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Kulturnachrichten

Dienstag, 7. Juni 2016

Straße im Staat New York nach Kurt Masur benannt

Nachbargemeinde von Masurs US-Wohnort ehrt Star-Dirigenten

Eine Straße im US-Bundesstaat New York trägt den Namen des verstorbenen Stardirigenten Kurt Masur. Der Bürgermeister von White Plains eröffnete den "Masur Drive" mit Masurs Witwe Tomoko, Sohn Ken-David und dessen Frau, wie die German International School mitteilte. Masur hatte bis zu seinem Tod im Nachbarort Harrison gelebt, Ken-David hatte die GIS absolviert und arbeitet heute ebenfalls als Dirigent. Kurt Masur war am 19. Dezember im Alter von 88 Jahren in den USA gestorben. Er war von 1970 an für 27 Jahre der Kapellmeister des Leipziger Gewandhausorchesters. Später leitete der Stardirigent elf Jahre lang die New Yorker Philharmoniker. Begraben wurde Masur auf dem Südfriedhof in Leipzig.

Deutsch-tschechischer Verleger Tomas Kosta gestorben

Kosta emigrierte 1968 in die Bundesrepublik

Der deutsch-tschechische Verleger und Sozialdemokrat Tomas Kosta ist tot. Er starb in der Nacht zum Montag in Frankfurt am Main, wie die Föderation jüdischer Gemeinden Tschechiens mitteilte. Kosta war 1968 nach dem Einmarsch der Roten Armee in die Bundesrepublik emigriert. Als Geschäftsführer des Kindler- und später des Bund-Verlages unterstützte er Dissidenten aus CSSR und DDR wie Vaclav Havel, Jiri Grusa und Rudolf Bahro. Als Chef der Europäischen Verlagsanstalt (EVA) gab er mit Heinrich Böll und Günter Grass die Zeitschrift "L 76" (später "L 80") heraus, die Exil-Autoren ein Forum bieten sollte. Kosta wurde 1925 in Prag als Sohn einer säkularisierten jüdischen Familie geboren und hatte die NS-Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz und Buchenwald überlebt. Er soll auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in Prag beigesetzt werden.

Florian Illies mit Friedländer-Preis ausgezeichnet

Preis für "kulturgeschichtlich besonders brillianten Autor"

Der Journalist, Schriftsteller und Kunsthistoriker Florian Illies ist mit dem Max J. Friedländer-Preis des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin ausgezeichnet worden. Illies sei ein kulturgeschichtlich besonders brillanter Schriftsteller, dessen essayistische Zuspitzung, sprachliche Meisterschaft dem Werk und dem Wirken Max J. Friedländers (1867-1958) nahekomme, hieß es zur Begründung. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wurde von dem Berliner Mäzen Christoph Müller gestiftet. Als langjähriger Direktor des Kupferstichkabinetts (1908-1930) und später kommissarischer Leiter der Gemäldegalerie (1930-33) war Max J. Friedländer maßgeblich am Ausbau der Staatlichen Museen zu Berlin beteiligt. Der 1971 im osthessischen Schlitz geborene Florian Illies war unter anderem Feuilleton-Chef der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Gründer, Herausgeber und Chefredakteur des Kunstmagazins "Monopol", später bei der Wochenzeitung "Die Zeit" und beim "ZEITmagazin". Seit 2011 ist Illies Gesellschafter des Auktionshauses Villa Grisebach in Berlin. Seine Bücher "Generation Golf" (2000) und "1913: Der Sommer des Jahrhunderts" (2012) landeten auf den Bestsellerlisten.

Leitung der Münchner Symphoniker macht weiter

Vertragsverlängerungen für Intendantin und Chefdirigent

Die Münchner Symphoniker behalten ihre Chefs. Intendantin Annette Josef und Chefdirigent Kevin John Edusei haben ihre Verträge verlängert, wie das Orchester mitteilte. Josefs Vertrag läuft demnach bis Ende 2020, der von Edusei bis zum Ende der Saison 2021/22. "Ich freue mich sehr, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit unserem Chefdirigenten und den Musikerinnern und Musikern der Münchner Symphoniker fortzuführen", sagte Josef, die seit 2013 im Amt ist. Edusei ist seit 2014/2015 Chefdirigent.

