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Kulturnachrichten

Donnerstag, 19. Juni 2014

Menschenrechts-Gerichtshof stellt Aufklärung von Anschlägen vor Quellenschutz

Der journalistische Quellenschutz gilt nicht in jedem Fall.

Wenn es zum Beispiel um die Aufklärung von Anschlägen gilt, dürfen Journalisten ihre Quelle nicht geheim halten: Das hat jetzt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg entschieden. Er wies damit eine Klage der Herausgeber einer Zeitschrift gegen die Niederlande zurück. Der Fall ist Jahre alt: Mitte der 90er Jahre hatte die Polizei in Arnheim nach mehreren Bomben-Attentaten die Redaktion des Magazins "Ravage" durchsucht und Computer sowie Unterlagen beschlagnahmt. Die Fahnder suchten nach einem Bekennerbrief, den "Ravage" erhalten hatte. Die Herausgeber hatten bereits in den Niederlanden erfolglos gegen die Durchsuchung als einen Verstoß gegen die Pressefreiheit geklagt. Der Menschenrechts-Gerichtshof bestätigte nun diese Urteile.

Edward Snowden soll Ehrenmitglied der Freien Universität Berlin werden

Die nächste Ehrenmitgliedschaft der Freien Universität Berlin dürfte für Diskussionen sorgen.

Die Uni verleiht den Titel an den Whistleblower Edward Snowden, wie der Akademische Rat der FU in der Hauptstadt mitteilte. Er gibt damit einem Antrag der Studentenvertretungen statt. In der Begründung heißt es, der ehemalige US-Geheimdienst-Mitarbeiter habe sich außergewöhnlich stark für Transparenz, Freiheit und Gerechtigkeit eingesetzt. Dies sei in hohem Maße übereinstimmend mit den Grundsätzen der FU, die "Veritas, Iustitia, Libertas" lauteten. An der Universität Rostock wird bereits seit längerem über Snowden gestritten. Dort wies heute die Philosophische Fakultät Bedenken von Uni-Rektor Wolfgang Scharek gegen eine Verleihung der Ehrendoktorwürde offiziell zurück. Jetzt muss vermutlich die mecklenburg-vorpommernsche Landesregierung entscheiden.

Kulturrat fordert, dass Mindestlohn bei Praktika erst nach drei Monaten gilt

In die Diskussion über den Mindestlohn hat sich jetzt auch der Deutsche Kulturrat eingeschaltet.

Er hält die geplante Lohnuntergrenze für Praktika von mehr als sechs Wochen für gefährlich. Kulturrat-Geschäftsführer Olaf Zimmermann sagte in Berlin, viele Kultur- und Medieneinrichtungen seien nicht in der Lage, ihren Praktikanten 8 Euro 50 pro Stunde zu zahlen. Daher solle der Mindestlohn bei Praktika in diesem Sektor erst nach drei Monaten gelten. Andernfalls könnten massenhaft Angebote wegfallen.

Judaist Peter Schäfer wird neuer Direktor des Jüdischen Museums

Das Jüdische Museum in Berlin bekommt einen neuen Direktor.

Zum 1. September werde der Judaist Peter Schäfer die Leitung übernehmen, teilte das Museum mit. Er folgt auf den 88-jährigen Gründungsdirektor Michael Blumenthal, der das Amt auf eigenen Wunsch niederlegt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte, mit Schäfer komme einer der international angesehensten Judaisten zum Jüdischen Museum. Schäfer lehrte in Tübingen, Köln und Berlin. 1994 wurde er mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet, 2006 erhielt er den Mellon-Award, eine der bedeutendsten Ehrungen für Geisteswissenschaftler in den USA. Bis zum vergangenen Jahr leitete Schäfer das Studienprogramm Judaistik an der Princeton University.

Sachsen-Anhalts Regierung will Uni-Institute notfalls selbst schließen

In Sachsen-Anhalt soll die Schließung von Universitäts-Instituten zur Chefsache werden.

