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Montag, 17.05.2021
 
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Kulturnachrichten

Montag, 17. Mai 2021

Dichter Said im Alter von 73 Jahren gestorben

Der aus dem Iran stammende Dichter Said ist tot. Er starb im Alter von 73 Jahren, wie das PEN-Zentrum am Montag einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" bestätigte. Said, der seit Jahrzehnten in München lebte, ist vor allem als Verfasser von Gedichten, aber auch Hörspielen, Aufsätzen und Reden bekannt. Sein erster Gedichtband erschien 1981. Von 1995 bis 1996 war er Vizepräsident und Beauftragter des westdeutschen PEN-Zentrums für das "Writers in Prison Committee". In dieser Zeit vermittelte er iranische Literatur an deutschsprachige Verlage. In seinen Texten verarbeitete Said häufig sein Leben im deutschen Exil. Ein Hauptmotiv seiner Gedichte war die Liebe. Für sein schriftstellerisches Werk, aber auch seinen politischen Einsatz erhielt Said zahlreiche Auszeichnungen.

Philip-Roth-Biograf Bailey findet neuen Verlag

Der mit Übergriffsvorwürfen konfrontierte US-Autor Blake Bailey hat einen neuen Verlag für seine Philip-Roth-Biografie gefunden. Die Taschenbuch-Ausgabe werde ab 15. Juni zu haben sein, teilte der Verlag Skyhorse Publishing mit. Eine Hörbuchausgabe und ein E-Book sollten schon ab Mittwoch zur Verfügung stehen. Bailey hatte seit 2012 an seiner Biografie des 2018 verstorbenen Roth gearbeitet, mit dem er ausgiebige Gespräche führte. Anfang April kam das Buch bei Norton and Company heraus und schaffte es auf die Bestsellerliste der "New York Times". Zwei Wochen danach berichteten mehrere Medien über Vorwürfe von Frauen, die der Englischlehrer Bailey in den 90er Jahren als Schülerinnen unterrichtet hatte. Zwei ehemalige Schülerinnen und eine Verlagsleiterin warfen Bailey vor, er sei sexuell übergriffig geworden. Obwohl Bailey die Vorwürfe bestritt, stoppte Norton den Druck des Buches und stellte die Zusammenarbeit ein. Die Chefin des Autorenverbandes PEN America, Suzanne Nossel, warnte davor, das Vorgehen des Verlags zur Norm zu machen. Dann müssten möglicherweise tausende von Büchern aus dem Verkehr gezogen werden.

Händel-Festspiele 2021 in Halle digital

Nach der Absage der Händel-Festspiele in Halle wegen der Corona-Pandemie gibt es für Fans der Barockmusik ein digitales Angebot. Vom 28. Mai bis 13. Juni 2021 werden online Konzerte und Operninszenierungen gezeigt, wie die Organisatoren mitteilten. Unter "www.haendel.digital" stehen verschiedene Video-Angebote auf dem Programm des Festivals unter dem Motto "Helden und Erlöser". Das Musikfest in der Geburtsstadt des Komponisten Georg Friedrich Händel war bereits im vergangenen Jahr abgesagt worden. Normalerweise kommen jährlich Zehntausende von Besuchern und Musiker aus der ganzen Welt zu dem Klassik-Festival.

Große Fusion rund um HBO und Warner Bros.

In der US-Medien-Branche haben sich mehrere große Unternehmen zusammengeschlossen, um besser mit den Streaming-Diensten von Netflix und Disney konkurrieren zu können. Das Hollywood-Studio Warner Bros. sowie TV-Sender wie HBO und CNN kommen unter einem Dach mit Kanälen wie Eurosport zusammen. Der Telekommunikations-Konzern AT&T spaltet dafür seine Sparte WarnerMedia ab und legt sie mit dem TV-Konzern Discovery zusammen. AT&T soll davon unter anderem mit 43 Milliarden Dollar in bar sowie Aktien profitieren. Die Anteilseigner von AT&T sollen zudem eine Mehrheit von über 70 Prozent an der neuen Firma erhalten. Ihr Name ist noch nicht bekannt. Das Fernseh- und Filmgeschäft befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Wandel mit dem Vormarsch von Streaming-Diensten. Dieser wird durch Corona-Pandemie noch einmal beschleunigt.

EU zur Zerstörung von Journalisten-Büros in Gaza

Die EU hat die Zerstörung von Büros von Medien im Gazastreifen als äußerst besorgniserregend bezeichnet. "Medien müssen frei arbeiten können, damit sie unabhängig über das Geschehen berichten können", sagte ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell am Montag in Brüssel. Dies gelte umso mehr in einer Konfliktsituation, in der objektive unparteiische Informationen von entscheidender Bedeutung seien. Die israelische Luftwaffe hatte am Wochenende ein Hochhaus mit Büros von Medienunternehmen im Gazastreifen angegriffen. Nutzer des Gebäudes waren zuvor gewarnt worden. Die von dem Vorfall betroffene Nachrichtenagentur AP zeigte sich allerdings dennoch entsetzt, auch Journalistenverbände protestierten.

"Luchs"-Kinderbuchpreise für Steinhöfel und Nilsson

Die "Luchs"-Preise für das beste Kinder- und Jugendbuch der Jahre 2019 und 2020 werden digital verliehen. Aufgrund des pandemiebedingt entfallenen Festaktes im vergangenen Jahr sei die Veranstaltung nun als Doppelpreisverleihung geplant, teilten die Organisatoren am Montag mit. Den "Luchs" 2020 bekommt der deutsche Schriftsteller Andreas Steinhöfel für sein Kinderbuch "Rico, Oskar und das Mistverständnis". Für 2019 geht der Preis an die schwedische Schriftstellerin Frida Nilsson sowie die Übersetzerin Friederike Buchinger für das Kinderbuch "Sasja und das Reich jenseits des Meeres". Die Auszeichnungen sind mit jeweils 8.000 Euro dotiert. Der Preis wird seit 1986 von der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" und dem Sender Radio Bremen vergeben.

Bund fördert Orchester mit 7,4 Millionen Euro

Der Bund unterstützt Orchester auch weiterhin auf neuen Wegen der Erarbeitung, Präsentation und Vermittlung von Musik. Das Förderprogramm "Exzellente Orchesterlandschaft" werde in diesem Jahr mit 7,4 Millionen Euro fortgesetzt, teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Berlin mit. Die Hilfe richtet sich an öffentlich und frei finanzierte Orchester und Ensembles vergleichbarer Größe. Für einzelne Klangkörper sind bis zu 400.000 Euro Förderung über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren möglich. Über das seit 2017 bestehende Programm wurden bis 2019 unter anderem die Südwestdeutsche Philharmonie in Konstanz, das Philharmonische Orchester Vorpommern und das Ensemble Musikfabrik aus Köln gefördert. Im vergangenen Jahr wurden die Mittel wegen der Corona-Krise als Soforthilfe für die freie Orchesterszene genutzt.

Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie bestätigt

Der Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie, Karl-Heinz Petzinka, ist für eine zweite Amtszeit bestätigt worden. Das teilte die Kunstakademie am Montag mit. Neue Kanzlerin ist die Juristin Johanna Boeck-Heuwinkel. Mit Rektor Petzinka bildet sie das Führungsduo der Akademie. Petzinka leitet die Kunstakademie seit 2017, an die er als Professor für Baukunst 2008 berufen worden war.

Goldener Reiter in Dresden beschädigt

Der Goldene Reiter, eines der bekanntesten Denkmäler Dresdens, ist von einem Mann mit Winkelschleifer und Hammer traktiert worden. Der 54-Jährige wollte am Sonntag offensichtlich einen Huf des Reiterstandbilds abtrennen, teilte die Polizei mit. Zeugen beobachteten den Mann und alarmierten die Polizei. Der entstandene Sachschaden wurde von der Polizei noch nicht beziffert. Das Reiterstandbild des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August der Starke steht seit 1736 am Neustädter Markt. Das blattvergoldete Denkmal zeigt den Herrscher in römischer Rüstung in Richtung Osten auf sein Königreich Polen zureitend. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Goldene Reiter in einen Stollen in Pillnitz ausgelagert, bevor er in den 50er Jahren wieder zusammengebaut und restauriert wurde. Zuletzt wurde das golden glänzende Standbild in den Jahren 2001 bis 2003 instand gesetzt.

