Seit 20:03 Uhr Konzert
Donnerstag, 22.10.2020
 
Seit 20:03 Uhr Konzert

Kulturnachrichten

Montag, 18. Mai 2020

Bau des Einheitsdenkmals soll am Dienstag beginnen

Die Vorgeschichte ist lang, am Dienstag soll nun endlich der Bau des Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin beginnen. Das teilte ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit. Vor dem künftigen Humboldt Forum soll eine riesige begehbare Waage an die friedliche Wiedergewinnung der Deutschen Einheit erinnern. Ursprünglich sollte das Denkmal zum 30. Jahrestag des Mauerfalls im November 2019 eröffnet werden. Der Termin scheiterte an Finanzierungsfragen. Genehmigt hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages schon 2018 die notwendigen 17 Millionen Euro für das begehbare Werk "Bürger in Bewegung" - Kritiker hatten es als "Einheitswippe" bezeichnet.

Venedig verschiebt Biennalen um ein Jahr

In Venedig werden die Biennalen zu Architektur und Kunst jeweils um ein Jahr verschoben. Die 17. Architektur-Biennale wurde wegen der Coronavirus-Pandemie zum zweiten Mal umgeplant und ist jetzt vom 22. Mai bis 21. November 2021 vorgesehen. Deshalb findet die 59. Internationale Kunst-Biennale, die von der Italienerin Cecilia Alemani konzipiert wird, ebenfalls ein Jahr später als vorgesehen statt, vom 23. April bis zum 27. November 2022. Das teilten die Veranstalter in Venedig mit. Wegen der weltweiten Krisensituation seien die Vorbereitungen für einen Start 2020 nicht mehr zu schaffen gewesen.

Anna-Seghers-Stifung gibt Preisträger bekannt

Der Anna-Seghers-Preis 2020 geht an die kroatisch-schweizerische Autorin Ivna Zic und den Argentinier Hernan Ronsino. Die Auszeichnung wird am 20. November 2020 in der Akademie der Künste in Berlin verliehen, wie die Anna Seghers-Stiftung in Berlin mitteilte. Der Preis ist den Angaben zufolge mit jeweils 12.500 Euro dotiert. Seit 1995 prämiert die Stiftung Nachwuchsautoren aus deutschsprachigen und lateinamerikanischen Ländern, deren Werke im Sinne der Schriftstellerin Anna Seghers (1900-1983) zu einer gerechteren Gesellschaft beitragen. Zic erhalte die Auszeichnung für ihren 2019 erschienen Debütroman "Die Nachkommende". Ronsino werde für seine sogenannte Pampa-Triologie geehrt, mit Geschichten aus der argentinischen Provinz.

Ehemaliger Münchner Ballettdirektor Sertic ist tot

Der ehemalige Ballettdirektor des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Ivan Sertic, ist tot. Er sei am Samstag mit 93 Jahren gestorben, teilte das Theater mit. Sertic war 1973 ans Haus gekommen und leitete die Tanzsparte bis 1985. In dieser Zeit habe er das Ballett als eigenständige Kompagnie mit regelmäßigen Tanz-Produktionen im Spielplan verankert. Sertic wurde 1927 in Zagreb geboren. Nach seiner Ausbildung war er Solist am Nationaltheater Zagreb, außerdem Ballettmeister in Heidelberg und Lübeck sowie Ballettchef in Wuppertal.

Ehemaliger Beltz-Verlagschef Gelberg gestorben

Der langjährige Beltz-Verlagsleiter und Mitbegründer des Programms Beltz & Gelberg, Hans-Joachim Gelberg, ist am Sonntag im Alter von 89 Jahren in Weinheim gestorben. Das hat die Verlagsgruppe Beltz in Weinheim mitgeteilt. Gelberg habe über Jahrzehnte die Kinder- und Jugendliteratur nachhaltig geprägt und aktiv gestaltet, heißt es in der Mitteilung. Als Pionier für eine neue Kinderliteratur habe Gelberg in den 1970er Jahren unzählige AutorInnen und IllustratorInnen entdeckt und gefördert, darunter Christine Nöstlinger, Janosch, Peter Härtling, Mirjam Pressler, Klaus Kordon, Josef Guggenmos, Nikolaus Heidelbach, F. K. Waechter, Axel Scheffler oder Rotraut Susanne Berner. Darüber hinaus gab er zahlreiche Jahrbücher der Kinderliteratur heraus, die die FAZ "poetische Laboratorien" nannte.