Einschnitt beim Bayerischen Staatsballett

Hauptsponsorin steigt aus

Die Unternehmerin Irène Lejeune kehrt dem Bayrischen Staatsballett als Sponsorin den Rücken. "Wir bedauern diese Entscheidung sehr", teilte das Staatsballett heute mit und bestätigte einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Laut SZ lehnt Lejeune den neuen Ballett-Direktor Igor Selenski ab, der das Ensemble nach dem Weggang des langjährigen Direktors Ivan Liska zum Ende der laufenden Spielzeit führen wird. Nach Angaben des Staatsballetts hat Lejeune das Haus mit insgesamt 1,3 Millionen Euro unterstützt. Der Rückzug von Lejeune ist nicht die einzige einschneidende Veränderung. Rund 30 Tänzer werden unter Liskas Nachfolger Selenski nicht mehr im Staatsballett auf der Bühne stehen, darunter auch Primaballerina Lucia Lacarra und ihr Mann Marlon Dino, die beide freiwillig ausscheiden.

Kopenhagener Museum entfernt das Wort "Neger"

Wort-Inventur löst Debatte über Geschichtskorrektur aus

Das Staatliche Museum für Kunst (SMK) in Kopenhagen hat das Wort "Neger" aus den Titeln und Beschreibungen seiner Kunstwerke entfernt und dafür Kritik einstecken müssen. Der Chef der Museumssammlung, Peter Nørgaard Larsen, hatte unter den 200 000 Werken des SMK 13 Mal das Wort "Neger" und einmal "Hottentotten" gefunden. Sie seien durch "Afrikaner" ersetzt worden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Kulturminister Bertel Haarder erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau, Dänemark werde ärmer, wenn seine Vergangenheit als Kolonialmacht in Vergessenheit gerate. Auch bei Museumskollegen erntete das SMK Kritik: "Wenn wir die Geschichte entfernen, können wir nicht aus der Geschichte lernen", sagte Erlend Høyersten, Direktor des Kunstmuseums Aros in Aarhus, der Tageszeitung "Politiken". "Das Menschenbild, auf das wir in den alten Titeln und Beschreibungen von Kunstwerken stoßen, kann etwas darüber aussagen, wo wir heute sind und wie weit wir gekommen sind."

Rostocks OB verteidigt Intendanten-Entlassung

Entscheidung sei für Theater-Mitarbeiter getroffen worden

Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) hat die Entlassung des Volkstheater-Intendanten Sewan Latchinian gerechtfertigt. Es sei "an erster Stelle eine Entscheidung für die Mitarbeiter am Volkstheater" gewesen, sagte Methling der Deutschen Presse-Agentur. Die Stadt habe nun Rahmenbedingungen geschaffen, die Theaterangebote in Rostock dauerhaft zu finanzieren und damit zu sichern. Der Hauptausschuss der Bürgerschaft hatte gestern die Entlassung Latchinians beschlossen. Das Vertrauensverhältnis sei zerstört. Nachfolger soll der am Ende dieser Spielzeit scheidende Generalintendant des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin, Joachim Kümmritz, werden. Dieser erklärte sich bereit, das Haus zu führen. Seine vordringliche Aufgabe werde es sein, den "Krieg zwischen allen Beteiligten" um das Volkstheater zu beenden, sagte Kümmritz der Deutschen Presse-Agentur. Auch die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) betonte die Pflicht von Theater- und Stadtführung, das Ensemble vor weiteren Querelen zu schützen. Die Mitarbeiter bräuchten endlich wieder Ruhe zum Arbeiten und äußere Umstände, um sich auf ihre Kunst konzentrieren zu können. Nicht zu wissen, wie es weitergeht, sei eine unhaltbare Situation, sagte GDBA-Präsident Jörg Löwer.

