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Montag, 20.05.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 20. Mai 2019

Mehrere niederländische Städte wollen ESC ausrichten

Mehrere niederländische Städte haben ihren Hut in den Ring geworfen, um den Eurovision Song Contest (ESC) im nächsten Jahr auszurichten. Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Maastricht bekundeten Interesse daran, Gastgeber der Mega-Veranstaltung im Jahr 2020 zu sein. Am Samstag hatte der große Favorit Duncan Laurence den diesjährigen ESC gewonnen. Traditionell findet der Musikwettbewerb im darauffolgenden Jahr im Gewinner-Land statt.

Alfred-Kerr-Darstellerpreis an Johannes Nussbaum

Johannes Nussbaum ist auf dem Berliner Theatertreffen mit dem Alfred-Kerr-Darstellerpreis ausgezeichnet worden. Schauspieler Franz Rogowski entschied in diesem Jahr über den Preisträger. Er verlieh die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung an den 1995 in Österreich geborenen Nussbaum. Mit dem Preis wird jährlich eine junge Schauspielerin oder ein junger Schauspieler geehrt, der mit einer "herausragenden Leistung" in einem der eingeladenen Stücke aufgefallen ist. Zum Berliner Theatertreffen werden jedes Jahr die zehn "bemerkenswertesten Inszenierungen" aus dem deutschsprachigen Raum eingeladen.

EBU kritisiert Polit-Provokationen beim ESC

Die EBU (European Broadcast Union) hat als Veranstalter des gestrigen Eurovision Song Contest politische Provokationen während der Show beklagt. Bei dem Auftritt Madonnas hatte ein Tänzer eine israelische Flagge und eine Tänzerin eine palästinensische Flagge auf dem Rücken. Ein EBU-Sprecher sagte: "Dieses Element der Show war nicht Teil der Proben, die von der EBU und dem israelischen Ausrichter genehmigt worden waren. Der ESC ist unpolitisch." Das habe man Madonna auch im Vorfeld klargemacht. Auch in israelischen sozialen Netzwerken wird die Aktion als naiv und bevormundend kritisiert. Auch die isländischen Vertreter, die Band "Hatari" zeigt die palästinensische Flagge. Die Europäische Rundfunkunion als Veranstalter erwägt Schritte, zumindest Islands Verstoß zu ahnden. Die palästinensische Organisation PACBI, die sich für akademischen und kulturellen Boykott Israels einsetzt, reagiert unzufrieden auf die Gesten der Solidarität. Die Künstler hätten sich mit ihren Acts trotz allem als "Feigenblätter" Israels missbrauchen lassen.

Kaschnitz-Preis geht an Angelika Klüssendorf

Die Schriftstellerin Angelika Klüssendorf hat den mit 7.500 Euro dotierten Marie Luise Kaschnitz-Literaturpreis der Evangelischen Akademie Tutzing erhalten. Sowohl Klüssendorfs Erzählungen als auch ihre Romane bestächen durch eine klare, direkte Sprache, die den Leser sofort in ihren Bann zieht, begründete die Jury ihre Entscheidung. Klüssendorf beschreibe Erfahrungen wie Liebe, Wut und die Würde des Einzelnen in einem fremdbestimmten Leben. Seit ihrem Debüt "Sehnsüchte. Eine Erzählung" schreibe sie aus der Perspektive von Schwachen und Gedemütigten, meist Mädchen und Frauen, mit literarisch von Buch zu Buch variierenden Mitteln. Klüssendorf steht laut Jury in der Tradition großer deutscher Erzählerinnen wie Marie Luise Kaschnitz, der Namensgeberin des Preises. Sie erhielt die Auszeichnung für ihr Gesamtwerk im Rahmen einer Literaturtagung am Wochenende in der Evangelischen Akademie.

Kontroverse um Voynich-Manuskript

Eines der geheimnisvollsten Dokumente der Geschichte soll nach 100 Jahren Rätselraten und Forschen entschlüsselt sein. Ein britischer Akademiker schreibt in der Fachzeitschrift "Romance Studies", er habe sowohl die mysteriöse Schrift als auch die Sprache des sogenannten Voynich-Manuskripts aus dem 15. Jahrhundert geknackt. Seit die Universität Bristol dies vergangene Woche bekannt gemacht hat, wächst allerdings die Skepsis unter Fachkollegen. Die Handschrift auf Pergament, 240 Seiten lang, sei in einer ausgestorbenen Sprache und einer heute unbekannten, aber einst üblichen Schrift geschrieben, sagte Gerard Cheshire, der es decodiert haben will. Die Sprache sei Protoromanisch, von der es bis heute keine andere Dokumentation gibt. Sie gilt als Verbindung zu heutigen romanischen Sprachen wie Spanisch Französisch oder Italienisch. Fachkollegen weisen Cheshires Schlussfolgerungen aber zurück. Cheshire habe seine Thesen seit längerem an Fachkollegen verschickt und sei zwei Jahre lang nicht ernst genommen worden, sagte der Computer-Linguist Jürgen Hermes von der Universität Köln, der das Voynich-Manuskript 2012 in seiner Dissertation behandelt hat, der Deutschen Presse-Agentur.

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