Udo Lindenberg soll Ehrenbürger Hamburgs werden

Udo Lindenberg soll Ehrenbürger seiner Wahlheimatstadt Hamburg werden. Dies teilte der Senat der Hansestadt am Montag zum 75. Geburtstag des Rockmusikers mit. "Er hat Hamburg geprägt und Hamburg ihn", begründete Regierungschef Peter Tschentscher (SPD) den Beschluss des Senats. In Anerkennung seiner großen künstlerischen Leistungen und seines Lebenswerks, das unter anderem auch das Engagement für Freiheit sowie gegen Diskriminierung umfasse, solle Lindenberg daher die Ehrenbürgerschaft verliehen werden. Tschentscher erklärte: "Seine Persönlichkeit und seine Musik haben ganze Generationen geprägt." Lindenberg wurde am 17. Mai in Gronau geboren, hat seinen Lebensmittelpunkt aber seit Jahrzehnten in Hamburg. Er wohnt dort im Luxushotel "Atlantic".

Baustart für "House of One" in Berlin

Für das Mehrreligionengebäude "House of One" in Berlin soll am 27. Mai der Baubeginn feierlich vollzogen werden. Die symbolische Grundsteinlegung durch Juden, Christen und Muslime finde pandemiebedingt im hybriden Format statt, wie das "House of One" mitteilte. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, der Regierende Bürgermeister, Michael Müller, sowie die Generalsekretärin von Religions for Peace, Azza Karam, werden zu Grußworten erwartet. Die Feier werde für alle Interessierten live im Internet übertragen. Das "House of One" soll auf den historischen Fundamenten der einstigen Petrikirche errichtet werden. Die im Zweiten Weltkrieg beschädigte Kirche wurde zu DDR-Zeiten abgerissen. Unter dem Dach des "House of One" soll es künftig eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee sowie einen Raum der Begegnung geben und 2024/2025 eröffnet werden.

Noa Yedlin in Sorge über Gewalt in Israel

Die israelische Schriftstellerin Noa Yedlin hat sich besorgt über die wachsende Gewalt zwischen Arabern und Juden in ihrem Land gezeigt. "Ich mache mir sehr große Sorgen um die tiefere Bedeutung dessen, was gerade in Israel geschieht", sagte die preisgekrönte Autorin am Montag in Tel Aviv gegenüber Deutschlandfunk Kultur. Dies sei auf lange Sicht "viel beunruhigender" als die Raketen der Hamas, die auf Israel abgefeuert würden. Der Konflikt sei zwar "ein schlimmer Krieg, aber das ist nichts Neues". Schwerwiegender sei, dass eine "zweite Front, die interne Front" entstehe, wenn für den Konflikt mit den Palästinensern keine langfristige, strategische Lösung gefunden werde, so Noa Yedlin. Die Gewalt in den Städten im Landesinneren zwischen arabischen und jüdischen Israelis sei "eine Folge der wirklich schlimmen Vernachlässigung der arabischen Minderheit in Israel".

Stars mit MTV-Preisen geehrt

Stars wie Scarlett Johansson, Elizabeth Olsen und Sacha Baron Cohen sind bei den MTV Movie & TV Awards geehrt worden. Die Auszeichnungen wurden bei einer von Komikerin Leslie Jones moderierten Gala am Sonntagabend in Los Angeles verliehen. Cohen erhielt den Preis als "Comedic Genius" wegen seiner "unvergleichlichen Beiträge zur Welt der Comedy". Olsen bekam den Preis für ihre Rolle in "WandaVision". Schauspieler Chadwick Boseman wurde posthum ausgezeichnet. Die Preise werden in Form von goldfarbenen Popcornbechern übergeben, über die Gewinner dürfen die Fans im Internet abstimmen. Die MTV Movie & TV Awards finden traditionell nach Ende der Filmpreissaison rund um die Golden Globes und Oscars statt. Mit Sparten wie "Bester Kuss", "Bösewichte", "Helden" und "Kampfszenen" wird auf das jüngere Publikum gezielt.

DOK.fest zeichnet tschechischen Film "Anny" aus

Der Film "Anny" der tschechischen Regisseurin Helena Trestikova ist beim 36. Internationalen DOK.fest München mit dem Hauptpreis ausgezeichnet worden. Die 67-minütige Dokumentation erzählt die Geschichte von Sexarbeiterin Anny, die im post-sowjetischen Prag auf der täglichen Suche nach Glück ist, wie der Bayerische Rundfunk mitteilte. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird von der öffentlich-rechtlichen Anstalt zusammen mit Story House Productions, einem Unternehmen der Bavaria Film Gruppe, gestiftet. Trestikova zeige ohne Schnörkel in Videoaufnahmen von 1996 bis 2012 am Beispiel ihrer Protagonistin, wie diese in der nach-sozialistischen Ära mit ihren ökonomischen Unwägbarkeiten "irgendwie durchkomme". Regisseurin Trestikova studierte an der Prager Filmhochschule FAMU und realisierte bis heute mehr als 50 Filme. Das DOK.fest München stellte in diesem Jahr im Rahmen seiner Hommage neun Filme der Grande Dame des tschechischen Dokumentarfilms vor.

Sandra Hüller mit Theaterpreis Berlin geehrt

Die Schauspielerin Sandra Hüller hat den Theaterpreis Berlin erhalten. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde der 43jährigen am Sonntag in Berlin verliehen. Geehrt wurde Hüller für "ihre besonderen Verdienste um das deutschsprachige Theater", wie die Stiftung Preußische Seehandlung und die Berliner Festspiele mitteilten. Zu ihrem Spiel gehörten "extreme Ernsthaftigkeit und waghalsige Unbedingtheit" genauso wie ihr "leicht spöttischer, freundlich distanzierter Blick auf die Welt und die Dinge, die sie da tut", so die Jury. Sandra Hüller spielte schon an vielen Theatern und ist auch aus Kinofilmen bekannt, darunter "Toni Erdmann" und "In den Gängen". Für ihre Rolle als Hamlet am Schauspielhaus Bochum wurde die Schauspielerin mit dem renommierten Gertrud-Eysoldt-Ring geehrt. Den Theaterpreis Berlin hätte Hüller bereits im vergangenen Jahr bekommen sollen, doch wegen der Pandemie war die Verleihung ausgefallen. Nun wurde sie während des Berliner Theatertreffens nachgeholt. Dieses findet auch in diesem Jahr online statt.

DJV kritisiert FDP-Rundfunk-Beschluss

Der Deutsche Journalisten-Verband hat den Beschluss des FDP-Bundesparteitags zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk als "populistisch" bezeichnet. Eine Reduzierung auf ein Nischen-Angebot wäre verfassungswidrig, erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Überall. Die FDP nehme mit diesem Beschluss Platz auf der Bank der Rundfunkgegner aus AfD und Teilen der Union. Zudem seien die Länder für die Rundfunkpolitik zuständig. Insofern frage er sich, warum ein solcher Beschluss ins Programm für die Bundestagswahl aufgenommen werde, meinte Überall. Die FDP fordert eine Beschneidung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die Senkung des Rundfunkbeitrags.

Lew-Kopelew-Preis für Menschenrechte verliehen

Die Belarussinnen Swetlana Tichanowskaja, Maria Kolesnikowa und Veronika Zepkalo sind in Köln mit dem diesjährigen Lew-Kopelew-Preis ausgezeichnet worden. Die russische Medien- und Menschenrechtsorganisation OVD-Info und der russische Historiker Jurij Dmitriev erhielten den Preis für das vergangene Jahr. Pandemiebedingt wurde er gemeinsam für die Jahre 2020 und 2021 verliehen. Der Vorsitzende des Kopelew-Forums, Roth, erklärte, alle Geehrten stünden ganz in der Tradition des 1997 in Köln verstorbenen Schriftstellers Lew Kopelew. Er wurde 1981 von den damals sowjetischen Behörden zwangsausgebürgert. Tichanowskaja, Kolesnikowa und Zepkalo seien zu Gesichtern der friedlich protestierenden Bevölkerung in Belarus geworden, erklärte das Forum. Das Projekt OVD-Info sei gegründet worden, um Missstände in Russland wie Druck auf Oppositionelle öffentlich zu machen. Der Historiker Dmitriev wurde für seine Forschungen über den sogenannten „Großen Terror“ Stalins ausgezeichnet.

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