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Kulturnachrichten

Samstag, 27. Juni 2015

Antisemitische Passage im "dtv-Atlas Weltgeschichte"

Passage wird in der Neuauflage korrigiert

Der "dtv-Atlas Weltgeschichte" muss wegen einer rassistischen und antisemitischen Passage überarbeitet werden. Der Deutsche Taschenbuch Verlag hat eingeräumt, dass ein seit 1966 in 42 Auflagen gedruckter Absatz "peinlich und rassistisch" sei. In der für November 2015 geplanten Neuauflage werde der Passus korrigiert, kündigte das Lektorat des Verlages an. Bisher ist in einem Text über die rechtliche Gleichstellung von Juden im 19. und 20. Jahrhundert von deren "Wirtsvölkern" die Rede. "Wirtsvölker" ist einer von vielen ursprünglich aus der Biologie stammenden Begriffe, die von Nationalsozialisten und anderen Rassisten für ihre antisemitische Ideologie missbraucht wurden.

Neue Isolde bei den Bayreuther Festspielen

Evelyn Herlitzius ersetzt Anja Kampe

Vier Wochen vor der Premiere der Wagner-Oper "Tristan und Isolde" ist bei den Bayreuther Festspielen eine Titelrolle überraschend umbesetzt worden. Die Sopranistin Anja Kampe habe die Partie der Isolde in der diesjährigen Neuinszenierung zurückgegeben, teilte die Festspielleitung mit. Diese Entscheidung sei "mit Bedauern zur Kenntnis genommen" worden, heißt es in der Mitteilung. Über die Gründe wurden keine Angaben gemacht. Kurzfristig habe sich Kammersängerin Evelyn Herlitzius bereiterklärt, in diesem Sommer die Isolde an der Seite von Stephen Gould als Tristan zu singen.

Tim Renner: Volksbühne ist Mainstream geworden

Theater müsse sich der Digitalisierung stellen, so Renner

Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner hat im Streit um die Volksbühne noch einmal nachgelegt. Intendant Frank Castorf habe zwar Großartiges geleistet und eine ganz neue Theatersprache entwickelt, sagte er. Doch: "Die Leute an der Volksbühne waren die Avantgarde - aber die Avantgarde ist zum Mainstream geworden." Nun sei es Zeit, wieder zu experimentieren. "Wie etwa begegnen wir im Theater den Veränderungen durch die Digitalisierung?", so Renner. Chris Dercon, derzeit noch Chef des Londoner Museums Tate Modern, wird im Sommer 2017 Nachfolger von Castorf. An der Ernennung des Belgiers hatte es von Theatermachern harsche Kritik gegeben.

Welterbekomitee: IS-Zerstörungen sind Kriegsverbrechen

"Bonner Deklaration" soll Zeichen setzen

Das Unesco-Welterbekomitee will auf seiner Sitzung in Bonn die Zerstörung von historischen Stätten durch den "Islamischen Staat" (IS) wie im syrischen Palmyra als Kriegsverbrechen verurteilen. "Was wir derzeit in Syrien beobachten, übersteigt jede Vorstellungskraft", sagte die Vorsitzende des Komitees und Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer (CDU). Mit einer "Bonner Deklaration" wolle das Welterbekomitee auf der morgen beginnenden Sitzung ein Zeichen gegen die Zerstörung von Kulturschätzen in Krisengebieten setzen.

Neue Mitglieder in der Oscar-Akademie

Eddie Redmayne, Mathilde Bonnefoy und Marc Streitenfeld aufgenommen

Der britische Oscar-Preisträger Eddie Redmayne (33) und der deutsche Filmkomponist Marc Streitenfeld können als neue Mitglieder der Oscar-Akademie beitreten. Das gab die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Beverly Hills bekannt. Sie zählen zu 322 Filmschaffenden, die die Organisation in diesem Jahr ausgewählt hat. Dem Filmverband gehören über 6000 Mitglieder an. Sie dürfen bei der Vergabe der Oscars mit abstimmen. Als Mitglied eingeladen wurde auch die in Berlin lebende Produzentin und Cutterin Mathilde Bonnefoy, die zusammen mit der US-Regisseurin Laura Poitras und dem Produzenten Dirk Wilutzky für die Dokumentation "Citizenfour" über Edward Snowden in diesem Jahr den Doku-Oscar gewonnen hatte.

Jan Philipp Reemtsma erhält Gutenberg-Preis

Preis ist mit 10 000 Euro dotiert

Der Publizist Jan Philipp Reemtsma ist mit dem Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig geehrt worden. Reemtsma erhalte die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für "die ungeheure Vielfalt" seines Wirkens, teilte das Leipziger Kulturamt mit. Seine Editionen erfüllten "in hohem Maße" grafische, typographische und buchästhetische Ansprüche. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) übergab den Preis im Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek. Der 62-jährige Reemtsma gilt als Mäzen, Sammler und Bewahrer von Autorennachlässen der deutschen Geistesgeschichte, insbesondere der Literatur und Philosophie. Er ist Initiator großer Textausgaben, Editor, Wissenschaftler und Schriftsteller zugleich.

Vatikan-Medien werden reformiert

Neue Kommunikationsbehörde geschaffen

Die Medien und die Pressearbeit des Vatikans werden grundlegend reformiert. Sie werden zu einem neuen Sekretariat für Kommunikation zusammengelegt, wie Papst Franziskus entschieden hat. "Das momentane Kommunikationsumfeld, das durch die Präsenz und Entwicklung digitaler Medien, Konvergenz und Digitalität gekennzeichnet ist, macht ein Überdenken des Informationssystems des Vatikans nötig", heißt es in einem sogenannten "Motu Proprio" des Papstes zu der Entscheidung. Der Päpstliche Medienrat, der Pressesaal des Heiligen Stuhles, der vatikanische Internet-Service, Radio Vatikan, das Vatikan-Fernsehen CTV, die Zeitung L'Osservatore Romano mit ihrem Fotodienst, die vatikanische Druckerei und der Verlag Libreria Editrice Vaticana sollen in Zukunft weiter eigenständig arbeiten, jedoch von dem neuen Sekretariat koordiniert werden. Präfekt der neuen Behörde wird der italienische Priester und CTV-Direkor Dario Edoardo Vigano.

Neue Crichton-Verfilmung geplant

Dreamworks sichert sich Rechte an "Micro"

Derzeit räumt der Dino-Film "Jurassic World" nach der Buchvorlage des 2008 gestorbenen Bestsellerautors Michael Crichton an den Kinokassen ab. Nun hat sich das Studio Dreamworks die Filmrechte an dem letzten posthum veröffentlichen Crichton-Werk gesichert. "Wir freuen uns sehr über die Gelegenheit, "Micro" ins Kino zu bringen", sagte Dreamworks-Mitbegründer Steven Spielberg. Frank Marshall ist als Produzent an Bord. Der Biotech-Thriller "Micro" spielt auf Hawaii, wo junge Biologen von einem zwielichtigen Wissenschaftler zu Miniaturfiguren geschrumpft und in einem Regenwald ausgesetzt werden, wo sie ums Überleben kämpfen müssen.

Rheingau-Musik-Festival startet in 28. Saison

Bis zum 12. September 153 Konzerte an 43 verschiedenen Spielstätten

In der Basilika des Klosters Eberbach startet heute das Rheingau-Musik-Festival in seine 28. Saison. Eröffnet wird es vom Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks (HR), dem Chor des Mitteldeutschen Rundfunks und einem Solistenquartett unter der Leitung des neuen HR-Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada. Themenschwerpunkte des Festivals in diesem Jahr sind 25 Jahre Deutsche Einheit und der 175. Geburtstag des Komponisten Peter Iljitsch Tschaikowsky. Daneben gilt der russischen Pianistin und Stipendiatin Lera Auerbach und dem schwedischen Posaunisten Nils Landgren im "Fokus Jazz" besondere Aufmerksamkeit.

"Tag der Architektur": Architektur zum Anfassen

Dieses Jahr unter dem Motto "Architektur hat Bestand"

Beeindruckende Architektur wartet an diesem Samstag und Sonntag darauf, entdeckt zu werden. Zum 20. Mal wollen Architekten für ihre Branche werben - der "Tag der Architektur" steht in diesem Jahr unter dem Motto "Architektur hat Bestand". Besichtigt werden können Neubauten, Umbauten, Gärten und Freiräume. Architekten und Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner stellen sich den Fragen der Besucher und stellen ihre Planungen vor. Ausstellungen und Vorträge ergänzen das Angebot. Die veranstaltenden Architektenkammern in den Ländern rechnen in diesem Jahr wieder mit etwa 150.000 Besuchern.

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