Trier entzieht Theater-Intendanten die Finanzhoheit

Grund sei Budgetüberschreitungen in Millionenhöhe

Wegen Budgetüberschreitungen in Millionenhöhe ist dem Trierer Theater-Intendanten Karl M. Sibelius die kaufmännische Leitung entzogen worden. Ihm werde künftig ein Verwaltungsdirektor zur Seite gestellt, der die Finanzen kontrollieren solle, bestätigte ein Sprecher der Stadt Trier entsprechende Medienberichte. Das Theater habe 2015 ein Defizit von 1,3 Millionen Euro eingefahren. Nach einer Prognose überziehe das Haus sein Budget in diesem Jahr erneut um 1,3 Millionen Euro. Daher habe der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe eine Haushaltssperre für alle freiwilligen Ausgaben der Stadt verhängt. Es handele sich "um eine Haushaltsnotlage". Sibelius äußerte sich heute zunächst nicht zu der Situation.

Prince-Tag in Minnesota ehrt verstorbenen Pop-Star

Bürger des US-Bundesstaates sollen am Geburtstag des Musikers Lila tragen

Anlässlich des heutigen Geburtstages von US-Popstars Prince sollen die Einwohner des US-Bundesstaates Minnesota die Lieblingsfarbe des verstorbenen Musikers tragen. Dazu rief der Gouverneur des Bundesstaates, Mark Dayton, auf. Prince wurde in Minnesota geboren und wäre heute 58 Jahre alt geworden. Zu Ehren des Popstars, der unter anderem mit dem Song "Purple Rain" weltberühmt wurde, soll der 7. Juni zudem künftig in Minnesota "Prince-Tag" sein, erklärte Dayton. Prince, einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Popmusiker aller Zeiten, war am 21. April tot in seinem Anwesen Paisley Park in der Nähe der Großstadt Minneapolis aufgefunden worden. Er starb an einer Überdosis Schmerzmittel.

Essener Domschatzkammer-Leiterin wechselt nach Aachen

Kunsthistorikerin Falk tritt Nachfolge des verstorbenen Georg Minkenberg an

Die Leiterin der Domschatzkammer Essen, Birgitta Falk (54), wechselt in gleicher Position nach Aachen. Die Kunsthistorikerin und Mittelalter-Spezialistin tritt ab November die Nachfolge des im März verstorbenen langjährigen Leiters der Domschatzkammer Georg Minkenberg an, teilte das Bistum Aachen mit. Wer Falks Position in Essen übernimmt, sei noch nicht geklärt, sagte ein Sprecher des Ruhrbistums. Falk sei jedoch wie geplant am 700-Jahr-Jubiläum des Essener Doms im Juli beteiligt. Der Aachener Domschatz gilt mit seiner über Jahrhunderte gewachsenen Sammlung christlicher Schatzkunst, von Skulpturen, Malerei, Textil- und Buchkunst als bedeutendster Kirchenschatz nördlich der Alpen. Dom und Domschatz sind seit 1978 Weltkulturerbe.

Körber-Preis für Europäische Wissenschaft vergeben

Niederländer Clevers entwickelte Verfahren für Vermehrung adulter Stammzellen

Der Niederländer Hans Clevers erhält den mit 750 000 Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2016. Der Biologe und Mediziner habe ein neues Standardverfahren zur unbegrenzten Vermehrung adulter Stammzellen entwickelt, mit dem er rudimentäre Organe im Miniaturformat, sogenannte Organoide, züchten kann, teilte die Körber-Stiftung in Hamburg mit. Damit lassen sich Medikamente in der Petrischale testen. Künftig könnten Heilung oder Ersatz kranker Organe möglich werden. Der Preis soll dem 59-Jährigen, der das Utrechter Prinses Máxima Centrum leitet, am 7. September im Hamburger Rathaus verliehen werden.

Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien

Preise gehen an junge Wissenschaftlerinnen

Die Bremer Islamwissenschaftlerin und Soziologin, Donja Amirpur (35), erhält den mit 5.000 Euro dotierten Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien. Sie wird für ihre Dissertation über Migration und Behinderung geehrt. Den Förderpreis in Höhe von 1.500 Euro erhält Romy Schulze vom Institut für Afrikastudien und Ägyptologie der Universität Köln. Die Auszeichnung wird am 7. Juli im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses verliehen. Amirpurs Doktorarbeit trägt den Titel "Migrationsbedingt behindert? Zur Interdependenz der Wahrnehmung von Behinderung und strukturellen Rahmenbedingungen im Kontext migrationsbedingter Heterogenität". Schulze verglich in ihrer Masterarbeit «On a mission?!» koloniale Missions- und neokoloniale Missions- und Freiwilligenberichte miteinander. Der Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien wird seit 1997 von der örtlichen Universität, dem Forum Interkulturelles Leben und Lernen (FILL) sowie der Friedensstadt Augsburg verliehen.

Dolch in Pharao-Grabkammer wohl aus Meteorit-Eisen

Eine neue Studie liefert weitere Hinweise

Ein berühmter Dolch aus der Grabkammer von Pharao Tutanchamun im ägyptischen Tal der Könige ist wahrscheinlich aus dem Eisen eines Meteoriten hergestellt worden. Zu diesem Schluss kommt ein italienisch-ägyptisches Forscherteam, das seine Entdeckung im Fachjournal "Meteoritics and Planetary Science" vorstellte. Demnach zeigten moderne Röntgenaufnahmen einen hohen Anteil an Nickel in der Klinge des Dolches. Der Ägyptologe Howard Carter hatte das mehr als 3300 Jahre alte Grab des Kinderpharaos Tutanchamun 1922 entdeckt. Der ägyptische Experte Tarek Wali sieht die neue Studie als bedeutende Entdeckung - sofern sich die Erkenntnisse bestätigen.

Geschichte des Opernhauses Sydney wird verfilmt

Der dänische Architekt Utzon steht dabei im Mittelpunkt

Die Geschichte des weltberühmten Opernhauses in der australischen Metropole Sydney wird verfilmt. Wie Ole Sondberg, der Produzent der dänisch-schwedisch-australischen Koproduktion erklärte, wird dabei der "große dänische Architekt" Jorn Utzon eine zentrale Rolle spielen, dessen revolutionäres Projekt in den 60er Jahren auf Widerstand beim konservativen Architektur-Establishment in Australien stieß. Bei der Einweihung des spektakulären, segelförmigen Opernhauses im Oktober 1973 durch Königin Elizabeth II. hatte der Däne Australien schon längst verlassen. Sein Name wurde bei der Einweihung nicht einmal erwähnt. Utzon starb im Jahr 2008, ohne seine fertig gestellte Oper gesehen zu haben. Ein Jahr vor seinem Tod wurde das expressionistische Bauwerk in die Weltkulturerbe-Liste aufgenommen.Der Schwede Sondberg ist unter anderem bekannt durch Thriller wie "Verblendung" und die Fernsehserie "Wallander".

Anklage fordert nur Geldstrafe für Pawlenski

Der Künstler hatte Tore der FSB-Zentrale in Brand gesetzt

Der russische Konzeptkünstler Pjotr Pawlenski soll auf Wunsch der Anklage doch nicht in Haft, weil er die Tore der Zentrale des Inlandsgeheimdiensts FSB in Brand gesetzt hatte. Überraschend beantragte Staatsanwalt Anton Sisow vor einem Moskauer Gericht ein Bußgeld in Höhe von umgerechnet 27.000 Euro sowie die Übernahme der Reparaturkosten für die Tür. Der 32-jährige Künstler muss sich seit April wegen "mutwilliger Beschädigung eines Kulturguts" vor Gericht verantworten. Er hatte die Holztore der FSB-Zentrale Lubjanka im November angezündet, um auf die Machenschaften des Diensts aufmerksam zu machen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft, ihm drohen bis zu drei Jahre Gefängnis. Morgen soll das Urteil fallen. Pawlenskis Anwalt Dmitri Dinse forderte die Freilassung des Künstlers.

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