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Kulturnachrichten

Sonntag, 31. Mai 2020

Der Verpackungskünstler Christo ist tot

Der Künstler Christo ist tot. Er sei am Sonntag im Alter von 84 Jahren in seiner New Yorker Wohnung eines natürlichen Todes gestorben, teilten seine Mitarbeiter auf der offiziellen Facebook-Seite des Künstlers mit. Der in Bulgarien geborene Christo Vladimirov Javacheff realisierte mit seiner 2009 verstorbenen Frau Jeanne-Claude Projekte wie die Verhüllung der Brücke Pont-Neuf in Paris (1985) und des Reichstags in Berlin (1995). Diesen Herbst wollte Christo den Pariser Arc de Triomphe verhüllen. Dafür setzte er schon zum dritten Mal auf eine Firma aus Lübeck. In einem Tweet mit Christos Todesnachricht heißt es, es habe immer festgestanden, dass die Kunst von ihm und Jeanne-Claude auch nach ihrer beider Tod fortgesetzt werden solle. Die Verhüllung des Arc de Triomphe werde deshalb wie geplant weiter vorangetrieben.

Schiefer Turm von Pisa wieder geöffnet

In der Toskana durften Besucher nach fast drei Monaten Corona-Sperre wieder den Schiefen Turm von Pisa besichtigen. Bei einem Flashmob gedachten zahlreiche Menschen der Corona-Opfer und warben gleichzeitig für Besucher. Die Touristenströme seien "gleich Null", sagte der Vorsitzende des Verwaltungsamtes Primaziale Pisana, Pierfrancesco Pacini. Wichtig sei aber ein Zeichen des Vertrauens und der Hoffnung. Am Montag öffnen in Rom wieder das Kolosseum und die Vatikanischen Museen. In Florenz folgen auch die Uffizien und die Galleria dell'Accademia mit Michelangelos David-Statue.

Teile des Taj Mahal durch Unwetter beschädigt

Bei einem Unwetter im Norden Indiens sind Teile des weltberühmten Mausoleums Taj Mahal beschädigt worden. Die Schäden traten unter anderem am Haupttor auf, wie die Behörden mitteilten. Auch eine Original-Sandstein-Brüstung aus dem 17. Jahrhundert sowie eine nachträglich eingebaute Brüstung aus Marmor nahmen durch das Gewitter Schaden, wie die Nachrichtenagentur AFP meldet. Das Hauptgebäude sei aber heil geblieben. Das Taj Mahal, das 250 Kilometer südlich der indischen Hauptstadt Neu Delhi liegt, wird üblicherweise von rund acht Millionen Touristen jährlich besucht. Im Rahmen der Corona-Maßnahmen in Indien ist das Taj Mahal allerdings seit Mitte März geschlossen.

Vorplatz von Notre Dame ist wieder geöffnet

Mehr als ein Jahr nach dem Brand der Pariser Kathedrale Notre Dame ist der Vorplatz wieder geöffnet. Die große freie Fläche vor der Kathedrale war seit dem Feuer gesperrt, weil damals giftiges Blei freigesetzt worden war. Der Staub hatte sich auch auf dem Vorplatz abgesetzt. Jetzt ist der Platz gereinigt und darf wieder betreten werden. Die Kathedrale selbst wird allerdings noch für Jahre geschlossen bleiben. Wegen der Coronakrise haben sich die Arbeiten am Wiederaufbau verzögert. Dennoch hält die französische Regierung immer noch an ihrem Plan fest, dass 2024 erste Teile der Kathedrale wieder geöffnet werden sollen.

Al-Aksa-Moschee in Jerusalem wiedereröffnet

Rund zwei Monate nach der durch die Covid-19-Pandemie bedingten Schließung ist der Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt wieder für Muslime geöffnet. Hunderte Gläubige versammelten sich am Sonntag in den frühen Morgenstunden an den Zugangstoren, wie örtliche Medien berichteten. Auch die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom können wieder besucht werden. Jedoch müssen Besucher der heiligen Stätten eine Maske tragen und ihre eigenen Gebetsteppiche mitbringen. Die islamische Wakf-Behörde rief dazu auf, den Anordnungen des Gesundheitsministeriums bezüglich Hygiene und Abstand Folge zu leisten, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Besonderer Fund von mittelalterlichem Grab im Burgenlandkreis

Archäologen haben auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Posa bei Zeitz im Burgenlandkreis drei Gräber entdeckt. Eines der Gräber liegt direkt im Spannfundament. Das sei etwas Besonderes, erklärte Archäologe Holger Rode der Deutschen Presse-Agentur. Um den Toten herum hätten Steine gelegen. Über dem Grab spannte sich ein Bogen. Möglicherweise sei der Bogen bemalt gewesen und es stand eine Heiligenfigur darauf. Es sei ein herausragender Platz für ein Grab, so Rode. So etwas sei bislang nicht bekannt gewesen. Die Toten stammen dem Archäologen zufolge vermutlich aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. Das Benediktiner-Kloster Posa wurde 1114 errichtet, im Jahr 1573 wurde es als Folge der Reformation aufgelöst.

Igor Levit beendet Klavier-Marathon

Nach fast 16 Stunden am Klavier hat der Pianist Igor Levit seinen Corona-Marathon beendet und das Werk "Vexations" - auf Deutsch "Quälereien" - von Eric Satie bis zu seinem Ende gespielt. Der französische Komponist hatte das Stück Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben. Die Partitur besteht aus nur einer Seite, soll aber 840-mal wiederholt werden. In seiner Monotonie und Grenzwertigkeit passe es gut zur aktuellen Lage der Künstler in der Corona-Krise und wirke wie "ein stummer Schrei", sagte Levit. Der russisch-deutsche Musiker gilt als einer der bedeutendsten Pianisten der jüngeren Generation. Sein Klavier-Marathon war von Berlin aus auf mehreren Kanälen gestreamt worden.

Grünes Gewölbe wieder für Besucher geöffnet

Das historische Grüne Gewölbe im Dresdner Residenzschloss ist wieder für Besucher geöffnet. Es war seit dem spektakulären Einbruch vor einem halben Jahr geschlossen. Aufgrund der Corona-Schutzregelungen dürfen sich maximal 70 statt 100 Menschen pro Stunde in der begehbaren Schatzkammer aufhalten. Darin stehen hunderte Kostbarkeiten auf Konsolen frei im Raum. Die Vitrine, aus der Ende November rund ein Dutzend historischer Preziosen gestohlen wurden, ist leer. Bisher gibt es keine heiße Spur zu den Tätern. Die Beute von unschätzbarem Wert bleibt verschwunden.

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Fazit

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