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Kulturnachrichten

Sonntag, 10. Mai 2020

Soul-Veteranin Betty Wright gestorben

Die amerikanische Soul-Veteranin Betty Wright ist übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge tot. Den Berichten zufolge starb die Grammy-Gewinnerin an Krebs. Sie wurde 66 Jahre alt. Wrights Hit "Clean Up Woman" von 1971, als sie gerade 17 Jahre alt war, habe Funk mit Disco-Musik verbunden und sei eine Inspiration für viele weitere Künstler vor allem in den 70ern gewesen, würdigte die "New York Times" die Soul-Sängerin. Sie habe vielen jüngeren Künstlern bei der Produktion ihrer Alben geholfen, zum Beispiel der britischen Sängerin Joss Stone. Zudem habe sie mit Stevie Wonder, Alice Cooper oder Jennifer Lopez zusammengearbeitet.

Julia Stoschek Collection will Berlin verlassen

Nach dem Verlust der Sammlung Flick und dem angekündigten Rückzug von Thomas Olbrichts "me Collectors Room" wird die Hauptstadt mit der Julia Stoschek Collection offenbar erneut ein wichtiges Ausstellungshaus verlieren. Wie die Zeitung "Welt am Sonntag" berichtet, will die Düsseldorferin Stoschek den Mietvertrag für das 2016 renovierte und eröffnete ehemalige Tschechische Kulturzentrum an der Leipziger Straße nicht verlängern. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verlange eine unverhältnismäßige Mieterhöhung, da ihr Gebäude von außen saniert werde. Dass die Sammlerin in den Umbau und Betrieb des maroden Plattenbaus Millionen gesteckt und der Stadt sogar ein Kaufangebot gemacht habe, interessiere die Behörde angeblich nicht.

Brasilianische Schriftsteller Sant'Anna ist gestorben

Der brasilianische Schriftsteller Sérgio Sant'Anna ist tot. Er starb im Alter von 78 Jahren. Der Autor war vor wenigen Tagen mit Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in das Hospital gebracht worden. Sant'Anna gilt als wichtiger Vertreter der urbanen, modernen Literatur Brasiliens. Er schrieb Romane, Erzählungen und Kurzgeschichten. Viermal wurde er mit dem wichtigen brasilianischen Literaturpreis Prêmio Jabuti ausgezeichnet. Seine Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erschienen die Romane "Amazone" und "Die Wahrheit über den Fall Antônio Martin" sowie die Erzählbände "Das kosmische Ei" und "Die Statistin".

Bayerische Staatspreise für Musik bekanntgegeben

Die Bamberger Symphoniker und der Tubist Andreas Martin Hofmeir, der die Band LaBrassBanda mitbegründete, haben die Bayerischen Staatspreise für Musik in der Kategorie "Professionelles Musizieren" erhalten. In der Rubrik "Laienmusizieren" werden der Würzburger MonteverdiChor und die evangelische Bläsergruppe Gloria Brass ausgezeichnet, wie Kunstminister Bernd Sibler in München bekanntgab. Den Sonderpreis erhält Ana Chumachenco für ihr Lebenswerk. Die Violinistin hatte viele Jahre einen Lehrstuhl für Geige an der Hochschule für Musik und Theater München inne. Die Verleihung des Bayerischen Staatspreises für Musik sei gerade in der aktuellen Zeit, in der Musikerinnen und Musiker aufgrund der Corona-Pandemie keine regulären Auftrittsmöglichkeiten hättenen, ein Signal der Wertschätzung und Anerkennung für Kunst und Kultur, betonte Sibler.

Grütters: Mehr Corona-Hilfen für die Kultur

Die Bundesregierung plant zur Abfederung Corona-bedingter Einnahmeausfälle ein umfangreiches Unterstützungsprogramm für den Kulturbetrieb. Die Verhandlungen mit dem Bundesfinanzminister und dem Parlament liefen dazu auf Hochtouren, schrieb Kulturstaatsministerin Grütters in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag". Nach Angaben der CDU-Politikerin stehen zahlreiche Kultureinrichtungen am finanziellen Abgrund. Für viele Künstler gehe es "um die nackte Existenz". In dieser Krise sei "größtmögliche Solidarität gefragt, sowohl von Seiten des Staates, aber auch in unserer Gesellschaft", schrieb die Kulturstaatsministerin. Dass die Bundesregierung von Beginn an gerade an die soloselbstständigen Künstler und Kreativen gedacht habe, sei ihr "eine Herzensangelegenheit" gewesen. Das neue Programm solle über diese Maßnahmen hinausgehen.

Merkel wendet sich direkt an Kulturschaffende

In ihrer wöchentlichen Videobotschaft hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel direkt an die Kulturszene gewandt. Dabei ging die CDU-Politikerin auf die schwierigen Bedingungen ein, die insbesondere für Freischaffende durch die Corona-Pandemie entstanden sind. Ziel der Bundesregierung und der Länder sei es, dass die breite und vielfältige kulturelle Landschaft auch nach Überwindung der Pandemie weiter existieren könne, betonte Merkel. Es sollten nun Konzepte entwickelt werden, wie mit Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen auch Theater, Konzerthäuser, Opern und andere Kulturstätten wieder öffnen könnten.

Ernst Barlach Museum zeigt Newton

Das Ernst-Barlach-Museum in Wedel bei Hamburg eröffnet heute eine Ausstellung mit Werken von Helmut Newton, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Am 31. Oktober 1920 war Newton als Helmut Neustädter in Berlin geboren worden. Er gilt als einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Keiner habe aufwendigere und provozierendere Bildinszenierungen geschaffen, keiner habe die Bereiche Mode, Akt und Porträt so systematisch bearbeitet, teilte das Museum mit. In der Ausstellung sind unter anderem Porträts bekannter Persönlichkeiten zu sehen, darunter der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl, der Maler David Hockney und die Pop-Art-Ikone Andy Warhol.

"King of Rock": Little Richard gestorben

Der US-amerikanische Rock-'n'-Roll-Sänger Little Richard ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren. Er nannte sich selbst "King of Rock" und feierte 1956 seinen Durchbruch mit "Tutti Frutti". Zu seinen weiteren Hits gehören "Long Tall Sally", "She's Got It" und "Lucille". Bekannt war er unter anderem für seine exzentrischen Auftritte, seine verrückte Kostümierung und sein ausgesprochenes Temperament am Flügel. Sein revolutionärer Klang, mit dem er viele Musiker beeinflusste, beruhte auf einer Mischung aus Boogie-Woogie, Rhythm and Blues und Gospel. 1990 erhielt Little Richard einen Stern auf dem "Walk of Fame" in Hollywood. 1993 wurde er mit dem "Lifetime Achievement Award" der "National Academy Of Recording Arts And Sciences" ausgezeichnet.

Filmbranche fordert weitere Unterstützung

Zahlreiche Filmschaffende haben die Politik in einem offenen Brief aufgefordert, in Zeiten der Corona-Krise das deutsche Kino zu unterstützen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung veröffentlichte das Schreiben an Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Darin heißt es, für die Kinofilmproduktionen, die wegen der Pandemie abgebrochen worden seien, hätten alle Filmförderungen einen Nothilfefonds entwickelt. Für kommende Filme fehle aber jede Absicherung der Produzenten für das Risiko eines Drehstopps wegen eines Covid-19-Falls. Ohne eine solche Absicherung könnten vor allem unabhängige Produzenten das Wagnis zu drehen nicht länger eingehen. Das bedeute bereits in den nächsten Monaten massives Produzentensterben, Arbeitslosigkeit für Filmschaffende und die Vernichtung großer Teile des deutschen Kinos.

Hamburger Max-Brauer-Preis geht nach Italien

Der mit 20.000 Euro dotierte Hamburger Max-Brauer-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung geht in diesem Jahr ausnahmsweise an eine italienische Kultureinrichtung. Preisträgerin sei die freie Theaterkompanie Compagnia dell'Argine und ihr Teatro ITC in San Lazzaro, teilte die Stiftung in Hamburg mit. Die Auszeichnung solle ein Zeichen europäischer Solidarität setzen. Der Ort liegt in der von der Corona-Pandemie schwer betroffenen Region Emilia-Romagna in Norditalien. Die derzeitige Situation sei eine Katastrophe für die Compagnie. Alle Aktivitäten seien eingestellt worden. Der Max-Brauer-Preis ehrt Persönlichkeiten oder Einrichtungen mit besonderen Verdiensten um das kulturelle, wissenschaftliche und geistige Leben Hamburgs. Die Verleihung soll wegen der Corona-Krise erst im kommenden Jahr stattfinden, das Preisgeld bekommt die Theaterkompagnie den Angaben zufolge aber schon jetzt.

Der Magier und Dompteur Roy Horn ist tot

Der Magier Roy Horn ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Er starb Horn am Freitag in einem Krankenhaus in Las Vegas. Den Angaben zufolge soll er an einer Corona-Infektion gelitten haben. Der in Nordenham bei Bremen geborene Dompteur und sein Partner Siegfried Fischbacher waren unter dem Namen "Siegfried & Roy" bekannt. Legendär waren ihre Auftritte mit Löwen und den seltenen weißen Tigern im Las-Vegas-Hotel "The Mirage". Die Karriere von "Siegfried & Roy" ging 2003 zu Ende, als ein Tiger Horn bei einer Vorstellung plötzlich angriff. Von den Verletzungen konnte sich Horn nie mehr richtig erholen.

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Fazit

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Leningrad nach dem Zweiten Weltkrieg: Zwei traumatisierte Frauen schlagen sich durch die zerstörte Stadt. "Bohnenstange" von Regisseur Kantemir Balagow ist kraftvolles Kino mit herausragenden Darstellerinnen und setzt auch politisch neue Akzente.Mehr

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