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Kulturnachrichten

Dienstag, 25. Mai 2021

Monika Grütters will mehr Vermittlungsarbeit in Museen

Weniger Arbeit an Ausstellungen, dafür mehr Energie für die Vermittlung von Kunst, Kultur und musealen Inhalten - aus Sicht von Kulturstaatsministerin Monika Grütters sollten Museen sich künftig mehr auf Vermittlungsarbeit konzentrieren. "Kulturelle Bildung ist entscheidend für gesellschaftliche Teilhabe", sagte Grütters am Dienstag in Berlin. Museen legitimierten sich ganz maßgeblich durch ihre Bildungsarbeit. Grütters informierte sich im Berliner Bode-Museum über das laufende Vermittlungsprojekt lab.Bode. Das Projekt soll seit fünf Jahren modellhaft zeigen, was Vermittlungsarbeit sein kann, was sie an Museen bewirken kann und wie das Interesse gerade von Jugendlichen für Museen geweckt und entwickelt werden kann. Dafür kooperierte das Bode-Museum während der Zeit mit neun Schulen. Die Kulturstiftung des Bundes förderte die Initiative in der Zeit mit 5,6 Millionen Euro.

Remarque-Friedenspreis erst wieder 2023

Die Stadt Osnabrück will die Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises wegen der andauernden Corona-Pandemie in diesem Jahr aussetzen. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung werde erst wieder 2023 vergeben, teilte die Stadt mit. Die Ehrung solle dann in die Feierlichkeiten zum 350. Jubiläum des Westfälischen Friedens und zum 125. Geburtstag Erich Maria Remarques eingebunden und umfangreicher gestaltet werden. Der nach dem weltberühmten Anti-Kriegs-Autor Erich Maria Remarque benannte Preis wird seit 1991 alle zwei Jahre verliehen. Zu den Ausgezeichneten zählen Lew Kopelev, Uri Avnery, Arsli Erdogan und Swetlana Alexijewitsch.

Arabischer Booker-Preis für Dschalal Bardschas

Der jordanische Schriftsteller Dschalal Bardschas hat mit einem Roman über einen schizophrenen Zeitungsverkäufer den wichtigsten arabischen Literaturpreis gewonnen. Er erhalte den Internationalen Preis für Arabische Romanliteratur für sein Werk "Dafatir al Warrak" (etwa: "Notizhefte des Buchhändlers"). Der Roman zeichne sich durch reiche, verfeinerte Sprache und dichte, packende Handlung aus, so die Jury. Die mit 50 000 US-Dollar dotierte Auszeichnung wurde 2007 ins Leben gerufen mit dem Ziel, arabischer Literatur international mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Finanziert wird der Preis von der Tourismus- und Kulturbehörde von Abu Dhabi. Unterstützend wirkt die Organisation des Booker Preises in London mit. Der IPAF ist deshalb auch als arabischer Booker-Preis bekannt.

Sänger John Davis ist tot

John Davis, Sänger der Popgruppe "Milli Vanilli", ist tot. Wie seine Tochter auf ihrer Facebookseite mitteilte, starb ihr Vater am Pfingstmontag im Alter von 66 Jahren nach einer Corona-Infektion. Milli Vanilli machte vor allem Ende der Achtziger mit Hits wie "Girl You Know It's True" oder "Baby Don't Forget My Number" auf sich aufmerksam. Später kam heraus, dass die beiden Frontmänner nur Playback sangen. John Davis hingegen war die "eigentliche Stimme" der Band.

"Haus am Horn" erhält Europäischen Kulturerbepreis

Das "Haus Am Horn" in Weimar wird in diesem Jahr mit dem Europäischen Kulturerbepreis ausgezeichnet. Das weltweit erste Gebäude im Bauhaus-Stil erhält die Ehrung in der Kategorie "Erhaltung", wie die EU-Kommission und der Denkmalschutzverbund "Europa Nostra" mitteilten. Insgesamt wurden 24 beispielhafte Leistungen im Bereich des kulturellen Erbes aus 18 Ländern in Europa prämiert. Das "Haus Am Horn" ist das erste und einzige Architekturbeispiel, das vom Bauhaus in Weimar realisiert wurde. Errichtet wurde es zur Bauhaus-Ausstellung 1923 als Versuchshaus. Seit 1996 gehört das Gebäude zum Unesco-Welterbe.

Architekt Ole Scheeren ausgezeichnet

Der deutsche Stararchitekt Ole Scheeren ist für den Hochhauskomplex "DUO" in Singapur mit einem renommierten Preis für das weltweit beste Einzelprojekt des Jahres ausgezeichnet worden. Eine internationale Jury des Rats für Hochhäuser und urbanes Wohnen würdigte auf einer Konferenz in Chicago den sozialen, kulturellen und umweltfreundlichen Beitrag des Gebäudes im städtischen Raum. Das Projekt besteht aus zwei 180 Meter hohen Hochhäusern mit Wohnungen, Büros und einem Hotel, verbunden durch eine Plaza. Die konkaven Gebäude mit bepflanzten Dächern sind so ausgerichtet, dass Windströme in dem subtropischen Klima für Kühlung in Außenbereichen sorgen. Als erstes Gemeinschaftsvorhaben zwischen den Regierungen Malaysias und Singapurs hat das Projekt auch politische Symbolik. Scheeren ist auch bekannt für den preisgekrönten Tower von Chinas Staatsfernsehens CCTV und baut gerade in Frankfurt am Main den Riverpark Tower.

Rund 2,8 Mio Euro für Herkunftsforschung von NS-Raubgut

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste fördert die Herkunftserforschung von nationalsozialistischem Raubgut in diesem Jahr in einer ersten Förderrunde mit rund 2,8 Millionen Euro. Damit werden 31 Forschungsvorhaben von Museen, Bibliotheken, wissenschaftlichen Einrichtungen sowie von sechs privaten Antragstellern finanziert, kündigte das Zentrum an. Zu den geförderten Projekten zählt die Erforschung der Sammlung des heutigen "Deutschen Jagd- und Fischereimuseums" in München. Es war 1938 von NS-Funktionär Christian Weber als "Deutsches Jagdmuseum" gegründet worden. Weiter wird ein Projekt der Stiftung "Moses Mendelssohn Akademie" Halberstadt gefördert. Bund und Länder haben seit 2008 die Provenienzforschung im Bereich NS-Raubgut mit insgesamt 39,6 Millionen Euro unterstützt.

Iris Edenheiser geht zum Dresdner Hygiene-Museum

Die Kulturanthropologin Iris Edenheiser wird neue Direktorin des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden. Sie tritt ihr Amt Anfang 2022 an. Der langjährige Direktor Klaus Vogel gehe Ende 2021 nach mehr als 30 Dienstjahren in den Ruhestand, teilte das Dresdner Museum mit. Edenheiser, derzeitig stellvertretende Direktorin des Berliner Museums Europäische Kulturen, wurde 1977 in Torgau geboren und hat in Leipzig und Granada Ethnologie, Religionswissenschaften und Hispanistik studiert. Mit ihr gewinne das Hygiene-Museum eine versierte und international erfahrene Museumsexpertin mit sächsischen Wurzeln, erklärte die Dresdner Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch. Edenheiser teilte mit, sie wolle, dass am Haus globale, gesellschaftlich relevante Fragen unserer Zeit diskutiert und immer wieder an die historischen Erfahrungen des Ortes und der Region rückgekoppelt werden.

Enttäuschende Zuschauerzahlen beim Theatertreffen

Das 58. Berliner Theatertreffen ging gestern zu Ende. Es fand wie bereits 2020 digital statt. Theaterkritiker Eberhard Spreng zeigte sich im Deutschlandfunk Kultur besonders enttäuscht vom Publikumsinteresse. Die digital weltweit und kostenlos zu sehenden Aufführungen seien durchschnittlich lediglich von 300 bis 1200 Zuschauern wahrgenommen worden. "Wenn das die Leistungsschau des weltweit leistungsfähigsten Theaterbetriebs sein soll. Dann kann man natürlich nicht gerade von einem Erfolg des Digitalen Theatertreffens sprechen", sagte Spreng. Inhaltlich zog er eine durchwachsene Bilanz. Ästhetisch rage „Der Zauberberg" vom Deutschen Theater Berlin in der Regie von Sebastian Hartmann heraus. Andere Stücke hätten sich im Seriellen erschöpft.

