Donnerstag, 19.09.2019
 

Kulturnachrichten

Donnerstag, 19. September 2019

Christoph Ingenhoven erhält Semper-Architekturpreis

Der Düsseldorfer Architekt Christoph Ingenhoven erhält den Semperpreis der Sächsischen Akademie der Künste. "Mit ihm wird eine Persönlichkeit ausgezeichnet, deren Gestaltungsauffassung ökologische Aspekte ganzheitlich berücksichtigt und dies zu einer eigenständigen Architektursprache von höchstem ästhetischem Anspruch führt", teilte die Akademie zur Begründung mit. Das sei an Ingenhovens weltweit errichteten Bauten ablesbar. Zu seinen zahlreichen Entwürfen insbesondere unter ökologischen Aspekten zählen u.a. die Neue Messe Hamburg und der Breezé Tower, der als erstes umweltfreundliche Hochhaus in Japan mit einer gläsernen Doppelfassade gilt, die der natürlichen Belüftung der Innenräume dient. Der Preis wird Ende September in der Hochschule für Bildende Künste in Dresden verliehen.

"Spectrum"-Fotografiepreis für Künstlerin Fiona Tan

Die indonesische Fotografin Fiona Tan (53) erhält den internationalen "Spectrum"-Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen. Tan, die in Amsterdam lebt, mache in ihrer Kunst die Dimension der Zeit sichtbar und bewege sich an der Schnittstelle zum Medium Film, würdigte das hannoversche Sprengel Museum die Künstlerin. Das Museum zeigt - als Teil der Auszeichnung - in der Ausstellung "Goraiko" Werke von Tan, bei denen sie sich mit dem Thema Licht und der langsamen Bewegung beschäftigt. Der "Spectrum"-Preis umfasst neben der Ausstellung im Sprengel-Museum auch die Herausgabe einer Künstlerpublikation und ist mit 15.000 Euro dotiert.

Musiktheater in Stuttgart-21-Baugrube

Die Baugrube des Mega-Projekts Stuttgart 21 der Deutschen Bahn wird zur Bühne, denn dort wird an vier Abenden der Regisseur und Sänger der Punkrockband Die Goldenen Zitronen, Schorsch Kamerun, ein Musiktheater aufführen. Mit dem Musik-Projekt "Motor City Super Stuttgart" im zukünftigen Bahnhof werde er die Philosophie des Projekts auf-, aber auch angreifen, sagte Kamerun vor der für heute Abend geplanten Premiere. Die Inszenierung will Kritik an einem Wachstumsdenken üben, für das auch Stuttgart 21 stehe. "Mich beeindruckt dieser technische Wirkungs- und Geltungskrampf schon lange nicht mehr", sagte Kamerun der Deutschen Presse-Agentur. "Ich finde es sogar unmodern, weil es für ein Festhalten am Wachstumszwang steht. Ich schaue traurig auf dieses Projekt." Die "Baustellensinfonie" führt Kamerun mit Einverständnis der Bauleitung direkt unterhalb einer der massiven Kelchstützen an den künftigen Gleisen auf.

Willy-Pitzer-Preis für Eckart von Hirschhausen

Für sein Engagement für kranke Menschen ist der Kabarettist und Arzt Eckart von Hirschhausen mit dem Willy-Pitzer-Preis ausgezeichnet worden. Hirschhausen erhalte den Preis für sein Engagement in der von ihm gegründeten Stiftung "Humor hilft heilen". Von der Musiktherapie auf der Frühgeborenenstation bis zu Forschungsprojekten über die Rolle von Humor in der letzten Lebensphase gebe die Stiftung Impulse vom Beginn bis zum Ende des menschlichen Lebens. Der Preis ist mit 50 000 Euro dotiert. Die Willy-Robert-Pitzer-Stiftung verleiht im jährlichen Wechsel den Erika-Pitzer- sowie den Willy-Pitzer-Preis. Im vergangenen Jahr wurde die Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, Brigitte Mohn, ausgezeichnet.

Opéra national du Rhin ist "Opernhaus des Jahres"

Die Opéra national du Rhin im Elsass ist von Kritikern zum "Opernhaus des Jahres" gewählt worden. In einer Umfrage der Zeitschrift "Opernwelt" unter 50 Musikjournalisten bekam das Haus mit Spielstätten in Straßburg, Colmar und Mülhausen die meiste Zustimmung, wie das Magazin mitteilte. Als beste Aufführung wurde die "Salome"-Produktion der Salzburger Festspiele ausgewählt. Der Italiener Romeo Castellucci gilt laut Umfrage als bester Regisseur und Bühnenbildner des Jahres. Die litauische Sopranistin Asmik Grigorian, die in "Salome" die Hauptrolle spielte, ist "Sängerin des Jahres". Als "Dirigentin des Jahres" wird Joana Mallwitz aufgeführt, die neue Musikchefin am Staatstheater Nürnberg.

Central Park wird für 110 Millionen Dollar renoviert

Der berühmte New Yorker Central Park wird für 110 Millionen Dollar renoviert.
Mehr als die Hälfte des Geldes kommt dabei von Privatleuten, das gab der Parkbetreiber bekannt. Unter anderem soll ein See, der an der Nordostspitze des Central Parks liegt, mit einem Kanal weiter südlich verbunden werden. Auch ein weiterer Teich wird entstehen. Die Bauarbeiten sollen im Frühling 2021 beginnen und drei Jahre dauern.

Pianistin Dina Ugorskaja gestorben

Die Pianistin Dina Ugorskaja ist tot. Die Künstlerin starb in München im Alter von 46 Jahren nach langer schwerer Krankheit, wie ihre Plattenfirma mitteilte. Die 1973 in Leningrad (heute St. Petersburg) geborene Ugorskaja, Tochter des berühmten Pianisten Anatol Ugorski, war 1990 mit ihren Eltern wegen antisemitischer Bedrohungen aus der Sowjetunion geflohen. Klavier studierte sie in Berlin und Detmold, seit 2007 lebte Ugorskaja in München, wo sie Ende vergangenen Jahres ihre letzten Auftritte absolvierte. Seit 2016 hatte Ugorskaja eine Klavierprofessur an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien inne. Ugorskaja hinterlässt ihren Ehemann und eine Tochter.

Preisverleihung an Placido Domingo verschoben

Der mit Belästigungsvorwürfen konfrontierte spanische Opernsänger Placido Domingo wird den Europäischen Kulturpreis in diesem Jahr noch nicht erhalten. "Placido Domingo und das Europäische Kulturforum haben gemeinsam entschieden, die Auszeichnung auf den 3. Oktober 2020 in Bonn zu verschieben", teilte Annett Reeder vom Kulturforum mit. Mehrere Frauen hatten Domingo zuletzt Übergriffe vorgeworfen, die zum Teil Jahrzehnte zurückliegen. Der Sänger wies die Anschuldigungen als unzutreffend zurück. Sie hätten ihn zutiefst beunruhigt. Viele Opernsängerinnen sprachen Domingo ihr Vertrauen aus.

Kanadischer Autor Graeme Gibson gestorben

Der kanadische Schrifstelller Graeme Gibson ist tot. Der langjährige Lebensgefährte von Bestseller-Autorin Margaret Atwood sei im Alter von 85 Jahren gestorben, teilte das Verlagshaus Doubleday mit. In den letzten Jahren seines Lebens hatte Gibson an Demenz gelitten. Margaret Atwood erklärte, sie und ihre Familie seien am Boden zerstört, aber auch dankbar, dass sie am Leben Gibsons teilhaben konnten. Die beiden hatten gemeinsam eine Tochter. Mit der Verlegerin Sherley Gibson hatte der Autor zwei Söhne. Gibson erreichte nie den Bekanntheitsgrad seiner Lebensgefährtin, veröffentlichte aber selbst zahlreiche Romane, unter anderem "Taumel".

Studie: Musikhörer geben weiterhin gern Geld aus

Musikhörer in Deutschland steigen zwar zunehmend auf Audio-Streaming um - sie scheuen aber nicht davor zurück, insgesamt mehr Geld auszugeben. Das ergibt eine Langzeitstudie der Universität Hamburg mit 2.500 Menschen zwischen 16 und 70 Jahren. Demnach sind die Befragten bereit, mehr für CDs oder Vinyl-Platten zu investieren. Im Schnitt 14,40 Euro würden Musikfans für ein sogenanntes physisches Album hinblättern - das sind vier Prozent mehr als bei der Befragung vor einem Jahr. Für ein Digitalalbum, also Download oder Stream, wären die Kunden bereit, durchschnittlich 8,40 Euro auszugeben - ein Plus von zwölf Prozent.

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