigten Kulturstaatsministerin Monika Grütters und der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, dass Marzonas Schenkung nicht eine Entscheidung gegen Berlin gewesen sei. Parzinger erklärte, dass die "herausragende Kunstsammlung Marzona" in Berlin bleibe und wie "geplant integraler Teil des künftigen Museums des 20. Jahrhunderts am Kulturforum" werde. Monika Grütters ergänzte, dass das Museum des 20. Jahrhunderts sich auf die Kunstwerke konzentriere, während Dresden das Augenmerk auf das Archiv lege. Die Dresdner Kunstsammlung hatte die Schenkung Marzonas Anfang der Woche verkündet. Das etwa 1,5 Millionen Objekte umfassende Konvolut soll 2019 Teil der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden werden. Für rund 20 Millionen Euro werde das Blockhaus - ein Barockgebäude am der Altstadt gegenüberliegenden Elbufer - als Domizil saniert, sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Marzona hatte in den vergangenen Jahren der Nationalgalerie und dem Kupferstichkabinett in Berlin 372 Werke der Concept Art, Minimal Art und Arte Povera teils geschenkt und teils günstig verkauft. Der 1944 in Bielefeld geborene Marzona ist einer der weltweit wichtigsten Sammler zeitgenössischer Kunst.

Riesenandrang auf Christos "Floating Piers"

Wegen Überfüllung werden 3000 Besucher nicht zum Iseo-See durchgelassen

Der Andrang auf Christos neues Projekt "The Floating Piers" im norditalienischen Iseo-See bleibt auch Tage nach der Eröffnung gewaltig. Für etwa 3000 Menschen sei die Reise zu den schwimmenden Stegen des Installationskünstlers vorerst auf dem Hauptbahnhof der naheliegenden Stadt Brescia zu Ende gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Mittwoch. Sie dürften zunächst nicht weiter in Richtung des Sees fahren, weil die Region völlig überfüllt sei, hieß es. Freiwillige Helfer des Zivilschutzes kümmerten sich um die Menschen, hieß es. Das Projekt war am vergangenen Samstag eröffnet worden. Bereits am ersten Tag waren 55 000 Menschen auf die Stege geströmt. Das gesamte Wochenende über mussten Zug- und Fährverbindungen immer wieder unterbrochen werden. Christo und sein Team haben drei Kilometer lange Stege vom Ort Sulzano auf die vorgelagerte Insel Monte Isola und von dort zu dem kleineren Eiland San Paolo verlegt. Sie sind aus 220 000 Schwimmwürfeln zusammengesetzt und mit einem leuchtend gelben Stoff bezogen - und sollen das Gefühl geben, über Wasser zu wandeln. Die "Floating Piers" sind gratis zugänglich und rund um die Uhr geöffnet.

Abt der deutschen Benediktiner in Israel tritt zurück

Gregory Collins hatte bereits Auszeit wegen Anschläge auf die Benediktiner genommen

Der Abt der deutschen Benediktinerabtei Dormitio in Jerusalem tritt mit Wirkung zum kommenden Mittwoch von seinem Amt zurück. Der Ire, der seit 2011 die Gemeinschaft mit rund 20 Benediktinern aus Deutschland und Mitteleuropa leitet, teilte seinen Beschluss heute mit. Er habe "nach Gebet und reiflicher Überlegung" den Abtpräses der Kongregation um die Annahme seiner Rücktrittsbitte gebeten, so Collins. Gregory Collins kündigte an, sich zunächst für eine mehrmonatige Auszeit in die Abtei Egmond in den Niederlanden zurückzuziehen, bevor er im Januar 2017 dauerhaft in sein irisches Professkloster, die Abtei Glenstal, zurückkehren werde. Die deutschsprachige Benediktinerabtei der Dormitio gehört zur Silhouette Jerusalems. Der Bau des Klosters auf dem Zionsberg am Rande der Altstadt begann im März 1906. Es befindet sich dort, wo nach kirchlicher Überlieferung das Letzte Abendmahl Jesu und die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel stattfanden.

Sicherheitsvorkehrungen sorgen für Unmut in Bayreuth

"Die Sänger beschweren sich alle"

Die schärferen Sicherheitsmaßnahmen bei den Richard-Wagner-Festspielen in Bayreuth sorgen für Unmut im Festspielhaus. "Was hier an Sicherheitsapparat läuft, das ist schon sehr bedenklich, das engt hier viele Mitarbeiter ein", sagte Regisseur Uwe Eric Laufenberg, der in diesem Jahr mit dem "Parsifal" die Eröffnungspremiere inszeniert. Ein Zaun riegelt den Bühnenbereich des Festspielhauses und alle Durchgänge weiträumig ab, betreten werden darf das Haus nur mit Sonderausweis. "Die Sänger beschweren sich alle, dass sie ständig Ausweise vorzeigen und Formulare ausfüllen müssen." Die Festspiele betonen, die Stadt Bayreuth habe das verschärfte Sicherheitskonzept angesichts latenter Terrorgefahr gefordert. Die Kosten liegen nach Angaben der Festspiele im einstelligen Millionen-Bereich und sollen aus Rücklagen der Festspiel GmbH gezahlt werden, die eigentlich für die Neuinszenierung von Richard Wagners Vierteiler "Der Ring des Nibelungen" im Jahr 2020 gedacht waren.

Haarsträhne von David Bowie wird versteigert

Pop-Ikone starb im Januar 69-jährig an Krebs

Eine Haarsträhne des im Januar an Krebs gestorbenen Rock- und Popsängers David Bowie wird am Samstag in Los Angeles versteigert. Wie das Auktionshaus Heritage Auctions mitteilte, stammt die mit einem blauem Band zusammengehaltene Locke aus dem Fundus einer früheren Beschäftigten des Wachsfigurenkabinetts der Madame Tussaud in London. Diese Beschäftigte habe die Strähne Bowies 1983 erhalten, um die Haarpracht des Stars möglichst originalgetreu nachgestalten zu können. Die Versteigerung werde in Beverly Hills stattfinden, erklärte das Auktionshaus. Ein Gebot über 2000 Dollar (rund 1770 Euro) liege bereits vor, rund 4000 Dollar würden erwartet.

Medienboard gibt Startschuss für 37 Filme

Die größte Fördersumme geht an Detlef Buck

Das Medienboard Berlin-Brandenburg hat den Startschuss für die Produktion von 37 nationalen und internationalen Filmen gegeben. Das größte Stück von dem insgesamt 4,7 Millionen Euro schweren Förderkuchen bekommt mit 800 000 Euro Kultregisseur Detlef Buck, der die Verfilmung der Berliner Schurkenstory "Gorillas" nach einer Kurzgeschichte von Ferdinand von Schirach vorbereitet. Für sein aktuelles Projekt "Radegund" über einen vom Papst seliggesprochenen Kriegsdienstverweigerer kommt Goldene-Palme-Gewinner Terrence Malick in die Babelsberger Studios und erhält 400 000 Euro. Förderung in gleicher Höhe erhält Regisseur Franz Bierbichler, der seine eigene Familiensaga "Mittelreich" um eine bayerische Wirtshausfamilie mit Martina Gedeck in einer Hauptrolle verfilmt. Moritz Bleibtreu und Lars Eidinger spielen in dem Psychothriller "Abgeschnitten" von Christian Alvart die Hauptrollen. Der Film über einen Pathologen der in einer Leiche Hinweise auf seine entführte Tochter entdeckt, wird ebenfalls mit 400 000 Euro gefördert.

Neuer Direktor der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Der Historiker und Germanist Reinhard Laube beginnt am 1. Oktober

Der Historiker und Germanist Reinhard Laube wird neuer Direktor der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar. Laube, der seit 2013 die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg leitet, soll das Amt am 1. Oktober von Michael Knoche übernehmen. "Reinhard Laube ist eine ausgezeichnete Wahl", erklärte Thüringens Kulturminister und Vorsitzender des Stiftungsrates der Klassik Stiftung, Benjamin-Immanuel Hoff (Linke), in Weimar. "Ich bin überzeugt, dass die Klassik Stiftung von seinen enormen Fachkenntnissen und seinem reichen Erfahrungsschatz profitieren wird." Die Forschungsbibliothek gehört seit 1998 zum klassischen Unesco-Weltkulturerbe und besitzt heute rund eine Million Bücher vor allem aus der Blütezeit der deutschen Klassik.

WDR-Kunst in London versteigert

Mit dabei waren Werke von Beckmann und Kirchner

Das Auktionshaus Sotheby's in London hat am Abend Kunstwerke aus dem Besitz des Westdeutschen Rundfunks versteigert. Die beiden wertvollsten Werke waren "Möwen im Sturm" von Max Beckmann und "Alpweg" von Ernst Ludwig Kirchner. Beide Gemälde erzielten nach Angaben von Sotheby's Preise von umgerechnet jeweils über einer Million Euro. Der Verkauf war sowohl von der nordrhein-westfälischen Landesregierung als auch von der Bundesregierung kritisiert worden. Intendant Buhrow sagte, die Entscheidung sei nicht leicht gewesen, angesichts der Haushaltslage aber nötig. Der Erlös komme dem Programm und damit dem Publikum zugute. Weitere Werke aus WDR-Besitz sollen heute versteigert werden.

Senat: Sorgen der Volksbühnen-Mitarbeiter unbegründet

Streit um Ernennung von Chris Decron als Volksbühnen-Intendant spitzt sich zu

Die Berliner Kulturverwaltung will im Streit um die Zukunft der Volksbühne mit allen Beteiligten das Gespräch suchen. Sie nehme die Kritik mit Blick auf den neuen Intendanten Chris Dercon "sehr ernst", die Sorgen seien aber unbegründet, teilte die Kulturverwaltung mit. Es gehöre zum Selbstverständnis der Kulturverwaltung, sich die Pläne neuer Intendanten aufmerksam anzuschauen. Das werde sie auch bei Dercon so handhaben. Zahlreiche Theatermitarbeiter hatten am Montag in einem offenen Brief befürchtet, dass es an der Bühne keine neuen Formen und künstlerischen Herausforderungen geben werde. Der Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, hatte den regiernenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD) aufgefordert, Dercon zu verhindern. Der ehemalige Direktor des Londoner Museums Tate Modern soll im Sommer 2017 Nachfolger des langjährigen Intendanten Frank Castorf werden.

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