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Kulturnachrichten

Dienstag, 19. Mai 2020

Köln hält trotz Corona an Karneval 2021 fest

Köln will trotz der Corona-Epidemie 2021 Karneval feiern. Eine Komplettabsage sei "keine Option", erklärte das Festkomitee Kölner Karneval nach einer Treffen von rund 100 Präsidentinnen und Präsidenten. Klar sei, dass es 2021 ein Dreigestirn, ein Kinderdreigestirn, eine Proklamation und auch einen Umzug geben werde. Kölns oberster Karnevalist, Christoph Kuckelkorn, erklärte, das Fest sei in der Stadt ein "starkes verbindendes Element". Diese soziale Kraft brauchen wir gerade schweren Zeiten wie jetzt." Zugleich ist die Planung sehr kompliziert, weil unklar ist, welche Einschränkungen gelten werden. Das Festkomitee bereitet daher nach eigenen Angaben zwei möglich Varianten vor - eine für den besten, einen für den schlechtesten Corona-Fall.

Biennale Lyon um ein Jahr auf 2022 verschoben

Die Kunstbiennale von Lyon, Frankreichs wichtigstes Künstlertreffen, ist um ein Jahr verschoben worden. Statt im September 2021 findet das Branchenevent nun ein Jahr später statt. Die Corona-Krise habe die Möglichkeiten von Künstleraufenthalten und Produktionen und die Zusammenarbeit mit den Künstlern stark beeinträchtigt, erklärten die Organisatoren in einer Pressemitteilung. Die Biennale für zeitgenössische Kunst wurde 1991 gegründet. Ihre letzte Ausgabe zog im Januar mehr als 270 000 Besucher an. Wegen der Coronavirus-Pandemie wurden auch die großen Biennalen in Venedig zu Architektur und zeitgenössischer Kunst bereits jeweils um ein Jahr verschoben. Sie finden jetzt 2021 beziehungsweise 2022 statt.

Polnisches Radio entfernt Spottlied auf Kaczynski

Der polnische Sender Radio Troika hat ein Spottlied auf den heimlichen Machthaber des Landes von seiner Hitliste entfernt und muss sich dafür jetzt Zensurvorwürfe anhören. Der Sänger Kazik Staszewski hatte mit seinem Lied "Twój ból jest lepszy niz mój" (Dein Schmerz ist besser als meiner) über einen Friedhofsbesuch von Regierungsparteichef Jaroslaw Kaczynski während der Ausgangssperre die Hitparade gestürmt und wurde am Freitag von den Hörern auf Platz eins gewählt. Einen Tag später verschwand das Lied von der Hitliste des Senders und löste damit einen Sturm der Entrüstung aus - sogar im Regierungslager. Das Verschwinden des Songs von der Hitliste weckt neue Sorgen über die Pressefreiheit in Polen, allerdings handelt es sich im Fall des Kaczynski-Liedes wohl eher um Selbstzensur des Senders. Mehrere Mitarbeiter kündigten aus Protest.

Al-Aksa-Moschee ab Ende Mai wieder geöffnet

Die Al-Aksa-Moschee und der Tempelberg sollen ab 27. Mai wieder für muslimische Gläubige geöffnet werden. Detaillierte Informationen sollen später veröffentlicht werden, berichten örtliche Medien unter Berufung auf die islamische Wakf-Behörde und die Islam-Abteilung des israelischen Innenministeriums. Die Wiedereröffnung der drittheiligsten Stätte des Islam folgt auf das das dreitägige Fest des Fastenbrechens zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan. Es beginnt im Nahen Osten in diesem Jahr voraussichtlich am Abend des 24. Mai.

Shakespeare-Theater könnte wegen Corona aufgeben

Das Theater Shakespeare's Globe in London, eine der wichtigsten Touristenattraktionen der Stadt, muss wegen der Coronavirus-Pandemie womöglich aufgeben. Das Globe bekommt 95 Prozent seiner Einnahmen aus Ticketverkäufen und ist wie alle britischen Theater seit März geschlossen. Das Shakespeare’s Globe ähnelt dem Theater, in dem viele der Stücke von William Shakespeare erstmals aufgeführt wurden. Pro Jahr kommen Hunderttausende Zuschauer zu den Freiluftaufführungen.

Filmkomponist Peter Thomas gestorben

Der Filmkomponist Peter Thomas ist im Alter von 94 Jahren in der Schweiz gestorben. Das teilten seine Verleger mit. Sein bekanntestes Werk ist der Soundtrack zur TV-Serie „Raumpatrouille Orion", dazu kam die musikalische Untermalung von zahlreichen Edgar-Wallace-Filmen. Bekannt war Thomas für seine experimentellen, oft hektisch-nervösen Sounds. Thomas zählte zu den wichtigsten deutschen Filmmusik-Komponisten der 60er- und 70er-Jahre. Von einer neuen Generation Musikern und Fans wurde er im Zuge des Easy-Listening-Revivals in den 90er-Jahren wiederentdeckt.

US-Schauspieler Gregory Tyree Boyce tot aufgefunden

Der mit den Filmen der "Twilight"-Saga bekannt gewordene US-Schauspieler Gregory Tyree Boyce ist im Alter von nur 30 Jahren gestorben. Boyce und seine Freundin seien in der vergangenen Woche tot in einer Wohnung in Las Vegas gefunden worden, berichteten US-Medien unter Berufung auf die zuständige Polizeibehörde. Die Todesursache war zunächst nicht geklärt. Einen kriminellen Hintergrund gebe es aber nicht, hieß es von der Polizei. Boyce hatte in den weltweit erfolgreichen "Twilight"-Filmen die Nebenrolle des Tyler Crowley gespielt.

Felix Klein: Keine Entschuldigung gegenüber Mbembe

In der Debatte um den Politikwissenschaftler Achille Mbembe weist der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung Vorwürfe an seinen Äußerungen zurück. Er sehe keinen Anlass zur Entschuldigung gegenüber Mbembe. Seine Kritik sei kein Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit, sagte Felix Klein der Wochenzeitung "Die Zeit". Mbembe müsse sich nicht wundern, dass er auf Widerspruch stoße, wenn er "bestimmte antisemitische Klischees" bediene. Der mehrfach ausgezeichnete Mbembe gilt als einer der bedeutendsten Denker Afrikas. Kleins Vorwurf, Passagen von Mbembes Werk seien antisemitisch, hatten international Diskussionen ausgelöst. Die dabei auch geäußerte Kritik an seinem Amt wies Klein zurück.

Raffael-Schau in Rom öffnet Anfang Juni neu

Die große Raffael-Ausstellung in Rom öffnet am 2. Juni wieder ihre Türen und wird bis 30. August verlängert. Das teilte das Museum Scuderie del Quirinale mit. Die Schau, die als größte Retrospektive zu dem Renaissance-Maler gilt, war im März wegen der Corona-Pandemie nach nur wenigen Tagen geschlossen worden. Jetzt wird die Präsentation anlässlich des 500. Todestages des Malers nach fast drei Monaten Pause am 02. Juni wieder zugänglich. Bei der Wiedereröffnung werden wegen des Coronavirus strenge Vorschriften für den Gesundheitsschutz gelten. Ein Sprecher sagte auf Anfrage, dass der Zugang für eine begrenzte Zahl von Besuchern voraussichtlich nur mit vorbestellten Karten möglich sein werde.

Igor Levit: Kulturleben nach Corona ungewiss

Nach der Corona-Pandemie ist nach den Worten des Pianisten Igor Levit das Kulturleben in seiner bisherigen Form ungewiss. "Wir werden die großen Fragen der Wirtschaft, der Gesellschaft neu verhandeln müssen", sagte er der Pianist dem "Tagesspiegel". Für die Künstler bedeute das: "Sind wir Entertainment oder sind wir wichtig, im Sinne von: Erfahre ich Relevanz und haben wir Relevantes beizutragen?". Man könne nicht dort weitermachen, wo man im März aufgehört habe. Es stelle sich etwa die Frage, ob es das Tourneengeschäft einfach so geben werde wie vorher. Seine gestreamten Hauskonzerte will Levit nach einer Pause fortsetzen.

Israel stellt 2.000jährige archäologische Funde vor

Nahe der Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt sind ein 2.000 Jahre altes, in den Fels gehauenes Zimmer sowie Überreste eines 1.400 Jahre alten öffentlichen Gebäudes gefunden worden. Die israelische Antikenbehörde (IAA) und die "Western Wall Heritage Foundation" gaben den Fund bekannt. Teilnehmer eines Militärvorbereitungskurses fanden demnach bei Ausgrabungen unter dem Eingang zu den Tunneln entlang der Klagemauer einen 1.400 Jahre alten Gebäudekomplex aus byzantinischer Zeit, der unter anderem aus einem offenen Innenhof und durch Treppenhäuser verbundenen Räumen besteht. Laut den Archäologen der IAA ist die die Nutzung des unterirdischen Systems unklar. Möglicherweise könnte es als Versteck während der römischen Belagerung der Stadt gedient haben.

Neue Kulturstaatssekretärin in Österreich

Andrea Mayer wird neue Kulturstaatssekretärin in Österreich. Sie übernimmt die Nachfolge von Ulrike Lunacek (Grüne), die in der vergangenen Woche nach nur wenigen Monaten im Amt ihren Rücktritt verkündet hatte. Die 1962 in Amstetten geborene Spitzenbeamtin war am Montagabend vom Erweiterten Bundesvorstand der Grünen für das Amt ausgewählt worden. Vorgängerin Lunacek war zuletzt massiv von der Kunst- und Kulturszene in Österreich kritisiert worden. Ihr sei es nicht gelungen, das Vertrauen der Branche zu gewinnen, bekannte sie am Freitag bei ihrem Rücktritt. Der 62-Jährigen war angekreidet worden, keine klaren Konzepte zum Neustart der Kulturszene nach der Corona-Pause entwickelt zu haben.

Corona: Bauer Media will UK-Magazine verkaufen

Die Bauer Media Group erwägt wegen der Corona-Pandemie einen Verkauf oder die Umstellung auf eine rein digitale Verbreitung von rund einem Zehntel der in Großbritannien erscheinenden Magazine. Auch die Option, die Zeitschriften mit Schwestertiteln zu verschmelzen, werde geprüft, teilte das Medienhaus in London mit. Betroffen seien 10 der fast 100 Zeitschriften, die das Hamburger Verlagshaus auf dem britischen Markt herausgibt: "Mother & Baby", "Golf World", "Practical Photography", "Sea Angler", "Planet Rock", "Q", "Car Mechanics", "Modern Classics", "Simply You" und "Your Horse". Das Unternehmen will nun Gespräche mit den Mitarbeitenden führen.

DAAD: Deutschland gewinnt durch Corona an Ansehen

Der Wissenschaftsstandort Deutschland hat in der Corona-Krise nach Einschätzung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) "stark an Ansehen" gewonnen. Das zeigten Rückmeldungen aus aller Welt, sagte DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee der Deutschen Presse-Agentur. Er begründete das damit, dass sich die Politik in Deutschland in der Krise nach wissenschaftlichen Erkenntnissen richte und die Bevölkerung größtenteils das wissenschaftsgeleitete Vorgehen akzeptiere. Der internationale Wissenschaftsaustausch hat durch die Corona-Krise allerdings gelitten: Mehr als 80 Prozent der deutschen DAAD-Stipendiaten sind mittlerweile aus ihren Gastländern zurückgekehrt und rund die Hälfte aller Erasmus-Studenten.

Bau des Einheitsdenkmals hat begonnen

In Berlin hat der Bau des Freiheits- und Einheitsdenkmals begonnen. Vor dem künftigen Humboldt Forum soll eine riesige begehbare Waage an die friedliche Wiedergewinnung der Deutschen Einheit erinnern. Ursprünglich sollte das Denkmal zum 30. Jahrestag des Mauerfalls im November 2019 eröffnet werden. Der Termin scheiterte an Finanzierungsfragen. Genehmigt hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages schon 2018 die notwendigen 17 Millionen Euro für das begehbare Werk "Bürger in Bewegung" - Kritiker hatten es als "Einheitswippe" bezeichnet.

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