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Kulturnachrichten

Dienstag, 7. Mai 2019

US-Comedian Dave Chappelle erhält Mark-Twain-Preis

US-Comedian Dave Chappelle wird mit dem diesjährigen Mark-Twain-Preis für amerikanischen Humor geehrt. Der 45-Jährige sei ein "Held der Heimatstadt" und verkörpere etwa mit seinen Gesellschaftskommentaren Twains Aussage, dass gegen den Angriff des Humors nichts standhalten könne, sagte die Präsidentin des Kennedy Centers, Deborah Rutter, am Dienstag in Washington. Die Auszeichnung wird am 29. Oktober stattfinden und am 6. Januar 2020 im US-Fernsehen ausgestrahlt.

Der Komponist Georg Katzer ist tot

Der Komponist Georg Katzer ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Er war einer der Pionier der zeitgenössischen Musik in der DDR. Anfang der 80er-Jahre gründete er das erste elektronische Studio der DDR. Zu Katzers Kompositionen gehören Werke für Kammerensembles, Orchesterwerke, Solokonzerte, Opern, Ballette, Puppenspiele und oratorische Werke. Sein Werk umfasst auch elektroakustische Stücke, Hörspielmusik, Multimediaprojekte und Projekte mit improvisierter Musik.

Archäologen präsentieren Reste von Römerlager

Archäologen haben in Bielefeld Reste eines rund 2000 Jahre alten Römerlagers freigelegt - eine seltene Entdeckung. Am Mittwoch präsentieren sie ihren Fund und wollen weitere Details bekanntgeben. Laut den Forschern des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) handelt es sich um Überreste eines alten Marschlagers, in dem durchziehende Legionäre rasteten. Erkennbar seien ein Erdwall rund um die etwa 26 Hektar große Fläche in dem Waldstück im Stadtteil Sennestadt sowie ein Eingang ins Innere des Lagers. Ähnliche Gelände sind wegen späterer Besiedlung sonst meist kaum mehr zu erkennen. Nicht nur in der römischen Provinz westlich des Rheins, sondern auch bis ins heutige Westfalen und darüber hinaus hinterließen die Römer unter Kaiser Augustus zahlreiche Spuren.

Komponist verklagt Düsseldorfer Schauspielhaus

Der Komponist Parviz Mir-Ali hat das Düsseldorfer Schauspielhaus verklagt. Er fordert 10.000 Euro, weil das Haus für eine Inszenierung des Dostojewski-Romans "Der Idiot" eine seiner Kompositionen verwendet habe, ohne ihm Lizenzgebühren zu zahlen. Am Mittwoch will das Düsseldorfer Landgericht den Fall verhandeln. Er habe die Musik für die Inszenierung im Staatsschauspiel Dresden 2015 geschaffen. In der Spielzeit 2017/2018 habe das Schauspielhaus Düsseldorf das Stück einfach übernommen, ohne ihn für die Musik zu vergüten, meint der Kläger. Das Schauspielhaus argumentiert, es habe ordnungsgemäß an die Gema gezahlt.

ZDF lehnt Wahlwerbespot von "Die Partei" ab

Das ZDF hat die Ausstrahlung eines Spots der Satire-Partei "Die Partei" zur Europawahl abgelehnt. "Bei dem TV-Spot handelte es sich inhaltlich nicht um Wahlwerbung", teilte eine Sprecherin des Senders mit. Stattdessen sei es ein Aufruf zur Unterstützung der Organisation Sea-Watch. Der Spot erfülle nicht die Voraussetzungen des ZDF-Staatsvertrags für die Einräumung von Sendezeit anlässlich der Wahl zum Europäischen Parlament. Inzwischen habe "Die Partei" einen geänderten Spot eingereicht, der noch juristisch geprüft werde. Die Gestaltung des Wahlspots hatte die Partei Sea-Watch überlassen, wie beide mitteilten. "Die Partei" kündigte an, dass sie rechtlich gegen die Entscheidung des ZDF vorgehen wolle und den Spot am Mittwochabend veröffentlichen werde. Der Sea-Watch-Aktivist Ruben Neugebauer sprach von einem vorgeschobenen Argument des ZDF und möglichen politischen Motiven für die Entscheidung.