Lucky Peterson ist tot

Lucky Peterson ist nur 55 Jahre alt geworden. Der US-Blues- und Jazzmusiker sei am Sonntag in ernstem Zustand in ein Krankenhaus im texanischen Dallas gebracht worden und kurze Zeit später gestorben, heißt es auf seiner Facebook-Seite. Peterson hatte 2019 sein aktuelles Album "50 Just Warming Up!" herausgebracht und war Gastmusiker bei über 300 Studioproduktionen. Den Sechsjährigen hatte Willie Dixon, die Blues-Legende aus Chicago, entdeckt und als erste Single eine Cover-Version des James Brown-Hits "1-2-3-4" eingespielt und verschaffte dem Jungen zahlreiche Fernsehauftritte. 1993 wurde er mit seinem Album "I'm Ready" bekannt.

Kulturstaatsministerin zeichnet 66 Verlage aus

Kulturstaatsministerin Monika Grütters zeichnet 66 kleinere und unabhängige Verlage aus. Der mit insgesamt rund 1,4 Millionen Euro dotierte Deutsche Verlagspreis geht unter anderem an die Häuser Klaus Wagenbach, Klett Kinderbuch und den Verbrecher Verlag. Das gab Grütters' Behörde in Berlin bekannt. Die meisten Verlage bekommen 20 000 Euro Prämie, drei erhalten 60 000 Euro. Welche das sind, wird am 25. Mai online veröffentlicht. Die in München geplante Preisverleihung fällt wegen der Corona-Pandemie aus.

Der französische Schauspieler Michel Piccoli ist tot

Die französische Schauspiel-Legende Michel Piccoli ist tot. Er sei bereits am 12. Mai im Alter von 94 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalles gestorben, berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Piccolis Familie. Der gebürtige Pariser hat in mehr als 220 Filmen mitgewirkt. Er spielte unter namhaften Regisseuren von Jean-Luc Godard bis zu Luis Buñuel. Ab Ende der 60er Jahre war er häufig der Filmpartner von Romy Schneider. Trotz seiner Omnipräsenz auf der Leinwand - allein Buñuel wählte ihn für sechs seiner Filme - gewann Piccoli nie einen César, das französische Pendant zum Oscar. Allerdings war er vier Mal für die Auszeichnung nominiert. Beim Filmfest von Cannes wurde er 1980 zum besten Darsteller für seine Rolle eines gequälten italienischen Richters in "Der Sprung ins Leere" von Marco Bellocchio gekürt. Wenig später wurde er bei der Berlinale zum besten Darsteller in dem Film "Eine merkwürdige Karriere" gewählt.

Neues Team zum Eisbrecher "Polarstern" aufgebrochen

In Bremerhaven sind zwei deutsche Forschungsschiffe in Richtung Arktis aufgebrochen. An Bord ist ein rund 100-köpfiges Team, das seine Kollegen und Kolleginnen auf dem Eisbrecher "Polarstern" ablösen soll. Die neue Crew hatte die letzten zwei Wochen wegen der Corona-Pandemie in Bremerhaven in Quarantäne verbracht. Die "Polarstern", die im September von Norwegen aus aufgebrochen war, driftet auf ihrer "Mosaic"-Expedition ein Jahr lang durch die Arktis. Für den Austausch der Mannschaft unterbricht sie ihre Drift für drei Wochen. Der vorgesehene Wechsel mit Flugzeugen sei wegen der Pandemie nicht möglich gewesen, teilte das Alfred-Wegener-Institut mit.

In China inhaftierter Autor und Verleger erhält Preis

Der in China zu zehn Jahren Haft verurteilte Verleger und Autor Gui Minhai erhält den Johann-Philipp-Palm-Preis für Presse- und Meinungsfreiheit. Das teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit, der mit Nachdruck die sofortige Freilassung von Gui Minhai und ein Ende der Repressalien gegen regierungskritische Stimmen in China, Hongkong und weltweit fordert. Der mit insgesamt 20.000 Euro dotierte Preis der Palm-Stiftung wird am 6. Dezember auch an die jemenitische Aktivistin und Buchautorin Bushra Al-Maktari verliehen. Die Auszeichnung erinnert an den Schorndorfer Buchhändler Johann Philipp Palm, der 1806 wegen seiner Kritik an den deutschen Fürsten und der napoleonischen Fremdherrschaft hingerichtet wurde.

Santana-Bruder Jorge gestorben

Der Gitarrist Jorge Santana, der jüngere Bruder von Carlos Santana, ist tot. Das teilte dieser auf seiner Facebook-Seite mit. Sein Bruder starb demnach am Donnerstag im Alter von 68 Jahren eines natürlichen Todes. Jorges Gitarrenriff in "Suavecito" (1972) seiner Band Malo machte aus dem Lied eine Hymne des Chicano-Rocks, der Rockmusik mexikanischer US-Amerikaner. Malo veröffentlichte drei Alben, bevor sich die Band auflöste. Jorge Santana spielte später in dem New Yorker Salsa-Kollektiv Fania All-Stars. Mit seinem Bruder Carlos ging Jorge 1993 auf Tour.

Erstmals wieder öffentliche Gottesdienste in Italien

In Italien sind am Montag erstmals seit dem 9. März wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert worden. Katholische Messen fanden unter anderem im Mailänder Dom, in der Markuskirche in Venedig und den Basiliken Roms statt, allerdings mit nur wenigen Gläubigen. Durchgängig galten strikte Hygiene- und Schutzvorschriften wie das Abstandhalten und Tragen von Masken. Die Kommunion wurde den Gläubigen mit einer Hostienzange oder mit Einweghandschuhen in die Hände gelegt. Im Petersdom zelebrierte Papst Franziskus eine Gedenkmesse zum 100. Geburtstag seines Vorvorgängers Johannes Paul II. An der Feier am Grab des polnischen Papstes nahm auch der polnische Botschafter im Vatikan, Janusz Kotanski, teil.

Akropolis nach Corona-Pause wiedereröffnet

In Griechenland sind die berühmte Akropolis in Athen sowie alle anderen archäologischen Stätten unter freiem Himmel nach knapp zwei Monaten wieder für Besucher geöffnet worden. Staatspräsidentin Katerina Sakellaropoulou leitete am Montagmorgen die feierliche Wiedereröffnung der Akropolis. Sie zählt zu den Wahrzeichen und bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Griechenlands. Vergangenes Jahr besuchten 2,9 Millionen Menschen die antike Stätte. In Griechenland waren am 23. März strikte landesweite Ausgangsbeschränkungen in Kraft getreten.

Niedersachsen fordert einheitliche Theater-Öffnungen

Der niedersächsische Kulturminister Björn Thümler hat sich für eine möglichst zeitnahe Öffnung von Theatern stark gemacht. Der 25. Mai sei ein möglicher Termin für erste Aufführungen unter freiem Himmel, sagte der CDU-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Gleichzeitig sprach er sich für ein einheitliches Vorgehen in ganz Deutschland aus. Es sei den Menschen schwer zu vermitteln, warum sie beispielsweise im nordrhein-westfälischen Münster ins Theater gehen dürften, im niedersächsischen Osnabrück aber nicht, sagte Thümler.

ZDF verschiebt "Wetten, dass..?"-Sonderausgabe

Das ZDF hat die für den 7. November geplante Sonderausgabe von "Wetten, dass..?" wegen der Corona-Pandemie aufs nächste Jahr verschoben. Die Sendung mit Kultmoderator Thomas Gottschalk lebe "von der einzigartigen Atmosphäre einer großen, vollbesetzten Halle", teilte das ZDF in Mainz mit. Dies könne im Moment nicht seriös geplant werden, hieß es. Auch zur Vorbereitung der teils aufwändigen Wetten brauche es oft zahlreiche Menschen. Gottschalk hatte "Wetten, dass..?" 1987 von Frank Elstner übernommen und bis Ende 2011 moderiert. Nach einem Wettunfall, bei dem ein Kandidat schwer verletzt wurde, gab Gottschalk die Sendung auf. Heute feiert er seinen 70. Geburtstag.

US-Regisseurin Lynn Shelton gestorben

Die amerikanische Regisseurin Lynn Shelton ist im Alter von 54 Jahren gestorben. Sie wurde bekannt durch Independent-Filme wie "Humpday" und "Meine beste Freundin, ihre Schwester und ich". Die Filmemacherin starb bereits am Freitag an einer Blutkrankheit. Das teilte ihr Sprecher Adam Kersh mit. Ihr Partner, Komiker Marc Maron, erklärte gegenüber "Indiewire.com", dass Shelton nach einwöchiger Krankheit zusammengebrochen sei. Es sei nicht Covid-19 gewesen, hieß es in seiner Mitteilung. Mit dem Filmdrama "We Go Way Back" hatte Shelton 2006 ihr Regiedebüt gegeben. Ihre Buddy-Komödie "Humpday" mit Mark Duplass wurde beim Sundance-Festival 2009 mit einem Preis ausgezeichnet. Die Autorin, Produzentin und Regisseurin wirkte auch an zahlreichen Fernsehserien mit, darunter "Mad Men", "The Mindy Project", "Love" und "GLOW". Aus ihrer Ehe mit dem Schauspieler Kevin Seal hatte sie einen Sohn.

Museen in Italien dürfen wieder öffnen

Museen und Sehenswürdigkeiten in Italien dürfen nach mehr als zwei Monaten Corona-Sperre ab diesem Montag wieder öffnen - viele von ihnen warten aber noch. Das Kolosseum in Rom werde erst Ende Mai aufmachen, teilte eine Sprecherin mit. Bis dahin würden strenge Sicherheitsregeln umgesetzt, dann sollen zum Beispiel Thermoscanner zum Temperaturmessen zum Einsatz kommen. Auch die Vatikanischen Museen, die zu den meistbesuchten Museen der Welt zählen, sowie die Ausgrabungsstätten in Pompeji bereiten sich auf eine Öffnung vor. In Ausstellungen und Museen gelten dann strenge Abstandsregeln, es darf nur eine begrenzte Zahl an Besuchern hinein.

Tiranas Nationaltheater trotz Protest abgerissen

In der albanischen Hauptstadt Tirana hat der umstrittene Abriss des Nationaltheater begonnen. Zuvor hatten Kulturschaffende protestiert. Die Polizei zog nach eigenen Angaben Aktivisten weg, die sich in dem Theater verschanzt hatten und löste eine Demonstration auf der Straße auf. Das im futuristischen Stil errichtete Gebäude wurde 1939 nach Plänen des italienischen Architekten Giulio Bertè erbaut und gilt als Wiege der Kulturinstitutionen Albaniens. Nicht nur das einst denkmalgeschützte Theater selbst, auch angrenzende Teile der historischen Innenstadt Tiranas sollen zugunsten eines Einkaufszentrums und Hochhäusern weichen. Die Umstände, unter denen das etwa 8500 Quadratmeter große Areal veräußert wurde, sind umstritten. Der Regierung von Edi Rama wird deshalb Korruption, Geldwäsche und Rechtsbeugung vorgeworfen.

Kulturnachrichten hören

Mai 2020
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Fazit

Neu im Kino: "Bohnenstange"Bruch mit dem Heldenmythos
In einem Filmstill aus "Bohnenstange" ist eine Schauspielerin mit Kopftuch zu sehen. (Eksystent Distribution / Liana Mukhamedzyanova)

Leningrad nach dem Zweiten Weltkrieg: Zwei traumatisierte Frauen schlagen sich durch die zerstörte Stadt. "Bohnenstange" von Regisseur Kantemir Balagow ist kraftvolles Kino mit herausragenden Darstellerinnen und setzt auch politisch neue Akzente.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur