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Kulturnachrichten

Donnerstag, 21. Mai 2020

Städtische Bühnen Frankfurt erhalten Denkmalschutz

Gegen den Abriss der Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main hat das Landesdenkmalamt sein Veto eingelegt. Es stellte das Foyer der Theater-Doppelanlage unter Denkmalschutz, berichtet die "FAZ". An seinem Erhalt bestehe öffentliches Interesse, so Landesdenkmalpfleger Heinz Wionski in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Ein Gutachten bescheinigt dem 1963 entstandenen Haus "die gesetzlichen Voraussetzungen eines Kulturdenkmals aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen“. Der im Januar beschlossene Abriss dürfte damit unwahrscheinlich sein.

Kritik an der Wahl des Kulturamtsleiters in Radebeul

Der Stadtrat im sächsischen Radebeul hat bei seiner gestrigen Sitzung den Schriftsteller Jörg Bernig zum Leiter des städtischen Kulturamtes gewählt. Das berichten die Sächsische Zeitung und die Süddeutsche Zeitung. Der Autor wurde mit den Stimmen von CDU und AfD in das Amt gewählt. Seine Wahl stößt in der Opposition auf Unverständnis. Bernig hatte wiederholt rechte Positionen vertreten und gilt durch seine Veröffentlichtungen in Medien der Neuen Rechten als ein Denker der Szene. Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Stadrat, Borowitzki, wirft der CDU-Fraktion vor, aus rein ideologischen Gründen gehandelt zu haben. Sie hatte Bernig auch als Kandidaten aufgestellt. Zudem äußerte Borowitzki Zweifel an Bernigs fachlicher Eignung.

Zensurvorwürfe gegen polnischen Rundfunk halten an

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Polen sieht sich mit Zensurvorwürfen konfrontiert. Vor knapp einer Woche hatte ein regierungskritischer Song die Chart-Spitze des Radioprogramms "Trojka" erreicht, und war kurz darauf von der Hitliste verschwunden. Das Verschwinden des Spottliedes von Sänger Kazik Staszewski über den Chef der Regierungspartei PiS, Kaczynski, hatte neue Sorgen über die Pressefreiheit in Polen geweckt. Der Leiter des Programms, Tomasz Kowalczewski, hatte die Vorwürfe zurückgewiesen, mit denen sich auch ein Senatsausschuss befassen soll. Die liberale Zeitung "Gazeta Wyborcza" hat nun eine SMS des Sender-Leiters an den Leiter der Musikredaktion präsentiert, in dem dieser aufgefordert wird, das Lied nicht zu senden. Dabei sei es nicht um das fragliche Lied gegangen, hatte Kowalczewski entgegnet. In den sozialen Medien stieß dieses Argument überwiegend auf Unglauben.

Deutscher Wanderverband rechnet mit Zulauf

Das Wandern boomt während der Coronakrise als Freizeitbeschäftigung und das wird nach Einschätzung des Deutschen Wanderverbands auch in der Ferienzeit so weitergehen. Damit es nicht zu eng wird, rät der Verband dazu, überlaufene Wege zu meiden. Geschäftsführerin Ute Dicks rechnet mit größeren Menschenansammlungen an bekannten Wanderhotspots. Deswegen könne es sinnvoll sein, Wanderungen abseits ausgetretener Pfade zu planen. Der Verband rechnet damit, dass die neue Wanderlust anhält, denn Hygiene- und Abstandsregeln ließen sich dabei gut einhalten. Um Wanderer zu Zeiten der Pandemie gut zu begleiten, hat der Verband Corona-Wegweiser für Destinationen, Wanderer und Spaziergänger herausgegeben.

Schausteller in Nöten fordern Rettungsschirm

Nach dem coronabedingten Ausfall der Großevents in Berlin in diesem Sommer hofft die Schausteller-Branche auf eine Entspannung der Lage im Herbst und Winter. Vor allem die Weihnachtsmärkte werden wichtig - doch bis dahin bangen viele Schausteller trotz der Soforthilfen um ihre Existenz. Ohne einen Rettungsschirm werde das Gewerbe zusammenbrechen, teilte der Vorsitzende des Berliner Schaustellerverbandes, Michael Roden, der Deutschen Presse-Agentur mit. Im Frühling starte für gewöhnlich die Hauptsaison - die jetzt aber komplett ausfalle. Viele hätten zudem in ihre Geschäfte investiert und blieben nun auf den Kosten sitzen, beschrieb Roden. Die Schausteller hätten sich bereits mit einem Brief an Berlins Regierenden Bürgermeister Müller gewandt.

ARD schafft neues gemeinsames Kulturangebot

Die ARD will ein digitales Kulturangebot in Mitteldeutschland aufbauen. Darauf haben sich die Intendantinnen und Intendanten der ARD bei einer Videoschalte am Mittwoch verständigt. Unter Federführung des Mitteldeutschen Rundfunks werde die Redaktion die Aufgabe haben, Konzerte, Ausstellungen und weitere Kulturerlebnisse aus den einzelnen Sendegebieten der ARD zu bündeln. Ziel sei es, diese Inhalte für die Menschen in ganz Deutschland besser zugänglich zu machen. Das Angebot solle Anfang 2021 starten, wenn die Gremien dem Plan zustimmen, hieß es. Die Angebote sollen den Angaben zufolge auch über die ARD Audiothek und die ARD Mediathek verbreitet werden. Insgesamt wollen die ARD-Landesrundfunkanstalten, mit Ausnahme des Bayerischen Rundfunks, jährlich eine Summe von fünf Millionen Euro bereitstellen, hieß es weiter. Der BR beteilige sich auf eigenen Wunsch nicht an diesem Angebot. Das Deutschlandradio werde an dem Vorhaben ebenso mitwirken wie das ZDF.

Pippi Langstrumpf feiert 75. Geburtstag

Heute vor 75 Jahren stellte die schwedische Schriftstellerin Astrid Lindgren ihr erstes Manuskript mit der jungen Heldin „Pippi Langstrumpf" fertig. Ursprünglich war es nur als Geschenk für ihre damals 10-jährige Tochter Karin gedacht. Als ein Jahr später die schwedische Erstausgabe in den Handel kam, begann eine beispiellose weltweite Erfolgsgeschichte. Pippis Abenteuer wurden in 77 Sprachen übersetzt. Auch die Pippi-Filme mit der Kinderdarstellerin Inger Nilsson begeisterten besonders in Deutschland jung und alt. lehrten den Respekt vor Kindern und machten Pippi Langstrumpf sogar zu einer Ikone des Feminismus.

Sylvester Stallone zeigt "Rocky" für guten Zweck

Der Schauspieler Sylvester Stallone engagiert sich mit einem Stream seines Films "Rocky" für einen guten Zweck. Der 73-Jährige macht den Auftakt bei der Aktion "Screening Room With the Stars" der Agentur Creative Artists Agency, teilten die Branchenblätter "Hollywood Reporter" und "Deadline.com" mit. Wöchentlich sollen Stars einen ihrer Filme präsentieren und virtuell Fragen von Fans beantworten. Die Filmklassiker sind auf der jeweiligen Studiowebseite auf Facebook zu sehen. Spenden sollen an Coronavirus-Hilfsorganisationen gehen. Stallone schrieb 1976 das Drehbuch für den Boxer-Film "Rocky" und sich damit selbst die Rolle des fiktiven Boxers Rocky Balboa auf den Leib.

80 Brandenburger Kultureinrichtungen wollen Coronahilfe

Rund 80 Kultureinrichtungen in Brandenburg haben bisher finanzielle Hilfe von insgesamt 4,4 Millionen Euro in der Coronakrise beim Land beantragt. Kulturministerin Manja Schüle erklärte, mit dem Programm von 35 Millionen Euro aus dem Rettungsschirm wolle die Landesregierung die gravierendsten Einnahmeausfälle abfedern, damit die Einrichtungen aus eigener Kraft weiterbestehen könnten. Das Programm ist für kommunale Kultureinrichtungen, gemeinnützige kulturelle Vereine sowie Stiftungen und Gesellschaften gedacht. Die ersten Hilfen in Höhe von 800 000 Euro seien an 15 Einrichtungen gegangen, zum Beispiel an das Kloster Chorin, das Waschhaus Potsdam, das Heidekrautbahn-Museum Basdorf und die Volksbühne Michendorf.

Weitere zehn Millionen Euro für Corona-Kulturprogramm

Das Volumen des Corona-Kulturprogramms "Neustart" wird verdoppelt. Das hat Kulturstaatsministerin Grütters laut der "Rheinischen Post" entschieden. Binnen drei Wochen seien über tausend Anträge eingegangen. Nun soll es um weitere zehn auf 20 Millionen aufgestockt werden. Mit dem Programm sollen kleine und mittlere Kultureinrichtungen fit für die Wiedereröffnung nach dem Shutdown gemacht werden. Gefördert werden Investitionen zwischen 10.000 und 50.000 Euro, also etwa der Einbau von Schutzvorrichtungen oder die Optimierung der Besuchersteuerung. Damit leiste das Programm einen Beitrag bei der Revitalisierung der kulturellen Infrastruktur, so Grütters.

Glückliche Gewinnerin ergattert Picasso für 100 Euro

In Paris hat am Abend ein wertvolles Gemälde zu einem Schnäppchen-Preis den Besitzer gewechselt. Die Hilfsorganisation Care hatte eine Tombola mit 51.000 Losen zu je 100 Euro veranstaltet. Hauptpreis war das Gemälde "Stilleben" des spanischen Malers Pablo Picasso aus dem Jahr 1921. Glück bei der elektronischen Ziehung hatte eine Italienerin, die das Gewinnlos als Geschenk erhalten hatte. "Mit mehr als fünf Millionen Euro haben wir ein außerordentliches Ergebnis für eine komplizierte Aktion in komplizierten Zeiten erzielt", sagte Care-Kommunikationschefin Croce der Nachrichtenagentur AFP. Der Besitzer des Gemäldes, der Kunstsammler David Nahmad, erhält eine Million Euro, der große Rest geht nach Madagaskar, Kamerun und Marokko, um dort etwa 200.000 Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen.

Unsichtbares in Qumran-Rollen sichtbar gemacht

Vermeintlich leere Fragmente der Qumran-Rollen sind doch beschrieben. Das fand laut einem Bericht der Onlinezeitung "Times of Israel" ein Forscherteam des Londoner King's College durch Multispektralaufnahmen heraus. Die Wissenschaftler fanden auf vier Teilen der "Reed-Sammlung" hebräische oder aramäische Zeichen, die mit Ruß-Tinte geschrieben worden waren. Lesbar sei unter anderem das Wort "Schabbat". Die Fragmente sollen weiter analysiert werden. Die 1947 entdeckten Pergamentrollen zählen zu den wichtigsten archäologischen Funden des 20. Jahrhunderts. Sie enthalten 2.000 Jahre alte jüdische Texte, darunter auch Abschriften aus der Bibel.

Tabori-Preis 2020 an "Gob Squad"

Der Fonds Darstellende Künste vergibt den mit 20.000 Euro dotierten Tabori-Preis in diesem Jahr an das Performance-Kollektiv "Gob Squad". Die deutsch-britische Gruppe habe die nationale wie internationale Theaterästhetik seit über 25 Jahren maßgeblich beeinflusst, heißt es in der Begründung der Jury. Zwei weitere Auszeichnungen - dotiert mit jeweils 10.000 Euro - gehen an die Regisseurin Anta Helena Recke und den Choreographen Christoph Winkler. Der Tabori-Preis ist die deutschlandweit höchst dotierte Auszeichnung für die Freien Darstellenden Künste.

Siemens-Musikstiftung vergibt zusätzliche Fördermittel

Nicht trotz, sondern wegen der Pandemie, schüttet die Ernst-von-Siemens-Musikstiftung in diesem Jahr zusätzliche Fördermittel aus. Weil die Situation für viele Musiker, Ensembles, Institutionen und Studierende in Deutschland, Österreich und der Schweiz so prekär sei, würden zusätzlich 2,4 Millionen Euro freigegeben. Geplant war eigentlich ein Jahresetat von 3,6 Millionen Euro. Eingerichtet wurde eine außerreguläre Antragsfrist vom 25. Mai bis 21. Juni für Projekte, die noch in diesem Jahr beginnen können. Musikhochschulen würden die Bedürftigkeit prüfen.

Regeln für die Fortsetzung von Filmproduktionen

Schauspieler, die sich beim Dreh - etwa beim Küssen - ganz nahe kommen, sollen sich wegen der Corona-Krise zuvor fünf Tage in Quarantäne begeben. Diese und mehr Empfehlungen für Filmproduktionen gab die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse heraus. Der Vorsitzende der Produzentenallianz, Alexander Thies, sagte über die Richtschnur insgesamt: "Obgleich der neue Standard erhebliche Herausforderungen für die Branche mit sich bringt, haben wir nun von autorisierter Stelle einen Handlungsrahmen an die Hand bekommen, der es ermöglicht, dass Film- und Fernsehproduktionen deutschlandweit in allen Genres neu starten oder fortgeführt werden können." Die Genossenschaft erarbeitete die Empfehlungen auf Basis der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards des Bundesarbeitsministeriums. Vor der Kamera soll der direkte Kontakt zu anderen Personen auf ein Minimum reduziert werden.

Die US-Malerin Susan Rothenberg ist tot

Die US-Amerikanische Malerin Susan Rothenberg ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Das bestätigte die Sperone Westwater Gallery, die ihre Arbeiten seit 1987 zeigt. Mit den für sie typischen großen, figurativen Bildern von Pferden in Bewegung hatte Rothenberg in den 70er Jahren starken Einfluss auf die New Yorker Kunstszene. 1980 vertrat sie als Künstlerin die USA auf der Biennale in Venedig. Ihre Arbeiten finden sich unter anderem im New Yorker Metropolitan Museum of Art und dem Stedelijk Museum in Amsterdam.

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Fazit

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