Seit 13:05 Uhr Länderreport

Mittwoch, 23.10.2019
 
Seit 13:05 Uhr Länderreport

Kulturnachrichten

Mittwoch, 30. Mai 2018

New Yorker Broadway mit Rekordsaison

Musical über Gründung der USA besonders beliebt

Mit einer hervorragenden Bilanz haben die Theater am New Yorker Broadway die Theatersaison abgeschlossen. Mit insgesamt 13,8 Millionen Menschen zwischen Mai 2017 und Mai 2018 hätten rund 500000 mehr Theaterfans die Theater besucht als im Vorjahr, teilte die zuständige Broadway League mit. Nie zuvor hätten die Theater so viele Zuschauer angezogen. Allerdings war die diesjährige Saison auch eine Woche länger als im Vorjahr. Und auch wirtschaftlich habe man die vergangene Saison mit einem Rekord abgeschlossen: die Einnahmen der Theater beliefen sich auf 1,7 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro). Besonders beliebt waren in der gerade zu Ende gegangenen Saison das Musical "Hamilton", die Geschichte der Gründung der USA via Rap - und die Auftritte von Rockmusiker Bruce Springsteen.

Manuel Pujol wird neuer Chordirektor in Stuttgart

Stuttgarter Oper setzt auf herausragende Qualität

Ab der Spielzeit 2018/19 wird Manuel Pujol die Geschicke des Stuttgarter Opernchors leiten. Dazu verlässt der 35-jährige Musiker die Oper Dortmund zum Ende der Spielzeit 2017/2018. Das Haus würdigte den scheidenden Chorleiter: "Pujol, der den Chor der Oper Dortmund seit April 2015 leitete, formte in der kurzen Zeit seines Wirkens an der Oper Dortmund den Chor zu einem überregional anerkannten Klangkörper. Die Berufung Pujols an die Staatsoper Stuttgart bestätigt die hohe Qualität seiner Arbeit in Dortmund." Die Oper in der baden-württembergischen Landeshauptstadt gilt als Top-Adresse im Opernbetrieb, die bereits mehrfach als "Opernhaus des Jahres" ausgezeichnet wurde. Neben seiner Arbeit als Chordirektor war Pujol den Angaben nach unter anderem musikalischer Leiter verschiedener Produktionen, u.a. "Die Zauberflöte2, "Nabucco2 und "Sunset Boulevard". Im Rahmen des Förderprogramms "Dirigentenforum" des Deutschen Musikrates wurde Pujol Gewinner 1. Deutschen Chordirigentenpreises.

Angeblich ermordeter Journalist Babtschenko lebt

Ukrainischer Geheimdienst: Mordanschlag vereitelt

Der für tot erklärte Kreml-kritische russische Journalist Arkadi Babtschenko lebt. Der 41-Jährige trat heute bei einer Pressekonferenz in Kiew auf. Sein Tod sei inszeniert worden, um einen geplanten Mordanschlag auf Babtschenko zu vereiteln, teilte der ukrainische Geheimdienst mit. Gestern hatte die ukrainische Polizei erklärt, der frühere Kriegsreporter sei im Treppenhaus seines Wohngebäudes durch drei Schüsse in den Rücken getötet worden. SBU-Chef Wasyl Gryzak beschuldigte Russland, hinter dem Mordkomplott zu stecken. "Uns ist es gelungen, eine zynische Provokation zu verhindern und die Vorbereitung dieses Verbrechens durch die russischen Sicherheitsdienste zu dokumentieren", sagte er. Moskau hatte die Anschuldigungen aus Kiew zuvor bereits zurückgewiesen und die mutmaßliche Ermordung des Journalisten "scharf verurteilt". Babtschenko hatte in Moskau für die oppositionelle Zeitung "Nowaja Gaseta" und den liberalen Radiosender "Echo Moskwy" gearbeitet. Im Februar 2017 verließ er Russland, nachdem er nach eigenen Angaben Todesdrohungen erhalten hatte.

Brüssel will Milliarden für Kultur und Kreatives ausgeben

Auch ein Online-Verzeichnis für europäische Filme soll entstehen

Milliardensegen aus Brüssel für europäische Filmproduzenten und Entwickler von Computerspielen. Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, im Haushalt bis 2027 rund 1,1 Milliarden Euro einzuplanen, die in die Entwicklung und den Vertrieb europäischer Filme, Fernsehproduktionen und Videospiele fließen sollen. Zudem soll ein Online-Verzeichnis von Filmen aus der EU entstehen. Weitere Millionensummen aus dem Gemeinschaftshaushalt der EU will die Kommission in die Kunstförderung und den Erhalt einer vielfältigen und pluralistischen Medienlandschaft investieren. Insgesamt sollen 1,85 Milliarden Euro in den europäischen Kultur- und Kreativsektor fließen.

Graffiti-Sprayer Naegeli zahlt Wiedergutmachung

Original-Naegeli für die Kunstsammlung der Stadt Zürich

Der legendäre Schweizer Graffiti-Sprayer Harald Naegeli (78) hat der Stadt Zürich ein Kunstwerk vermacht. Nicht ganz freiwillig allerdings: Er beglich damit eine Schadensersatzforderung wegen Sachbeschädigung. Naegeli hatte 2012 und 2013 Strichfiguren an Züricher Hauswänden und Mauern hinterlassen, die Stadt verklagte ihn. Ein Richter empfahl eine außergerichtliche Einigung. Mit der Übergabe des Kunstwerks seien die Ansprüche getilgt, teilte die Stadt mit. Sie freue sich, nun einen Original-Naegeli in der Kunstsammlung zu haben. Naegeli ist seit den 1970er Jahren aktiv und damit einer der Pioniere der "Street Art". Er geriet immer wieder mit der Justiz in Konflikt. Vor 30 Jahren saß er deshalb sogar einmal sechs Monate im Gefängnis.

Außengelände der Bundeskunsthalle als Spielfläche

Rutsche vom Dach der Kunsthalle

Mit der Eröffnung der Ausstellung "The Playground Project- Outdoor" wird das Außengelände der Bundeskunsthalle in Bonn ab morgen zur Spielfläche. Auf dem Dach und dem Vorplatz wurden interaktive Installationen und Spielangebote von insgesamt 18 Künstlern aufgebaut, die bis Ende Oktober von den Besuchern genutzt werden können. Sie sollen ermöglichen, Kunst spielerisch zu erfahren. So können Besucher in einer 13,60 Meter hohen, gewundenen Röhre des Künstlers Carsten Höller vom Dach der Bundeskunsthalle hinunterrutschen. Auf dem Vorplatz sorgt ein von Jeppe Hein gestalteter begehbarer Wasserpavillon für Kühlung. Rirkrit Tiravanija stellte Tischtennisplatten auf, und eine Installation von Olafur Eliasson lädt zum Spiel mit einer Tonne weißer Lego-Steine. Die Spiel-Installationen sind Teil der Ausstellung "The Playground Project", die am 13. Juli in der Bundeskunsthalle eröffnet.

Regisseurin Margarethe von Trotta erhält Adorno-Preis

Kompromisslose Ästhethik, starke Frauen im Fokus

Die Schauspielerin und Filmregisseurin Margarethe von Trotta erhält den Theodor-W.-Adorno-Preis 2018 der Stadt Frankfurt am Main. "Margarethe von Trottas Regiearbeiten haben das bundesdeutsche Autorenkino wesentlich geprägt. Ihre Filme verdanken ihre starke Wirkung einer klaren und kompromisslosen Ästhetik, die starke Frauen in den Fokus rücken", begründete die Jury die Wahl. Zu den Filmen der Regisseurin gehören "Die bleierne Zeit" über die beiden Schwestern Christiane und Gudrun Ensslin, für den sie 1981 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, und filmische Porträts großer historischer Gestalten wie Rosa Luxemburg, Hildegard von Bingen oder Hannah Arendt. Der Adorno-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird am 11. September, dem Geburtstag des Philosophen, in der Paulskirche überreicht.

#MeToo: Schauspieler Freeman fordert Richtigstellung

Anwalt: Haben CNN "objektive Beweise" vorgelegt

US-Schauspieler Morgan Freeman hat den Widerruf eines Berichts gefordert, in dem ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen wird. Dem Nachrichtensender CNN seien "objektive Beweise" vorgelegt worden, dass die angeblichen Vorfälle niemals passiert seien, erklärte Freemans Anwalt in einer Mitteilung. CNN macht die Aussagen von 16 Personen geltend, die entweder selbst belästigt worden seien, oder Belästigungen miterlebt hätten. ARD-Korrespondent Reinhard Spiegelhauer aus Los Angeles: "Acht davon soll Freeman sexuell belästigt haben. Die anderen sollen gesagt haben, in Freemans Produktionsfirma gebe es ein frauenfeindliches Arbeitsklima. Aber nur drei Frauen sind mit Namen genannt worden und sein Anwalt sagt jetzt, die CNN-Reporterin habe die Situation falsch eingeschätzt, die sei gar nicht belästigt worden und die beiden anderen Frauen hätten inzwischen klar gestellt, dass sie sich gar nicht belästigt gefühlt hätten."

