Donnerstag, 22.10.2020
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 13. Mai 2020

Lotterie für Picasso-Gemälde findet im Mai statt

Eine wegen der Coronavirus-Pandemie verschobene Picasso-Lotterie soll am 20. Mai stattfinden. Das teilten die Organisatoren mit. Die Auslosung der internationalen Aktion "1 Picasso für 100 Euro" zugunsten von Projekten der Hilfsorganisation Care in Afrika sollte ursprünglich am 30. März vonstatten gehen.
Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, gibt es noch Lose zu kaufen. Insgesamt stehen 200 000 Tickets zum Verkauf. Das auf eine Million Euro geschätzte Bild des spanischen Malers aus dem Jahr 1921 befindet sich im Besitz des Kunstsammlers David Nahmad. Mit der Online-Lotterie bei Christie's in Paris hoffen die Organisatoren 20 Millionen Euro zusammenzutragen. Davon soll eine Million an Nahmad gehen, einen der bedeutendsten Picasso-Sammler, der Rest des Erlöses ist für Hilfsprojekte in Afrika bestimmt. Das Bild des spanischen Malers stellt eine geometrische Komposition dar, die eine Zeitung und ein Absinth-Glas abbildet.

Protest gegen Aus für NDR-"Bücherjournal"

Das deutsche PEN-Zentrum und der Börsenverein unterstützen einen Offenen Brief an den Norddeutschen Rundfunk, der plant, im kommenden Jahr das TV-Magazin "Bücherjournal" einzusparen. „Der Rückgang der Lesekultur wird inzwischen vielfach beklagt. Diesen Trend nicht nur zu stoppen, sondern Leselust zu wecken, ist eine wichtige Aufgabe für die öffentlich-rechtlichen Sender", betont PEN-Generalsekretär Heinrich Peuckmann. Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, schreibt: Bücher "sind Teil unserer kulturellen DNA und leisten einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen einer freien, demokratischen Gesellschaft. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen wirkt als Katalysator gesellschaftlicher Debatten in alle Bevölkerungsgruppen hinein." Das NDR-"Bücherjournal" gibt es seit mehr als 30 Jahren. Den Protestbrief initiierte der Leiter des Literaturhauses Hamburg, Rainer Moritz.

66. Kurzfilmtage Oberhausen beginnen

Auch die Kurzfilmtage Oberhausen werden als digitale Ausgabe stattfinden. Vor der Eröffnung sagte Festivalleiter Lars Henrik Gass der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", dass bereits vor dem Lockdown in Deutschland konkrete Pläne für die gestreamte 66. Ausgabe entwickelt worden seien. Bis dahin hätten Zeit und Geld gefehlt, um das Streaming zu etablieren, aber man betreibe schon seit längerem eine Verbund-Plattform mit mehreren anderen Filmfestivals und arbeite mit einer cloudbasierten Sichtungsplattform und einer Datenbank. Ziel der Ursprungsplanung sei gewesen, "die Konvention der üblichen Veranstaltung mit einem konsekutiven Angebot zu überwinden". Nun biete man dreihundertfünfzig Filme in mehr als sechzig Programmen weltweit für achtundvierzig Stunden an.

Helge Gerndt erhält Europäischen Märchenpreis

Für sein Lebenswerk wird der Volkskundler Helge Gerndt mit dem diesjährigen Europäischen Märchenpreis ausgezeichnet. Demnach verfasste der 81-Jährige Ende der 1960er Jahre eine der ersten ideologiekritischen Aufarbeitungen der volkskundlichen Forschung in der Zeit des Nationalsozialismus und ist seit 1994 Mitherausgeber der 14-bändigen Enzyklopädie des Märchens. Gerndt wurde 1939 in Dresden geboren, 1966 in Kiel promoviert und habilitierte in München 1973.

Ralf Dörnen wird Intendant der Theater Vorpommern

Die Wahl des Aufsichtsrats und der Gesellschafterversammlung war einstimmig: Der bisherige Ballettdirektor der Theater Vorpommern wird nun Intendant des Viersparten-Hauses. Ralf Dörnen sei "ein hervorragender Teamspieler und hat eine große integrierende Fähigkeit. Zudem kennt er den Anspruch und die Bedürfnisse des Publikums ganz genau. Deshalb sind wir als Gesellschafter sicher, dass er Spielpläne aufstellen wird, die genau zu unserer Region passen", heißt es in einer Mitteilung. Man sei überzeugt, dass der einstige Solist des Hamburger Balletts unter John Neumeier, der seit über 20 Jahren für die Theater Vorpommern arbeitet, ein gutes Gespür nicht nur für das Ballett, sondern für alle vier künstlerischen Sparten habe.

Wien kurbelt Gastronomie mit Gutschein an

40 Millionen Euro gibt die Stadt Wien an ihre Bewohner - um mit entsprechenden Gutscheinen der Gastronomie auf die Füße zu helfen. Das kündigte Bürgermeister Michael Ludwig von der SPÖ an. Ein-Personen-Haushalte erhalten einen Bon von 25 Euro, Mehr-Personen-Haushalte einen 50-Euro-Gutschein, der allerdings nicht auf alkoholische Getränke angerechnet werden darf. In Wien gibt es 6500 Wirtshausbetriebe mit rund 60 000 Beschäftigten. Im Oktober wählen auch sie einen neuen Bürgermeister.

Börsenverein entscheidet Ende Mai über Buchmesse

"Die übliche drangvolle Enge in den Messehallen wird es nicht geben. Aber ein Szenario, das wir prüfen, sind breitere Gänge mit weniger Ständen. Wir sind bestrebt, vieles ins Digitale zu verlagern." - So hat Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, in der "Frankfurter Rundschau" Überlegungen geschildert, unter denen im Herbst die Frankfurter Buchmesse stattfinden könnte. Entschieden werde aber erst Ende des Monats. Angesichts der im Frühling in Deutschland ausgefallenen Leipziger Buchmesse, großen Literaturfestivals und internationalen Messen in London und Bologna, sei dies "eine dramatische Situation", so Schmidt-Friderichs. Ihre positive Nachricht: Durch die Unterstützung der Stammkunden hätten inhabergeführte Buchhandlungen die Krise einigermaßen überstanden.

Wegen Corona: Florenz geht das Geld aus

Die italienische Metropole Florenz ist wegen ausbleibender Touristenströme in eine finanzielle Notlage geraten. Der Engpass sei so groß, dass die städtischen Museen trotz der am Montag einsetzenden Lockerungen weiter geschlossen bleiben, sagte Bürgermeister Nardella dem "Corriere della Serra". Wenn die Regierung in Rom nicht die ersten Hilfsgelder überweise, sei er bereit, die öffentliche Beleuchtung abzustellen, ergänzte das Oberhaupt der Welterbe-Stadt. Italien hatte bereits Anfang März strenge Ausgangssperren verhängt, die erst jetzt gelockert wurden. Ab Montag dürfen Bars und Restaurants sowie Museen wieder öffnen. Der Besuch ausländischer Touristen bleibt aber weiter untersagt.

Broadway-Theater bleiben noch lange zu

In der von der Coronapandemie besonders heftig betroffenen Millionenmetropole New York bleiben die Theater am berühmten Broadway noch bis mindestens Anfang September geschlossen. Ein genaues Datum zur Wiederöffnung stehe noch nicht fest, es werde aber auf jeden Fall nach dem 6. September liegen, teilte die Broadway League, die Dachorganisation der Theater, mit. Die Broadway-Theater sind - wie alle anderen Kultureinrichtungen der Metropole auch - seit Mitte März aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des neuartigen Coronavirus geschlossen.

Coronahilfe für Künstler in NRW aufgestockt

Die nordrhein-westfälische Landesregierung weitet ihr Hilfsprogramm für von der Coronakrise betroffene freischaffende Künstler massiv aus. Der Etat dieses Sonderförderprogramms werde um 27 Millionen Euro aufgestockt, sagte Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) in Düsseldorf. Diese zusätzlichen Mittel erlaubten es, alle weiteren rund 13 000 vorliegenden Anträge positiv zu bescheiden.Nach dem Start des Programms im März hatte es einen solchen Ansturm gegeben, dass der Fünf-Millionen-Euro-Topf rasch leer war.

Twitter-Mitarbeiter dürfen auf Dauer zuhause arbeiten

Twitter wird seinen Mitarbeitern erlauben, auch nach dem Ende der Corona-Krise uneingeschränkt im Homeoffice zu arbeiten. Wie der Kurznachrichtendienst erklärte, hätten die vergangenen Monate gezeigt, dass es funktioniere, wenn Menschen an verschiedenen Orten zusammenarbeiteten. Der Dienst, der unter anderem größere Büroflächen an der Market Street im Herzen von San Francisco hat, geht damit bereits weiter als andere Tech-Firmen. Facebook und Google stellen sich bisher darauf ein, dass viele ihrer Mitarbeiter noch bis Ende des Jahres von zuhause aus arbeiten werden.

Roskilde-Festival 2021 bereits ausverkauft

In diesem Jahr muss das Musikfestival in Roskilde wegen der Corona-Krise ausfallen - im nächsten Sommer ist das größte Festival Nordeuropas bereits ausverkauft. Die restlichen der 80 000 Dauertickets für Ende Juni bis Anfang Juli 2021 seien heute weggegangen, teilten die Organisatoren mit. Die meisten Ticket-Inhaber für 2020 hätten ihre Eintrittskarten für 2021 behalten, der Rest sei innerhalb weniger Stunden ausverkauft gewesen. Im Herbst sollen nur noch Tageskarten angeboten werden. Das Festival rund 30 Kilometer westlich von Kopenhagen hätte in diesem Jahr zum 50. Mal stattgefunden. Wegen der Coronavirus-Pandemie sind Großveranstaltungen in Dänemark aber bis Ende August untersagt.

Rundfunkbeitrag soll ab 2021 steigen

Nach einem Beschluss der Ministerpräsidenten der Länder soll der Rundfunkbeitrag ab 2021 um 86 Cent auf 18,36 Euro pro Monat steigen. Das hat die Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz mitgeteilt. Die Regierungschefs folgten damit der Empfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF). Der Beitrag sei elf Jahre lang nicht erhöht worden, erklärte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die derzeitige Vorsitzende der Rundfunkkommission. Die SPD-Politikerin wies Forderungen aus der Union zurück, wegen der Corona-Krise auf eine Erhöhung zu verzichten. Die Medien und damit auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk seien systemrelevant, sagte Dreyer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

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Fazit

Neu im Kino: "Bohnenstange"Bruch mit dem Heldenmythos
In einem Filmstill aus "Bohnenstange" ist eine Schauspielerin mit Kopftuch zu sehen. (Eksystent Distribution / Liana Mukhamedzyanova)

Leningrad nach dem Zweiten Weltkrieg: Zwei traumatisierte Frauen schlagen sich durch die zerstörte Stadt. "Bohnenstange" von Regisseur Kantemir Balagow ist kraftvolles Kino mit herausragenden Darstellerinnen und setzt auch politisch neue Akzente.Mehr

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