Sonntag, 20.10.2019
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 23. Mai 2018

Amnesty fordert von Merkel Einsatz für Chinesin Liu Xia

Unter Hausarrest, kaum Kontakt zur Außenwelt

Vor ihrer China-Reise hat Amnesty International an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, sich für die Freilassung der chinesischen Künstlerin Liu Xia einzusetzen. Die Witwe des im Juli 2017 gestorbenen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo stehe seit 2010 rechtswidrig unter Hausarrest und werde rund um die Uhr überwacht, erklärte die Menschenrechtsorganisation in Berlin. Die 57-Jährige habe so gut wie keinen Kontakt zur Außenwelt. Merkel wird an diesem Donnerstag zu einem zweitägigen Besuch in Peking erwartet.

Literaturnobelpreis-Sekretärin: Alle sollten zurücktreten

Neue Mitglieder durch externe Instanz berufen

Die Jury für den Literaturnobelpreis braucht nach Ansicht der früheren Ständigen Sekretärin Sara Danius wegen ihrer Krise einen kompletten Neustart. "Nach meiner Auffassung sollten alle Mitglieder zurücktreten", sagte sie dem "Svenska Dagbladet". Eine externe Instanz solle die Akademie dann neu aufsetzen und neue Mitglieder berufen. Das Jury-Gremium für den Literaturnobelpreis ist nach einem Belästigungs- und Korruptionsskandal in einer Vertrauenskrise. In diesem Jahr wird der Preis nicht vergeben.

Direktor der Kunsthalle Wien beendet Vertrag vorzeitig

Wirkungsmächtigkeit von Kulturinstitutionen steht in Frage

Nicolaus Schafhausen, seit 2012 Direktor der Kunsthalle Wien, legt seinen Posten vorzeitig nieder. Seinen Schritt zu Ende März 2019 begründete der geborene Düsseldorfer politisch: "In der derzeitigen nationalistischen Politik in Österreich und der europäischen Situation sehe ich die Wirkungsmächtigkeit von Kulturinstitutionen wie der Kunsthalle Wien für die Zukunft infrage gestellt." Es bedürfe in Zeiten rechtspopulistischer Bewegungen eines wesentlich stärkeren Rückhalts vonseiten der unabhängigen staatlichen Institutionen und Verwaltungen für Kulturinstitutionen. Bevor er die Kunsthalle Wien übernahm, war Schafhausen u.a. Direktor des Frankfurter Kunstvereins. Zweimal hat er den deutschen Beitrag zur Biennale in Venedig kuratiert.

Gerhard Richter spendet Werke für Obdachlose

18 Bilder für Wohnungen

Der Kölner Künstler Gerhard Richter, einer der teuersten lebenden Künstler, will mit Bilder-Spenden Obdachlosen bei der Suche nach einer neuen festen Bleibe helfen. Der 86-Jährige hat dazu der Obdachlosenhilfe Asphalt/"fiftyfifty" zweckgebunden 18 Bilder gestiftet. Mit dem Erlös der Versteigerung soll der Fonds "Housing First" (Wohnen zuerst) in den nächsten Jahren die Finanzierung von rund 100 Wohnungen für Obdachlose anschieben. Ohne "Trainingswohnungen" auf Zeit oder betreutes Wohnen soll er Menschen, die schon lange kein Zuhause mehr hatten, zu einem Mietvertrag verhelfen. Träger ist neben "fiftyfifty" der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW. Ermöglicht wird das Pilotprojekt durch das langjährige Engagement des einstigen Düsseldorfer Kunstprofessors für Arme. Nicht für jeden kommen die Richter-Spenden in Frage: Ein Set mit sechs Bildern des gebürtigen Dresdners kostet 420 000 Euro. Die Bilder seien aber auch einzeln zu kaufen.

Documenta-Obelisk: Künstler akzeptiert Summe

Säule soll auf Königsplatz bleiben oder wird abgebaut

Die Standortfrage entscheidet über den Verbleib des documenta-Obelisken in Kassel. Der Künstler Olu Oguibe sei bereit, die 16 Meter hohe Säule für den gesammelten Spendenbetrag von 126.000 Euro in der Stadt zu lassen, sagte Oguibes Galerist, der Berliner Alexander Koch: "Die Summe, die aufgebracht wurde, ist der Preis für das Werk." Der Obelisk war ein Kunstwerk der 14. documenta im vergangenen Jahr. Die Säule steht momentan auf dem Königsplatz in der Innenstadt - und solle dort bleiben. "Der Künstler hat das Werk für diesen Standort konzipiert", erklärt Koch. Entscheide sich Kassel für einen anderen Standort, werde das Kunstwerk abgebaut. Der Obelisk des nigerianisch-amerikanischen Künstlers setzt sich mit dem Thema Flucht auseinander und wird seit Monaten in Kassel kontrovers diskutiert.

Ägyptischer Blogger Wail Abbas festgenommen

Tausende politische Gefangene in Ägypten

Ägyptische Sicherheitskräfte haben einen der prominentesten Blogger und Journalisten des Landes festgenommen. Der 43 Jahre alte Wail Abbas sei heute morgen aus unbekannten Gründen von der Polizei abgeholt worden, teilten Menschenrechtler mit. Sie deuten die Festnahme als Teil einer Polizeikampagne, die kritische Stimmen zum Schweigen bringen will. In Ägypten sitzen Tausende Menschen aus politischen Gründen in Haft, darunter vor allem Anhänger der islamistischen Muslimbruderschaft.

Nominierte für Internationalen Literaturpreis

Politische Themen als roter Faden

Sechs Romane sind für den Internationalen Literaturpreis des Berliner Hauses der Kulturen der Welt nominiert. Mit Éric Vuillard und Virginie Despentes kommen zwei Anwärter aus Frankreich. Ebenfalls vorgeschlagen sind Maxim Ossipow (Russland), Ivana Sajko (Kroatien), Eliot Weinberger (USA) und Anuk Arudpragasam (Sri Lanka). Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro für den Autor und 15.000 für die deutsche Erstübersetzung verbunden. "Wie ein explosiver roter Faden durchzieht das Gewicht des Politischen die Texte der diesjährigen Shortlist", erklärte die Jury. "Was die Werke verbindet, sind ihre drastischen bis poetischen Verunsicherungen, die auf die ungedingte Notwendigkeit des literarischen Erzählens verweisen." Der Preis war in diesem Jahr zum zehnten Mal ausgeschrieben. Er wird am 28. Juni vom Haus der Kulturen und der Stiftung Elementarteilchen bei einem Fest vergeben.

Nach Theaterkritik: Ostermeier feiert, Stromberg nicht

Enge Koalition aus Schauspieler und Autor ideal

Entmündigte Schauspieler und Militärübungen auf der Bühne – beides will der Schauspieler Fabian Hinrichs beim Theatertreffen gesehen haben und bekennt, bei den zehn Inszenierungen gelitten zu haben. Schauspieler und Theaterregisseur Herbert Fritsch gab ihm recht: junge Schauspieler seien mit Angst besetzt und würden funktionieren, aber nicht künstlerisch wirken. Schaubühnen-Chef Thomas Ostermeier wundert sich, dass die Generalkritik der Schauspieler erst jetzt kommt. In "Fazit" sagte er: "Ich glaube, dass es sehr gute Bündnisse gibt zwischen Autoren und Schauspielern und dass das auch die besten Bündnisse sind. Und dass ein Regisseur nur dazu da sein könnte, diese Koalition liebevoll zu begleiten, das ist für mich so ne Idealvorstellung vom Theater, das lese ich aus der Kritik von Fabian Hinrichs heraus. Und ich kann das nur feiern, dass sich ein Schauspieler so selbstverständlich als Künstler darstellt und sich darauf beruft, dass Schauspieler als Künstler wahrgenommen werden." Der ehemalige Intendant des Hamburger Schauspielhauses, Tom Stromberg, zeigt sich hingegen überrascht von der Kritik: Er habe selbstbewusste Schauspieler auf dem Theatertreffen wahrgenommen. Fabian Hinrichs habe vielleicht nicht genau genug hingeschaut.

Neeson soll Rolle in "Men in Black"-Film übernehmen

Für die Überwachung von Aliens zuständig

Der britische Schauspieler Liam Neeson ("Schindlers Liste") soll dabei helfen, die Erde vor Außerirdischen zu beschützen. Der 65-Jährige verhandele über eine Rolle in einem Spin-Off-Film der "Men in Black"-Reihe, wie die Branchenblätter "Variety" und "Hollywood Reporter" berichteten. Demnach soll Neeson den Leiter einer Behörde in London spielen, die für die Überwachung von Aliens zuständig ist. Die Hauptrollen in dem Film, der im Sommer 2019 in die Kinos kommen soll, spielen "Thor"-Darsteller Chris Hemsworth (34) und Tessa Thompson (34). In den ersten drei Filmen hatten Will Smith und Tommy Lee Jones zwei Agenten der Behörde gespielt, die sich selbst als "Men in Black" bezeichnen.

Frauenquote beim Festival DOK Leipzig

2017: Eine Co-Regisseurin gegenüber zehn Regisseuren

Das Internationale Festival für Dokumentar- und Animationsfilm DOK Leipzig wird weiblicher. Für den Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm habe man eine 40-Prozent-Quote für Regisseurinnen festgelegt, teilte das Festival mit. Die Frauenquote gilt zunächst zwei Jahre, mit ihr verbunden ist der "Wunsch ein vollkommen ausgeglichenes Verhältnis von Frauen und Männern im gesamten Programm zu haben". Anlass für die Einführung der Quote war das Missverhältnis zwischen Regisseurinnen und Regisseuren im vergangenen Jahr. 2017 war nur eine Frau als Co-Regisseurin bei DOK Leipzig vertreten - gegenüber zehn Männern als Regisseure.

Starautor und Pulitzer-Preisträger Philip Roth tot

Autor starb an Herzversagen in einem New Yorker Krankenhaus

US-Schriftsteller Philip Roth ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Zuerst meldete die "New York Times" den Tod des Autors, inzwischen hat der Hanser Verlag diesen bestätigt. Roth galt als einer der wichtigsten Schriftsteller seiner Generation und war mehrfach für den Literatur-Nobelpreis im Gespräch. Zu den bekanntesten Werken des Pulitzer-Preisträgers gehören unter anderem die Roman-Trilogie "Der Ghostwriter", "Zuckermans Befreiung" und "Die Anatomiestunde". Insgesamt schrieb Roth fasst drei Dutzend Bücher, die voller voller Sarkasmus, Humor und Melancholie stecken. Wut, Sex, komische Familienszenen prägten sein Werk, vor allem in "Portnoys Beschwerden", mit dem Roth der Durchbruch gelang.

Olga Tokarczuk gewinnt Man-Booker-Prize International

Autorin wird für ihren Roman "Flights" ausgezeichnet

Die Gewinnerin des wichtigsten britischen Buchpreises, der Man-Booker-Prize International, steht fest. Die polnische Autorin Olga Tokarczuk erhält die renommierte Auszeichnung für ihren Roman "Flights". Das Buch handelt von Reisen im 21. Jahrhundert und der menschlichen Anatomie. Die Jury beeindruckte, wie Tokarczuk in ihrem Roman Reiseerzählungen und Reisereflexionen perfekt mit Reisen durch Zeit, Raum und den menschlichen Körper verbindet. Bereits 2008 war Olga Tokarczuk für ihren Roman mit dem größten Literaturpreis Polens ausgezeichnet wurde. Seit 1969 wird der Man-Booker-Prize vergeben und neben dem beträchtlichen Preisgeld von 50000 Pfund - umgerechnet rund 57000 Euro – beschert es den Preisträgern meist auch einen hervorragenden Verkauf ihres ausgezeichneten Werks. Die Autorin teilt sich die Siegesprämie mit ihrer englischen Übersetzerin.

Stefan-Zweig-Biograf Alberto Dines gestorben

Der Brasilianer setzte sich zeitlebens für das Andenken an den Autor ein

Der brasilianische Journalist Alberto Dines ist tot. Er starb in Sao Paulo mit 86 Jahren, wie örtliche Medien berichteten. Prägend für sein Leben war die Begegnung, die er 1940 mit Stefan Zweig hatte. Im deutschen Sprachraum wurde Dines vor allem durch das Buch "Tod im Paradies" bekannt. Darin beschreibt er die letzten Lebensjahre des österreichischen Schriftstellers (1881-1942) in Brasilien.1981 veröffentlichte er die Zweig-Biografie "Morte no Paraiso", im Jahr 2006 wurde das Buch in Deutschland veröffentlicht. Als Journalist war Dines Chefredakteur der Tageszeitung "Jornal do Brasil" und lehrte in den 1970er Jahren an der Columbia-Universität in New York. Ab 1995 leitete er die Medienbeobachtungsstelle "Observatorio da Imprensa", die kritische Analysen zum brasilianischen Journalismus veröffentlichte. Dines gründete die gemeinnützige Gesellschaft "Casa Stefan Zweig", die dessen letztes Wohnhaus in der Stadt Petropolis 2012 in ein Museum umbaute. In dem Haus hatte der österreichische Autor unter anderem sein letztes und bekanntestes Buch "Schachnovelle" (1942) verfasst und seinem Leben im gleichen Jahr ein Ende gesetzt.

Bei Youtube Musik streamen

Alphabeth-Tochter mit Antwort auf Musikindustrie

Youtube startet einen Musik-Streamingdienst. Die Google, bzw. Alphabet-Tochter mit rund einer Milliarde Nutzern, tritt damit in Konkurrenz zu Spotify und Apple-Music. Der Musikwirtschafts-Forscher Peter Tschmuck sieht dies auch als eine Reaktion auf den Druck der Musikindustrie. „Auf Youtube wurde von Seiten der Musikindustrie ständig Druck ausgeübt. Man hat immer wieder kritisiert, dass viel zu wenig Geld an die Rechteinhaber von dem Werbekuchen abfällt.", sagte Tschmuck gegenüber Deutschlandfunkkultur. Von den 10 Milliarden US Dollar Werbevolumen, die nach Aussage Tschmucks im Musikumfeld vorhanden sind, wird bei den Musikschaffenden wenig ankommen, befürchtet der Musikwirtschaftsforscher. In Deutschland startet der neue Streamingdienst in Kürze.

Schauspielerin Renate Delfs mit 93 Jahren gestorben

Ihre Fernsehkarriere startete sie mit Mitte 50

Die Schauspielerin Renate Delfs ist tot. Sie starb bereits am Montag vergangener Woche im Alter von 93 Jahren in ihrer Geburtsstadt Flensburg, wie ihre Agentur mitteilte. Delfs Fernsehkarriere startete spät, nachdem sie nach dem Krieg verschiedene Berufe, fern der Bühne ausübte. Fernsehauftritte an der Seite von Manfred Krug brachten ihr mit Mitte 50 den Durchbruch. Renate Delfs war vor allem in Fernsehserien zu sehen. Von „Jauche und Levkojen" über „Adelheid und ihre Mörder" bis zur Donna-Leon-Verfilmung „Reiches Erbe" und der Komödie „Ein Tick anders" reicht die Palette. Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt.

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