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Mittwoch, 28.07.2021
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 16. Mai 2021

DOK.fest zeichnet tschechischen Film "Anny" aus

Der Film "Anny" der tschechischen Regisseurin Helena Trestikova ist beim 36. Internationalen DOK.fest München mit dem Hauptpreis ausgezeichnet worden. Die 67-minütige Dokumentation erzählt die Geschichte von Sexarbeiterin Anny, die im postsowjetischen Prag auf der täglichen Suche nach Glück ist, wie der Bayerische Rundfunk mitteilte. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird von der öffentlich-rechtlichen Anstalt zusammen mit Story House Productions, einem Unternehmen der Bavaria Film Gruppe, gestiftet. Trestikova zeige ohne Schnörkel in Videoaufnahmen von 1996 bis 2012 am Beispiel ihrer Protagonistin, wie diese in der postsozialistischen Ära mit ihren ökonomischen Unwägbarkeiten "irgendwie durchkomme". Regisseurin Trestikova studierte an der Prager Filmhochschule FAMU und realisierte bis heute mehr als 50 Filme. Das DOK.fest München stellte in diesem Jahr im Rahmen seiner Hommage neun Filme der Grande Dame des tschechischen Dokumentarfilms vor.

Sandra Hüller mit Theaterpreis Berlin geehrt

Die Schauspielerin Sandra Hüller hat den Theaterpreis Berlin erhalten. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde der 43jährigen am Sonntag in Berlin verliehen. Geehrt wurde Hüller für "ihre besonderen Verdienste um das deutschsprachige Theater", wie die Stiftung Preußische Seehandlung und die Berliner Festspiele mitteilten. Zu ihrem Spiel gehörten "extreme Ernsthaftigkeit und waghalsige Unbedingtheit" genauso wie ihr "leicht spöttischer, freundlich distanzierter Blick auf die Welt und die Dinge, die sie da tut", so die Jury. Sandra Hüller spielte schon an vielen Theatern und ist auch aus Kinofilmen bekannt, darunter "Toni Erdmann" und "In den Gängen". Für ihre Rolle als Hamlet am Schauspielhaus Bochum wurde die Schauspielerin mit dem renommierten Gertrud-Eysoldt-Ring geehrt. Den Theaterpreis Berlin hätte Hüller bereits im vergangenen Jahr bekommen sollen, doch wegen der Pandemie war die Verleihung ausgefallen. Nun wurde sie während des Berliner Theatertreffens nachgeholt. Dieses findet auch in diesem Jahr online statt.

DJV kritisiert FDP-Rundfunk-Beschluss

Der Deutsche Journalisten-Verband hat den Beschluss des FDP-Bundesparteitags zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk als "populistisch" bezeichnet. Eine Reduzierung auf ein Nischen-Angebot wäre verfassungswidrig, erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Überall. Die FDP nehme mit diesem Beschluss Platz auf der Bank der Rundfunkgegner aus AfD und Teilen der Union. Zudem seien die Länder für die Rundfunkpolitik zuständig. Insofern frage er sich, warum ein solcher Beschluss ins Programm für die Bundestagswahl aufgenommen werde, meinte Überall. Die FDP fordert eine Beschneidung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die Senkung des Rundfunkbeitrags.

Rea Garvey gewinnt Raabs Free European Song Contest

Rea Garvey hat für sein Heimatland Irland den zweiten Free European Song Contest von Stefan Raab und ProSieben gewonnen. Der 48-Jährige setzte sich in der Nacht zum Sonntag in der Live-Show relativ deutlich gegen seine Konkurrenz durch. Unter anderem erhielt er aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Höchstwertung von zwölf Punkten. Gesungen hatte er seinen Hit "The One". "Ich gewinne nie was", sagte er als das Ergebnis feststand: "Heute habe ich gewonnen!" Die von Raab produzierte Show war im vergangenen Jahr als Ersatz für den damals wegen der Corona-Pandemie abgesagten Eurovision Song Contest erfunden worden. Der Modus orientiert sich in gewisser Weise am großen Vorbild ESC. Zwölf Punkte sind auch hier pro Land die Höchstwertung.

Lew-Kopelew-Preis für Menschenrechte verliehen

Die Belarussinnen Swetlana Tichanowskaja, Maria Kolesnikowa und Veronika Zepkalo sind in Köln mit dem diesjährigen Lew-Kopelew-Preis ausgezeichnet worden. Die russische Medien- und Menschenrechtsorganisation OVD-Info und der russische Historiker Jurij Dmitriev erhielten den Preis für das vergangene Jahr. Pandemiebedingt wurde er gemeinsam für die Jahre 2020 und 2021 verliehen. Der Vorsitzende des Kopelew-Forums, Roth, erklärte, alle Geehrten stünden ganz in der Tradition des 1997 in Köln verstorbenen Schriftstellers Lew Kopelew. Er wurde 1981 von den damals sowjetischen Behörden zwangsausgebürgert. Tichanowskaja, Kolesnikowa und Zepkalo seien zu Gesichtern der friedlich protestierenden Bevölkerung in Belarus geworden, erklärte das Forum. Das Projekt OVD-Info sei gegründet worden, um Missstände in Russland wie Druck auf Oppositionelle öffentlich zu machen. Der Historiker Dmitriev wurde für seine Forschungen über den sogenannten „Großen Terror“ Stalins ausgezeichnet.

Bundespräsident würdigt Lindenberg zum 75.

Bundespräsident Steinmeier hat Udo Lindenberg als "einen Menschen mit Haltung" gewürdigt. Mit seinem großen zivilgesellschaftlichen Einsatz gebe er allen ein Vorbild, sagte Steinmeier anlässlich des 75. Geburtstags des Rockmusikers am kommenden Montag. Lindenberg sei seinem Glauben an das Gute im Menschen, an die Veränderbarkeit der Welt, an die Liebe und die Achtung vor dem anderen, treu geblieben, so der Politiker weiter: "Hits wie "Cello", "Sonderzug nach Pankow" oder "Hinterm Horizont geht's weiter" haben viele Menschen mehr geprägt als manche Schulstunde". Die Rechte der Kinder lägen ihm besonders am Herzen. "Seit vielen Jahren setzen Sie sich für Unicef ein und helfen mit, das Leid vieler Mädchen und Jungen in Krisengebieten zu lindern und ihnen eine gerechtere und friedlichere Zukunft zu geben", schrieb Steinmeier an den Künstler.

Sachsen-Anhalt eröffnet Internationalen Museumstag

Zum internationalen Museumstag wollen heute bundesweit rund 600 Museen die Türen ihrer Häuser virtuell und, je nach Corona-Lage, tatsächlich öffnen. Der Aktionstag beginnt mit einer Veranstaltung im Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur in Halberstadt. Wegen der Pandemie findet die Eröffnung wie schon 2020 digital statt und wird gestreamt. Ausrichter und Schirmherr des Tages ist traditionell der amtierende Bundesratspräsident, in diesem Jahr Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff. Der CDU-Politiker bezeichnete Museen als Leuchttürme der Kulturlandschaft. Der Internationale Museumstag werde zeigen, dass die Einrichtungen die schwere Zeit der Corona-Krise genutzt hätten, sich zu modernisieren und mittels der neuen Medien ihrem Auftrag gerecht zu werden.

Stargeigerin Mutter wirft Politik Kulturverachtung vor

Stargeigerin Anne-Sophie Mutter ist enttäuscht und verärgert über den Umgang mit Künstlern während der Corona-Krise. Das Leben von Künstlern sei in diesem Jahr so eingeschränkt worden, dass man von einem Berufsverbot, von einem Kulturverbot sprechen könne, sagte sie der "Welt am Sonntag". Die Politik habe sich mit der Zeit immer stärker als kulturfern, geradezu als kulturverachtend gezeigt. Das sei besonders schmerzhaft gewesen angesichts der vielen Pilotstudien, Gutachten und Konzepte, die mehr Öffnungen im Kulturbereich erlaubt hätten. Daher habe sie sich, so Mutter weiter, auch der Initiative "Aufstehen für die Kunst" angeschlossen, die eine Verfassungsbeschwerde beim Verfassungsgericht eingereicht hat.

Gregos leitet Museum in Athen

Die Kunsthistorikerin Katerina Gregos wird erste Direktorin des Nationalen Museums für Zeitgenössische Kunst, EMST, in Athen. Das gab die griechische Kulturministerin Lina Mendoni in der griechischen Hauptstadt bekannt. Das Museum, neben dem Nationalen Museum für Zeitgenössische Kunst in Thessaloniki einziges Museum für moderne Kunst in Griechenland, war vor zwanzig Jahren in einer historischen Brauerei im Zentrum Athens gegründet worden, nachdem Kulturaktivisten deren Abriss verhindert hatten. Die Wirtschaftskrise in Griechenland verhinderte die Öffnung. 2017 war das EMST Hauptausstellungsort der Documenta 14 von Adam Szymczyk. 2012 verantwortete Katerina Gregos im belgischen Mechelen die Ausstellung "The State of Newtopia" zum Jahrestag der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte. 2014 folgte im Brüsseler Museum Bozar die Ausstellung "No Country for Young Men", die sich mit der Wirtschaftskrise in ihrer Heimat beschäftigte. Gregos, die bislang in Brüssel wohnt, wird ihr Amt am 1. Juli antreten.

Deutschland will Völkermord in Namibia anerkennen

Nach jahrelangen Verhandlungen hat sich Deutschland mit Namibia auf ein Abkommen zur Wiedergutmachung deutscher Kolonialverbrechen verständigt. Darin erklärt sich Deutschland bereit, den Vernichtungskrieg gegen die Herero und Nama aus heutiger Sicht als Völkermord anzuerkennen. Ein gemeinsam erarbeitetes Dokument wurde nach Informationen des Deutschlandfunks am Samstag in Berlin von den Verhandlungsführern beider Delegationen paraphiert. In etwa zwei Wochen soll die Vereinbarung in Namibia von den Außenministern beider Länder unterzeichnet werden. Vereinbart wurde, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem Festakt im namibischen Parlament reisen wird, um dort offiziell um Entschuldigung zu bitten. Außerdem soll es eine materielle Entschädigung in Form von finanzieller Unterstützung für soziale Projekte in den Siedlungsgebieten der betroffenen Volksgruppen geben. Zwischen 1904 und 1908 töteten deutsche Kolonialtruppen nach einem Aufstand der Herero und Nama mehrere Zehntausend Menschen. Den Begriff des Völkermords hatte die Bundesregierung bislang zurückgewiesen - auch mit Blick auf mögliche Entschädigungsansprüche.

"Freitagnacht Jews" bald im Fernsehen

Die erste jüdische Late Night Show in Deutschland soll ab dem 18. Juni im WDR- Fernsehen ausgestrahlt werden. "Freitagnacht Jews" war bislang freitags ab 17 Uhr im Youtube-Kanal des WDR sowie in der ARD-Mediathek zu sehen. Eine Ausnahme war die Premieren-Sendung im April, die von 23.30 Uhr bis Mitternacht im WDR-Fernsehen ausgestrahlt wurde. Dies soll auch künftig der Sendeplatz sein, wie das Medienmagazin turi2 und der Mediendienst DWDL.de berichteten. "Freitagnacht Jews" sei bei Kritikern gut angekommen. Die Diskussionssendung zu den Themen Antisemitismus sowie jüdisches Leben in Deutschland war am 23. April an den Start gegangen. Gastgeber ist der Schauspieler und Musiker Daniel Donskoy. "Freitagnacht Jews" ist ein Beitrag des WDR zum diesjährigen Festjahr "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland".

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