Seit 05:05 Uhr Studio 9
Donnerstag, 21.10.2021
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Kulturnachrichten

Mittwoch, 9. Juni 2021

Frankfurter Buchmesse soll mit Besuchern stattfinden

Die Frankfurter Buchmesse im Oktober wird nach Einschätzung ihres Direktors Juergen Boos mit Besuchern und Ausstellern vor Ort stattfinden. "Die sichere Durchführung der Präsenzveranstaltung ist durch ein detailliertes Hygienekonzept und an die Pandemielage angepasste Rahmenbedingungen gewährleistet", sagte er im Interview mit boersenblatt.net. Man plane mit einem "großzügigen Hallen-Layout und deutlich verbreiterten Gängen zur Steuerung der Besucher". Die Mindestgröße für Messestände betrage dieses Jahr acht statt vier Quadratmeter. Durch Vorabregistrierung aller Messeteilnehmer würden die Zugangszahlen entsprechend den im Oktober geltenden Infektionsschutzregeln kontrolliert. 2020 fand die Buchmesse wegen der Corona-Pandemie digital statt.

Asturien-Preis für Emmanuel Carrère

Der französische Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmproduzent Emmanuel Carrère erhält dieses Jahr den spanischen Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Sparte Literatur. Der 63-Jährige aus Paris habe sich gegen 32 Kandidaten aus 20 Ländern durchgesetzt, teilte die Jury der Stiftung "Fundación Princesa de Asturias" bei der Bekanntgabe in Oviedo/Nordspanien mit. Schon mit seinem ersten Buch "Werner Herzog" (1982), das sich mit dem deutschen Regisseur, Schauspieler und Autor beschäftigte, hatte Carrère großen Erfolg. Anschließend schrieb er viele weitere zum Teil preisgekrönte Werke, darunter Romane, Biografien und auch Bücher über Themen wie das Christentum ("Das Reich Gottes", 2014). Er arbeitete außerdem als Drehbuchautor und Produzent sowohl für das Fernsehen als auch für das Kino.

Aschenbrödel-Darstellerin Libuse Safrankova gestorben

Die tschechische Schauspielerin Libuse Safrankova ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Das berichtete der Nachrichtensender CNN Prima News unter Berufung auf ihren Sohn. Große Beliebtheit erlangte Safrankova mit der Hauptrolle in dem Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" aus dem Jahr 1973. Safrankova spielte in fast 150 Kino- und Fernsehfilmen mit, zum Beispiel in "Die kleine Meerjungfrau" und "Der Prinz und der Abendstern". Sie stand in Prag zudem lange Jahre als Mitglied eines Kammerensembles auf der Theaterbühne. In dem mit einem Oscar als bester ausländischer Film ausgezeichneten Drama "Kolya" von 1996 war sie in der Rolle der Sängerin Klara zu sehen. Im Jahr 2014 erkrankte sie an Lungenkrebs. Sie zog sich in den letzten Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück.

"Haus der Photographie" in Hamburg wird saniert

Das "Haus der Photographie" der Hamburger Deichtorhallen wird für rund 66,5 Millionen Euro grundlegend saniert und modernisiert. Dabei werden nicht nur die Schäden an dem mehr als 100 Jahre alten Baudenkmal behoben, sondern zugleich wird das Ausstellungshaus auch auf internationalem Niveau modernisiert und in der Nutzung erweitert, teilte die Hamburger Kulturbehörde mit. Für die Sanierungszeit soll auf dem Deichtorplatz ein "temporäres Haus der Photographie" errichtet werden.

Lux-Publikumspreis für "Kollektiv - Korruption tötet"

Der rumänische Film "Kollektiv - Korruption tötet" hat den europäischen Lux-Publikumspreis gewonnen. Der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, überreichte die Auszeichnung in Straßburg an den deutsch-rumänischen Regisseur Alexander Nanau. Der Film zeige, wie wichtig Freiheit und Unabhängigkeit seien, so Sassoli. Nanaus Dokumentation handelt von einer Brandkatastrophe in einem Bukarester Musikclub, bei der 2015 zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Erstmals wird der Lux-Preis in diesem Jahr in Zusammenarbeit des Europaparlaments mit der Europäischen Filmakademie als Publikumspreis vergeben. Neben den Abgeordneten des Europaparlaments konnten auch Bürgerinnen und Bürger der EU abstimmen.

Dramatiker Horst Pillau gestorben

Der Dramatiker Horst Pillau ist tot. Der Theaterautor ist am Montagabend in Berlin gestorben, wie sein Sohn Ulrich heute bestätigte. Pillau war 88 Jahre alt. Er zählte zu den bekanntesten Autoren für das Boulevardtheater. Bekannt wurde Pillau unter anderem für die Szenen, die er für die legendäre Fernsehsendung "Dalli Dalli" des Moderators Hans Rosenthal schrieb. Pillau wurde 1932 in Wien geboren, zog aber als Kind mit seinen Eltern nach Berlin. Er schrieb rund 40 Theaterstücke, 180 Folgen für Fernsehserien und zahlreiche Romane und Erzählungen. Die Bühnenerfolge "Der Kaiser vom Alexanderplatz" und "Das Fenster zum Flur" stammen ebenso aus seiner Feder wie die TV-Hits "Unter einem Dach" und "Es muss nicht immer Kaviar sein".

BE-Intendant fordert stärkere Kulturpolitik

Der Intendant des Berliner Ensembles, Oliver Reese, möchte die Stimme der Kultur in der Politik stärken. Das sei für ihn eine Lehre aus der Pandemie, sagte er im Deutschlandfunk Kultur. Zu oft hätten sich die Kulturminister nicht gegen andere Ressorts oder Beschlüsse der Ministerpräsidenten durchsetzen können: "Wir haben gemerkt, die Kultur hat da eine zu geringe Stimme und daran werden wir was ändern müssen", sagte Reese.

Birthe Blauth gestaltet Elisabethkirche zur documenta

Die Münchner Künstlerin Birthe Blauth wird die Kasseler Elisabethkirche parallel zur Weltkunstausstellung documenta 2022 neu gestalten. Ihr Entwurf "Poem of Pearls" habe sich in einem Wettbewerb durchgesetzt, teilten die Veranstalter am Mittwoch in Kassel mit. Die Installation soll Vorplatz, Haupt- und Seitenschiffe der Kirche umfassen. Von einem auf dem Vorplatz aufgemalten Labyrinth werde eine Übergangszone in die Stille der Elisabethkirche führen. In der Kirche werde eine Schale mit Perlen stehen, aus der sich Besucher eine Perle mit nach Hause nehmen könnten. Drei Künstlerinnen und zwei Künstler waren eingeladen worden, für die katholische Elisabethkirche eine künstlerische Idee zur documenta zu entwickeln.

Humboldt Forum öffnet seine Höfe

Nach der rein digitalen Eröffnung im vergangenen Dezember werden jetzt die Außenflächen des Humboldt-Forums in Berlin-Mitte zugänglich gemacht. Interessierte können sich nun den im Barockstil rekonstruierten Schlüterhof genauso aus der Nähe betrachten wie die vom italienischen Architekten Franco Stella modern gestaltete Promenade quer durch das rund 40 000 Quadratmeter umfassende Gebäude. Auch erste gastronomische Bereiche sowie der Shop sind zugänglich. Nach Verzögerungen soll das 677 Millionen teure Humboldt-Forum im Juli für das Publikum öffnen. Es beherbergt unter anderem zwei Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Sinéad O'Connor macht doch weiter Musik

Erst vor wenigen Tagen hatte die irische Sängerin Sinéad O'Connor ihr Karriereende verkündet. Die nächste Platte werde die letzte sein, sie werde keine Musik mehr machen. Jetzt folgte der Rücktritt vom Rücktritt. Wie der Bayerische Rundfunk berichtete, twitterte O'Connor: "Gute Nachrichten. Vergiss die Rente. Ich ziehe das zurück." Sie habe sich von verschiedenen Medien schlecht behandelt gefühlt und deshalb ihren Rückzug verkündet, so O'Connor weiter. Aber sie liebe ihren Job und das sei nun mal das Musikmachen.

Lloyd Webber warnt vor längeren Corona-Maßnahmen

Der britische Komponist Andrew Lloyd Webber hat seine Regierung davor gewarnt, die geplante Aufhebung aller Corona-Maßnahmen aufzuschieben. "Wir werden sagen: 'Kommt zum Theater und nehmt uns fest'", sagte der 73-Jährige dem "Telegraph" auf die Frage, was er tun werde, wenn die Lockerungen verschoben würden und er seine Theater nicht wieder bei voller Auslastung öffnen dürfe. In England ist für den 21. Juni laut Stufenplan der Regierung die Aufhebung der noch verbliebenen Corona-Beschränkungen geplant. Für viele Theater ist dieser Schritt bedeutsam, da es sich bei nur halber Auslastung - wie sie derzeit bereits erlaubt ist - für ihre Häuser nicht lohnt, Großproduktionen auf die Bühne zu bringen. In London soll Lloyd Webbers neues Musical "Cinderella" Premiere feiern. Der Komponist warnte, bei weiteren Corona-Beschränkungen müsse er möglicherweise mehrere seiner Theater verkaufen.