Landes-Wissenschaftsminister Hartmut Möllring hat einen Zeitungsbericht bestätigt, wonach er Institute im Rahmen von Einsparungen notfalls selbst zumachen will. Er sagte in Magdeburg, dies könne per Verordnung oder Gesetz geschehen - und zwar dann, wenn in den zuständigen Universitätsgremien keine Mehrheit für solche Schließungen zustande komme. Die Gewerkschaft Verdi kritisierte die Pläne Möllrings als "Basta-Politik". Damit werde die gewollte Autonomie der Hochschulen ad absurdum geführt. Die Landesregierung hatte sich mit den beiden Universitäten in Halle-Wittenberg und Magdeburg auf Einsparungen verständigt, die auch zur Schließung von Instituten führen sollen.

Zweites Picasso-Gemälde unter dem "Blauen Zimmer"

Hinter dem Picasso fanden die Forscher - einen zweiten Picasso.

Mitarbeiter der privaten Phillips-Sammlung in Washington haben das Gemälde "Das blaue Zimmer" untersucht und festgestellt, dass sich darunter ein weiteres Werk des weltberühmten Spaniers befindet. Die Existenz des übermalten Bildes eines bärtigen Mannes ist bereits seit 2008 bekannt, doch die Forscher sind sich erst jetzt sicher, dass es sich dabei ebenfalls um einen Picasso handelt. Dies habe eine Untersuchung der Farbpigmente ergeben, sagte Kuratorin Sue Frank. Picasso habe sein Bild übermalt, weil Leinwand damals teuer und der Künstler sehr arm gewesen sei.

Historisches "Parzival"-Fragment entdeckt

Es ist nur ein kleiner Streifen Pergament - aber für Mediävisten ein wichtiger Fund.

Wissenschaftler der Universitätsbibliothek Leipzig haben das uralte Fragment einer Abschrift der "Parzival"-Erzählung entdeckt. Sie fanden den Pergamentstreifen in einem alten Handschriftenband. Ein Universitäts-Sprecher sagte, weil das "Parzival"-Original Wolfram von Eschenbachs verschwunden sei, besäßen frühe Abschriften große Bedeutung. Der originale Parzival-Versroman entstand vermutlich im ersten Jahrzehnt des 13. Jahrhundert. Die nun gefundene Abschrift dürfte nach Einschätzung der Forscher nur wenige Jahrzehnte älter sein.

Populäre paschtunische Sängerin Muskan in Peshawar erschossen

In Pakistan war sie ein Star.

Die paschtunische Sängerin Gulnar Bibi - populär unter ihrem Künstlernamen Muskan - ist vermutlich von Islamisten ermordet worden. Unbekannte drangen nach Polizeiangaben in ihr Haus in der Provinzhauptstadt Peshawar ein und erschossen sie. Hinter der Tat werden die radikal-islamischen Taliban vermutet, die weltliche Musik ablehnen. Vor zwei Jahren war in Peshawar bereits die Sängerin Ghazala Javed erschossen worden. Viele andere paschtunische Künstler haben nach Taliban-Drohungen ihre Heimat im Nordwesten Pakistans verlassen.

Mutmaßlicher KZ-Wachmann in den USA festgenommen

Der Vorwurf lautet "Beihilfe zur Ermordung hunderttausender Juden".

In den USA ist der 89-jährige gebürtiger Tschechoslowake Johann Breyer verhaftet worden. Die deutsche Staatsanwaltschaft in Weiden in der Oberpfalz hat seine Auslieferung beantragt, weil er im Jahr 1944 als Wachmann im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen sein soll. Breyer bestreitet dies. Über seine Auslieferung wird nach einer Anhörung im August entschieden. Seit einigen Jahren bemüht sich die deutsche Justiz verstärkt darum, die noch lebenden mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher vor Gericht zu bringen.

Springer-Konzern steigt bei französischer Suchmaschine Qwant ein

Der Springer-Konzern setzt seinen Weg einer stärkeren digitalen Ausrichtung mit einer neuen Beteiligung fort.