Spanischer Komponist Cristóbal Halffter gestorben

Der spanische Komponist und Dirigent Cristóbal Halffter ist am Sonntag im Alter von 91 Jahren gestorben. Das berichteten spanische Medien am Montag unter Verweis auf seine Familie. Der 1930 in Madrid geborene Halffter war eine Schlüsselfigur der spanischen Musik des 20. Jahrhunderts. Zu seinen mehr als 100 Kompositionen gehören Werke für Chor, Orchester und Kammerorchester, aber auch elektronische Musik. Eine seiner bedeutendsten Kompositionen war "Elegías a la muerte de tres poetas españoles" - gewidmet den spanischen Dichtern Antonio Machado, Miguel Hernández und Federico García Lorca. Halffter dirigierte eine Reihe bedeutender Orchester, darunter die Berliner Philharmoniker, das Spanische Nationalorchester, das Tonhalle Orchester Zürich und das Orchestre Nationale de France. Er erhielt viele Auszeichnungen, zweimal - 1953 und 1988 - wurde er mit dem spanischen "Premio Nacional de Música" geehrt.

Drogentest bei italienischer ESC-Siegerband negativ

Ein Drogentest beim Sänger der italienischen ESC-Siegerband Maneskin ist negativ ausgefallen. Es habe keine Art von Drogenkonsum gegeben, teilte die European Broadcasting Union als Veranstalter des Eurovision Song Contest mit. Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, dass der Maneskin-Sänger Damiano David im Finale des Musik-Wettbewerbes Kokain konsumiert hat. Die italienische Rockband gewann bei der Show am Samstagabend vor Frankreich und der Schweiz. Deutschland landete mit dem Hamburger Jendrik und drei Punkten auf dem vorletzten Platz.

Landschaftsarchitektin Cornelia Hahn Oberlander ist tot

Die bekannte Landschaftsarchitektin Cornelia Hahn Oberlander, die als Jugendliche aus Deutschland vor den Nationalsozialisten nach Nordamerika floh, ist tot. Hahn Oberlander sei bereits am Samstag im Alter von 99 Jahren im kanadischen Vancouver gestorben, teilte die "Cultural Landscape Foundation" in Washington mit, die alle zwei Jahre den mit 100.000 Dollar dotierten Oberlander-Preis für herausragende Landschaftsarchitektur vergibt. Die 1921 in Mülheim an der Ruhr geborene Hahn Oberlander galt als "Grande Dame der Landschaftsarchitektur". 1938 war sie mit ihrer Familie in die USA geflüchtet. Sie studierte unter anderem an der Elite-Universität Harvard. Zuletzt hatte die vielfach ausgezeichnete Architektin in Vancouver gelebt, wo sie unter anderem den Dachgarten der Stadtbibliothek gestaltete.

R.O.G fordert Protassewitschs Freilassung

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat sich schockiert über die erzwungene Landung einer Passagiermaschine in Minks gezeigt und die sofortige Freilassung des Bloggers Roman Protasewitsch gefordert. "Die internationale Gemeinschaft muss dieses Vorgehen von Staatswillkür aufs Schärfste verurteilen", hieß es in einer Mitteilung. Außerdem forderte die Organisation die Europäische Union dazu auf, bei ihrem am Abend beginnenden Gipfel weitere Sanktionen gegen die Regierung von Alexander Lukaschenko zu verhängen.

BBC will redaktionelle Grundsätze überprüfen

Nach der heftigen Kritik am Zustandekommen des BBC-Interviews mit Prinzessin Diana 1995 hat die britische Rundfunkanstalt angekündigt, ihre Strukturen zu hinterfragen. In einer Mitteilung des Vorstands hieß es, es müsse alles getan werden, um zu verhindern, dass es erneut zu so einem Vorfall kommt. Daher werde nun detailliert geprüft, wie wirksam die redaktionellen Grundsätze und Kontrollen seien. Zuvor war ein unabhängiger Untersuchungsbericht zu dem Ergebnis gekommen, dass der Journalist Martin Bashir sein berühmtes Interview mit Prinzessin Diana mit unlauteren Mitteln erschlichen hatte.

Kevin Spacey bekommt Rollenangebot aus Italien

Die Karriere des US-Schauspielers Kevin Spacey lag nach Vorwürfen sexueller Übergriffe seit Herbst 2017 brach. Doch nun hat der zweifache Oscar-Preisträger ("Die üblichen Verdächtigen", "American Beauty") ein Rollenangebot aus Italien bekommen, wie US-Medien berichteten. Der 61-Jährige soll in dem Film "L'uomo Che Disegnò Dio" unter der Regie von Franco Nero eine kleinere Rolle als Polizeidetektiv übernehmen. Spacey machte keine Angaben zu den Filmplänen. Über den Drehbeginn in Italien wurde zunächst nichts bekannt.

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