Seit 14:05 Uhr Kompressor
Mittwoch, 28.07.2021
 
Seit 14:05 Uhr Kompressor

Kulturnachrichten

Donnerstag, 20. Mai 2021

BBC zerknirscht über legendäres TV-Gespräch mit Lady Diana

Die BBC hat sich für ein 1995 geführtes Fernsehinterview mit Prinzessin Diana entschuldigt. Der Chef des britischen Rundfunks, Tim Davie, sagte nach dem Abschluss einer internen Untersuchung, dass bei dem Gespräch von Diana mit Reporter Martin Bashir „klare Mängel“ festgestellt wurden. Dies tue der BBC leid. Zwei Jahre vor ihrem tödlichen Unfall 1997 hatte Diana ihr Herz über die Königliche Familie und ihre Ehe mit Prinz Charles ausgeschüttet. Ihre Offenheit wird auf gefälschte Dokumente zurückgeführt, die Bashir ihr vorlegte. Darin sei von Spionage durch den britischen Geheimdienst sowie durch Freunde und Personal die Rede gewesen. Der 58 Jahre alte Bashir schied vor zwei Jahren aus dem Dienst der BBC.

Filmförderungsgesetz in Deutschland reformiert

Die staatliche Filmförderung in Deutschland wird an den Umweltschutz gekoppelt.
Ein entsprechend überarbeitetes Gesetz, das die Statuten der Filmförderungsanstalt reformiert, hat den Bundestag passiert. Es soll vom 1. Januar kommenden Jahres an für zwei Jahre gelten. Um öffentliche Gelder von der FFA zu erhalten, müssen Filmteams in Zukunft eine CO2-Bilanz vorlegen und bei der Herstellung des Films "wirksame Maßnahmen zur Förderung der ökologischen Nachhaltigkeit" treffen, heißt es im Gesetzestext. Außerdem beinhaltet die Novelle flexiblere Vorschriften für exklusive Kinolaufzeiten. Der Verband AG Kino-Gilde fordert, bald über die nächste Gesetzesreform nachzudenken.

NRW plant Kulturgesetzbuch

Nordrhein-Westfalen will als erstes Bundesland alle Gesetze, die sich mit dem Thema Kultur beschäftigen, in einem Gesetzbuch zusammenführen. Das sagte Kulturministerin Pfeiffer-Poensgen in der Ersten Lesung im Düsseldorfer Landtag. Die parteilose Politikerin erklärte, NRW bekenne sich damit zur Bedeutung der Kultur im Land. Der Entwurf beinhaltet unter anderem strenge Maßstäbe für den Verkauf von Kunstwerken in Landesbesitz, Provenienzforschung, Digitalisierung, Teilhabe an Kultur, Diversität im Kulturbetrieb und Nachhaltigkeit von Projekten. Erstmals werde auch der Bereich der Musikschulen geregelt, so Pfeiffer-Poensgen. Das neue Gesetzbuch, das ab kommenden Januar gelten soll, betrifft allerdings nicht die Belange der Gemeinden. Auch Verträge mit Kirchen und Religionsgemeinschaften, die teilweise eigene Kulturprojekte betreiben, sind im Entwurf nicht enthalten.

Europäische Urheberrechtsreform in Deutschland verabschiedet

Der Bundestag hat der europäischen Urheberrechtsreform zugestimmt. Das Gesetz enthält zahlreiche Regelungen, etwa zur Verantwortlichkeit von Upload-Plattformen wie YouTube, zu Text, Data Mining und Presseleistungsschutz. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels begrüßt, dass Verlage wieder einen Ausgleich erhalten, wenn ihre Publikationen beispielsweise privat kopiert oder von Bibliotheken verliehen werden. In den vergangenen fünf Jahren waren Einnahmen von über 200 Millionen Euro verloren gegangen. Upload-Plattformen müssen künftig aktiv Lizenzen von Rechteinhabern erwerben, wenn sie ihre Umsätze zu einem erheblichen Teil mit deren geistigem Eigentum erzielen. Gleichzeitig erhalten die Urheber einen Direktvergütungsanspruch gegenüber den Plattformen. Außerdem sollen Verlage künftig wieder an den Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaften beteiligt werden. Ebenfalls vorgesehen ist eine Mindestbeteiligung der Urheberinnen und Urheber.

Teilnehmerinnen der Bachmanntage stehen fest

Vom 16. bis 20. Juni werden 14 Autorinnen und Autoren um den Bachmannpreis lesen. Die Jury hat für die 45. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt ihre Auswahl getroffen. Per Video zugeschaltet werden Nava Ebrahimi, Katharina Ferner, Heike Geißler, Verena Gotthard, Timon Karl Kaleyta, Fritz Krenn, Lukas Maisel, Necati Öziri, Anna Prizkau, Nadine Schneider, Leander Stein, Dana Vowinckel, Julia Weber und Magda Woitzuck. Sieben der Teilnehmenden kommen aus Deutschland, fünf aus Österreich und zwei aus der Schweiz. Die Bedingungen seien schwierig, aber der Ingeborg-Bachmann-Preis sei eine international hochgeachtete Kulturveranstaltung, die der ORF wie im Vorjahr auf einer großen medialen Bühne präsentieren werde, sagte der Intendant des Österreichischen Rundfunks, Alexander Wrabetz.

Bischofskonferenz reagiert auf Preisabsage

Die Deutsche Bischofskonferenz reagiert auf Kritik an der Absage des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2021. Man nehme die vielen Rückmeldungen ernst, twitterte Sprecher Matthias Kopp, den von der Jury vorgeschlagenen Roman "Papierklavier" von Elisabeth Steinkellner nicht auszuzeichnen. Gleichzeitig unterstrich Kopp, dass die Mehrheit des Ständigen Rates der Bischofskonferenz an der Entscheidung festhält, weil die Geschichte nicht den Kriterien des Preises entspreche. Entscheidend dabei sei das Thema Transgender nicht gewesen. "Papierklavier" bündle eindrucksvoll die heutige Lebenswirklichkeit von Jugendlichen. Zuletzt hatten 222 Kinder- und Jugendbuchautoren in einem Offenen Brief die Bischöfe kritisiert.

Rostocker Bürgerschaft gegen Xavier Naidoo

Die Rostocker Bürgerschaft hat sich gegen ein Konzert des Sängers Xavier Naidoo ausgesprochen. Er stehe den rechtsextremistischen Bewegungen der "Reichsbürger" und "QAnon" nahe und schüre rassistische Ressentiments. Die Abstimmung war von der Linkspartei, den Grünen und der SPD beantragt worden. Oberbürgermeister Madsen kann gegen die Entscheidung innerhalb von 14 Tagen Widerspruch einlegen. Die Stadtverwaltung hat Bedenken: Öffentliche Einrichtungen wie die Stadthalle, in der das Konzert im August geplant ist, seien zur Wahrung des Gleichheitsgrundsatzes verpflichtet. Bei der Vermietung dürfe niemand ausgeschlossen werden, weil die religiösen oder politischen Ansichten nicht geteilt würden. Außerdem befürchtet sie einen Imageschaden für Rostock.

Das digitale Programm der Lit.Cologne

Am kommenden Mittwoch geht's wieder los: Das Kölner Literaturfestival Lit.Cologne. 54 digitale Veranstaltungen sind digital geplant und bis weit in den Juni hinein abrufbar. Die Veranstalter hatten lange gehofft, vor Publikum präsentieren zu können. Zu den bis zum 12. Juni auftretenden Autorinnen und Autoren gehören Isabel Allende, Carolin Emcke, Daniel Kehlmann, Elke Heidenreich, Cornelia Funke und Frank Schätzing. Außerdem die Schauspielerinnen und Schauspieler Annette Frier, Michael Kessler, Iris Berben und Gustav Peter Wöhler. Der Virologe Hendrik Streeck wird ebenso zu Gast sein wie der Grünen-Ko-Vorsitzende Robert Habeck. Die Stadt Köln unterstützt die im vergangenen Jahr ausgefallene Lit.Cologne mit bis zu 500.000 Euro für struktursichernde Maßnahmen und die Weiterentwicklung und Neuaufstellung.

Berliner Ballettschule zieht Konsequenzen

"Staatliche Ballett- und Artistikschule Berlin": Mit diesem neuen Namen will die "Staatliche Ballettschule Berlin" einen Neuanfang angehen. Das meldet der Rundfunk Berlin-Brandenburg. Vor eineinhalb Jahre waren die ersten Vorwürfe wegen Kindeswohlgefährdung erhoben worden. Nun soll das von der Schulkonferenz fast einstimmig verabschiedet Lernprogramm ausgewogener gestaltet werden, um Machtmissbrauch zu verhindern. Wer auf Interims-Schulleiter Dietrich Kruse im kommenden Schuljahr folgt, sei noch nicht entschieden. Bis der arbeitsrechtliche Streit um die Kündigung des ehemaligen Schulleiters Ralf Stabel nicht entschieden ist, kann der Posten nicht neu besetzt werden.

MeToo erreicht französisches Verlagswesen

Über Stéphane Marsan, Leiter des französischen Verlags "Editions Bragelonne", braut sich etwas zusammen. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, hat die Online-Zeitung "Mediapart" eine Recherche veröffentlicht, die ihm Machtmissbrauch vorwirft. Zwanzig Frauen hätten schriftlich Auskunft über ihre Erfahrungen mit Marsan gegeben. Sie reichten von beruflichen Konsequenzen nach kritischen Bemerkungen bis zu obszönen Berührungen. Die "Editions Bragelonne" gehören zum Konzern Hachette und sind auf Science-Fiction- und Fantasy-Literatur spezialisiert. Marsan bezeichnete dem Bericht zufolge alle Vorwürfe gegen ihn als reine Phantasieprodukte. Französische Schriftstellerverbände zeigten sich alarmiert.

Rekordsumme für deutsches Denkmalschutz-Sonderprogramm

Rund 70 Millionen Euro stehen in diesem Jahr für das Denkmalschutz-Sonderprogramm der Bundesregierung zur Verfügung. Kulturstaatsministerin Monika Grütters bezeichnete die vom Haushaltsausschuss des Bundestages freigegebene Summe als "Rekord". Kulturdenkmäler und historische Orgeln seien von herausragender Bedeutung für unsere Identität, so Grütters. Nun sei der Weg für dringend erforderliche Sanierungsmaßnahmen frei, den der Bund wieder gemeinsam mit Ländern, Kommunen und privaten Trägern beschreiten werde.

Freilichttheater können Corona-Fördergelder beantragen

Der Deutsche Bühnenverein und Kulturstaatsministerin Grütters haben eine gute Nachricht für Open-Air-Theater: Professionelle Freilichttbühnen können die Förderung des Bundeshilfsprogramms "Neustart Kultur" in Anspruch nehmen, die für Privattheater ausgeschrieben wurde. Die Antragsfrist ist bis zum 7. Juni verlängert. Bei der Prüfung der Anträge werden die besonderen Betriebs- und Spielzeitstrukturen der Freilichttheater mit eigenen Produktionen berücksichtigt. Dieser Schritt soll den Wiederbeginn des kulturellen Lebens unterstützen und die Durchführung der Sommertheatersaison ermöglichen, teilte der Deutsche Bühnnverein mit.

Nibelungenfestspiele in Worms konkretisieren sich

Nico Hofmann ist optimistisch: Der Intendant der Nibelungen-Festspiele in Worms hofft auf Vorstellungen am Dom und Rückhalt durch die rheinland-pfälzische Landesregierung von Malu Dreyer. Deshalb soll in zehn Tagen mit den Proben begonnen werden. In diesem Jahr stehe Martin Luther im Mittelpunkt, erklärte Hofmann. Der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss habe dazu ein Stück geschrieben, Regie führe die Ungarin Ildikó Gáspár. Auf der Bühne sollen zwischen dem 16. Juli und 1. August Sunnyi Melles und Jürgen Tarrach stehen. Fast alle Tickets, so der Filmproduzent, seien "schon weg".

Deutsche Ziele der Architekturbiennale in Venedig

Seit heute kann sie besichtigt werden. Am Samstag wird sie eröffnet: Die Architekturbiennale in Venedig. Das Motto: "Wie wollen wir zusammenleben?" Der deutsche Pavillon blickt mit einem multimedialen Projekt in das Jahr 2038. Damit wollen die Kuratoren eine Bürgerdebatte über die Zukunft des Wohnens anstossen. Mit-Organisator Arno Brandlhuber sagte der Deutschen Presseagentur, das Biennale-Team setze auf eine größere Bedeutung des Bundesbauministeriums nach der Bundestagswahl im September. Mehr als 100 Teilnehmer aus 46 Ländern präsentieren sich in Venedig mit mehr als 60 Länderpavillons. Die Architekturbiennale endet am 21. November.

Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung online

Weite Teile des Nationalarchivs der Richard-Wagner-Stiftung sind künftig online frei zugänglich. Rund 12 000 Dokumente aus dem Nachlass Richard und Cosima Wagners seien zu Wagners 208. Geburtstag am 22. Mai in einer Online-Datenbank verfügbar, teilte das Richard-Wagner-Museum in Bayreuth mit. Neben den Dichtungs- und Aufsatzmanuskripten könnten Nutzer auch musikalische Autographe wie Kompositions- und Orchesterskizzen bis hin zu eigenhändigen Partitur-Reinschriften anschauen. "Die komfortable Recherche nach den in hoher Auflösung höchst detailgetreu digitalisierten Dokumenten kann nach den Namen beteiligter Personen wie Verfassern oder Adressaten, nach Entstehungsdaten und -orten, Signaturen oder Schlagwörtern erfolgen", hieß es.

Kulturnachrichten hören

Mai 2021
MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Lasch-o-matBullshit-Bingo mit Armin Laschet
Ein Mann in dunkelblauem Anzug und  grauem Haar lächelt links am Betrachter vorbei. Es handelt sich um CDU-Politiker Armin Laschet. (picture alliance / Flashpic | Jens Krick)

Der Lasch-o-mat sorgt im Netz für Heiterkeit: Die Website generiert Zitate, die Armin Laschet zwar nie gesagt hat, aber gesagt haben könnte. Dass die Parodie so gut ankommt, liege am Wunsch nach wahrhaftigen Politikern, so der Journalist Lorenz Meyer.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur