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Montag, 26.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 8. Mai 2020

Ex-Chordirektor der Bayreuther Festspiele ist tot

Die Bayreuther Festspiele trauern um ihren langjährigen früheren Chordirektor Norbert Balatsch. Der 92-Jährige sei am Donnerstag gestorben, teilten die Festspiele auf ihrer Webseite mit. Balatsch war von 1972 bis 1999 Chorleiter bei den Wagner-Festspielen auf dem Grünen Hügel. Er arbeitete in dieser Zeit mit Dirigenten wie Carlos Kleiber, Pierre Boulez, Sir Colin Davis und Daniel Barenboim zusammen. Die Festspiele verneigten sich vor einem großartigen Künstler, heißt es in der Mitteilung. Die Festspiele befinden sich aktuell im Ausnahmezustand: Chefin Katharina Wagner ist längerfristig erkrankt. Die 41 Jahre alte Urenkelin von Richard Wagner und Tochter des langjährigen Festspiel-Chefs Wolfgang Wagner kann ihr Amt bis auf weiteres nicht ausüben. Ende März waren die Festspiele zudem wegen der Corona-Krise für dieses Jahr abgesagt worden.

Vertragsverlängerung für Intendant des Schauspiels Köln

Der Vertrag des Intendanten vom Schauspiel Köln, Stefan Bachmann, soll bis 2023 verlängert werden. Die erforderlichen Beschlüsse würden die zuständigen politischen Gremien in ihren nächsten Sitzungen fassen, teilte die Stadt mit. "Das ist ein schönes Zeichen für den Stellenwert der Kultur in dieser Stadt und auch für mich als Person", erklärte Bachmann. Die Verlängerung war seit einiger Zeit diskutiert worden. Zwischenzeitlich hatte die Stadt aber den Salzburger Theaterchef Carl Philip von Maldeghem favorisiert. Diese Entscheidung hatten Kulturschaffende heftig kritisiert, woraufhin Maldeghem den Posten ablehnte.

Börsenverein reicht Klage gegen Ebay ein

Der Börsenverein für den Deutschen Buchhandel will endgültig klären lassen, ob Buch-Rabattaktionen von Ebay gegen die Buchpreisbindung verstoßen. Der Verband hat beim Landgericht Wiesbaden Klage gegen den Online-Marktplatz eingereicht, das berichtet das Internetportal "boersenblatt.net". Es geht um eine Rabattaktion im letzten Weihnachtsgeschäft. Ebay vertrat die Ansicht, man habe den Verkäufern den gebundenen Kaufpreis ausgeglichen. Der Verband hatte deswegen bereits im Januar beim Landgericht Wiesbaden eine einstweilige Verfügung gegen Ebay erwirkt und strebt nun eine Grundsatzentscheidung an.

Kinos benötigen weiter staatliche Unterstützung

Die Kinos in Nordrhein-Westfalen brauchen auch bei baldiger Wiedereröffnung am 30. Mai staatliche Unterstützung. Schutz- und Hygienepläne wegen der Corona-Pandemie würden zu einer lediglich 30 prozentigen Auslastung der Lichtspielhäuser führen, erklärte Petra Rockenfeller, Vorstandsmitglied der AG Kino Gilde, im Deutschlandfunk Kultur. Die Erhaltung des Kinobetriebes mit diesen Regelungen sei dauerhaft nicht durchzuhalten. „Wir brauchen eine Förderung, sonst können wir Kino so nicht aufrecht erhalten, sagte Rockenfeller. Zumal internationale Filme, die Geld in die Kinokassen bringen könnten, bei den unterschiedlichen Öffnungsszenarien der Länder, vermutlich nicht an den Start gehen würden.

Freier Eintritt in Mecklenburg-Vorpommerns Museen

Mecklenburg-Vorpommern bietet von Dienstag an für zwei Wochen kostenfreien Zugang zu den landeseigenen Museen und Ausstellungen. "Das ist ein kleines Dankeschön für die Menschen bei uns im Land", erklärte Finanzminister Reinhard Meyer mit Blick auf die gravierenden Einschränkungen seit Mitte März. Am Donnerstag hatte die Landesregierung umfangreiche Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen beschlossen. Dazu gehörte auch, dass alle Museen, Ausstellungen und Gedenkstätten im Land von diesem Montag an wieder Besucher empfangen dürfen. Die Betreiber sind verpflichtet, die zum Schutz vor Ansteckungen verfügten Hygiene- und Abstandsvorschriften umzusetzen. Besucher und Mitarbeiter müssen einen Mund-Nase-Schutz tragen.

Vorschläge zur Öffnung der Museen in Italien

Italiens Museen sollen ab dem 18. Mai unter Auflagen wieder öffnen. Dies sehen Experten-Vorschläge für die Regierung in Rom vor, über die italienische Medien berichten. Demnach müssen Eintrittskarten online bestellt und bezahlt werden, um Warteschlangen und den Austausch von Bargeld zu vermeiden. Schutzmasken sind vorgeschrieben und die Besucherinnen und Besucher dürfen sich nur im Einbahnstraßensystem durch die Ausstellungen bewegen. Die wissenschaftlich-technische Kommission, die die Regierung berät, schlägt vor, zunächst nur kleinere Museen zu öffnen. Entscheiden muss darüber die Regierung. Von einer solchen Regelung wären auch die Vatikanischen Museen betroffen, die als fünftgrößtes Museum der Welt gelten. Über deren Öffnung jedoch entscheidet der Vatikanstaat; dieser hat sich bisher an den entsprechenden Maßnahmen der Regierung Italiens orientiert.

Künstlerverband kritisiert Soforthilfen der Länder

In der Corona-Krise leiden einer Umfrage zufolge vier von fünf Künstlern in Deutschland unter drastischen Einnahmeausfällen. Jeder dritte Kunstschaffende gehe zudem davon aus, künftig seine künstlerische Tätigkeit einschränken zu müssen, berichtete die "Rheinische Post" unter Berufung auf eine Erhebung des Bundesverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler. Der Verband kritisierte, dass die staatliche Unterstützung die von den Corona-Auflagen besonders betroffenen Künstler nur unzureichend erreichen würde. "Die Soforthilfen greifen in den meisten Bundesländern nur bedingt", sagte die Vorsitzende Dagmar Schmidt. Sie forderte Nachbesserungen.

Theatertreffen erwägt Streamingangebot auch 2021

Das Berliner Theatertreffen könnte auch bei einer analogen Durchführung im kommenden Jahr das Streaming von Inszenierungen anbieten. Theatererlebnisse könnten so einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden, sagte Festivalleiterin Yvonne Büdenhölzer. Wegen der Corona-Beschränkungen fand das Theatertreffen erstmals online statt, morgen geht es zu Ende. Bisher seien die aufgezeichneten Inszenierungen 6.000- bis 36.000-mal angeschaut worden. Besonders viele Abrufe hatte etwa "Hamlet" mit Sandra Hüller. Man habe gelernt, welche ungeahnten Möglichkeiten die Verbindung von Theater und Digitalem bereithalte, so Büdenhölzer.

Historiker sieht durch Corona keine "Stunde Null"

Einen Vergleich zwischen der Corona-Pandemie und der "Stunde Null" von 1945 lehnt der Historiker Heinrich August Winkler ab. Es seien zwar im Moment die schwersten ökonomischen Verwerfungen seit der Weltwirtschaftskrise nach 1929, sagte Winkler der "Passauer Neuen Presse". Die Infrastruktur sei aber weiterhin intakt, so dass auf die Krise ein rascher wirtschaftlicher Aufschwung folgen könnte. Auch sogenannte Weimarer Verhältnisse befürchtet Winkler angesichts der Krise nicht. Es gehöre zu den bemerkenswerten Entwicklungen der letzten Wochen, dass sich die Extremisten in Deutschland nicht über einen weiteren Zulauf freuen könnten, sondern laut Umfragen in der Wählergunst absinken.

Jugendforscher fordert mehr Geld für Bildung

Der Berliner Jugendforscher Hurrelmann fordert, deutlich mehr Geld in Bildung zu investieren, um die Folgen der Corona-Krise für Kinder und Jugendliche abzufedern. Während die Wirtschaft viele Milliarden Euro für Hilfsprogramme erhalte, bekämen die Schulen viel zu wenig, sagte Hurrelmann dem Evangelischen Pressedienst. Da werde mit zweierlei Elle gemessen. Die Soforthilfe von 500 Millionen Euro, die die Bundesregierung für die Förderung von Online-Lehrangeboten und Homeschooling bereitstellen will, reichten nicht aus. "Das ist ein Klacks im Vergleich zu dem, was für die Wirtschaft getan wird", kritisierte Hurrelmann, der an der Hertie School of Governance in Berlin lehrt.

Große Theater in NRW öffnen wohl erst im September

Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen rechnet damit, dass der Betrieb an den großen nordrhein-westfälischen Theatern erst zur kommenden Spielzeit ab September wieder beginnt. Bei diesen Häusern mit ihren vielen Mitarbeitern und dem aufwendigen Probenbetrieb sei die Umstellung naturgemäß nicht so schnell umsetzbar, teilte die parteilose Ministerin mit. Die Landesregierung hatte gestern beschlossen, dass Theater unter Auflagen am 30. Mai wieder mit dem Spielbetrieb beginnen könnten. Darüber hatte sich die Intendantin der Ruhrtriennale im Deutschlandfunk Kultur irritiert gezeigt. Der Ausichtrat hatte das Kultur- und Theaterfestival vor zwei Wochen abgesagt. Carp hatte daraufhin angekündigt, die Situation mit den Verantwortlichen "neu diskutieren" zu wollen, weil es "richtig schwer" zu begründen sei, dass ausgerechnet die Ruhrtriennale mit ihren Riesenhallen nicht stattfinden dürfe. Die Ruhrtriennale sollte am 14. August beginnen.

Frankfurter Goethepreis für Dzevad Karahasan

Der bosnische Schriftsteller Dzevad Karahasan wird in Zeiten eines wachsenden Nationalismus als politischer und kultureller Grenzüberwinder mit dem Frankfurter Goethepreis ausgezeichnet. Sein umfangreiches Werk aus Romanen, Dramen, Essays und theoretischen Schriften vermittle zwischen Ost und West, Islam und Christentum, heißt es zur Begründung. Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig erklärte, Dzevad Karahasan sei ein großer europäischer Schriftsteller, dessen Schriften das Fremde im Eigenen lebendig werden ließen. Der 67 Jahre alte studierte Literatur- und Theaterwissenschaftler sei als literarischer Brückenbauer für das geistige Klima Europas unverzichtbar. Die Auszeichnung, die mit 50.000 Euro dotiert ist, wird alle drei Jahre am Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe am 28. August vergeben.

Berliner Charité mit Vorschlägen für Orchesterkonzerte

Wissenschaftler der Berliner Charité haben Vorschläge gemacht, mit denen Orchester ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen könnten. Das 13 Seiten umfassende Papier wurde auf Initiative von sieben Berliner Orchestern verfasst und ist nach Aussage von Stefan Willich, Direktor des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Universitätsklinik, eine wichtige Grundlage für den Proben- und Konzertbetrieb. Die beteiligten Forscher raten je nach Instrument unterschiedliche Abstände: Bei den Streichern sollten die Stühle 1,5 Meter voneinander entfernt stehen, für die Bläser zwei Meter. Den Blechbläsern wird zudem zum Plexiglasschutz geraten.

Weiteres "Grup Yorum"-Mitglied gestorben

Ein weiteres Mitglied der türkischen Folk-Band "Grup Yorum" ist gestorben. Bassist Ibrahim Gökcek war vor 325 Tagen in den Hungerstreik getreten. Zwei Tage nach dem Abbruch starb er in einem Krankenhaus in Istanbul. Die Sängerin der Band war Anfang April nach 288 Tagen Hungerstreik gestorben. Mit ihrer Aktion protestierten die beiden Musiker, denen Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation vorgeworfen wurde, auch gegen die Inhaftierung von anderen Bandmitgliedern, Razzien, Repressionen und ein jahrelanges Konzertverbot.

Shutdown halbiert Buchhandelsumsatz

Im Vergleich von März zu April dieses Jahres ist der Umsatz des Buchhandels in Deutschland um 46,9 Prozent gefallen. Das Berichtet das "Börsenblatt" in Frankfurt. Das Magazin beruft sich auf den "Branchen-Monitor Buch" von Media Control. Betrachte man alle Vertriebswege zusammen, sank der Umsatz um ein Drittel. Schlusslicht beim Verkauf waren Reise- und Sachbücher.

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