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Mittwoch, 26.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 19. Mai 2018

Cannes: Kämpferische Rede von Asia Argento

Schauspielerin bekräftigt Vorwürfe gegen Harvey Weinstein

Mit einer kämpferischen Rede gegen Harvey Weinstein und sexuellen Missbrauch hat die italienische Schauspielerin Asia Argento die Gäste der Abschlussgala beim Filmfest Cannes berührt. "1997 wurde ich von Harvey Weinstein vergewaltigt", sagte die 42-Jährige. Der Vorfall habe sich beim Filmfest Cannes ereignet. "Dies war sein Jagdgebiet." Vieles habe sich zwar getan, doch noch "heute Abend sitzen welche unter uns, die noch zur Verantwortung gezogen werden müssen", sagte sie. "Wir lassen euch nicht davonkommen." Argento hatte ihre Anschuldigungen gegen den Hollywood-Produzenten Weinstein bereits in den vergangenen Monaten vorgebracht. Nun nutzte sie ihre Präsenz auf der Bühne des Festivalpalastes, wo sie die Auszeichnung für die beste Schauspielerin ankündigte - die ging an Samal Yeslyamova aus Nordkasachstan für ihre Leistung in der deutschen Koproduktion "Ayka" von Sergey Dvortsevoy.

Goldene Palme für japanisches Familiendrama

Spezialpreis geht an Jean-Luc Godard für "The Image Book"

Das japanische Familiendrama "Shoplifters" von Hirokazu Koreeda wurde bei den Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. US-Filmemacher Spike Lee bekam für seinen Film "Blackkklansman" den Großen Preis der Jury. Der französische Regisseur Jean-Luc Godard erhielt einen Spezialpreis für "The Image Book". Der Preis der ökumenischen Jury geht an Nadine Labaki für "Capharnaum". Als bester Hauptdarsteller wurde Marcello Fonte für seine Rolle in "Dogman" ausgezeichnet, als beste Hauptdarstellerin Samal Yeslyamova für ihre Rolle in "Ayka". Pawel Pawlikowksi wurde für seinen Film "Cold War" als bester Regisseur ausgezeichnet.

Met-Oper verklagt rausgeworfenen Dirigenten

Beide Seiten fordern Schadenersatz in Millionenhöhe

Im Streit zwischen der New Yorker Metropolitan Oper und ihrem entlassenen Star-Dirigenten James Levine fordern beiden Seiten Schadenersatz in Millionenhöhe. In ihrer Klage nennt die Met etliche Details zu den Missbrauchsvorwürfen gegen Levine. Die Oper will von Levine wegen Verletzung seiner Pflichten und Rufschädigung mindestens 5,8 Millionen US-Dollar (4,9 Millionen Euro). Bei der internen Aufarbeitung seien glaubwürdige Beweise dafür aufgetaucht, dass Levine "seinen Ruf und seine Machtposition genutzt hat, um Künstlern nachzustellen und sie zu missbrauchen". Die Klage enthält laut "New York Times" Details zu sieben Fällen aus den 1970er-Jahren bis 1999, nennt aber keine Namen der Opfer. Der 74-Jährige bestreitet die Vorwürfe und sieht ebenfalls seinen Ruf geschädigt. Er verklagt das Haus auf den gleichen Betrag.

"Karneval der Kulturen" in Berlin etwas kleiner als sonst

Morgiger Umzug verläuft in umgekehrter Richtung als bisher

Mehr als 4000 Teilnehmer in 68 Gruppen werden am Sonntag, 12.00 Uhr, zur Multikulti-Parade beim "Karneval der Kulturen" erwartet. Der Umzug in Berlin-Kreuzberg wird aber nicht wie bisher vom Hermannplatz über die Hasenheide, Gneisenau- und Yorckstraße nach Kreuzberg ziehen - sondern andersherum. Damit soll die Parade vom Straßenfest rund um die Amerika-Gedenkbibliothek entzerrt werden. Startpunkt ist an der Yorck-Ecke Großbeerenstraße. Das Straßenfest geht bis zum Montag und fällt in diesem Jahr etwas kleiner aus: Es wird nur noch drei Bühnen geben. 300 Stände bieten aber weiter wieder Leckerbissen und Kunstgewerbe aus aller Welt. Geplant sind auch strengere Zugangskontrollen. Sobald 75 Prozent der Kapazität erreicht sind - rechnerisch sind das zwei Personen pro Quadratmeter - sollen je nach Lage einzelne Zugangsstraßen gesperrt werden.

Ökumenischer Filmpreis in Cannes für "Capharnaüm"

Lobende Erwähnung für "Blackkklansman"

Der Film "Capharnaüm" der libanesischen Regisseurin Nadine Labaki hat beim 71. Filmfestival in Cannes den Preis der Ökumenischen Jury gewonnen. Das Werk erzählt die Geschichte eines 12-jährigen Straßenjungen, der seine eigenen Eltern vor Gericht verklagt, weil sie ihm das Leben geschenkt haben. Die Jury lobte insbesondere die Furchtlosigkeit und Mitmenschlichkeit der Regisseurin, den Blick vor dem grenzenlosen Elend nicht abzuwenden. Die Jury sprach auch eine lobende Erwähnung für den Film "Blackkklansman" des US-amerikanischen Regisseurs Spike Lee aus. Dessen Film sei ein "Weckruf angesichts des um sich greifenden Rassismus, nicht nur in den USA, sondern der ganzen Welt. Mit einer Mischung aus Humor und Horror verurteilt der Film den Missbrauch der Religion als Basis von Hass."

Prinz Harry heiratet US-Schauspielerin Meghan Markle

Künftige Titel von Harry und Meghan bekannt gegeben

In Großbritannien haben Prinz Harry und die ehemalige US-amerikanische Schauspielerin Meghan Markle geheiratet. Die beiden gaben sich in der Kapelle von Schloss Windsor das Ja-Wort. In der westlich von London gelegenen Kleinstadt wurden wegen der Hochzeit rund 100.000 Schaulustige erwartet. Prinz Harry ist der sechste in der britischen Thronfolge - nach seinem Vater Prinz Charles, seinem Bruder William und dessen Kindern. Kurz vor der großen Zeremonie gab Königin Elizabeth II. die künftigen Titel für ihren Enkel und seine Braut bekannt: Prinz Henry von Wales, wie Harrys offizieller Titel lautet, ist künftig auch Herzog von Sussex, Graf von Dumbarton und Baron Kilkeel. Meghan schmückt künftig der Titel "Ihre königliche Hoheit, die Herzogin von Sussex".

Bundesjustizministerin für Genderstern im Duden

Regierung uneins über drittes Geschlecht

Bundesjustizministerin Barley hat sich für eine Aufnahme des Gendersterns (*) in den Duden ausgesprochen. Sie sagte dem "Tagesspiegel", sie freue sich über jede Veränderung, die dazu beitrage, den Blick auf andere Formen von Identität und Lebensweisen zu entspannen. Der Rat für deutsche Rechtschreibung, der die amtliche Schreibweise von Worten festlegt, will am 8. Juni beraten, ob das Sternchen Eingang in das deutsche Standard-Rechtschreibwerk findet. Laut einer Sprecherin muss der Rat dabei einen Konsens finden zwischen der Gleichbehandlung aller Geschlechter und er muss Kriterien mit einbeziehen wie Lesbarkeit, grammatikalische und orthografische Richtigkeit und sachliche Präzision. Weiteren Medienberichten zufolge blockieren Barley und Familienministerin Giffey einen Gesetzentwurf von Innenminister Horst Seehofer über die Rechte von Menschen ohne eindeutiges biologisches Geschlecht. Wie der "Spiegel" berichtet, heißt es in einem Schreiben des Justizministeriums gegen Seehofers Entwurf, das Regelwerk sei "noch nicht ausgereift". Menschen, die weder weiblich noch männlich seien, sollen sich laut Innenministerium künftig in Ausweispapieren in der Kategorie "anderes" eintragen lassen können. Im Justiz- und im Familienministerium halte man diese Bezeichnung, die auf eine Empfehlung des Ethikrats zurückgehe, für herabsetzend. Barley bevorzuge den Begriff "weiteres", Giffey wolle "divers" oder "inter".

Frankfurter Kunsthalle Schirn wird saniert

Schließung von Juni bis September

Die Frankfurter Kunsthalle Schirn wird innen saniert und muss dafür drei Monate schließen. Von Juni bis September werden Parkett, Klimatechnik und Elektroverkabelung erneuert, teilte die Verwaltung der Kunsthalle mit. Die Kosten werden auf fünf Millionen Euro beziffert. Teilweise wiedereröffnet werden soll das Haus am 22. August. Dann beginnt die Ausstellung "Neïl Beloufa. Global Agreement". Weil im Rest des Gebäudes dann noch gearbeitet wird, kostet die Schau für die Besucher keinen Eintritt. Die Schirn wurde Mitte der 1980er Jahre gebaut und weist auch Schäden an der Fassade auf. Eine Sanierung außen steht derzeit nicht an.

Weißes Brautkleid in Großbritannien erfunden

Vor Einführung wurde oft in schwarzer Festkleidung oder Tracht geheiratet

Die Berliner Historikerin Monika Wienfort hat daran erinnert, dass erstmals Queen Victoria zu ihrer Hochzeit 1840 ein weißes Brautkleid gewählt hatte. "Dieses weiße Brautkleid ist eigentlich in Großbritannien erfunden worden", sagte Wienfort im Deutschlandfunk Kultur. Früher hätten die meisten Menschen in schwarzer Festkleidung oder in Tracht geheiratet. Erst seit dem 19. Jahrhundert sei es ein weißes Brautkleid und die Braut stehe seither im Mittelpunkt der Hochzeit. Das sei auch bei der heutigen Hochzeit der Fall: "Es ist zwar ein Fest des Paares, aber in der Visualisierung, im Anschauen steht die Braut im Mittelpunkt." Wienfort erwartet von der Hochzeit von Meghan und Harry einige zeitgeistige Akzente. Das britische Königshaus habe sich an die heutige Zeit glänzend angepasst, unterstreicht die Historikerin, die sich mit der Geschichte des Adels beschäftigt.

Erlös aus Prince-Nachlass übertrifft Erwartungen

Gelbe "Wolken"-Gitarre für 225.000 Dollar versteigert

Bei der Versteigerung von Bühnenkostümen und Instrumenten der verstorbenen Pop-Ikone Prince sind die Erwartungen um ein Vielfaches übertroffen worden. Fast zwei Millionen Dollar brachte der Nachlass ein, wie das Auktionshaus Julien's in new York mitteilte. Versteigert wurde etwa eine gelbe "Wolken"-Gitarre des Sängers für 225.000 Dollar. Das war fast das Dreifache des Schätzpreises. Ein weiteres Highlight der Auktion war ein blaues Bühnenkostüm, das Prince 1999 beim Milleniums-Silvesterkonzert mit Lenny Kravitz getragen hatte. Es erzielte es einen Preis von 108.797 Dollar. Insgesamt waren mehr als 150 Prince-Erinnerungsstücke im Angebot. Prince war im April 2016 im Alter von 57 Jahren an einer Überdosis Schmerzmittel gestorben. Ein Großteil der am Freitag versteigerten Stücke stammte aus dem Besitz der Ex-Frau von Prince, Mayte Garcia.

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Fazit

Kritik an Karl-May-FestspielenDebatten statt Verbote
Nebendarsteller machen ein Selfie am Rande der Präsentation erster Szenen aus "Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers" der Karl-May-Spiele. (picture alliance/Frank Molter/dpa)

"Professorin will diesen Winnetou abschaffen" titelte eine Boulevardzeitung nach Kritik an den Karl-May-Festspielen. So weit will niemand gehen, aber es gibt gute Gründe, die Darstellung von native americans zu verändern, findet Noa Ha von der Uni Dresden.Mehr

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