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Donnerstag, 22.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 17. Mai 2020

US-Regisseurin Lynn Shelton gestorben

Die amerikanische Regisseurin Lynn Shelton ist im Alter von 54 Jahren gestorben. Sie wurde bekannt durch Independent-Filme wie "Humpday" und "Meine beste Freundin, ihre Schwester und ich". Die Filmemacherin starb bereits am Freitag an einer Blutkrankheit. Das teilte ihr Sprecher Adam Kersh mit. Ihr Partner, Komiker Marc Maron, erklärte gegenüber "Indiewire.com", dass Shelton nach einwöchiger Krankheit zusammengebrochen sei. Es sei nicht Covid-19 gewesen, hieß es in seiner Mitteilung. Mit dem Filmdrama "We Go Way Back" hatte Shelton 2006 ihr Regiedebüt gegeben. Ihre Buddy-Komödie "Humpday" mit Mark Duplass wurde beim Sundance-Festival 2009 mit einem Preis ausgezeichnet. Die Autorin, Produzentin und Regisseurin wirkte auch an zahlreichen Fernsehserien mit, darunter "Mad Men", "The Mindy Project", "Love" und "GLOW". Aus ihrer Ehe mit dem Schauspieler Kevin Seal hatte sie einen Sohn.

Sopranistin Barbara Hannigan erhält Musikfestspielpreis

Die kanadische Sopranistin und Dirigentin Barbara Hannigan ist mit dem mit 25.000 Euro dotierten Preis der Dresdner Musikfestspiele geehrt worden. Wegen der Corona-Krise wurde die Auszeichnung am Sonntag per Videostream durch den Festspielintendanten Jan Vogler verliehen. Hannigan wurde damit für ihr Engagement für den musikalischen Nachwuchs geehrt. Die Künstlerin widmete die Auszeichnung allen jungen Künstlern in der ersten Phase ihrer Karriere, wie es hieß. Die Musikerin hatte 2017 das Programm «Equilibrium Young Artists» für junge Musiker gegründet.

Museumstag 2020 digital eröffnet

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat am Sonntag den internationalen Museumstag 2020 deutschlandweit eröffnet. Die Eröffnung fand wegen des Coronavirus digital statt. Per Video würdigte Woidke, der auch Schirmherr des Museumstags 2020 ist, dass bundesweit viele Museen in der Corona-Krise die "produktive Distanz" genutzt und neue Wege zur Präsentation von Kulturschätzen und zur Wissensvermittlung gefunden hätten. Ursprünglich war eine Festveranstaltung im brandenburgischen Velten geplant gewesen, wo sich das Ofen- und Keramikmuseum und Hedwig Bollhagen Museum befindet.

Neue Corona-Hilfen für Kinos angekündigt

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat wegen der Corona-Krise weitere Hilfen für die Kinos in Deutschland angekündigt. So würden die Förderkriterien des im März gestarteten Zukunftsprogramms für die Branche erleichtert, teilte Grütters am Sonntag in Berlin mit. Für Investitionen stelle der Bund den Kinos allein 2020 rund 17 Millionen Euro zu Verfügung. Die Corona-Krise treffe die Kinos "besonders hart", betonte Grütters: "Die Kinos werden auf absehbare Zeit nicht zu einem Normalbetrieb zurückkehren können." Den erzwungenen Stillstand könnten die Häuser für dringend notwendige Modernisierungen nutzen. Das Zukunftsprogramm Kino ermögliche auch bauliche Maßnahmen zur Sicherstellung des Gesundheitsschutzes. Nötig sei zudem rasch ein bundesweit einheitliches Konzept für die Wiedereröffnung der Kinos.

Tiranas Nationaltheater trotz Protest abgerissen

In der albanischen Hauptstadt Tirana hat in der Nacht der umstrittene Abriss des Nationaltheater begonnen. Zuvor hatten Kulturschaffende protestiert. Die Polizei brachte nach eigenen Angaben Aktivisten weg, die sich in dem Theater verschanzt hatten und löste eine Demonstration auf der Straße auf. Das im futuristischen Stil errichtete Gebäude wurde 1939 nach Plänen des italienischen Architekten Giulio Bertè erbaut und gilt als Wiege der Kulturinstitutionen Albaniens. Nicht nur das einst denkmalgeschützte Theater selbst, auch angrenzende Teile der historischen Innenstadt Tiranas sollen zugunsten eines Einkaufszentrums und Hochhäusern weichen. Die Umstände, unter denen das etwa 8500 Quadratmeter große Areal veräußert wurde, sind umstritten. Der Regierung von Edi Rama wird deshalb Korruption, Geldwäsche und Rechtsbeugung vorgeworfen.

Museen in Italien dürfen wieder öffnen

Museen und Sehenswürdigkeiten in Italien dürfen nach mehr als zwei Monaten Corona-Sperre ab diesem Montag wieder öffnen - viele von ihnen warten aber noch. Das Kolosseum in Rom werde erst Ende Mai aufmachen, teilte eine Sprecherin mit. Bis dahin würden strenge Sicherheitsregeln umgesetzt, dann sollen zum Beispiel Thermoscanner zum Temperaturmessen zum Einsatz kommen. Auch die Vatikanischen Museen, die zu den meistbesuchten Museen der Welt zählen, sowie die Ausgrabungsstätten in Pompeji bereiten sich auf eine Öffnung vor. In Ausstellungen und Museen gelten dann strenge Abstandsregeln, es darf nur eine begrenzte Zahl an Besuchern hinein.

Maria Happel leitet das Max Reinhardt Seminar

Die deutsche Schauspielerin Maria Happel ist die neue Leiterin des Wiener Max Reinhardt Seminars. Das meldete die österreichische Zeitung "Der Standard". Die 57jährige hatte bereits seit Beginn des aktuellen Semesters die Interims-Leitung des Schauspielschule gemeinsam mit der Rektorin Ulrika Sych übernommen. Anfang 2020 war das bisherige Leitungsteam zurückgetreten. Maria Happel begann ihre Karriere an den Schauspielhäusern in Bremen, Köln und Hannover. 1991 holte Claus Peymann sie ans Wiener Burgtheater. Im Jahr 2000 folgte Maria Happel ihm zunächst ans Berliner Ensemble, bevor sie 2002 wieder ans Burgtheater zurückkehrte. Seit 2004 hatte Maria Happel immer wieder am Max Reinhardt Seminar unterrichtet.

DOK.fest-Hauptpreis für rumänischen Film

Der Träger des mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreises "VIKTOR Main Competition" beim 35. Internationalen DOK.fest München steht fest. Der Preis geht an den Film "Acasa, My Home" des rumänischen Regisseurs Radu Ciorniciuc. Das teilte der Bayerische Rundfunk mit, der auch der Stifter der Auszeichnung ist. In der Dokumentation wird die Geschichte einer Familie erzählt, die in einem Naturschutzgebiet bei Bukarest lebte und in die rumänische Hauptstadt zwangsumgesiedelt wurde. Der Regisseur habe viel Zeit mit seinen Protagonisten verbracht, um eine Intimität herzustellen, die im Kino selten zu sehen sei, schrieb die Jury in ihrer Begründung. Das DOK.fest München findet dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie als Onlinefestival statt. Es dauert noch bis zum 24.Mai.

Kulturminister wollen Vor-Ort-Konzepte

Die Kulturminister von Bund und Ländern haben sich für eine planvolle Öffnung weiterer kultureller Einrichtungen in der Coronakrise ausgesprochen. Das steht in einem Konzept der Kultusministerkonferenz KMK für Bundeskanzlerin Merkel und die Länder-Regierungschefs, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Nach der Öffnung von ersten Bibliotheken, Museen oder Ausstellungshäusern sollten nun Vor-Ort-Konzepte entwickelt und individuell an die jeweilige Spielstätte, Einrichtung oder Veranstaltung angepasst werden. Denkbar seien auch kleinformatige Darbietungen oder Freiluftaufführungen. Für Kinos sollten möglichst nah beieinanderliegende Wiedereröffnungstermine angestrebt werden. In Theatern sollten aus Schutzgründen Sitzplätze und ganze Sitzreihen ausgespart bleiben.

Trauer um US-Komödiant Fred Willard

Der US-Schauspieler und Komiker Fred Willard ist tot. Nach Angaben seines Sprechers starb der 86-Jährige in Los Angeles. Er sei friedlich eingeschlafen, teilte Willards Tochter Hope US-Medien mit. Fred Willard stand mehr als vier Jahrzehnte hinweg vor der Kamera - unter anderem in Filmen und Serien wie "Alle lieben Raymond" und "Modern Family". Jamie Lee Curtis würdigte ihren Kollegen auf Instagram. Er habe mit seiner großartigen Begabung für so viele Lacher gesorgt, schrieb die Schauspielerin. Mit dem Ehemann von Curtis, Christopher Guest, hatte Willard viele Filme gedreht, darunter "Wenn Guffman kommt" und "Best in Show". In seiner Karriere wurde er viermal für einen Emmy nominiert. Auch Christina Applegate, Ben Stiller und Jimmy Kimmel rühmten seinen Witz.

Thomanerchor tritt wieder vor Publikum auf

Nach einer zweimonatigen Corona-bedingten Zwangspause tritt der Thomanerchor an diesem Wochenende erstmals wieder vor Publikum auf. Mit kleiner Besetzung wirkt der Chor heute am Gottesdienst in der Leipziger Thomaskirche mit. Dabei gelten Auflagen und Zugangsbeschränkungen. Besucher müssen sich am Einlass namentlich und mit Kontaktdaten registrieren und die Maskenpflicht beachten. Nach Erkenntnissen von Medizinern können Corona-Viren auch beim Singen übertragen werden. Wie Virologen von der Berliner Charité sagen, besteht vor allem dann ein Risiko, wenn sich Sänger auf relativ engem Raum begegnen.

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Fazit

Neu im Kino: "Bohnenstange"Bruch mit dem Heldenmythos
In einem Filmstill aus "Bohnenstange" ist eine Schauspielerin mit Kopftuch zu sehen. (Eksystent Distribution / Liana Mukhamedzyanova)

Leningrad nach dem Zweiten Weltkrieg: Zwei traumatisierte Frauen schlagen sich durch die zerstörte Stadt. "Bohnenstange" von Regisseur Kantemir Balagow ist kraftvolles Kino mit herausragenden Darstellerinnen und setzt auch politisch neue Akzente.Mehr

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