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Donnerstag, 22.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 25. Mai 2018

Literaturnobelpreis: Verleihung 2019 nicht sicher

Abhängig von Fortschritten bei der Aufarbeitung des Skandals sowie Reformen

Die wegen eines Missbrauchsskandals bereits um ein Jahr verschobene Vergabe des diesjährigen Literaturnobelpreises könnte sich noch weiter verzögern. Die Verleihung sei abhängig von Fortschritten bei der Aufarbeitung des Skandals sowie Reformen, sagte der Direktor der Schwedischen Akademie, Lars Heikensten, in Stockholm. Das bedeute, dass 2019 nicht als feststehender Termin zu verstehen sei, betonte er. Vor rund drei Wochen sagte die Akademie die Vergabe des diesjährigen Nobelpreises ab. Dieser sollte nach ihren bisherigen Angaben im kommenden Jahr zusammen mit dem Preis 2019 verliehen werden.

Harvey Weinstein wegen Vergewaltigung angeklagt

Er wird elektronisch überwacht und darf den Staat Connecticut nicht verlassen

Gegen den US-Filmproduzenten Harvey Weinstein ist nun in New York Anklage wegen Vergewaltigung und eines sexuellen Übergriffs erhoben worden. Der 66-Jährige stellte sich der Polizei und kam nach einer Anhörung gegen eine Kaution von einer Million Dollar frei. Weinstein hatte einen Barscheck über genau diesen Betrag dabei, da die Höhe der Kaution vorab ausgehandelt worden war. Der Beschuldigte habe seine Position, sein Geld und seine Macht benutzt, um junge Frauen in Situationen zu locken, in denen er sie sexuell verletzen konnte, sagte die stellvertretende Staatsanwältin vor Gericht. Weinsteins Anwalt verwies darauf, dass die Frauen die mutmaßlichen Übergriffe nicht der Polizei gemeldet hätten. „Herr Weinstein hat die Besetzungscouch in Hollywood nicht erfunden", sagte er. Natürlich gebe es in der Branche "schlechtes Benehmen", aber darum gehe es in diesem Fall nicht. Weinstein wird nun elektronisch überwacht und darf New York sowie den Staat Connecticut nicht verlassen.

Kudamm-Bühnen: Letzer Vorhang vor Abriss

Überleben der Berliner Traditionsbühnen ist gesichert

Am Wochenende fällt der letzte Vorhang auf den traditionsreichen Kudamm-Bühnen in Berlin. Die beiden privaten Bühnen im Kudamm-Karree sollen einem Shopping-Center weichen. Am Samstag wird ein Abschiedsfest gefeiert, am Sonntag ist dann endgültig die letzte Aufführung geplant: Katharina Thalbach steht in der von ihr selbst inszenierten Komödie "Der Raub der Sabinerinnen" als Theaterdirektor Striese auf der Bühne. Das Theater und die Komödie am Kurfürstendamm ziehen für die kommenden drei bis vier Jahre in das Schillertheater. In dem neuen Shopping-Center an ihrem angestammten Platz entsteht ein neues Theater.

Staatstheater-Krise: Mehr Mitsprache

Personalrat darf künftig an den Stiftungsratssitzungen teilnehmen

Nach dem heftigen Streit um den Führungsstil am Cottbuser Staatstheater bekommen die Mitarbeiter mehr Mitspracherecht. Der Personalrat darf künftig als Gast an den Stiftungsratssitzungen teilnehmen, wie die Vorsitzende des Aufsichtsgremiums, Kulturministerin Martina Münch (SPD), nach einem Gespräch mit der Belegschaft in Cottbus sagte. Der Stiftungsrat ist Teil der Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder), die sich um den Theaterbetrieb kümmert. Erst gestern wurde bekannt gegeben, dass der Vorstandsvorsitzende Martin Roeder aufgrund eines "zerstörten Vertrauensverhältnisses" fristlos gekündigt wird. Die schon Wochen andauernde Krise entstand, als immer mehr Mitarbeiter den Führungsstil des Generalmusikdirektors Evan Alexis Christ kritisierten. Das Theater strebt eine Beendigung seines Vertrags an.

Programmdirektorin verlässt Volksbühne

Mariette Piekenbrock geht in gegenseitigem Einvernehmen

Die Programmdirektorin Marietta Piekenbrock verlässt die Berliner Volksbühne. Ihr Vertrag sei in gegenseitigem Einvernehmen mit sofortiger Wirkung aufgelöst worden, bestätigte Pressesprecher Johannes Ehmann dem rbb. Intendant Chris Dercon war bereits im April zurückgetreten. Das Duo verantwortete das umstrittene Programm der neuen Volksbühne nach der Ära Castorf.

Architektur-Biennale: Deutscher Pavillon eröffnet

28 Projekte für 28 Jahre seit dem Mauerfall

In Venedig wurde heute der deutsche Pavillon auf der Architekturbiennale eingeweiht. Unter dem Motto "28 Projekte für 28 Jahre seit dem Mauerfall" beschäftigt sich die Ausstellung "Unbuilding Walls" mit der Geschichte der deutschen Teilung. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagte bei der Eröffnung in Venedig, es lohne sich, jeden Tag für die Freiheit zu kämpfen. Kuratoren sind die frühere Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, sowie das Berliner Büro Graft mit den Architekten Wolfram Putz, Thomas Willemeit und Lars Krückeberg. Die 16. Architektur-Biennale in Venedig steht in diesem Jahr unter dem Titel "Freespace". Es sind 65 Nationen vertreten, darunter zum ersten Mal der Vatikan, Saudi-Arabien, Pakistan und der Antillen-Staat Barbuda. Die Architektur-Schau dauert bis zum 25. November.

Kolonialgeschichte: Museumsrat fordert Sensibilisierung

Leifaden zur Aufarbeitung kolonialer Kontexte von Sammlungen

Das Deutsche Nationalkomitee des Internationalen Museumsrates (ICOM) befürwortet eine verstärkte Aufarbeitung des kolonialen Kontextes von Sammlungen. Der vom Deutschen Museumsbund veröffentlichte Leitfaden sei ein erster Ansatz, die Komplexität der Thematik zusammenzufassen und Handlungsebenen vorzuschlagen, erklärte ICOM Deutschland in Berlin. Die Organisation stimme dem Anliegen zu, die hiesige Museumslandschaft für die kolonialen Kontexte von Sammlungen zu sensibilisieren und deren Aufarbeitung mittels eines Leitfadens zu unterstützen.

James Bond: Danny Boyle wird neuer Regisseur

Daniel Craig erneut in der Hauptrolle

Der britische Oscar-Preisträger Danny Boyle soll Regie beim nächsten Bond-Film führen. Das gab die Produktionsfirma Eon Productions bekannt. Der Regisseur ist bekannt durch seine Filme "Trainspotting" und "Slumdog Millionaire". Das Drehbuch für den 25. Film mit Geheimagent 007 komme von John Hodge, mit dem Boyle bereits für den Kultfilm "Trainspotting" zusammengearbeitet hat. Die Rolle des smarten Agenten soll erneut Daniel Craig spielen. Es wird sein fünfter und wohl letzter Auftritt als Bond. In Großbritannien soll der Film im Oktober 2019 in die Kinos kommen.

Vorwürfe gegen US-Schauspieler Morgan Freeman

Darsteller soll Frauen sexuell belästigt haben

Mindestens acht Frauen haben den US-amerikanischen Schauspieler Morgan Freeman beschuldigt, sie an Film-Sets oder im Rahmen von Promo-Events sexuell belästigt zu haben, wie CNN heute berichtete. Das Medienunternehmen habe dazu mit 16 Menschen im Rahmen einer investigativen Story über den 80-jährigen Schauspieler gesprochen. Manche der mutmaßlichen Opfer berichteten dabei auch von ungebührlichem Verhalten seinerseits in seiner eigenen Produktionsfirma "Revelation Entertainment". Morgan Freeman hat sich mittlerweile wie folgt zu den Anschuldigungen geäußert: "Jeder, der mich kennt oder mit mir zusammengearbeitet hat, weiß, dass ich niemand bin, der absichtlich jemanden beleidigen würde oder bewusst jemandem ein ungutes Gefühl bereiten wollte. Ich entschuldige mich bei jedem, der sich unwohl oder nicht respektiert gefühlt hat - das war nie meine Absicht.", heißt es in einem veröffentlichten Statement. Vertreter von Freeman und seiner Produktionsfirma haben sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. CNN berichtete zudem, dass acht Menschen sich selbst als Opfer sexueller Belästigung bzw. ungebührlichen Verhaltens betrachten und dass acht weitere dem Sender gegenüber bekundet haben, das dem Schauspieler vorgeworfene Fehlverhalten bezeugen zu können. Aber es gebe laut CNN auch andere Quellen, die bestreiten, solch ein Verhalten von Morgan Freeman jemals mitbekommen zu haben. Diese wiederum beschreiben den Schauspieler als professionell sowohl am Set als auch im Büro.

Spreepark: Pläne werden vorgestellt

Der einzige Vergnügungspark der DDR soll wiederbelebt werden

Mit Installationen, Theateraufführungen und Ausstellungen soll der im Dornröschenschlaf liegende Berliner Spreepark wiederbelebt werden. Nach Jahren des Stillstands auf dem riesigen Areal in Berlin-Treptow stellt Umweltsenatorin Regine Günther am Freitagvormittag die Pläne für den einstigen DDR-Vergnügungspark vor. Auch die landeseigene Grün Berlin GmbH wird dabei sein, die Anfang 2016 das 23 Hektar große Gelände an der Spree übernommen hatte. Vorausgegangen war ein Bürgerdialog für den verwilderten Park mit seinen verfallenen Attraktionen. 2001 war er geschlossen worden, nachdem der Betreiber pleite gegangen war. Das Gelände mit Riesenrad und Achterbahn verfiel zusehends, 2014 kaufte der Berliner Liegenschaftsfonds den Spreepark zurück. Der «Kulturpark Plänterwald» war der einzige Vergnügungspark der DDR. Er war 1969 zum 20. Geburtstag der Republik eröffnet worden und zog Millionen Besucher an.

Ed-Sheeran: Streit um Konzert in Düsseldorf

Die Loveparade-Katastrophe überschattet das geplante Konzert

Das geplante Open-Air-Konzert von Ed Sheeran in Düsseldorf wird zum Politikum. Der britische Popstar soll am 22. Juli auf dem Messeparkplatz der Stadt auftreten. Erwartet werden mehr als 80.000 Besucher. Der Platz soll zu diesem Zweck umfunktioniert werden. Mit Blick auf die Loveparade-Katastrophe im Jahr 2010 in Duisburg werden jedoch Sicherheitsbedenken laut. Die CDU-Stadtratsfraktion brachte am Donnerstag scharfe Kritik an Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) vor. Man habe erst aus den Medien von einer Sondersitzung am 13. Juni erfahren, in der über eine Baugenehmigung entschieden werden solle. "Wir wollen nicht unter massivem Zeitdruck über ein Riesen-Event für 84.000 Besucher entscheiden, das dann schon sechs Wochen später stattfindet", sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Rüdiger Gutt. "Daher fordern wir auch eine Stellungnahme von der Stadtspitze zu Zeitplan und Kosten."

Katholischer Jugendbuchpreis für Wolk und Kollmann

Darf eine Lüge ausgesprochen werden, um die Wahrheit ans Licht zu bringen?

Die amerikanische Autorin Lauren Wolk und die Übersetzerin Birgitt Kollmann haben den 29. Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis der Deutschen Bischofskonferenz erhalten. Die Auszeichnung wurde am Donnerstagabend im Bonner Haus der Geschichte für das Buch «Das Jahr, in dem ich lügen lernte» verliehen.. Die Jury wählte das Buch aus 280 Titeln aus. «Diese Geschichte erschüttert», begründete Medienbischof Gebhard Fürst die Entscheidung. Sie verdeutliche, dass es Dinge gebe, «die wir nicht fassen können, die wir nicht in der Hand haben, die wir nicht verhindern können, so sehr wir uns anstrengen mögen und dabei die besten Absichten haben». Die Protagonistin gebe trotzdem nicht auf und lerne, mit der Liebe und dem Rückhalt ihrer Familie «mutig und aufrecht durchs Leben zu gehen». Der Roman handelt von der elfjährigen Farmerstochter Annabelle, die im Jahr 1943 mit Gerüchten, Vorurteilen, Mobbing und Lügen umgehen muss. Sie erlebe, dass «Intrigen so hinterhältig und perfide gesponnen sein können, dass die Wahrheit und die Gerechtigkeit keine Chance haben», hieß es. Eine zentrale Frage des Buches sei: «Darf eine Lüge ausgesprochen werden, um die Wahrheit ans Licht zu bringen?»

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