Seit 11:05 Uhr Tonart
Montag, 26.10.2020
 
Seit 11:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Montag, 11. Mai 2020

Berliner Humboldt Forum wird später eröffnet

Die für September geplante erste Teileröffnung des Humboldt Forums in Berlin wird verschoben. Die Stiftung bestätigte entsprechende Informationen des RBB. Eine erste Teileröffnung sei noch in diesem Jahr geplant, sagte ein Stiftungssprecher.
Als Gründe werden weniger Facharbeiter auf dem Bau und Lieferengpässe angeführt. Der 644 Millionen Euro teure Bau im Zentrum Berlins soll als Kultur- und Ausstellungszentrum eröffnet werden. Das 40 000 Quadratmeter umfassende Zentrum bespielen künftig die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit zwei ihrer Museen, das Land Berlin und die Humboldt-Universität. Benannt ist das Forum nach dem Forscher Alexander von Humboldt und seinem Bruder, dem Universalgelehrten Wilhelm von Humboldt.

NDR stellt das "Bücherjournal" zum Jahresende ein

Der Norddeutsche Rundfunk will das "Bücherjournal" in seinem Fernsehprogramm nach mehr als 30 Jahren einstellen. Die letzte Ausgabe laufe voraussichtlich am 1. Dezember 2020, berichtet das Börsenblatt für den deutschen Buchhandel unter Berufung auf eine NDR-Sprecherin. Der Sender werde in den kommenden vier Jahren insgesamt 300 Millionen Euro einsparen müssen, hieß es zur Begründung. Weil es in der ARD mit "Druckfrisch" ein Büchermagazin gebe und Literatur keine regionalen Grenzen kenne, sei ein eigenes NDR-Literaturmagazin nicht zwingend notwendig. Bücher würden weiterhin im Kulturjournal des Senders vorgestellt, erklärte die Sprecherin.

Bildhauer Waldemar Otto gestorben

Waldemar Otto, einer der international bekanntesten Bildhauer der gegenständlichen Kunst, ist tot. Er starb bereits am Freitag im Alter von 91 Jahren, wie der Direktor des Bremer Bildhauermuseums Gerhard-Marcks-Haus, Arie Hartog, mitteilte. Otto wurde 1929 im polnischen Petrikau geboren und lebte seit den 1970er-Jahren im Künstlerdorf Worpswede bei Bremen. Berühmt wurde er mit seinen Arbeiten zur menschlichen Figur, die sich oftmals auf den Torso konzentrierten. Seine Skulpturen stehen in Berlin, Düsseldorf, Bremen, Hamburg, Hannover, Stuttgart und Rostock sowie in Chile. Insgesamt hat Otto, der auch in Italien und in den USA lebte, mehr als 600 Werke geschaffen, darunter viele mit sakralen Themen.

Hannah und Noah beliebteste Vornamen 2019 

Die beliebtesten Vornamen in Deutschland waren im Jahr 2019 Hannah (Hanna) bei den Mädchen und Noah bei den Jungen. Das teilte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden mit. Auf den weiteren Plätzen landeten bei den Mädchen Emma, Mia und Emilia sowie Ben, Paul und Leon bei den Jungen. Die Sprachexperten werteten für ihre Rangliste die Daten von bundesweit rund 700 Standesämtern aus, die insgesamt knapp eine Million Einzelnamen übermittelten.
"Wohlklang" sei heute das mit Abstand wichtigste Benennungsmotiv für Eltern, so die Sprachforscher. Seit wenigen Jahren seien zudem Jungennamen, die auf -a enden, sehr beliebt.

Zivilcourage-Preis für Theater-Regisseur Stückl

Der Regisseur Christian Stückl wird mit dem Ehrenpreis "Zivilcourage" der Evangelischen Akademie Tutzing ausggeehrt. Mit dem nichtdotierten "Toleranz-Preis" werde Stückls langjähriges Engagement gegen Antisemitismus gewürdigt, teilte die Akademie mit. Der Intendant des Münchner Volkstheaters leiste "einen unverzichtbaren und unübersehbaren Beitrag zur Verständigung, dass in einer pluralen Gesellschaft Menschen unterschiedlicher religiöser Herkunft friedlich zusammenleben können", hieß es. Stückls Inszenierungen seien leidenschaftliche Plädoyers gegen Rassismus und Antisemitismus. Als Leiter der Oberammergauer Passionsspiele habe er diese von Anti-Judaismen befreit und so zur notwendigen Versöhnung zwischen Christen und Juden beigetragen.

Schauspieler und Komiker Jerry Stiller gestorben

Der Schauspieler und Komiker Jerry Stiller ist tot. Er sei im Alter von 92 Jahren eines natürlichen Todes gestorben, teilte sein Sohn, der Schauspieler Ben Stiller, auf Twitter mit. In Deutschland war Jerry Stiller vor allem für seine Rolle als Arthur Spooner in der TV-Serie "King of Queens" bekannt. In den USA wurde Jerry Stiller in den 60er- und 70er-Jahren mit dem Comedy-Duo "Stiller und Meara" berühmt, das er zusammen mit seiner Frau Anne Meara gegründet hatte. In einer der erfolgreichsten Serien der 1990er Jahre, "Seinfeld", spielte er den Vater von Jerry Seinfelds neurotischem Freund George. Dafür wurde er 1997 für einen Emmy nominiert und bekam 1998 den American Comedy Award als bester Gaststar.

Neue Leitung übernimmt Kunsthalle Baden-Baden

Die Dramaturgin Çagla Ilk und der Kurator Misal Adnan Yildiz haben die gemeinsame Leitung der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden angetreten. Das teilte das baden-württembergische Wissenschaftsministerium in Stuttgart mit. Die beiden sind Nachfolger von Johan Holten, der die Kunsthalle Mannheim übernimmt.
In Baden-Baden stelle die neue Leitung Gerechtigkeit und Migration in den Vordergrund, sagte Kultur-Staatssekretärin Petra Olschowski. Ilk arbeitete als Dramaturgin und Kuratorin am Maxim-Gorki-Theater in Berlin und kuratierte Ausstellungen wie den "Berliner Herbstsalon". Yildiz arbeitete als künstlerischer Leiter am Künstlerhaus Stuttgart und war Direktor der neuseeländischen Kunstgalerie Artspace Aotearoa.

Hochschulen wollen Corona-Bonus für Abiturienten

Der Deutsche Hochschulverband fordert einen Corona-Bonus für den Fall, dass das diesjährige Abitur im Gesamtschnitt deutlich schlechter ausfallen sollte als in den vergangenen Jahren. Für den Abiturjahrgang 2020 dürfe durch die Krise kein Nachteil entstehen, sagte Verbandspräsident Bernhard Kempen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Corona dürfe nicht den Lebenslauf eines ganzen Jahrgangs abwerten. Sollten beispielsweise die Abiturnoten im Schnitt 0,4 oder 0,5 Punkte schlechter sein als in den Vorjahren, müsse es einen "Nachteilsausgleich" geben. Alles andere wäre ungerecht, sagte Kempen. Im Gegenzug müssten die Abiturzeugnisse nicht geändert werden.

Soul-Veteranin Betty Wright gestorben

Die amerikanische Soul-Veteranin Betty Wright ist übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge tot. Den Berichten zufolge starb die Grammy-Gewinnerin an Krebs. Sie wurde 66 Jahre alt. Wrights Hit "Clean Up Woman" von 1971, als sie gerade 17 Jahre alt war, habe Funk mit Disco-Musik verbunden und sei eine Inspiration für viele weitere Künstler vor allem in den 70ern gewesen, würdigte die "New York Times" die Soul-Sängerin. Sie habe vielen jüngeren Künstlern bei der Produktion ihrer Alben geholfen, zum Beispiel der britischen Sängerin Joss Stone. Zudem habe sie mit Stevie Wonder, Alice Cooper oder Jennifer Lopez zusammengearbeitet.

Julia Stoschek Collection will Berlin verlassen

Nach dem Verlust der Sammlung Flick und dem angekündigten Rückzug von Thomas Olbrichts "me Collectors Room" wird die Hauptstadt mit der Julia Stoschek Collection offenbar erneut ein wichtiges Ausstellungshaus verlieren. Wie die Zeitung "Welt am Sonntag" berichtet, will die Düsseldorferin Stoschek den Mietvertrag für das 2016 renovierte und eröffnete ehemalige Tschechische Kulturzentrum an der Leipziger Straße nicht verlängern. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verlange eine unverhältnismäßige Mieterhöhung, da ihr Gebäude von außen saniert werde. Dass die Sammlerin in den Umbau und Betrieb des maroden Plattenbaus Millionen gesteckt und der Stadt sogar ein Kaufangebot gemacht habe, interessiere die Behörde angeblich nicht.

Brasilianische Schriftsteller Sant'Anna ist gestorben

Der brasilianische Schriftsteller Sérgio Sant'Anna ist tot. Er starb im Alter von 78 Jahren. Der Autor war vor wenigen Tagen mit Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in das Hospital gebracht worden. Sant'Anna gilt als wichtiger Vertreter der urbanen, modernen Literatur Brasiliens. Er schrieb Romane, Erzählungen und Kurzgeschichten. Viermal wurde er mit dem wichtigen brasilianischen Literaturpreis Prêmio Jabuti ausgezeichnet. Seine Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erschienen die Romane "Amazone" und "Die Wahrheit über den Fall Antônio Martin" sowie die Erzählbände "Das kosmische Ei" und "Die Statistin".

Bayerische Staatspreise für Musik bekanntgegeben

Die Bamberger Symphoniker und der Tubist Andreas Martin Hofmeir, der die Band LaBrassBanda mitbegründete, haben die Bayerischen Staatspreise für Musik in der Kategorie "Professionelles Musizieren" erhalten. In der Rubrik "Laienmusizieren" werden der Würzburger MonteverdiChor und die evangelische Bläsergruppe Gloria Brass ausgezeichnet, wie Kunstminister Bernd Sibler in München bekanntgab. Den Sonderpreis erhält Ana Chumachenco für ihr Lebenswerk. Die Violinistin hatte viele Jahre einen Lehrstuhl für Geige an der Hochschule für Musik und Theater München inne. Die Verleihung des Bayerischen Staatspreises für Musik sei gerade in der aktuellen Zeit, in der Musikerinnen und Musiker aufgrund der Corona-Pandemie keine regulären Auftrittsmöglichkeiten hättenen, ein Signal der Wertschätzung und Anerkennung für Kunst und Kultur, betonte Sibler.

Grütters: Mehr Corona-Hilfen für die Kultur

Die Bundesregierung plant zur Abfederung Corona-bedingter Einnahmeausfälle ein umfangreiches Unterstützungsprogramm für den Kulturbetrieb. Die Verhandlungen mit dem Bundesfinanzminister und dem Parlament liefen dazu auf Hochtouren, schrieb Kulturstaatsministerin Grütters in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag". Nach Angaben der CDU-Politikerin stehen zahlreiche Kultureinrichtungen am finanziellen Abgrund. Für viele Künstler gehe es "um die nackte Existenz". In dieser Krise sei "größtmögliche Solidarität gefragt, sowohl von Seiten des Staates, aber auch in unserer Gesellschaft", schrieb die Kulturstaatsministerin. Dass die Bundesregierung von Beginn an gerade an die soloselbstständigen Künstler und Kreativen gedacht habe, sei ihr "eine Herzensangelegenheit" gewesen. Das neue Programm solle über diese Maßnahmen hinausgehen.

Kulturnachrichten hören

Mai 2020
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur