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Montag, 26.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 16. Mai 2020

Litauen gewinnt deutsches ESC-Finale

Mit dem minimalistischen Elektro-Popsong "On fire" hat die litauische Band The Roop das deutsche Finale des Eurovision Song Contest 2020 gewonnen. Das gab Moderatorin Barbara Schöneberger am Samstagabend bekannt. Nachdem das große ESC-Finale in Rotterdam Corona-bedingt abgesagt worden war, hatte sich die ARD einen Ersatzwettbewerb überlegt und diesen vor leeren Rängen in der Hamburger Elbphilharmonie veranstaltet. Auf Platz zwei landete nach Jury- und Zuschauer-Voting Island mit dem Retro-Synthie-Popsong "Think about things" der Formation Daði Freyr og Gagnamagnið. Platz drei ging an Russland und den Spaß-Popsong "Uno" im Aqua-Barbie-Girl-Sound der 90er-Jahre, vorgetragen von der Band Little Big. Insgesamt wollten am 65. ESC in diesem Jahr 41 Länder teilnehmen. 30 Beiträge hatte die ARD in einem Halbfinale aussortieren lassen. Im Finale standen Russland, Island, Bulgarien, Litauen, Aserbaidschan, Malta, Dänemark, Italien, Schweden und die Schweiz.

Valie Export: Appell an Frauen in der Corona-Krise

Die Aktionskünstlerin und Feministin Valie Export sieht Frauen in der Corona-Krise vor große Herausforderungen gestellt. Bedingt durch Corona, könnten Frauen wieder in die Enge der eigenen vier Wände gedrängt werden. Neben ihrem Homeoffice müssten sie sich dann noch um Haushalt und Kinder kümmern, sagte die Österreicherin im Deutschlandfunk Kultur. Daher müssten Frauen jetzt besonders wachsam sein und darauf achten, ihre Recht nach der Pandemie wieder einzuklagen. Zeit ihres Lebens hat Valie Export gegen die Enge der patriarchalen Gesellschaft revoltiert, was ihr den Titel "Österreichs bekannteste Ruhestörerin" einbrachte. Heute feiert sie ihren 80. Geburtstag.

Ägyptische Influencerin verhaftet

In Ägypten ist eine bekannte Influencerin wegen der "Verletzung von Familienwerten und Werten der ägyptischen Gesellschaft" verhaftet worden. Laut Staatsanwaltschaft wurde der Haftbefehl gegen Mauada Al-Adham bereits am Donnerstag vollstreckt. Auf dem weltweit verbreiteten chinesischen Videoportal "TikTok" hat die 22-Jährige mehr als drei Millionen Fans, bei Instagram folgen ihr 1,6 Millionen Menschen. Zuletzt posierte sie mit blau gefärbten Haaren in einem teuren Luxusauto und in einem Hai-Kostüm. In den sozialen Netzwerken hagelte es Kritik, denn Al-Adham ist bereits die zweite Influencerin, die in Ägypten in den vergangenen Wochen verhaftet wurde. Ihre Social-Media-Veröffentlichungen gelten als unpolitisch.

Grütters kündigt "Rettungs- und Zukunftspaket" an

Um die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Kulturbetrieb abzumildern, setzt Kulturstaatsministerin Monika Grütters auf ein "Rettungs- und Zukunftspaket" des Bundes. Ziel sei es, die deutsche Kulturlandschaft in ihrer ganzen Vielfalt zu erhalten, bekräftigte die CDU-Politikerin in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Finanziert werden sollen vor allem private Einrichtungen, um ihnen so einen "pandemiegerechten Wiederbeginn ihrer Aktivitäten" zu ermöglichen, ergänzte die CDU-Politikerin. Finanzminister Olaf Scholz hatte zuvor angekündigt, Kulturschaffende sollten Teil des geplanten Konjunkturprogramms der Bundesregierung werden. Details dazu will der SPD-Politiker Anfang Juni nennen. Allerdings sollen die Hilfen nicht einmal einen "mittleren einstelligen Milliardenbetrag erreichen". Das schreibt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" und beruft sich dabei auf Angaben aus dem Finanzministerium.

Pandemie bedroht Brasiliens indigene Völker

Die Corona-Pandemie bedroht zunehmend Brasiliens Ureinwohner. Ein knappes Viertel der indigenen Völker sei betroffen, meldete die Vereinigung der Ureinwohner Apib. Das Virus erreiche mit "beängstigender Geschwindigkeit" alle Gebiete der Indigenen. Diese seien schon in der Vergangenheit durch eingeschleppte Krankheiten schwer getroffen worden. Laut Apib haben sich mehr als 440 Ureinwohner mit dem Virus angesteckt, 92 seien bereits an den Folgen gestorben. Insgesamt gibt es in Brasilien nach offiziellen Angaben knapp 220.000 bestätigte Fälle, in denen sich Menschen mit Corona infiziert haben. Knapp 15.000 von ihnen sind gestorben.

Beatles-Fotografin Astrid Kirchherr ist tot

Die Beatles-Fotografin Astrid Kirchherr ist in Hamburg mit 81 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit gestorben, wie ein enger Vertrauter der Künstlerin sagte. Zuvor hatte "Zeit Online" darüber berichtet. In der kommenden Woche wäre Kirchherr 82 geworden. Sie wurde bekannt, weil sie die Beatles in den 1960er Jahren fotografierte. 1960 begegnete sie ihnen im Kaiserkeller auf Sankt Pauli und dokumentierte die Hamburger Zeit der Band in zahlreichen Schwarzweißfotos, von denen einige zu Ikonen wurden. Mitte der sechziger Jahre beendete Kirchherr ihre Laufbahn als Fotografin, ihr Werk wird jedoch bis heute in internationalen Museen und Galerien gezeigt. Auf die Fotografin soll der markante Pilzkopf-Haarschnitt der Beatles zurückgehen.

Rettungsschirm für Lit.Cologne

Die Stadt Köln hat einen Rettungsschirm für das existenzbedrohte Literaturfestival Lit.Cologne beschlossen. Das wegen der Coronakrise abgesagte Festival wird demnach mit bis zu 500.000 Euro unterstützt. Mit dem Zuschuss soll die Weiterentwicklung und Neuaufstellung des Festivals gesichert werden. Dank der Unterstützung sei nun eine Grundlage geschaffen, das Festival ins Jahr 2021 zu führen, sagte Lit.Cologne-Geschäftsführer Osnowski.

Hamburg Alleingesellschafterin bei Kampnagel

Die Stadt Hamburg wird Alleingesellschafterin der Kulturfabrik Kampnagel - Deutschlands größtem freien Zentrum für experimentelles Theater. Kampnagel zum Staatstheater zu machen setze neue Standards für die deutsche Theaterlandschaft, sagte Intendantin Amelie Deuflhard, die das Zentrum seit 2007 leitet. Die Kulturbehörde signalisiere damit, dass internationale Produktionshäuser auf dem gleichen Level agieren wie Stadt- und Staatstheater, und mache sich damit deutschlandweit zum Vorreiter. Seit 1982 bietet die Kulturfabrik Kampnagel auf dem Gelände einer ehemaligen Kranfabrik zeitgenössischen Tanz, Musik und Theater. In den kommenden Jahren soll das Zentrum für 120 Millionen Euro saniert werden - wobei sich Bund und Stadt die Kosten teilen.

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