Wie Springer in Berlin bekanntgab, kauft sich das Unternehmen zu 20 Prozent bei der französischen Suchmaschine Qwant ein. Der Kaufpreis soll im unteren einstelligen Millionen-Bereich liegen. Ein Springer-Vertreter sagte, auf dem digitalen Suchmarkt gebe es zahlreiche Innovationen. Um daran teilzuhaben und zu lernen, beteilige man sich an dem jungen Unternehmen. Qwant.com startete mit seiner ersten Version 2013 in Frankreich und im März 2014 in Deutschland. Im vergangenen Jahr führte das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als eine halbe Milliarde Suchanfragen aus.

Türkische Regierung will Steuern auf historische Orte erheben

Die türkische Regierung plant eine Art "Denkmal-Steuer".

Sie will nun auch Abgaben für touristische Betriebe an historischen Orten erheben. Besteuert werden sollen etwa die Restaurants und Cafés am Großen Basar in Istanbul oder der Betreiber des Besucherzentrums am Galataturm. Das Finanzministerium in Ankara argumentiert, dass diese Unternehmer nicht länger von den Steuern und anderen Abgaben ausgenommen werden sollten, weil sie hohe Einnahmen erzielten. Die Betroffenen hoffen jetzt auf das türkische Kulturministerium, das das Vorhaben ablehnt.

Technische Probleme: Facebook-Nutzer müssen sich eine halbe Stunde lang anderweitig beschäftigen

Ungefähr eine halbe Stunde lang dürften sich viele Menschen heute morgen gefragt haben: Und was mache ich jetzt?

Der Grund: Facebook hatte technische Probleme. In mehreren Ländern war es nicht möglich, sich in das soziale Netzwerk einzuloggen. Es war lediglich der Hinweis auf eine technische Störung zu sehen. Bei Twitter berichteten Nutzer unter anderem aus Israel, Spanien, Russland und Italien, dass Facebook offline war. Auch Deutschland war betroffen - inzwischen ist die Störung aber offenbar behoben.

Australien baut doch kein Atommülllager auf Aborigine-Land

Seit Jahren haben australische Aborigines gegen ein geplantes Atommülllager gekämpft.

Mit Erfolg: Die Regierung hat nun entschieden, die Pläne aufzugeben. Vorausgegangen war ein langwieriger Rechtsstreit. 2007 hatte ein Aborigine-Clan seine Zustimmung zu dem Lager für leicht- und mittelradioaktive Abfälle gegeben. Mehrere andere Clans waren aber dagegen, weil sich die Anlage zu nah an einer ihrer heiligen Stätten befunden hätte. Nun muss die Regierung nach einem anderen Standort suchen. Australien nutzt keinen Strom aus Atomkraft, besitzt aber einen Forschungsreaktor, für dessen abgebrannte Brennstäbe und andere Abfälle ein Lager gebraucht wird.

20 bislang unveröffentlichte Gedichte von Pablo Neruda entdeckt

Manchmal lohnt es sich doch, richtig gründlich aufzuräumen.

So sind bei der Pablo-Neruda-Stiftung in Santiago de Chile 20 bislang unveröffentlichte Gedichte des Literaturnobelpreisträgers entdeckt worden. Die Stiftung teilte mit, Experten hätten die Echtheit der Texte bestätigt, auf die man die bei einer Katalogisierungs-Aktion gestoßen sei. Sie sollen noch dieses Jahr veröffentlicht werden. Die Gedichte stammen aus der Zeit nach 1956, können den Angaben zufolge aber nur zum Teil genauer datiert werden. In sechs von ihnen widmet sich der 1973 verstorbene Schriftsteller seinem Hauptthema: der Liebe.

Telefon-Hotline für Beschwerden über thailändische Mönche eingerichtet

Buddhistische Mönche in Thailand leben traditionell von Almosen.

In den vergangenen Monaten sorgten aber immer wieder Berichte über den exzessiven Lebensstil mancher Geistlicher für Aufregung. Unter anderem war von Reisen in Privatjets und Drogenkonsum die Rede. Jetzt greift die zuständige Behörde durch: Sie hat eine Sondernummer freigeschaltet, unter der man sich rund um die Uhr über anstößiges Verhalten buddhistischer Mönche beschweren kann. Die Hinweise würden an die Klöster weitergeleitet, hieß es. - In Thailand leben rund 270.000 Mönche. Rund 94 Prozent der Bevölkerung gehören nach offiziellen Angaben dem Buddhismus an.

Blumenkästen statt Barrikaden: Brücke in Mitrovica soll verfeindete Stadtteile verbinden

Grünpflanzen und eine Fußgängerzone sollen dabei helfen, Gegensätze zu überwinden.

In der Stadt Mitrovica im Norden des Kosovo ist eine drei Jahre alte Barrikade entfernt und durch Blumenkästen ersetzt worden. Die Barrikade war von Kosovo-Serben errichtet worden. Sie befand sich auf der Brücke über den Fluss Ibar, der den mehrheitlich von Kosovo-Albanern bewohnten Südteil der Stadt vom serbisch geprägten Norden trennt. Die serbische Regierung und die Kosovo-Serben erkennen die Unabhängigkeit des Kosovos nicht an. Eine Normalisierung der Beziehungen ist aber Voraussetzung für den von Serbien angestrebten Beitritt zur EU.

Lauschaffäre in Polen: Redaktionsräume des Wochenmagazins "Wprost" durchsucht

Seit einigen Tagen erschüttert eine Lauschaffäre die polnische Politik.

Jetzt hat die Warschauer Staatsanwaltschaft die Redaktion des Wochenmagazins "Wprost" durchsucht, das den Skandal ins Rollen gebracht hat. Der Chefredakteur verweigerte die Herausgabe seines Laptops und eines USB-Sticks ohne richterliche Anordnung. Zudem will "Wprost" wegen Verletzung der Pressefreiheit Klage einreichen. In einem offenen Brief verurteilen zahlreiche Journalisten das Vorgehen der Staatsanwaltschaft.

"Wprost" hatte Abschriften von Tonaufnahmen präsentiert, die bei einem privaten Treffen von Innenminister Bartłomiej Sienkiewicz mit dem Chef der polnischen Nationalbank, Marek Belka, vor knapp einem Jahr gemacht wurden. Darin treffen beide politische Absprachen, die deutlich über ihre Befugnisse hinausgehen. So bietet Belka der Regierung Hilfe bei Wirtschaftsproblemen an - unter der Bedingung, dass der Finanziminster sein Amt aufgibt. Tatsächlich trat der damalige Amtsinhaber wenig später zurück.

Tausende Schweden fordern nach Grundsatz-Urteil Rundfunkgebühr zurück

In Schweden musste man seit Anfang 2013 auch für Computer, Smartphones und Tablets die Rundfunkgebühr bezahlen.

Das oberste Verwaltungsgericht hat diese Regelung nun aber gekippt. Wie die Zeitung "Dagens Nyheter" berichtet, haben sich seit dem Urteil schon etwa 8.000 Schweden bei der Gebührenzentrale abgemeldet. Und es werden wohl noch viel mehr. 100.000 Haushalte hatten sich nämlich erst angemeldet, nachdem die Regelung eingeführt worden war, dass jeder zahlen muss, der einen Internetanschluss besitzt.

Die Gebührenzentrale hatte es zunächst abgelehnt, das Geld zurückzuzahlen. Inzwischen hat sie ihre Meinung geändert und angekündigt, dass die abgemeldeten Verbraucher die Gebühr so schnell wie möglich erstattet bekommen sollen. In Schweden beträgt die Rundfunkgebühr umgerechnet ungefähr 230 Euro im Jahr.

Parlament in Luxemburg stimmt für gleichgeschlechtliche Ehe

Wer in Deutschland von der Homo-Ehe spricht, redet eigentlich nur über eine eingetragene Lebenspartnerschaft.

In Luxemburg können schwule und lesbische Paare künftig tatsächlich heiraten. Das Parlament hat mit großer Mehrheit ein Gesetz verabschiedet, das Ehen gleichgeschlechtlicher Paare erlaubt. Außerdem wird ihnen die Adoption von Kindern ermöglicht. Das Gesetz tritt voraussichtlich Anfang nächsten Jahres in Kraft. - Das erste europäische Land, das die gleichgeschlechtliche Ehe einführte, waren 2001 die Niederlande. Auch in Frankreich, Schweden sowie in Großbritannien, Belgien und Portugal ist die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt. In Deutschland steht eine Entscheidung darüber noch aus.

