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Kulturnachrichten

Samstag, 28. Juni 2014

Japanischer Film "My Man" gewinnt beim Filmfest Moskau

Deutsche Produktionen gehen leer aus.

Beim 36. Moskauer Internationalen Kinofestival wurde Kazuyoshi Kumakiris Film mit dem Goldenen Georg ausgezeichnet. In "My Man" geht es um die Beziehung einer jungen Frau zu ihrem Adoptivvater. Unter den 16 Filmen im Wettbewerb waren vier mit
deutscher Beteiligung gewesen, darunter «Alles
inklusive» von Doris Dörrie.

Für die beste Regie wurde die russische Filmemacherin Walerija Gaj Germanika geehrt. «Da i Da» (Ja und Ja) heißt ihr Werk, in dem es um die Alkoholezesse eines jungen Künstlers geht.

Neue Proteste gegen "Gólgota Picnic" in Polen

Katholische Fundamentalisten haben erneut versucht, die Aufführung des Stücks zu verhindern

Das Religions- und Konsum-kritische Video des Regisseurs Rodrigo García hat zahlreiche Demonstrationen provoziert, bei denen Parolen wie "Ja zur Kultur, Nein zur Blasphemie" gerufen wurden. In Warschau musste die Polizei die Demonstranten daran hindern, den Zuschauerraum des TR-Theaters zu stürmen. In Lodz wurde die geplante Lesung des Stücks abgesagt, nachdem der Saal gestürmt worden war.

Die Vorführungen des "Gólgota Picnic" werden in Polen von Künstlern organisiert, die sich damit gegen eine "idologische Zensur" der Kirche zur Wehr setzen. Am vergangenen Wochenende war das Theaterstück bei einem Festival in Posen vom Spielplan genommen worden. "Wir rufen alle Theaterleute und alle Bürger dazu auf, entschieden gegen die Gewalt im öffentlichen Leben zu protestieren und die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Kunst zu verteidigen"", schreiben die Initiatoren der Künstlerinitiative.

Im "Gólgota Picnic" wird das Letzte Abendmahl metaphorisch als Abgesang auf die Menschheit und die Konsumgesellschaft inszeniert. Der Direktor des "Malta"-Festivals in Posen hatte das Stück zurück gezogen "wegen des Riskos von Zusammenstößen, die die Zuschauer, Schauspieler und andere Personen gefährden" könnten. Der Posener Erzbischof Stanislaw Gadecki hatte die Aufführung als blasphemisch kritisiert. Das Stück mache "sich in übler Weise lustig über das, was den Christen am allerhe ilgsten ist".

"Gólgata Picnic" hat seit seiner Uraufführung 2011 in Toulouse auch in anderen Ländern immer wieder Proteste provoziert. Es wurde unter anderem in Hamburg und Berlin gezeigt.

«It's All Over Now» - Bobby Womack ist tot

Der Sänger prägte den Soul der 60er-Jahre

Bobby Womack starb am Freitag in New York. Er wurde 70 Jahre alt. Von ihm stammt die Originalversion des Songs "It's All Over Now", mit dem die Rolling Stones so große Erfolge feierten. Er arbeitete seitdem vor allem als Studiomusiker, zum Teil gemeinsam mit Stars wie Janis Joplin oder Aretha Franklin. Eigene Hits waren «Lookin' For A Love», «That's The Way I Feel About Cha» und «Woman's Gotta Have It».

Grimme Online Awards verliehen

Öffentlich-rechtliche Beiträge liegen bei der diesjährigen Preisvergabe vorn

«Zwischen Hoffnung und Verzweiflung - Der neue Nahe Osten» heißt ein gemeinsames Online-Dossier des Bayerischen Rundfunks und des Südwestrundfunks, das ebenso ausgezeichnet wurde wie der Kulturkanal Arte für sein Doku-Game «Fort McMoney». Für den WDR erhielt die Netz-Reportage «Pop auf'm Dorf» einen Preis. Der Online-Ableger der «Neuen Zürcher Zeitung» wurde in der Kategorie Kultur und Unterhaltung geehrt.

Tilo Jung bekam den Preis für seinen YouTube-Kanal «Jung & naiv», außerdem wurde das Blog «42553 Neviges» von dem Bürgerreporter Norbert Molitor prämiert. Jury-Mitglied Konrad Scherfer hob im Deutschlandradio Kultur direkt nach der Preisverleihung hervor, dass es beim Grimme Online Award eben möglich sei, dass auch Einzelpersonen wie Molitor "neben den großen Häusern auf der Bühne stehen können".

Scherfer und seine Kollegen aus der Jury waren besonders von neuen ästhetischen Formen im Netz angetan: "Multimediales Storytelleing, die Möglichkeit, längere Texte im Web so zu kombinieren, dass eigene innovative Form der multimedialen Reportage entsteht", so Scherfer in unserer Sendung Fazit.

Insgesamt waren 23 Netzreportagen und Filme in die engere Wahl gekommen, 8 Preise wurden vergeben.

Architekt Ole Scheeren mit dem "Urban Habitat Award" ausgezeichnet

Er bekommt den Preis für seinen Wohnkomplex "The Interlace" in Singapur

Der Wohnkomplex wurde als weltweit bestes Hochhausprojekt vom Rat für Hochhäuser und urbanes Wohnen in Chicago verliehen. "The Interlace" ist ein gestapelter, vielschichtiger Komplex in Singapur. Er bietet 1040 Wohnungen, Innenhöfe und begrünte, gemeinschaftlich nutzbare Flächen. Das Projekt zeige die Möglichkeiten, mit Hochhäusern qualitätsvollen städtischen Raum zu schaffen, wenn man Wolkenkratzer nicht nur als einsam stehende, unverbundene Symbole betrachte, hieß es zur Begründung.
Der Deutsche Ole Scheeren gilt als Shootingstar der Architekturszene. Er lebt und baut vor allem in China. Sein bekanntestes Bauwerk ist das China Central Television Headquater, die Sendezentrale des staatlichen chinesischen Fernsehsenders in Peking.

Das Mönchehaus in Goslar wurde wieder eröffnet

Installationen Anselm Kiefers wieder zugänglich

Das Museum für zeitgenössische Kunst, das zwei Jahre lang wegen Renovierung geschlossen war, ist nun wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Anselm Kiefers an biblischen Motiven orientiertes Werk ist die Haupt-Attraktion des Hauses, wie dessen Direktorin Bettina Ruhrberg gegenüber Deutschlandradio Kultur erklärte: "Das ist eine ganz besondere Installation in vier Räumen, und es ist die erste Installation, die er überhaupt je in einer öffentlichen Institution gemacht hat." In Goslar wird seit 1974 alljährlich eine der angesehendsten Auszeichnungen für Bildende Kunst vergeben: der Kaiserring. "1990 hat Anselm Kiefer den Kaiserring der Stadt Goslar erhalten", so Bettina Ruhrberg. "Und traditionell gehört eine Ausstellung im Mönchehaus zu der Preisverleihung."

Umstrittene Kunstschau - die Manifesta hat begonnen

Eremitage in St. Petersburg zeigt auch Russland-kritische Kunst

Die von dem deutschen Kurator Kasper König mitorganisierte "Manifesta" hat nach langen Diskussionen jetzt eröffnet. Zahlreiche Künstler hatten gefordert, die Biennale solle boykottiert werden, um damit gegen die Politik von Kreml-Chef Wladimir Putin zu protestieren. Rechte Gruppierungen in Russland wiederum haben gegen die Schau mobilisiert, weil sie ihnen zu westlich und liberal erscheint.

Jetzt sind in den Räumen des altehrwürdigen Museums Eremitage auch zahlreiche politische und kritische Arbeiten zu sehen, neben
modernen Klassikern wie Joseph Beuys und Gerhard Richter. Ein Teil der Werke beschäftigt sich mit in Russland umstrittenen Themen wie Homosexualität. St. Petersburg war die erste Stadt, die ein Gesetz gegen so genannte "homosexuelle Propaganda" erlassen hatte.

Rund eine halbe Million Besucher werden bis Ende Oktober erwartet.

«Liebermann bis Nolde» Impressionismus auf Papier

Ausstellung im Hamburger Ernst Barlach Haus

«Der deutsche Impressionismus ist vielfach beleuchtet worden, doch ging es dabei meist um Leinwandmalerei und deren französische Vorbilder», erklärten die Veranstalter. Deswegen widme sich die neue Schau ausführlich dem Medium Papier und würdige die wegweisende Rolle, die impressionistische Zeichnungen, Aquarelle, Pastelle, Druckgrafiken und Fotografien für die Entwicklung der modernen Kunst in Deutschland spielten.
Gezeigt werden ab Sonntag mehr als 100 selten gezeigte Meisterblätter und einige ergänzende Gemälde aus den 1880er bis 1920er Jahren von 14 Künstlern – dazu gehören Werke namhafter Impressionisten wie Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt.

Ungewöhnliches Erinnerungsprojekt in Dresden

Museum will mit Denkmal aus Keksen der Weltkriegsopfer gedenken

Der neuseeländische Aktionskünstler Kingsley Baird installiert ein Denkmal aus 18.000 Keksen in Soldatenform. Das essbare Keks-Monument soll am 12. Juli zur Dresdner Museumsnacht der Öffentlichkeit präsentiert werden. Besucher seien eingeladen, die Kekse mit einem Gewicht von jeweils 35 Gramm mitzunehmen oder auch zu verzehren, sagte Gorch Pieken, wissenschaftlicher Leiter des Militärhistorischen Museums Dresden.
Seine Installation „Stela gelte allen Soldaten, so Kingsley Baird. Er erhoffe sich eine Reflektion des Ersten Weltkrieges in der Gegenwart. Die Schirmherrschaft für das Projekt hat die neuseeländische Botschaft in Deutschland übernommen.

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