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Kulturnachrichten

Dienstag, 2. Juni 2015

Auszeichnungen für kulturelle Mitmach-Projekte

Kulturstaatsministerin vergab drei Preise

Drei Projekte, die jungen Menschen Lust auf Kultur machen, sind mit dem Preis für Kulturelle Bildung ausgezeichnet worden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters vergab die mit jeweils 20 000 Euro dotierten Ehrungen am abend in der Stiftung Genshagen bei Berlin. Ausgezeichnet wurden die beiden Berliner Initiativen "KulTür auf" und "Straßenkinder machen Mode" sowie das zwischen Hildesheim und Dresden entwickelte Theaterprojekt "Was kann ich für Eure Welt". Insgesamt hatte eine Fachjury zehn beispielhafte Initiativen ausgewählt. "Alle hier nominierten und ausgezeichneten Projekte holen Menschen in ihrer eigenen Lebenswelt ab, mag diese noch so weit weg sein von öffentlich geförderten kulturellen Angeboten", sagte Grütters.

Wolfram Höll erhält Dramatikerpreis

Dotiert ist er mit mit 10 000 Euro

Wolfram Höll erhält in diesem Jahr den Dramatikerpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. Das teilte das Schauspiel Leipzig mit. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert und wird im Oktober in Karlsruhe verliehen. Der 1986 in Leipzig geborene Höll war mit seinem Debütstück "Und dann" zu Gast beim Heidelberger und beim Berliner Stückemarkt. Für das Werk, das 2013 in Leipzig uraufgeführt worden war, hat Höll auch den Mühlheimer Dramatikerpreis 2014 erhalten. In der Spielzeit 2015/16 wird Höll ein neues Auftragswerk für das Schauspiel Leipzig schreiben.

Museum der Moderne geht mit zwei Standorten in den Wettbewerb

Der Haushaltsausschuss muss noch abschließend beraten

Das in Berlin geplante Museum der Moderne geht mit zwei Standorten in den Wettbewerb. Neben dem prominenten Grundstück zwischen Neuer Nationalgalerie und Philharmonie soll nun doch auch das kleinere Areal hinter der Nationalgalerie als mögliches Baufeld ausgeschrieben werden. Darauf haben sich die Haushaltsexperten des Bundestags mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters verständigt, wie aus einem der dpa vorliegenden Eckpunkte-Papier hervorgeht. Der Haushaltsausschuss muss noch abschließend über den Plan beraten. Die Standortfrage ist heikel, weil die Sammler, die hochkarätige Schenkungen zugesagt haben, auf dem größeren Grundstück bestehen. In dem Eckpunkte-Papier heißt es, das neue Museumsgebäude müsse sich "sinnvoll und nachhaltig" in den Gesamtkomplex des Kulturforums einpassen. Die Neue Nationalgalerie müsse als "freistehender Kunsttempel der klassischen Moderne" erhalten bleiben. Für das Museum hat der Bundestag 200 Millionen Euro bewilligt.

Leben von Papst Benedikt wird verfilmt

Grundlage ist die Papst-Biografie "Pontifex"

Das Leben von Papst Benedikt XVI. kommt ins Kino. Die Produktionsfirma Pantaleon von Kino-Star Matthias Schweighöfer plant einen Film über das Leben von Joseph Ratzinger. Wie die Firma heute mitteilte, habe sie sich die Rechte an einer Papst-Biografie des Kirchenexperten Peter Seewald gesichert. Es handelt sich um das Buch "Pontifex", das im Herbst 2016 im Pattloch-Verlag erscheint, wie eine Verlagssprecherin bestätigte. "Das Leben des deutschen Papstes Benedikt XVI. bis zu seinem historischen Rücktritt, bietet einen der großartigsten Stoffe unserer Zeit für einen internationalen Kinofilm", so Dan Maag, Vorstand der Pantaleon Entertainment AG.

Apple ringt laut Zeitungsbericht um Verträge mit der Musikbranche

Die Zeit wird knapp

Weniger als eine Woche vor der erwarteten Ankündigung seines Musik-Streamingdienstes hat Apple laut einem Bericht des "Wall Street Journal" noch keine neuen Deals mit den drei großen Plattenfirmen abgeschlossen. Die Präsentation könne verschoben werden, wenn die Gespräche nicht bis zum kommenden Montag abgeschlossen werden sollten, schrieb die Zeitung. Viele in der Musikindustrie rechneten aber mit einem baldigen Abschluss der neuen Verträge mit Universal Music, Sony Music und Warner Music. Den neuen Musik-Service wolle Apple mit uneingeschränktem Zugang zu Millionen Songs für zehn Dollar (9,15 Euro) im Monat anbieten. Damit läge der iPhone-Konzern auf einem Niveau mit Konkurrenten wie dem aktuellen Marktführer Spotify. In früheren Medienberichten hatte es noch geheißen, Apple habe einen deutlich niedrigeren Preis angepeilt. Außerdem habe Apple bei den Musikfirmen auch einige Gratis-Monate zum Start durchsetzen wollen. Nach Informationen aus der Branche will Apple seinen Abo-Dienst im Sommer in mehreren Ländern starten und auch sein kostenloses iTunes-Radio international einführen.

Goethe-Medaille auch für Museumsdirektor Neil MacGregor

Mit ihm werden zwei weitere engagierte Kulturschaffende geehrt

Neil MacGregor, der britische Museumsdirektor und designierte Gründungsintendant des Berliner Schlosses, wird mit der diesjährigen Goethe-Medaille geehrt. Auch der syrische Philosoph Sadik Al-Azm und die deutsch-brasilianische Kulturmanagerin Eva Sopher erhalten das offizielle deutsche Ehrenzeichen, wie das Goethe-Institut heute mitteilte.Mit den drei Preisträgern würden Persönlichkeiten geehrt, die sich besonders um den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht hätten, hieß es. Die Medaillen werden am 28. August, Goethes Geburtstag, im Residenzschloss Weimar vergeben. Die Goethe-Medaille wurde 1954 vom Vorstand des Goethe-Instituts gestiftet, seit 1975 ist sie als offizielles Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland anerkannt. Zu den bisher 338 Preisträgern gehören Daniel Barenboim, John le Carré und Jorge Semprún.

Marbacher Literaturmuseum mit neuer Dauerausstellung

Weniger Exponate - mehr Informationen

Nach neun Jahren hat das Literaturmuseum der Moderne im baden-württembergische Marbach seine Dauerausstellung neu gestaltet - und deutlich aufgeräumt. Nicht mehr 1400, sondern 280 Exponate geben Einblicke in die Bestände des Deutschen Literaturarchivs. Zum einen seien seit der Eröffnung 2006 bedeutende Bestände dazukommen. Zum anderen wollte man die behäbigen Führungsgeräte durch leichte Touchpads ersetzen. So begründete Direktor Ulrich Raulff die Neuordnung. Über eine App erhalten die Besucher außerdem jede Menge Zusatzinfos über die Ausstellungsstücke. Das Literaturarchiv in der Schiller-Geburtsstadt umfasst rund 1400 Schriftsteller- und Gelehrtennachlässe mit gut 50 Millionen Blättern, Büchern und Gegenständen. Es besteht seit 60 Jahren.

Plácido Domingo sagt Auftritt in Hamburg ab

Der Opernstar nennt dafür familiäre Gründe

Plácido Domingo hat einen Auftritt in der Wiederaufnahme von Verdis "Simon Boccanegra" an der Hamburger Staatsoper aus familiären Gründen abgesagt. "Wir bedauern es sehr, dass Herr Domingo am 7. Juni nicht in Hamburg zu erleben sein wird", sagte Opernintendantin Simone Young heute. Der Sänger konnte bereits seine für Mai geplanten Gastengagements am Londoner Royal Opera House und an der Wiener Staatsoper nicht wahrnehmen. Er hoffe jedoch, dass sein Auftritt am 10. Juni in Hamburg stattfinden könne. Anstelle von Domingo konnte Young den georgischen Bariton George Gagnidze gewinnen.

Deutscher Sprachpreis für Katharina Raabe

Die Berliner Lektorin betreut osteuropäische Literatur

Katharina Raabe wird mit dem diesjährigen Deutschen Sprachpreis geehrt. Die gebürtige Hamburgerin habe sich große Verdienste um die Bereicherung der deutschen Sprache durch literarische Stimmen aus Osteuropa erworben. Das teilte die Henning-Kaufmann-Stiftung heute mit. Raabe wurde 1993 Lektorin beim Rowohlt Berlin Verlag, seit 2000 betreut sie die osteuropäische Literatur im Suhrkamp Verlag. Die Preisverleihung - bei der die Laudatio der bosnische Autor Dzevad Karahasan übernimmt - findet am 25. September in Weimar statt.

Berlin-Rheinsberger Kompositionspreis geht an Koreanische Komponistin

Zum Preis gehört auch ein Auftragswerk

Der diesjährige Berlin-Rheinsberger Kompositionspreis geht an die aus Südkorea stammende Yonghee Kim. Die Komponistin erhalte die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr bisheriges Werk, teilte die Berliner Senatskanzlei heute mit. Der Kultursenat und die Musikakademie im brandenburgischen Rheinsberg fördert darüberhinaus die Künstlerin durch einen zweimonatiger Aufenthalt in Rheinsberg.Ein dort entstehendes neues Werk soll danach in Rheinsberg und Berlin uraufgeführt werden. Yonghee Kim wurde 1982 in Seoul geboren und studierte dort Komposition. Ihren Master absolvierte sie an der Berliner Universität der Künste. Für ihre Werke, unter anderem "Desire Patchwork" und "Falsche Vögelchen", wurde sie bereits von der Koreanischen Musikgesellschaft geehrt. Der Berlin-Rheinsberger Kompositionspreis wird in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben.

Bühnenbildner Günther Schneider-Siemssen ist tot

Als Karajan-Berater gestaltete er die Bühnenbilder der Salzburger Festspiele

Der Bühnenbildner und Regisseur Günther Schneider-Siemssen ist heute im Alter von 88 Jahren gestorben. Das teilte sein Sohn mit. Der in Augsburg geborene und in München aufgewachsene Schneider-Siemssen gestaltete die Bühnen vieler Opern der Welt, darunter die Met in New York ebenso wie Opernhäuser in Südamerika, Kanada, Israel, Südafrika und vielen Städten der USA. Sein Markenzeichen waren fantasievolle Lichtstimmungen. Mehrere Male illustrierte er Richard Wagners "Ring". Als persönlicher Berater des Dirigenten bestimmte Schneider-Siemssen wesentlich die Opern-Ästhetik bei den Salzburger Festspielen in der Ära von Herbert von Karajan. Der Durchbruch gelang dem jungen Künstler 1962 mit Karajans Inszenierung von "Pelleas und Melisande". 1964 wurde er Chefbühnenbildner an der Wiener Staatsoper, bis 1987 war er Chefbühnenbilder der Österreichischen Bundestheaters.

Astrid Lindgren Preis für südafrikanische Lese-Organisation

PRAESA fördert Kinder mit Leseclubs

Mit der wichtigste Kinderliteratur-Auszeichnung der Welt, dem schwedische Astrid Lindgren Preis, wurde gestern Abend der südafrikanischen Lese-Organisation Praesa geehrt. Der mit umgerechnet 534.000 Euro dotierte Preis wurde von der schwedischen Kultusministerin in Stockholm überreicht. Die südafrikanische Lese-Organisation Praesa macht Kindern mit Leseclubs in Lust auf Literatur, baut Brücken zwischen Verlegern und Leseförderern. Sie setzt sich dafür ein, dass Kinder auch in ihren afrikanischen Muttersprachen lesen lernen und versorgt sie mit Literatur - wie etwa mit der Buchreihe „Little Hands Books", die in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurde.

Erstmals Frau an Spitze des Literaturnobelpreis-Komitees

Sana Danius tritt heute ihr Amt an

Die Schwedische Akademie für den Literaturnobelpreis wird erstmals in ihrer über 200-jährigen Geschichte von einer Frau geführt. Seit heute ist die Ästhethik-Professorin Sara Danius Erste Sekretärin und damit Chefin der Jury für den Literaturnobelpreis.
Die 53 Jahre alte Literaturwissenschaftlerin aus Stockholm ist bereits seit Dezember 2013 als Nobeljurorin in dem 18-köpfigen Gremium und gilt als Expertin für Marcel Proust, James Joyce und Gustave Flaubert. Die Mitgliedschaft gilt nach den Statuten der Akademie von 1786 lebenslang. Das Gremium wählt seine neuen Mitglieder selbst aus.

Parzinger fordert schärferes Vorgehen gegen Antikenraub

Illegaler Handel mit Kunstwerken muss eingeschränkt werden

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hat ein entschiedeneres Vorgehen gegen Raubgrabungen und illegalen Antikenhandel gefordert. Nach der Verabschiedung einer entsprechenden UN-Resolution seien alle Länder zum Handeln aufgerufen, sagte der Archäologe in einem Gespräch der Deutschen Presse-Agentur. Der illegale Handel mit gestohlenem oder ausgegrabenem Kulturgut müsse eingedämmt werden. Denn solange terroristische Vereinigungen wie der "Islamische Staat" wissen, dass es einen Markt gibt und es Abnehmer gibt, werde weiter geplündert, so Parzinger. Die bewusste Zerstörung von Kulturgut sei ein Kriegsverbrechen. Besonders betroffen sind das Bürgerkriegsland Syrien und der Nordirak.

Amos Oz für Internationalen Literaturpreis nominiert

Ehrung gilt internationalen Werken und ihren Übersetzern

Der israelische Schriftsteller Amos Oz ist für den Internationalen Literaturpreis 2015 des Berliner Hauses der Kulturen der Welt nominiert. Der 76-Jährige steht gemeinsam mit Übersetzerin Mirjam Pressler für den Roman "Judas" auf der Shortlist. Ebenfalls nominiert: NoViolet Bulawayo ("Wir brauchen neue Namen"), Patrick Chamoiseau ("Die Spur des Anderen"), Daša Drndic ("Sonnenschein"), Gilbert Gatore ("Das lärmende Schweigen") und Krisztina Tóth ("Aquarium"). Der Preis wird am 8. Juli in Berlin verliehen. Er ist mit 25 000 Euro für den Autor und 10 000 Euro für den Übersetzer dotiert. Auslober sind das Haus der Kulturen der Welt und die Hamburger Stiftung Elementarteilchen.

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