Tribeca-Filmfestival feiert Geburtstag mit Weltpremiere

Das New Yorker Tribeca-Filmfestival feiert seinen 20. Geburtstag mit der Weltpremiere des Musicalfilms "In The Heights" von Lin-Manuel Miranda. Der Film über die Bewohner von Washington Heights, einem Stadtteil Manhattans, in dem Miranda aufgewachsen ist, soll in einem großen Theater in eben jenem Viertel und gleichzeitig an zahlreichen Orten der Metropole unter freiem Himmel gezeigt werden. Kurz darauf soll der Film auch in deutsche Kinos kommen. Das Tribeca-Festival hatte Schauspieler Robert De Niro als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 mitgegründet. Es geht bis zum 20. Juni.

US-Goldmünze für Rekordpreis versteigert

Eine US-Goldmünze aus den 30er Jahren ist das teuerste Geldstück der Welt. Die Münze mit einem Nennwert von 20 Dollar wurde beim Auktionshaus Sotheby's in New York zum Rekordpreis von rund 18,9 Millionen Dollar versteigert. Sie gehört zur Serie der letzten als "Double Eagle" bekannten und als reguläres Zahlungsmittel bestimmten Goldmünzen. Diese wurden in den USA bis 1933 geprägt. Sie löst als teuerstes Geldstück eine 1774 geprägte Silbermünze namens "Flowing Hair" ab. Diese war 2013 für zehn Millionen Dollar versteigert worden.

Berlinale Summer Special startet unter freiem Himmel

In Berlin beginnt am Abend das Berlinale Summer Special mit Freiluftvorführungen der diesjährigen Wettbewerbsfilme. Bis zum 20. Juni werden die Beiträge an 16 Spielstätten in der Hauptstadt gezeigt, darunter in einem eigens errichteten Open-Air-Kino auf der Museumsinsel. Dort findet auch die Eröffnungsfeier statt. Das Berlinale Summer Special ist eine coronabedingte Neuerung. Das eigentliche Filmfestival wurde Anfang März rein digital veranstaltet. Der "Goldene Bär" ging in diesem Jahr an den Film "Bad Luck Banging or Loony Porn" des rumänischen Filmemachers Radu Jude.

Live-Show zur Verleihung der MTV Video Music Awards

Die MTV Video Music Awards sollen Mitte September mit großem Staraufgebot in einer New Yorker Eventhalle über die Bühne geben. Mit der Show vor Zuschauern wolle man auch die Rückkehr zu Live-Events zelebrieren, teilten die Veranstalter mit. Im vorigen August wurden die Preise des US-Musiksenders MTV wegen der Corona-Pandemie an verschiedenen New Yorker Standorten im Freien vor einem kleinen Live-Publikum und unter Berücksichtigung von Hygienevorschriften überreicht. Die meisten Trophäen räumte 2020 Lady Gaga ab. Die VMA-Preise werden seit 1984 verliehen. Fans können online für ihre Favoriten stimmen. Als Trophäe gibt es einen "Moonman", einen kleinen Astronauten auf dem Mond, der eine MTV-Fahne in der Hand hält.

Schrader verfilmt Weinstein-Skandal

Die deutsche Filmemacherin Maria Schrader soll für das Hollywoodstudio Universal Pictures einen Film über die Enthüllung des Weinstein-Skandals drehen. Die Agentur Just Publicity bestätigte entsprechende Berichte von US-Filmportalen. Das Projekt "She Said" basiert auf dem Buch der "New York Times"-Reporterinnen Jodi Kantor und Megan Twohey. Was die beiden Reporterinnen aufgedeckt haben, habe unsere gesamte Gesellschaft nachhaltig verändert, sagte Schrader. Dass ihr die Regie bei diesem Projekt angeboten wurde, sei eine große Ehre und Freude. Der Film soll erzählen, wie die Reporterinnen im Herbst 2017 Vorwürfe gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein öffentlich gemacht hatten. Er wurde später wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu 23 Jahren Haft verurteilt. Weinstein sitzt die Strafe in einem Gefängnis im US-Staat New York ab.

Kulturnachrichten hören

Mai 2022
MO DI MI DO FR SA SO
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

Schriften der Art brut in BaselKunst als innerer Monolog
Kleine Silberplättchen mit Schriftzeichen hängen in einem Baum. (Hans-Ulrich Schlumpf / Museum Tinguely)

Das Museum Tinguely in Basel zeigt kalligrafische Kunst, die außerhalb des Kunstbetriebs entstanden ist. In der Ausstellung geht es vor allem um die Motivation der Künstler, Zeichen auf Papier oder Hauswände zu bringen: Traumata spielen eine Rolle. Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur