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Kulturnachrichten

Donnerstag, 9. Juni 2016

Bundestag bestätigt Stasi-Beauftragten Roland Jahn

Reform der Stasi-Unterlagen-Behörde erst nach Bundestagswahl

Der frühere DDR-Oppositionelle Roland Jahn bleibt Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Bundestag wählte den 62-Jährigen mit großer Mehrheit für eine zweite Amtszeit. Jahn hatte das Amt im Jahr 2011 übernommen und leitete die Behörde zuletzt kommissarisch. Sein Vertrag war bereits im März ausgelaufen, doch die SPD wollte erst dann über die Personalie entscheiden, wenn auch Eckpunkte zur Zukunft der Unterlagen-Behörden vereinbart wurden. Eine eigens eingesetzte Expertenkommission hatte vorgeschlagen, die Stasi-Akten bis zum Jahr 2021 ins Bundesarchiv zu überführen. Weil viele Stasi-Opfer mit heftiger Kritik reagiert hatten, wurden diese Pläne von der großen Koalition allerdings auf Eis gelegt. Eine Reform der Stasi-Unterlagen-Behörde soll es nun erst nach der nächsten Bundestagswahl geben. Einen entsprechende Erklärung hatte das Parlament unmittelbar vor Jahns Wiederwahl verabschiedet.

Schriftsteller Uwe Kolbe bekommt Klopstock-Preis

Der Förderpreis geht an Michael Spyra

Für sein lyrisches und prosaisches Gesamtwerk bekommt der Schriftsteller Uwe Kolbe den Klopstock-Preis für neue Literatur des Landes Sachsen-Anhalt. Kolbe werde die mit 12 000 dotierte Auszeichnung am 6. Oktober zu den Landesliteraturtagen im Theater der Altmark in Stendal erhalten, teilte die für Kultur zuständige Staatskanzlei in Magdeburg mit. Kolbe wurde den Angaben zufolge 1957 in Berlin geboren und lebt und arbeitet in Hamburg. Er baue seine geistige Haltung auf ein trotziges Vertrauen in die Kraft der Worte, habe die Jury geurteilt. Kolbe weise eine "mythengeschulte Sprachkraft" und eine "sensible Musikalität" auf. Den mit 3000 Euro dotierten Klopstock-Förderpreis habe die Jury dem jungen Schriftsteller Michael Spyra zugesprochen.

UNO bestätigt Zerstörung von irakischem Tempel durch IS

Auswertung von Satellitenaufnahmen belegt erhebliche Schäden

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Erkenntnissen der UNO einen weiteren antiken Tempel im Irak zerstört. Die Auswertung von Satellitenaufnahmen habe "erhebliche Schäden" im Eingangsbereich des Nabu-Tempels in der alten assyrischen Stadt Nimrud gezeigt, teilte die UN-Forschungsagentur Unitar in Genf mit. Damit bestätigte sie Angaben des IS, der vor einigen Tagen die Zerstörung des 2800 Jahre alten Tempels verkündet hatte. Der Nabu-Tempel war dem babylonischen Gott der Weisheit gewidmet. Er liegt in der historisch bedeutsamen Stadt Nimrud, die im 13. vorchristlichen Jahrhundert am Ufer des Tigris gegründet worden war. Dort finden sich einzigartige Kulturschätze. Die Dschihadistenmiliz zerstört immer wieder Kulturgüter aus der vorislamischen Zeit. Ihrer radikalen Lesart des Islam zufolge sind vorislamische Tempel und Statuen Symbole der Gotteslästerung.

Braunschweiger Kunstmuseum öffnet wieder im Herbst

Museum war sieben Jahre wegen Sanierung geschlossen

Nach siebenjähriger Sanierung soll das Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig am 23. Oktober wieder seine Pforten öffnen. "Der Moment, in dem die ersten Kunstwerke ins Museum zurückgekehrt sind, war für uns alle sehr aufregend", sagte Direktor Jochen Luckhardt. Rembrandts "Familienbildnis", eines der wertvollsten Gemälde des Hauses, hängt bereits an einem zentralen Platz in der neuen Gemäldegalerie. Mit dem Umbau hat das Museum etwa 1000 Quadratmeter an Ausstellungsfläche hinzu gewonnen. Rund 4000 Kunstwerke sollen am Eröffnungstag im neuen Museum präsentiert werden. Die Sammlung des Kunstmuseums des Landes Niedersachsen umfasst insgesamt etwa 190 000 Werke, unter anderem von Peter Paul Rubens und Jan Vermeer. Das 1887 errichtete Gebäude war 2009 geschlossen worden. Es wurde komplett entkernt und neu gestaltet. Ein Erweiterungsbau wurde 2010 fertiggestellt.

Dokumente zu Auschwitz-Prozess sollen ins Weltregister

Aufnahme ins digitale Netzwerk der Unesco gilt als nahezu sicher

Die Akten und Tonbänder zum Frankfurter Auschwitz-Prozess stehen vor der Aufnahme ins Dokumentenregister der Welt. Die deutsche Unesco-Kommission hat die Unterlagen dazu bei der Generaldirektion in Paris eingereicht, wie Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) in Wiesbaden mitteilte. Erstmals könnten damit Dokumente aus der deutschen Nachkriegszeit Eingang ins Unesco-Register "Memory of the World" finden. Ein positives Votum aus Paris, das für kommendes Jahr erwartet wird, gilt als weitgehend sicher: Bisher wurde kein deutscher Antrag abgelehnt fürs digitale Netzwerk, das herausragende Dokumente aus aller Welt umfasst. Insgesamt geht es um 454 Aktenbände und 103 Tonbandaufnahmen. Der erste Auschwitz-Prozess von 1963 gilt als Wendepunkt bei der Aufarbeitung der NS-Verbrechen in Deutschland. Die geplante Aufnahme sei ein wichtiges Zeichen an die Welt, dass Deutschland sich weiter seiner Verantwortung für die NS-Verbrechen und den Holocaust stelle, sagte Rhein. Derzeit sind 348 Zeugnisse im "Memory of the World", 22 davon aus Deutschland.

Münchner Haus der Kunst gewinnt neuen Großsponsor

Die nächsten drei Jahre sind finanziell gesichert

Die wirtschaftliche Zukunft des Münchner Hauses der Kunst scheint gesichert: Das Museum präsentierte zusammen mit dem bayerischen Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) einen neuen Hauptsponsor. Es handelt sich um die in München ansässige Alexander Tutsek-Stiftung, die zunächst für drei Jahre einen jährlichen Betrag im "mittleren sechsstelligen Bereich" beisteuern will, wie Museumschef Okwui Enwezor bekanntgab. Es gebe zudem die Option einer Verlängerung auf fünf Jahre. Das Haus der Kunst ist eine der international
bedeutendsten Ausstellungsinstitutionen für zeitgenössische Kunst. Vor zwei Jahren hatte der Rückzug der Schörghuber-Gruppe als einer der wichtigsten Finanziers und Stiftungs-Gesellschafter des Hauses der Kunst Aufsehen erregt. Damals schien die finanzielle Zukunft des einst von den Nazis erbauten Ausstellungstempels nicht mehr gesichert. Das Museum steht vor einer umfassenden Sanierung durch den britischen Stararchitekten David Chipperfield.

Presserat kritisiert Fotos zu Terroranschlägen in Brüssel

Aufnahmen verletzen Persönlichkeitsrechte

Bilder von identifizierbaren schwer verletzten Opfern der Terroranschläge in Brüssel hätten nach Einschätzung des Deutschen Presserats nicht gezeigt werden dürfen. Der Beschwerdeausschuss des Presserats hatte über sechs Beschwerden zur Foto-Berichterstattung über die Anschläge im März zu entscheiden. Dabei ging es sowohl um Bilder in Tageszeitungen als auch in deren Online-Ausgaben, wie das Gremium mitteilte. Der Ausschuss kritisierte in allen Fällen Verstöße gegen den Schutz der Persönlichkeit nach Ziffer 8 des Pressekodex und sprach Missbilligungen aus. Im Fall der Fotos zu den Anschlägen gibt es aus Sicht des Presserats einerseits zwar ein öffentliches Interesse an der Berichterstattung darüber. Andererseits zeigten die betreffenden Bilder allerdings schwer verletzte Menschen, die identifizierbar gewesen seien, zum Teil in Nahaufnahme.

Schriftsteller Ulrich Peltzer erhält Gerty-Spies-Preis

Ehrung als "unbequemer Schriftsteller"

Der Berliner Autor Ulrich Peltzer erhält den Gerty-Spies-Literaturpreis 2016 der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) Rheinland-Pfalz. Als "unbequemer Schriftsteller" verbinde Peltzer scharfsinnige Gegenwartsanalyse mit großer Erzählkunst, betonte LpB-Direktor Wolfgang Faller. Seine Romane garantierten aufregende Lektüre, etwa wenn sich Peltzer mit den Gefahren des Überwachungsstaats, der globalisierten Finanzmärkte oder mit Big Data befasse. Die mit 5.000 Euro verbundene Auszeichnung soll Peltzer am 27. September in Mainz überreicht werden.
Der rheinland-pfälzische Literaturpreis ist nach der 1897 in Trier geborenen und 1997 in München gestorbenen jüdischen Schriftstellerin Gerty Spies benannt. Zu den Trägern der Auszeichnung gehören u.a. Navid Kermani, Juli Zeh und Peter Härtling.

"Rock am Ring"-Besucher fordern Geld zurück

Festival musste wegen Unwetter abgebrochen werden

Mehrere Besucher des Musikfestivals "Rock am Ring" wollen wegen des wetterbedingten Abbruchs Geld zurück. Bislang hätten sich 21 Betroffene der Forderung angeschlossen, sagte Anwalt Andreas Tryba, der die Festivalbesucher vertritt."Die Chance auf eine Teilrückerstattung des Ticketpreises ist sehr groß." Zuvor hatte die "Rhein-Zeitung" über die Forderungen berichtet. Ziel sei eine außergerichtliche Einigung. Offen bleibt, wie viel Geld es zurückgeben könnte. "Wir setzen 50 Prozent des Ticketpreises an", sagte Anwalt Tryba. Schließlich seien am Sonntag zwei Hauptacts ausgefallen, hinzu komme die Unterbrechung am Samstag. Bei dem Musikfestival in der Eifel waren am vergangenen Wochenende mehr als 70 Besucher durch Blitzeinschläge verletzt worden. Am Sonntag folgte dann wegen weiterer drohender Unwetter der Abbruch.

Fotografin Adriane Ohanesian erhält Niedringhaus-Preis

Auszeichnung ehrt außergewöhnlich mutige Fotografinnen

Die freie Fotografin Adriane Ohanesian erhält den Anja-Niedringhaus-Preis: Die 29-Jährige sollte am Donnerstag in Washington mit der mit 20 000 Dollar dotierten Auszeichnung geehrt werden. Sie erhalte den Preis für ihre "bewegenden Bilder und ihre beharrliche Hingabe, die Auswirkungen von Konflikten auf Bürger in gefahrvollen Gegenden zu dokumentieren", hatte die Jury bereits mitgeteilt. Die in Kenia ansässige und aus Saragota Springs im US-Staat New York stammende Ohanesian berichtet seit 2010 aus Afrika, unter anderem über den Bürgerkrieg im Südsudan und den Konflikt in der westsudanesischen Region Darfur. Die Auszeichnung ist nach der deutschen AP-Fotografin und Pulitzerpreisträgerin Niedringhaus benannt, die 2014 während eines Einsatzes in Afghanistan erschossen wurde.

Kanzlerin stellt sich hinter geplantes Kulturgutschutzgesetz

Grütters will umstrittenes Gesetz im Juli durch den Bundestag bringen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich hinter das geplante Kulturgutschutzgesetz gestellt. Es sei nicht nur sinnvoll, verstärkt gegen den illegalen Handel mit Kulturgütern vorzugehen, man müsse sich auch die Frage stellen, "was national wertvoll ist" sagte Merkel beim Kultursalon der Unions-Bundestagsfraktion in Berlin. Sehr viele europäische Mitgliedstaaten hätten bereits ein solches Gesetz. Das neue Kulturgutschutzgesetz soll den illegalen Handel mit geraubten Kulturgütern unterbinden. Dafür sind eindeutige Herkunftsnachweise bei der Einfuhr vorgesehen. Auf der anderen Seite soll mit der Gesetzgebung "national wertvolles" Kulturerbe ermittelt und besser vor einer Abwanderung ins Ausland geschützt werden. Der Kunsthandel sieht den vorliegenden Gesetzentwurf trotz zahlreicher Änderungen weiter sehr kritisch. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) möchte das Gesetz noch vor der Sommerpause im Juli durch den Bundestag bringen.

Neue Fossilienfunde datieren "Hobbits" viel früher

Homo floresiensis hat schon vor 700.000 Jahren gelebt

Auf einer indonesischen Insel sind neue und auf ein Alter von 700 000 Jahre geschätzte Fossilien von Vorfahren einer als "Hobbits" bekannten Menschenart gefunden worden. Die entdeckten sechs Zähne und ein Kieferknochen stammten entweder von dem auch als "Hobbit" bezeichneten, kleinwüchsigen Homo floresiensis oder einer verwandten Spezies, wie es am Mittwoch in Beiträgen in der Fachzeitschrift "Nature" hieß. Bisherige Fundstücke des Homo floresiensis waren auf ein Alter von lediglich 50 000 geschätzt worden. Mit der neuesten Entdeckung könnte die Existenz dieser etwa 107 Zentimeter großen Menschen auf eine wesentlich frühere Etappe datiert werden, hieß es. Die Fossilien waren den Angaben zufolge 2014 etwa 74 Kilometer von der Höhle entdeckt worden, in der sich die ersten Hobbit-Überreste fanden.

Ed Sheeran soll bei "Photograph" abgekupfert haben

Zwei kalifornische Songwriter haben Klage eingereicht

Der britische Musiker Ed Sheeran wird Medienberichten zufolge wegen seines großen Hits "Photograph" auf 20 Millionen Dollar verklagt. Zwei Songwriter aus Kalifornien hätten demnach am in Los Angeles Klage eingereicht, weil Passagen des Liedes von ihnen geklaut worden sein sollen. Der Refrain und 39 Noten von "Photograph" (2015) ähnelten ihrem Song "Amazing", der 2012 von dem britischen Castingshow-Gewinner Matt Cardle veröffentlicht worden war, heißt es laut US-Sender NBC News in der Klageschrift. Sheeran und seine Plattenfirma haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die beiden Kläger werden von dem selben Anwalt vertreten, der vor einigen Monaten einen ähnlichen Prozess gegen Pharrell Williams und Robin Thicke gewonnen hatte. Die Erben des Musikers Marvin Gaye hatten geklagt, und mehr als fünf Millionen Dollar zugesprochen bekommen.

Exzellenzinitiative auf der Kippe

Hamburg bleibt vorerst beim Nein

Eine Woche vor der entscheidenden Sitzung von Bund und Ländern zur Neuauflage der Exzellenzinitiative bekräftigt Hamburg sein Nein. Sollte es dabei bleiben, wäre das milliardenschwere Projekt für die Spitzenforschung erst einmal gescheitert. Die Chancengleichheit zwischen den Hochschulen sei in der bisher geplanten Vereinbarung noch nicht ausreichend berücksichtigt, sagte Wissenschaftssenatorin Fegebank (Grüne) dem Berliner "Tagesspiegel" . Es könne zu einer "Zwei-Klassen-Hochschullandschaft" kommen, was weder fair noch leistungsfördernd wäre, so die Hamburger Senatorin. Bund und Länder wollen am 16. Juni das Nachfolgeprogramm für die Ende 2017 auslaufende Exzellenzinitiative beschließen. Für eine Fortsetzung des Bund-Länder-Programms ist Einstimmigkeit nötig.

Baileys-Preis für irische Newcomerin

McInerney gewinnt britischen Frauen-Literaturpreis

Der renommierte britische Baileys-Literaturpreis geht in diesem Jahr an die irische Schriftstellerin Lisa McInerney. Sie erhält den mit umgerechnet 38.000 Euro dotierten Preis für ihren Debüt-Roman "The Glorious Heresies". Damit setzte sich McInerney gegen so erfolgreiche Konkurrentinnen wie Man-Booker-Preisträgerin Anne Enright durch. In dem Buch geht es um einen chaotischen Mord und fünf Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, darunter eine Prostituierte und ein 15 Jahre alter Drogendealer. Der Baileys-Preis wird seit 1996 verliehen und würdigt Schriftstellerinnen, die im Vorjahr in Großbritannien einen Roman in englischer Sprache veröffentlicht haben.

US-Schauspielerin Therese Saldana gestorben

Darstellerin aus "Wie ein Wilder Stier" starb im Alter von 61 Jahren

Die US-Schauspielerin Theresa Saldana ist tot. Wie ein Freund der Familie bestätigte, starb sie im Alter von 61 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Saldana war vor allem durch ihre Rolle in Martin Scorseses Film "Wie ein wilder Stier" aus dem Jahr 1980 bekannt geworden. Sie spielte mit Stars wie Kirk Douglas und Charles Bronson und drehte mit Regisseuren wie Brian de Palma und Robert Zemeckis. 1982 wurde ihre Karriere durch den Überfall eines Stalkers beendet, der mehrmals auf sie einstach. Scorsese würdigte Saldana als "wunderbare Schauspielerin und feinen Menschen".

Choreograph Van Manen lehnt türkische Ehrung ab

Niederländer kritisiert unterdrückte Meinungsfreiheit in der Türkei

Der niederländische Choreograph Hans van Manen hat eine türkische Auszeichnung wegen des Vorgehens gegen die Meinungsfreiheit in dem Land abgelehnt. Im niederländischen Radio begründete der 83 Jahre alte Meister des modernen Tanzes seine Entscheidung mit dem Vorgehen gegen Zeitungen und der Verhaftung von Journalisten in der Türkei. Nach seinen Angaben wollte ihn die türkische Staatsoper und das Ballett ehren.

Stararchitekt Calatrava muss Schadenersatz zahlen

Er wurde zur Zahlung von fast 3 Millionen Euro verurteilt

Stararchitekt Santiago Calatrava ist vom Obersten Gericht in Madrid wegen Mängeln am Kongresspalast der nordspanischen Stadt Oviedo zur Zahlung eines Schadenersatzes von 2,96 Millionen Euro verurteilt worden, wie die Nachrichtenagentur efe heute unter Berufung auf Justizkreise berichtete. Damit wurde ein Urteil des Landgerichts in Oviedo von 2014 bestätigt. Calatrava hatte dagegen Berufung eingelegt. Der Kongresspalast wurde 2011 eingeweiht. Während der Bauphase waren 2006 in Oviedo wegen eines Konzeptionsfehlers Dachteile des "Palacio de Congresos" eingestürzt. Calatrava ist für technisch spektakuläre, futuristische Bauwerke bekannt. Er entwarf zahlreiche Bahnhöfe und Brücken und in New York auch die neue U-Bahn-Station World Trade Center an der Stelle der Terroranschläge vom 11. September 2001. Wegen hoher Kostenvoranschläge und Baumängeln hatte er aber auch mehrfach Ärger.

Aktionskünstler Pawlenski zu Geldstrafe verurteilt

Moskauer hatte Tür der Geheimdienstzentrale in Brand gesetzt

Weil er am Hauptsitz des Inlandsgeheimdienstes FSB in Moskau Feuer legte, ist der russische Aktionskünstler Pjotr Pawlenski zu einer Geldstrafe von 500 000 Rubel (rund 6850 Euro) verurteilt worden. Pawlenski hatte die Aktion vom November 2015 als Symbol gegen staatlichen Terror bezeichnet. Ein Gericht in Moskau verurteilte den 32-Jährigen wegen der Beschädigung eines Kulturdenkmals, wie die Agentur Interfax meldete. Außerdem soll Pawlenski für eine demolierte Eingangstür 481 000 Rubel Schadenersatz zahlen. Die Verteidigung kündigte Widerspruch an. Nach dem Urteil wurde Pawlenski aus der monatelangen Haft entlassen. Er kündigte an, das Strafgeld nicht zu zahlen, auch wenn er es hätte.

Bundesgerichtshof bestätigt Urteil gegen Achenbach

Ehemaliger Kunstberater bleibt sechs Jahre in Haft

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat das Strafurteil gegen den seit zwei Jahren inhaftierten Kunstberater Helge Achenbach nach Angaben seines Verteidigers bestätigt. Der zuständige Senat habe die Revision gegen das Urteil im Wesentlichen verworfen, teilte Achenbachs Anwalt Thomas Elsner mit. Die verhängte Freiheitsstrafe von sechs Jahren bleibe bestehen. Das Urteil sei damit rechtskräftig. Sein Mandant habe hat sich innerlich schon darauf eingestellt. Sein Blick sei nach vorne gerichtet, sagte Elsner. Das Landgericht Essen hatte den Kunstberater Mitte März 2015 wegen Millionenbetrugs an dem Aldi-Erben Berthold Albrecht und dem Pharma-Unternehmer Christian Boehringer zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Der 64-jährige Achenbach sitzt seit Juni 2014 in Untersuchungshaft.

Deutscher Schulpreis 2016 wird vergeben

Der Gewinner erhält 100 000 Euro

Hochspannung an 14 Schulen aus acht Bundesländern und dem Ausland: Sie sind für den Deutschen Schulpreis 2016 nominiert, der heute mittag in Berlin vergeben wird. Der Hauptgewinner erhält 100 000 Euro. Nominiert sind Schulen aus Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sowie aus Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Zudem haben deutsche Auslandsschulen aus Peru und Südafrika Chancen. Sie konnten sich erstmals um einen Sonderpreis bewerben. Die Robert-Bosch-Stiftung schreibt die Auszeichnung seit 2006 gemeinsam mit der Heidehof-Stiftung aus. Die Jury bewertet sechs Qualitätsbereiche: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution.

Hollywood-Regisseur Emmerich warnt vor Wahl Trumps

Trump als Präsident wäre "größte Katastrophe für USA"

Der vor allem für sein Katastrophenwerk "Independence Day" bekannte Hollywood-Regisseur Roland Emmerich hat eine mögliche Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten mit einer drohenden Naturkatastrophe verglichen. "Es wäre für die USA schlimmer als ein großes Erdbeben, sagte der 60-Jährige dem rscheinenden Magazin "Playboy". "Das könnte wirklich die größte Katastrophe sein, die Amerika je erlebt hat", ergänzte er. Der aus Deutschland stammende Emmerich sieht in Trump einen Hetzer und Aufwiegler. "Der Mann ist ein Demagoge, und das ist das Gefährliche an ihm." Die Popularität Trumps erkläre er sich als "Gegenreaktion zur politischen Korrektheit". "Heute kannst du in den Medien überhaupt nichts mehr sagen, ohne jemandem auf die Füße zu treten, da kommt dieser Mann daher mit seinem komischen Haar und sagt, was er sich so denkt, und die Leute finden es gut", sagte Emmerich.

Ines Pohl wird Chefredakteurin der Deutschen Welle

Sie tritt im März 2017 die Nachfolge von Alexander Kudascheff an

Die frühere "taz"-Chefin Ines Pohl wird Chefredakteurin der Deutschen Welle (DW). Wie der öffentlich-rechtliche Sender heute in Bonn mitteilte, soll Pohl zum 1. März kommenden Jahres die Nachfolge von Alexander Kudascheff antreten, der dann in den Ruhestand wechselt. Seit Ende 2015 arbeitet Pohl als Washington-Korrespondentin der Deutschen Welle, zuvor leitete sie sechs Jahre lang die "tageszeitung" ("taz") in Berlin. "Ines Pohl ist eine hervorragende Journalistin und erfahrene Managerin", würdigte DW-Intendant Peter Limbourg die künftige Chefredakteurin. Den scheidenden Kudascheff nannte Limbourg den besten Chefredakteur, den die DW sich für die Zeit der internen Reformen und des Umbruchs habe wünschen können.

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