Luxemburg ist traditionell katholisch geprägt. Die katholische Kirche hatte vor der Abstimmung über das neue Gesetz betont, die Ehe sei ein Bündnis zwischen Mann und Frau.

Pläne für Amsterdamer Holocaust-Mahnmal sollen überdacht werden

"Pfad des Lichts" -

so lautet der Titel des geplanten Holocaust-Mahnmals in Amsterdam. Die Pläne sollen jetzt aber noch einmal überdacht werden. Das hat der Rat des Zentrumsbezirks der niederländischen Stadt entschieden. Der Grund: Anwohner haben Bedenken gegen das Monument nach einem Entwurf des US-Architekten Daniel Libeskind. Sie halten es für überdimensioniert. Das Bauwerk soll etwa 1.000 Quadratmeter groß werden - und in einem Park stehen, der etwa 7.500 Quadratmeter groß ist. Es wird zum Gedenken an die mehr als 100.000 Juden und hunderte Sinti und Roma errichtet, die im Zweiten Weltkrieg von den Nazis in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert wurden.

Sachsen führt Gedenktag für Heimatvertriebene ein

Jeden zweiten Sonntag im September wird in Sachsen künftig der Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung gedacht.

Das hat der Landtag in Dresden mit den Stimmen der schwarz-gelben Koalition beschlossen. Vertreter der Opposition hatten eine historische Einordnung des Gedenktags verlangt. Die Linkspartei lehnt ihn komplett ab. Die SPD war mit dem Antrag gescheitert, stattdessen am Weltflüchtlingstag im Juni auch an Vertriebene zu erinnern. Bayern und Hessen haben den Gedenktag für Heimatvertriebene schon im vergangenen Jahr eingeführt.

NRW-Hochschulgesetz: Erneut Nachbesserungen gefordert

In Nordrhein-Westfalen geht die Diskussion um das neue Hochschulgesetz weiter.

Bei einer Anhörung im Düsseldorfer Landtag kritisierten Vertreter der Universitäten erneut vor allem die geplanten Rahmenvorgaben. Damit könne das Bildungsministerium den Unis in zentralen Fragen verbindliche Vorschriften machen. Die Vorgaben wirkten wie Gesetze, das Parlament werde aber nicht beteiligt, bemängelte Ursula Gather, Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz. Der Gesetzesentwurf sei von einem "Geist des Misstrauens" geprägt, erklärte auch Martin Sternberg, Vorsitzender der Konferenz der FH-Rektoren. Auch die Musik- und Kunsthochschulen forderten Nachbesserungen.

Nach anhaltender Kritik im Frühjahr hatte Bildungsministerin Svenja Schulze den Gesetzentwurf bereits geändert. Sie betonte, die Forderung nach mehr Transparenz bei den Hochschulen sei nicht verhandelbar.

USA: Football-Team Washington Redskins verliert Markenschutz

Der Name des Football-Teams Washington Redskins ist ab sofort nicht mehr als Marke geschützt.

Das hat die US-Patentbehörde entschieden. Die Begründung: Das Wort "Redskins - übersetzt "Rothaut" - beleidige die amerikanischen Ureinwohner. Deshalb könne die Bundesbehörde es nicht als Warenzeichen anerkennen. Die Mannschaft kann dagegen bei Gericht noch Widerspruch einlegen.

Vor kurzem hatten sich schon mehrere US-Senatoren für einen Namenswechsel eingesetzt. In einem Brief an den NFL-Chef Roger Goodell forderten sie, dass die Liga den Namen nicht mehr duldet. Redskins-Chef Daniel Snyder wehrt sich gegen eine Namensänderung. Er sagt, der Name sei nicht rassistisch, sondern "ehre" die Indianer.

New Yorker MoMA widmet Björk eine Multimedia-Retrospektive

Die isländische Sängerin Björk versteht sich als eine Art Gesamtkunstwerk -

und das sieht offenbar auch das Museum of Modern Art in New York so: Das MoMA wird Björk im kommenden Jahr eine Retrospektive widmen. Das Ganze ist laut einer Mitteilung als Multimedia-Kollage aus Ton, Film, Bildern, Instrumenten, Kostümen und Performance gedacht. Die Eröffnung ist für März 2015 geplant.

Leistungsschutzrecht: Zeitungsverlage reichen Zivilklage gegen Google ein

Jetzt wollen sie Google auf zivilrechtlichem Weg dazu zwingen, für ihre Inhalte zu bezahlen:

Zwölf Zeitungsverlage haben gegen den Suchmaschinenbetreiber geklagt. Ihre gemeinsame Verwertungsgesellschaft VG Media beruft sich dabei auf das neue Leistungsschutzrecht. Für die Klage zuständig sei zunächst die Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt in München, hieß es.

Google teilte mit, man sei überzeugt, dass die eigenen Angebote im Einklang mit dem Leistungsschutzrecht stünden. Es ermöglicht Verlagen, für die Veröffentlichung ihrer Inhalte im Netz Lizenzgebühren zu verlangen. Suchmaschinen dürfen einzelne Wörter und kleine Textausschnitte bislang aber lizenzfrei nutzen. An der VG Media sind unter anderem die Verlage Axel Springer, Burda, Madsack, DuMont Schauberg und Funke beteiligt.

Klage von Nachbarn gegen Tiermedizin der FU Berlin abgewiesen

Die Hunde der FU Berlin dürfen weiterbellen.

Drei Nachbarn des Veterinärmedizinischen Instituts sind vor dem Berliner Verwaltungsgerichts mit einer Klage wegen Geruchs- und Lärmbelästigung gescheitert. Die Tiermedizin verstoße nicht gegen das Bundesimmissionsschutzgesetz, entschied das Gericht. Die drei Hausbesitzer müssten den Lärm ebenso wie eine Dung-Grube deshalb hinnehmen. Auf dem Gelände im Stadtteil Dahlem hält die FU seit mehr als 40 Jahren Hunde, Schafe und Pferde. Die Häuser der Kläger wurden dort erst vor rund sieben Jahren errichtet. Sie haben noch die Möglichkeit, die Revision des Urteils zu beantragen.

Wien: Theaterservice GmbH baut Dutzende stellen ab

Die angespannte Lage österreichischer Theater fordert ihren Tribut.

Die "Art for Art" Theaterservice GmbH in Wien trennt sich von 46 ihrer insgesamt rund 400 Mitarbeiter. Zu deren Kunden zählt unter anderem das Wiener Burgtheater. Wie die Nachrichtenagentur APA berichtete, einigte sich das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretern auf einen Sozialplan. Die Vereinbarung muss vom Aufsichtsrat der Bundestheater-Holding noch genehmigt werden. "Art for Art" bietet Dienstleistungen wie Dekorations- und Kostümwesen sowie Gebäude- und Bühnentechnik an.

Neue Lutherbibel angekündigt

Zum Reformationsjubiläum im Jahr 2017 wird es eine neue Lutherbibel geben.

Wie die Deutsche Bibelgesellschaft in Wuppertal mitteilte, werden in der Ausgabe moderne wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt. Sprachlich und theologisch bleibe man aber nah an der ursprünglichen Übersetzung Martin Luthers. - Die DBG vertreibt Bibeln und missioniert im In- und Ausland. Durch Buchverkäufe wurden nach eigenen Angaben vergangenes Jahr fast sechs Millionen Euro umgesetzt.

Jazz-Pianist Silver stirbt mit 85 Jahren

Der Jazz-Pianist Horace Silver ist tot.

Er starb im Alter von 85 Jahren, wie der amerikanische Radiosender NPR unter Beruf auf seinen Sohn meldet. Silver hat als Pianist, Saxophonist und Komponist die Entstehung des Hard Bop maßgeblich beeinflusst - einer Musikrichtung, die unter anderem Elemente von Gospel und Blues aufweist. Zu Silvers bekanntesten Kompositionen gehört "Song for my Father".

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