Aus für Musical "Fack Ju Göhte" in München

Nur 60.000 Menschen haben die Aufführung bislang gesehen

Die Kinofilme konnten sich vor Besuchern kaum retten, aber das gleichnamige Musical "Fack Ju Göhte" wird im September in München eingestellt - weil zu wenig Zuschauer kamen. Das Feedback sei zwar gut gewesen, aber aufgrund der Zahlen "haben wir nicht genug Anlass gehabt zu glauben, dass wir das Wagnis einer Verlängerung eingehen können", teilte das Musicalunternehmen Stage Entertainment mit. Das an die Filmreihe angelehnte Musical hatte im Januar in München Premiere gefeiert. Am 9. September läuft die letzte Show. 60.000 Menschen haben das Musical nach Angaben von Stage bisher gesehen.

Intendant plädiert für Jugendtheater-Festival in Leipzig

Ein internationales Festival für junges Theater gibt es noch nicht

Der Intendant des Theaters der Jungen Welt, Jürgen Zielinski, würde in Leipzig gern ein internationales Festival für junges Theater etablieren. So etwas gebe es bundesweit noch nicht, und es würde gut zur Stadt passen, sagte Zielinski. Das diesjährige Theater der Jungen Welt-Sommertheater sehe er als ersten möglichen Schritt in diese Richtung. Unter dem Motto "Welt im Zelt" stehen im Juni rund 80 Veranstaltungen auf dem Programm. Dazu zählen eigene Produktionen mit Tanz, Theater und Performances und sieben israelische Gastspiele.

US-Erfolgsserie "Roseanne" wird abgesetzt

Sender ABC entlässt Hauptdarstellerin wegen rassistischem Tweet

Die US-Erfolgsserie "Roseanne" wird wegen eines als rassistisch kritisierten Witzes ihrer Hauptdarstellerin abgesetzt. Die Chefin der Unterhaltungssparte von ABC, Dungey, begründete die Entscheidung damit, dass die "abscheuliche" und "widerwärtige" Bemerkung von Roseanne Barr nicht mit den Werten des Senders im Einklang stehe. Die 65-Jährige hatte im Kurzbotschaftendienst Twitter die afroamerikanische Politikerin Jarrett, eine langjährige Beraterin von Ex-Präsident Obama, als Kreuzung von "Muslimbrüderschaft" und "Planet der Affen" verunglimpft. Sie löste damit eine Welle der Empörung in den Onlinenetzwerken aus. Auf Twitter entschuldigte Barr sich für ihren "schlechten Witz".

Monopolkommission gegen Buchpreisbindung

Kulturstaatsministerin Grütters reagiert empört

Die Monopolkommission empfiehlt die Abschaffung der Buchpreisbindung. Die Preisbindung für Bücher sei ein schwerwiegender Markteingriff, dem ein nicht klar definiertes Schutzziel gegenüberstehe, heißt es in einer Mitteilung zu einem veröffentlichten Sondergutachten der Kommission. Es sei fraglich, ob die Buchpreisbindung einen "kulturpolitischen Mehrwert" schaffe, der den Markteingriff rechtfertige. Kulturstaatsministerin Monika Grütters reagierte empört. "Die Empfehlung der Monopolkommission macht mich fassungslos", sagte Grütters laut Mitteilung. Sie unterhöhle die jahrelangen Bemühungen der Bundesregierung, den unabhängigen Buchhandel und die Verlage als Garanten der literarischen Vielfalt zu schützen. Sie werde sich weiterhin mit aller Kraft für den Erhalt der Buchpreisbindung einsetzen, sagte die Politikerin. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels verwies auf den Koalitionsvertrag, in dem Union und SPD der Preisbindung eine unverzichtbare Rolle für die Vielfalt des deutschen Buchmarktes zugesprochen hätten.

Nach Mord an Babtschenko: Steinmeier betroffen

Bundespräsident fordert "die Freiheit für journalistische Arbeit zu gewährleisten"

Nach dem Mord an dem russischen Journalisten Arkadi Babtschenko in Kiew, zeigte sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf seiner Ukraine-Reise betroffen von der „traurigen und erschütternden Nachricht. Er hoffe auf baldige Aufklärung, der Fall zeige erneut, "dass wir Bedingungen herstellen müssen, dass Journalisten überall auf der Welt ihre Arbeit ohne Gefahr für Leib und Leben verrichten können. Alle bleiben aufgefordert, im eigenen Interesse der unterschiedlichen Länder, die Freiheit für journalistische Arbeit tatsächlich zu gewährleisten." Babtschenko, einer der bekanntesten Kriegskorrespondenten Russlands, war gestern vor seiner Wohnung in Kiew erschossen worden. Er war aus seiner Heimat geflohen, weil er um sein Leben fürchtete, nachdem er die russische Ukraine- und Syrien-Politik kritisiert hatte.

Kulturnachrichten hören

Mai 2018
MO DI MI DO FR SA SO
30 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur