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Kulturnachrichten

Samstag, 23. Mai 2020

Bewegung in Diskussion um Neubau der Städtischen Bühnen in Frankfurt

In die Diskussion um die Zukunft der Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main ist Bewegung gekommen. Laut Kulturdezernentin Hartwig soll der Neubau am heutigen Standort entstehen, dem Willy-Brandt-Platz. Dabei würden Teile der alten Theateranlage integriert, etwa das in Glas gefasste Kunstwerk "Wolkenfoyer" des ungarischen Künstlers Zoltan Kemény aus dem Jahr 1963. Architekten und Historiker hatten sich für den Erhalt ausgesprochen. Die Koalitionspartner im Frankfurter Stadtparlament waren sich bislang nicht darüber einig, wo der Neubau der Städtischen Bühnen entstehen soll. SPD und Grüne sprachen sich für den heutigen Theaterstandort aus, die CDU plädierte dagegen für ein Grundstück am Osthafen, außerhalb der Innenstadt.

Düsseldorfer Schauspielhaus will kein "Eröffnungswettrennen"

Eine Woche vor der Wiedereröffnung von Kinos und Theatern in Nordrhein-Westfalen hat der Leiter des Düsseldorfer Schauspielhauses, Wilfried Schulz, betont, dass bestimmte Bedingungen eingehalten werden müssten. Er sei nicht derjenige, "der in das große Eröffnungswettbewerbsrennen mit reingeht", sagte Schulz im Deutschlandfunk Kultur. Er plädierte dafür, dass man "gerade wegen der Kunst" grundsätzlich "Achtsamkeit" übe. Sein Theater habe inzwischen die Proben für drei Produktionen wieder aufgenommen, so Schulz weiter. Noch vor dem Saisonende sei außerdem ein Open-Air-Event zusammen mit Düsseldorfer Privattheatern geplant. Diese gemeinsame Aktion solle "ein Lebenszeichen" setzen und darauf hinweisen, "wie es weiter geht", sagte der Theaterleiter.

Berliner Ausflugsdampfer fahren ab Montag wieder

Ab Montag fahren wieder die Berliner Ausflugsschiffe durch die Wasserstraßen der Stadt. Die Reederei Riedel startet direkt am Montag mit drei Spreefahrten zwischen dem Hauptbahnhof und der Oberbaumbrücke. Die Reederei Stern und Kreis folgt am Dienstag zunächst mit einem Schiff und baut ihr Tourenprogramm dann mit Blick auf Pfingsten weiter aus. Eine Maskenpflicht soll es laut Stern und Kreis nur beim Ein- und Ausstieg geben. Es gebe weniger Plätze, Grundregel sei ein Mindestabstand von 1,5 Metern. Bei einigen Schiffen bedeute das, dass nur ein Drittel der eigentlich verfügbaren Plätze belegt werden können.

Chefin der Kulturstiftung fehlt kreativer Austausch in der Krise

Die Chefin der Kulturstiftung des Bundes, Hortensia Völckers, vermisst in der Corona-Krise den Gedankenaustausch mit ihren Mitarbeitern. Was zu kurz komme, sei der kreative Prozess, das gemeinsame Entwickeln von Ideen, sagte Völckers dem Berliner "Tagesspiegel". Miteinander zu denken, sei "digital extrem schwierig". Dagegen funktionierten organisatorische Abläufe in ihrer Institution mit Sitz in Halle trotz Homeoffice vieler Mitarbeiter bestens. In der Kulturbranche sieht Völckers diejenigen Sparten am härtesten durch die Krise getroffen, "in denen die Menschen normalerweise eng beieinandersitzen". Museen könnten den Einlass gut dosieren. Es bleibe aber die Frage, ob sich die Leute auch wieder "in die Kinos und Theater trauen", sagte Völckers.

Athen fordert erneut die Rückgabe von Parthenon-Friesteilen

Die griechische Kulturministerin Lina Mendoni hat erneut die Rückgabe der Parthenon-Friesteile aus dem Britischen Museum in London an das Akropolis-Museum in Athen gefordert. Die in London ausgestellten Friesteile seien gestohlen worden, erklärte die Ministerin. Im Falle einer Nicht-Rückgabe demonstriere das Britische Museum, dass es "ein kolonialistisches Museum bleibt, das weiterhin Schätze des Weltkulturerbes gefangen hält, die ihm nicht gehören", sagte die Ministerin in einem Fernseheninterview. Der britische Botschafter Lord Elgin hatte Anfang des 19. Jahrhunderts die am besten erhaltenen Teile des Parthenons abbauen und nach England bringen lassen. Er verkaufte sie 1816 an das Museum. Athen fordert seit Jahrzehnten die Rückgabe der Skulpturen.

Kulturstaatsministerin Grütters will die kulturelle Infrastruktur auch nach der Corona-Krise bewahren

Kulturstaatsministerin Grütters hat dazu aufgerufen, die kulturelle Infrastruktur auch nach dem Ende der Corona-Pandemie zu erhalten. Sie hoffe, dass Länder und Kommunen ihre Kultureinrichtungen nicht zum Steinbruch von Haushaltskonsolidierungen machen, sagte die CDU-Politikerin der "Rheinischen Post". Kultur sei kein Luxus, sondern eine Lebensnotwendigkeit, ein Ausdruck von Humanität und für eine lebendige Demokratie unverzichtbar. Mitte der Woche hatten Grütters und die Kultusminister der Länder die Soforthilfen für kleine und mittlere Kultureinrichtungen verdoppelt. Im Rahmen des Programms "Neustart" werden 20 Millionen Euro bereitgestellt.

City-Schlagzeuger Klaus Selmke gestorben

Klaus Selmke, Schlagzeuger der Berliner Band City ("Am Fenster"), ist tot. Er sei in einem Berliner Krankenhaus im Alter von 70 Jahren gestorben, teilte City-Sänger Toni Krahl mit. "Wir sind momentan noch sprachlos. Unser Drummer Klaus Selmke ist heute um 14 Uhr verstorben“, so Krahl. City zählte zu den erfolgreichsten Rockgruppen in der DDR und ist noch immer aktiv. Selmke hatte die Band vor 48 Jahren mit gegründet.

Musikwelt trauert um Sänger Mory Kanté

Die Musiklegende Mory Kanté aus Guinea ist tot. Der für seinen Hit "Yéké yéké" bekannte Sänger starb nach langer Krankheit im Alter von 70 Jahren in Guineas Hauptstadt Conakry. Das teilte sein Sohn der Nachrichtenagentur Agence Press mit. Kanté hatte in den 80ern dazu beigetragen, afrikanische Musik weltweit populär zu machen. Seinen größten Hit landete er mit dem Song "Yéké yéké", der 1988 auch in mehreren europäischen Ländern die Hitparaden eroberte.

Freie Universität Berlin gibt Hannah-Arendt-Gesamtausgabe heraus

Die Freie Universität Berlin wird die Kritische Gesamtausgabe der Werke der Philosophin Hannah Arendt herausgeben. Das Projekt werde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für zunächst drei Jahre mit 1,5 Millionen Euro unterstützt, teilte die Universität am Freitag mit. Arendt gilt als eine der wichtigsten politischen Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. Die Kritische Gesamtausgabe soll in 17 Bänden erscheinen und erstmals alle veröffentlichten und unveröffentlichten Texte Arendts vereinen. Ein besonderes Augenmerk werde auf der Zweisprachigkeit liegen, da die Autorin auf Englisch und auf Deutsch schrieb. Bisher existiere selbst für einige ihrer Klassiker wie ihr Buch "Eichmann in Jerusalem" keine wissenschaftlich gesicherte Textgrundlage. Zur Zeit gibt eine Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin einen Überblick von Arendts Werk.

Prominenter Vorstoß für neues NS-Dokumentationszentrum in Berlin

Die Konstanzer Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann sowie die beiden Historiker Heinrich August Winkler und Martin Aust haben sich für die Einrichtung eines neuen NS-Gedenkortes in Berlin ausgesprochen. Auch 75 Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs fehle in der Mitte Berlins, ein Ort der Dokumentation deutscher Besatzungsherrschaft in ganz Europa und des Gedenkens an die Opfer des deutschen Vernichtungskriegs insbesondere in Polen und der Sowjetunion, heißt es in einem Schreiben der drei Wissenschaftler an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, dass der Katholischen Nachrichten-Agentur vorliegt. Es gehe darum, sich der schmerzlichen Konfrontation mit den Taten der Generationen vor uns zu stellen, so Assmann, Winkler und Aust. Ihre Empathie gelte den Opfern und ihren Nachfahren in ganz Europa. Der Vorstoß greift damit eine Idee von Peter Jahn auf und erweitert diese. Jahn war früher Direktor des Deutsch-Russischen Museums in Berlin-Karlshorst.

Lyriktelefon hilft durch die Corona-Krise

Mit einem Lyriktelefon und zitierten Gedichten berühmter Literaten wollen das Deutsche Literaturarchiv Marbach und das Schauspiel Stuttgart eine kulturelle Lücke in der Corona-Krise füllen. Vom kommenden Montag an würden Gedichte auf Bestellung gelesen, am Telefon und ganz persönlich, teilte das Deutsche Literaturarchiv mit. Nach einer kostenlosen Online-Buchung riefen Schauspieler am Nachmittag zum vereinbarten Zeitpunkt an und läsen Werke vor, zum Start der Aktion zunächst Gedichte von Friedrich Hölderlin und der Nobelpreisträgerin Nelly Sachs. In Zeiten reduzierter sozialer Kontakte, in denen die Bühnen geschlossen seien, würde das Telefon als künstlerisches Medium wiederentdeckt, so das Deutsche Literaturarchiv. Der Fernsprecher imaginiere persönliche Anwesenheit, so würden die eigenen vier Wände zum Raum für Fantasien und zur Bühne.

98 Prozent der Jugendlichen nutzen WhatsApp, Facebook & Co.

Kommunikationsdienste wie WhatsApp, Facebook und Co. sind bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen fast flächendeckend verbreitet. Besonders die Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen nutzt diese Apps. Das ergab eine Befragung im Auftrag der Bundesnetzagentur. Dafür wurden Ende 2019, also vor der Corona-Krise, mehr als 2.200 Menschen befragt. Unter den Nutzern der Kommunikationsdienste liegen der Facebook Messenger und Instagram auf Platz zwei und drei der meistgenutzten Kommunikationsdienste hinter WhatsApp, das mit 96 Prozent mit Abstand am häufigsten verwendet wird. Alle drei Spitzenreiter gehören zum Facebook-Konzern. Über alle Altersgruppen hinweg verwenden immerhin 83 Prozent diese oder ähnliche Apps für ihre private Kommunikation.

Mehr als 200.000 Dollar für Bryant-Andenken

Erinnerungstücke an den tödlich verunglückten Basketball-Spieler Kobe Bryant haben bei einer Auktion in Los Angeles mehr als 200.000 US-Dollar eingebracht. Am meisten erlösten die Beton-Handabdrücke des im Januar bei einem Hubschrauberabsturz gestorbenen Amerikaners - sie wechselten für 75.000 Dollar den Besitzer. Für ein in der Finalserie des Jahres 2000 getragenes Set aus Trikot und Hose war das Höchstgebot gestern 43.750 Dollar. Das Paar Schuhe aus jener Partie brachte weitere 25.600 Dollar ein. Nach Angaben des Auktionshauses sind Original-Teile des fünfmaligen NBA-Champions und Spielers der Los Angeles Lakers vergleichsweise selten. Bei der jährlich veranstalteten Auktion, bei der wegen des Coronavirus in diesem Jahr nur schriftlich verfasste sowie Online- und Telefon-Gebote zulässig waren, kamen zahlreiche Trikots, Medaillen und weitere Erinnerungsstücke aus der Welt des Sports unter den Hammer.

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Fazit

Neu im Kino: "Bohnenstange"Bruch mit dem Heldenmythos
In einem Filmstill aus "Bohnenstange" ist eine Schauspielerin mit Kopftuch zu sehen. (Eksystent Distribution / Liana Mukhamedzyanova)

Leningrad nach dem Zweiten Weltkrieg: Zwei traumatisierte Frauen schlagen sich durch die zerstörte Stadt. "Bohnenstange" von Regisseur Kantemir Balagow ist kraftvolles Kino mit herausragenden Darstellerinnen und setzt auch politisch neue Akzente.Mehr

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