Leopold-Lucas-Preis an Kirchenhistoriker MacCulloch

Für Verdienste um ein umfassendes und neues Verständnis von Religion und europäischer Geschichte ist der anglikanische Kirchenhistoriker Sir Diarmaid MacCulloch mit dem Leopold-Lucas-Preis der Universität Tübingen ausgezeichnet worden. MacCulloch versteht die Reformation als einen konfessionsübergreifenden Prozess mit unterschiedlichen Dynamiken in verschiedenen Staaten. Ziel war demnach eine Modernisierung des Kontinents. Der Leopold-Lucas-Preis ist mit 50.000 Euro verbunden und ehrt Personen, die sich um Toleranz und Völkerverständigung verdient machen. Die Evangelisch-Theologische Fakultät vergibt die Auszeichnung im Namen der Universität Tübingen.

Julia Wissert soll Theater Dortmund leiten

Als eine der bundesweit jüngsten Intendantinnen soll die 34 Jahre alte Regisseurin Julia Wissert die Nachfolge von Kay Voges am Schauspiel Dortmund übernehmen. Nach zehn Jahren wird der von Kritikern und Publikum gefeierte Voges die Schauspiel-Bühne der Ruhrgebietsstadt wie angekündigt nach der Spielzeit 2019/2020 verlassen. Wie die Stadt Dortmund mitteilte, möchte der Verwaltungsvorstand Wissert danach die Leitung übertragen. Kulturausschuss und Rat müssen noch zustimmen. Wissert wolle das Schauspiel am Theater Dortmund zu einem offenen Ort machen, der so vielschichtig wie die Stadt selbst sei, hieß es in der Mitteilung. Sie arbeitete zuvor unter anderem am Maxim Gorki Theater in Berlin, dem Schauspielhaus Bochum und dem Theater Luzern. Ihre bisherige Bühnenarbeit sei geprägt durch starke Bilder, Musikalität und eine hohe Körperlichkeit.

Jean-Claude Arnault mit Berufung gescheitert

Der Mann im Zentrum des Skandals beim schwedischen Vergabekomitee des Literaturnobelpreises ist mit seiner Berufung gegen eine Verurteilung wegen Vergewaltigung gescheitert. Das Oberste Gericht Schwedens wies die Beschwerde von Jean-Claude Arnault ab. Damit bleibe das Urteil der Vorinstanz bestehen und Arnault muss eine zweieinhalbjährige Haftstrafe antreten. Arnault ist mit der Lyrikerin Katarina Frostenson verheiratet, die Anfang des Jahres nach monatelangem Streit aus der Schwedischen Akademie ausgetreten war. Die Akademie wirft dem Paar vor, die Literaturnobelpreisträger vorab ausgeplaudert und damit gegen ihre Geheimhaltungspflicht verstoßen zu haben. Wegen des Streits gab es 2018 keinen Literaturnobelpreis. 2019 werden nun zwei Preise in der Kategorie verliehen - einer für 2018 und einer für 2019.

"Fusion": Behörden wollen weiter freien Zutritt

Die Behörden an der Mecklenburgischen Seenplatte fordern weiter freien Zutritt zum "Fusion"-Festivalgelände in Lärz, geben sich aber auch kompromissbereit. Das machten Landrat Heiko Kärger (CDU) und Neubrandenburgs Polizeipräsident Nils Hoffmann-Ritterbusch in Neubrandenburg deutlich. Die Behörden wollen sich noch einmal mit dem Veranstalter treffen. Eine Entscheidung über das "Fusion"-Festival soll nach dem 16. Mai fallen. Der Veranstalter, der Berliner Vereins Kulturkosmos, lehnt bisher vor allem eine Polizeistation auf dem Festivalgelände ab. Die Philosophie des Festivals baue auf Freiheit der Kunst und freie Entfaltung der Gäste, was mit Polizeikontrollen nicht gehe. Eine entsprechende Internet-Petition hatten bis Dienstagmorgen 71.000 Menschen unterzeichnet. Nach Angaben der Veranstalter geht es bei der "Fusion" um Musik unterschiedlichster Spielarten, Theater, Performance und Kino bis hin zu Installationen.

ORF distanziert sich von Böhmermann-Aussagen

Der österreichische ORF hat sich nach der Ausstrahlung eines Interviews von provokanten Aussagen des Satirikers Jan Böhmermann distanziert. Unter anderem sagte er, dass in Österreich acht Millionen "Debile" lebten und der Ruf nach autoritärer Führung weiterhin sehr laut sei. Er bezeichnete es als "nicht normal", dass ein 32-jähriger Versicherungsvertreter - gemeint war Bundeskanzler Sebastian Kurz - das Land regiere. Im Anschluss erklärte "kulturMontag"-Moderatorin Clarissa Stadler, dass sich der ORF von den "provokanten und politischen Äußerungen" distanziere. "Aber wie sie wissen, darf Satire alles und der öffentlich-rechtliche Rundfunk künstlerische Meinung wiedergeben", so Stadler. Böhmermann hat im Grazer Künstlerhaus die Ausstellung "Deuscthland#ASNCHLUSS#Östereich" eröffnet, in der er "die Ambivalenz von Österreich seiner eigenen Geschichte gegenüber" ins Zentrum rückt. Die Ausstellung sei als Realsatire gestaltet.

Berlinale will mehr Auszeichnungen verleihen

Die Berlinale will künftig weitere Auszeichnungen vergeben. Neben den Filmen im Wettbewerb und den besten Kurzfilmen sollen auch "ästhetisch und formal ungewöhnliche Werke" ausgezeichnet werden. Dafür wird die Reihe "Encounters" geschaffen, wie die neuen Leiter Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek ankündigten. Die Berlinale gehört neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt. Die Doppelspitze löst den bisherigen Direktor Dieter Kosslick ab. Eines seiner Projekte - das Kulinarische Kino mit prominenten Köchen - soll es nicht mehr geben.

DDR-Raubkunst soll stärker erforscht werden

Rund 30 Jahre nach dem Mauerfall steht die Erforschung von Objekten mit "kritischer Provenienz" aus der DDR in ost- aber auch in westdeutschen Museen noch ganz am Anfang. Das sagte der Wissenschaftliche Vorstand vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, Gilbert Lupfer, in Berlin. Schätzungen zufolge könnten vor allem in den ostdeutschen Museen zwischen ein und acht Prozent der Bestände eine solche "kritische Provenienz" haben. Enteignungen habe es etwa im Zuge der Bodenreform oder von Plünderungen nach dem Zweiten Weltkrieg, durch Enteignungen von Republikflüchtlingen oder den Entzug durch DDR-Behörden gegeben, erklärte Lupfer. Auch wenn sich nach Meinung von Experten viele Fälle nicht mehr vollständig aufklären lassen, will das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste will die Erforschung von entzogenen Kunst- und Kulturobjekten in der DDR nun vorantreiben.

Thüringer Gotteshaus ist "Kirche des Jahres"

St. Marien in Bleicherode (Landkreis Nordhausen) ist zur "Kirche des Jahres 2019" gewählt worden. Die Geschichte der zu großen Teilen im gotischen Stil errichteten Kirche reiche bis ins 12. Jahrhundert zurück, teilte die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland in Hannover mit. Die Stiftung richtet den jährlichen Wettbewerb aus. Den zweiten Platz belegte die 1912/13 erbaute Königin-Luise-Kirche in Berlin-Waidmannslust. Der dritte Platz ging an die Kirche St. Marien und Christophorus im fränkischen Kalbensteinberg. Alle drei Kirchen hatte die Stiftung auch schon bei Sanierungsarbeiten unterstützt. Mehr als zehn Kirchen über ganz Deutschland verteilt standen für den undotierten Preis in diesem Jahr zur Wahl. Abgestimmt haben laut Stiftung mehr als 6000 Menschen per Post und im Internet.

"Brieflesendes Mädchen" nicht von Vermeer übermalt

Jan Vermeer hat sein berühmtes Bild "Brieflesendes Mädchen am offenen Fenster" nicht selbst nachträglich verändert. Anders als bisher von der Forschung angenommen, wurde das "Bild im Bild" eines nackten Cupido (Amor) im Hintergrund erst Jahre später von fremder Hand übermalt, wie der Direktor der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister, Stephan Koja, in Dresden sagte. Er sprach von einem spektakulären Fund im Zuge der Restaurierung des weltberühmten Gemäldes aus dem 17. Jahrhundert, das zu den Dresdner Hauptwerken gehört. Es soll nun die von dem Delfter Maler geschaffene Fassung so weit wie möglich zurückerhalten. Die Hälfte des römischen Liebesgotts, der der Briefleserin über die Schulter zu schauen scheint, ist schon freigelegt.

Positiver Trend bei der Lesefähigkeit

Rund 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland haben Schwierigkeiten, deutsche Texte zu verstehen. Allerdings gibt es eine positive Entwicklung: 2011 betrug die Zahl der Menschen mit geringen Lese- und Schreibfähigkeiten noch 7,5 Millionen, wie aus einer vom Bundesbildungsministerium in Auftrag gegebenen Studie der Universität Hamburg hervorgeht. Danach haben 47,4 Prozent der Menschen, die nicht Deutsch lesen können, einen Migrationshintergrund und als erstes eine andere Sprache gelernt als Deutsch. 52,6 Prozent der Betroffenen haben die Muttersprache Deutsch. Der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, Jörg Maas forderte einen Lesepakt für Familien, Kitas und Schulen, damit alle die gleichen Chancen bekämen. Notwendig seien "klare und verbindliche Standards für die Sprachförderung in Kitas und den Leseunterricht in Grundschulen".

Myanmar begnadigt Reporter nach 511 Tagen

Nach 511 Tagen Haft durften zwei Reporter der internationalen Nachrichtenagentur Reuters ihr Gefängnis verlassen. Die beiden Journalisten Kyaw Soe Oo (29) und Wa Lone (33) wurden in der ehemaligen Hauptstadt Rangun vorzeitig begnadigt. Die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi reagierte damit auch auf internationalen Druck. Die Reporter - beide selbst aus Myanmar, dem ehemaligen Birma - waren im Dezember 2017 in einem Schauprozess zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie sich bei der Recherche zu einem Massaker an Muslimen illegal Staatsgeheimnisse beschafft hatten. Dabei ging es um die Erschießung von zehn Dorfbewohnern durch Militärs. Beide Reporter beteuern ihre Unschuld. Sie behaupten, in eine Falle gelockt worden zu sein.

Kein Einfluss von Social Media auf Lebenszufriedenheit

Wissenschaftler haben bei Jugendlichen praktisch keinen Zusammenhang zwischen Lebenszufriedenheit und dem Nutzen Sozialer Medien gefunden. Etwaige Wechselwirkungen seien minimal, erklärte die Universität Stuttgart-Hohenheim. Eventuell gebe es noch eher Effekte bei Mädchen als bei Jungs. Die Stuttgarter Kommunikationswissenschaftler hatten gemeinsam mit Kollegen der Universität Oxford die Daten von rund 5.500 Teenagern ausgewertet, die über mehrere Jahre hinweg mit Fragebögen ihre Nutzung von Smartphones und Sozialen Medien dokumentierten. Gleichzeitig schrieben sie ihre Selbsteinschätzung im Blick auf Zufriedenheit mit Freundschaften, Aussehen oder Familie auf. Die Forscher forderten weitere Untersuchungen. Dazu sei aber der Zugriff auf die Daten der Social-Media-Anbieter nötig.

Madonna kündigt "Madame X"-Tour an

US-Sängerin Madonna geht mit ihrem neuen Album "Madame X" auf Tournee. Nach dem geplanten Auftakt im September in New York sind unter anderem Auftritte in Chicago und Los Angeles geplant. Zu Beginn des kommenden Jahres will Madonna auch in Lissabon, London und Paris auf der Bühne stehen. Sie wolle bei den Konzerten ein "intimes Erlebnis" mit ihren Fans haben, sagte Madonna in einem Video. Die Events würden nicht in großen Konzerthallen, sondern in Theaterräumen stattfinden, darunter in der New Yorker Howard Gilman Opera und im Wiltern-Theater in Los Angeles. Madonnas neues Album "Madame X" soll am 14. Juni erscheinen.

Afrikanische Künstler bei Kurzfilmtagen ausgezeichnet

Die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen sind mit der Vergabe von 17 Preisen zu Ende gegangen. Den mit 8.000 Euro dotierten Hauptpreis, der Große Preis der Stadt Oberhausen, erhielt der ruandischen Filmemacher Philbert Aimé Mbabazi Sharangabo für "I Got My Things and Left", wie das Festivalbüro mitteilte. Die Jury würdigte die beeindruckende konzeptionelle und emotionale Freiheit und Kraft des Films. Die belgisch-kongolesische Koproduktion "Zombies" des Rappers und Komponisten Baloji erhielt den mit 4.000 Euro dotierten Hauptpreis im Internationalen Wettbewerb. Die deutsche Produktion "L'Étoile de mer" (Der Seestern) von Maya Schweizer wurde mit dem mit 3.000 Euro dotierten e-flux-Preis für seine experimentelle Navigation durch das Mittelmeer geehrt. Insgesamt wurden Auszeichnungen im Wert von rund 42.000 Euro vergeben. Seit Mittwoch standen bei den 65. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen mehr als 500 Filme auf dem Programm. Die Kurzfilmtage gelten als das älteste Kurzfilmfestival der Welt.

Frauenforscherin Elisabeth Gössmann gestorben

Die katholische Theologin Elisabeth Gössmann ist tot. Sie gilt als Begründerin der theologischen Frauenforschung und gehörte zu den ersten Frauen, die in den 1950er Jahren in Deutschland einen theologischen Doktortitel erwarben. Rund 40 Mal bewarb sie sich vergeblich an deutschen Hochschulen auf einen Lehrstuhl, deshalb lehrte die Wissenschaftlerin lange an der Seishin-Frauenuniversität in Tokio. Nach Lehraufträgen in Deutschland, Österreich und der Schweiz konnte sie ab 1990 eine Professur in München antreten und forschte u.a. über das Christentum in Japan, das Mittelalter und zu fundamentaltheologischen Fragestellungen. Im Mittelpunkt stand dabei stets die Frage nach der Stellung der Frau im Christentum. Zu ihren bekannten Werken gehören "Die streitbaren Schwestern" (1981) und "Die Päpstin Johanna. Der Skandal eines weiblichen Papstes" (1994). Kritisch beurteilte sie das Argument der Kirchenleitung, dass Frauen aus Gründen der Tradition nicht zu Priestern geweiht werden könnten. Elisabeth Gossmann starb bereits am 1. Mai im Alter von 90 Jahren in München.

Neue Ausgabe von Anne Franks Tagebüchern erscheint

Anlässlich des 90. Geburtstags am 12. Juni und ihres 75. Todestags im März 2020 wird am Mittwoch eine neue Ausgabe mit zwei Versionen der Tagebücher von Anne Frank erscheinen. Das teilte der Verlag S. Fischer mit. Erstmals seien die Aufzeichnungen in der originalen Vollversion in einem Leseband versammelt und mit einführenden Texten versehen. Anne Frank (1929-1945) war im Alter von 15 Jahren im NS-Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordet worden. Vorher versteckte es sich mit seiner jüdischen Familie mehr als zwei Jahre lang in einem Haus in Amsterdam. Dort führte sie ihr Tagebuch, das in mehr als 70 Sprachen übersetzt wurde. Anne Frank habe zwei Versionen ihres Tagebuchs verfasst, teilte der Verlag mit: eine Version, die sie direkt aufschrieb und eine Fassung, die entstand, nachdem sie im Radio einen Aufruf gehört hatte, die Leiden des niederländischen Volkes während der deutschen Besatzung zu dokumentieren, um sie nach Kriegsende zu veröffentlichen. Dafür arbeitete sie den ursprünglichen Text um.

Protest gegen Chefwechsel bei Prager Nationalgalerie

Gegen die Abberufung des Direktors der tschechischen Nationalgalerie formiert sich Protest – in Prag und international. Während in der tschechischen Hauptstadt Demonstranten für den entlassenen Jiri Fajt auf die Straße gehen, haben mehr als 30 Museumsdirektoren eine Protestnote gegen seine Abberufung unterzeichnet, darunter Maria Balshaw von der Tate Britain in London und Max Hollein vom Metropolitan Museum of Art in New York. Offiziell wurde die Entlassung mit schlechter Haushaltsführung begründet, Ex-Direktor Fajt vermutet, seine Kritik am tschechischen Präsidenten Zeman habe ihn den Job gekostet.

Steinmeier eröffnet re:publica

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Betreiber von Sozialen Netzwerken aufgefordert, mehr Verantwortung zu übernehmen. "Wer mit einer Plattform einen politischen Diskursraum schafft, der trägt Verantwortung für die Demokratie - ob er's will oder nicht!", erklärte Steinmeier bei der Eröffnung der re:publica 2019 in Berlin. Das Geschäftsmodell an sich, die Maximierung von Werbeeinnahmen bringe bestimmt keine Maximierung von Debattenqualität. Deshalb brauche es eine demokratische Regulierung. "Facebook, Twitter, YouTube und Co." müssten diese Verantwortung endlich wahrnehmen. Die diesjährige re:publica steht unter dem Motto "tl;dr: too long; didn't read". Damit sei die re:publica dem Kleingedruckten gewidmet, erklärten die Veranstalter. "Den Fußnoten. Der Kraft der Recherche, dem Wissen und der Kontroverse. Der Notwendigkeit und Dringlichkeit, die Themen kritisch zu hinterfragen, die polarisieren, uns spalten - oder auch vereinen."

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