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Kulturnachrichten

Sonntag, 13. Mai 2018

Fernsehjournalistin Spira erhält Lessingpreis für Kritik

Für ihr einzigartiges Talent, Menschen zum Sprechen zu bringen

Die österreichische Dokumentarfilmerin und Publizisten Elizabeth T. Spira hat den Lessingpreis für Kritik erhalten. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für bedeutende geistige Leistungen nach dem Vorbild des Schriftstellers wurde Spira am Sonntag in Wolfenbüttel übergeben. Die Lessing-Akademie Wolfenbüttel und die Braunschweigische Stiftung vergeben den Preis alle zwei Jahre. Nach Ansicht der Jury hat Spira ein einzigartiges Talent, Menschen zum Sprechen zu bringen. Ihre für den österreichischen Sender ORF produzierten Reportagenreihen "Alltagsgeschichte" und "Liebesgeschichten und Heiratssachen" hätten die inzwischen 75-Jährige auch außerhalb ihres Heimatlandes berühmt gemacht. Zu den früheren Trägern des seit 2000 vergebenen Lessingpreises gehören Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und Philosoph Peter Sloterdijk.

Wim Wenders feiert Premiere in Cannes

Seine Doku über den Papst läuft außerhalb des Wettbewerbs

Mit einer Dokumentation über den Papst kehrt der deutsche Regisseur Wim Wenders zum Filmfest Cannes zurück. Der 72-jährige Wenders zeigt am Abend "Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes". Das Werk soll ungewöhnliche Einblicke in die Arbeit des Papstes und des Vatikans gewähren. Wenders verbindet mit dem Filmfest Cannes eine lange Geschichte. 1984 gewann er mit "Paris, Texas" die Goldene Palme. 1987 folgte mit "Der Himmel über Berlin" die Auszeichnung für die beste Regie, 1993 der Große Preis der Jury für "In weiter Ferne, so nah!". Zuletzt war er mit der Doku "Das Salz der Erde" über den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado im Jahr 2014 an der Croisette. "Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes" wird beim Festival im südfranzösischen Cannes in einer Sondervorführung außerhalb des Wettbewerbs gezeigt. Der Film kommt Mitte Juni in die deutschen Kinos.

Picasso-Gemälde im Musee d'Orsay zu sehen

"Fillette à la corbeille fleurie" kommt nach Paris

Ein kürzlich in New York versteigertes Gemälde des Malers Pablo Picasso soll ab Mitte September im Pariser Musée d’Orsay zu sehen sein. Eine Sprecherin des Museums sagte, man sei sehr glücklich, dass das Werk "Fillette à la corbeille fleurie" (Kleines Mädchen mit Blumenkorb) Teil der Picasso-Ausstellung sein werde. Das Werk aus dem Jahr 1905 hat am vergangenen Dienstag als Teil der Kunstsammlung des US-Milliardärs David Rockefeller für 115 Millionen Dollar den Besitzer gewechselt. Wie die Zeitung "New York Times" berichtet, handelt es sich bei den Käufern um die Kunsthändlerfamilie Nahmad, zu der auch Helly Nahmad gehört, der eine Galerie in New York betreibt.

Salma Hayek sieht Veränderungen durch #MeToo

Auch Carolin Kebekus glaubt, dass Vorwürfen hartnäckiger nachgegangen werde

Die Schauspielerin Salma Hayek hat Veränderungen in Hollywood durch die "MeToo"-Bewegung festgestellt. Auf einer Diskussionsveranstaltung bei den Filmfestspielen in Cannes unter dem Motto "Women in Motion" sagte sie, ihre Produktionsfirma komme den Anfragen nach Autorinnen und Regisseurinnen kaum noch nach. Sie habe in diesem Jahr bereits vier Fernsehshows über Frauen verkauft. Hayek ist eine der Schauspielerinnen, die dem Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein vorwarfen, sie sexuell bedrängt und genötigt zu haben. Auch die deutsche Komikerin Carolin Kebekus glaubt an echte gesellschaftliche Veränderungen durch die #MeToo-Debatte. Sie findet, dass Vorwürfen hartnäckiger nachgegangen werde, als früher. Im Gespräch mit der dpa wundert sie sich allerdings darüber, dass sich, ähnlich wie bei der Diskussion um #aufschrei, so viele Menschen über den Alltagssexismus wundern.

Papst ruft zu "Friedensjournalismus" auf

Mediensonntag zum Thema "Fake News und Journalismus für den Frieden"

Papst Franziskus hat Journalisten und andere Medienschaffende zu einem "Friedensjournalismus" aufgerufen, "der im Dienst aller Menschen steht, besonders derer, die keine Stimme haben". Beim traditionellen Mittagsgebet auf dem Petersplatz grüßte Franziskus alle Medienschaffenden, die sich um Wahrheit in der Nachrichtenvermittlung bemühten, "um so zu einer gerechten und friedlichen Gesellschaft beizutragen". Der diesjährige Mediensonntag, den die katholische Kirche weltweit begeht, hat das Thema "Fake News und Journalismus für den Frieden".

Buxtehude plant Empfang für Michael Schulte

Schulte hatte beim ESC den vierten Platz belegt

Die Stadt Buxtehude will den Sänger Michael Schulte nach seinem überraschend positiven Abschneiden beim Eurovision Song Contest mit einem Empfang ehren. Der 28-Jährige solle sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen und sich womöglich auf dem Rathausbalkon den Buxtehudern zeigen. Schulte hatte am Samstag beim ESC in Lissabon mit seiner Ballade "You let me walk alone" den vierten Platz belegt. Netta Barzilai aus Israel gewann den Musikwettbewerb deutlich vor Zypern und Österreich. Das fast vierstündige Finale haben im Schnitt 7,71 Millionen Zuschauer live im Ersten verfolgt. Der Marktanteil betrug 33,3 Prozent.

Südafrikanischer Fotograf Sam Nzima gestorben

Er wurde durch ein Foto des Soweto Aufstandes berühmt

Der südafrikanische Fotograf Sam Nzima ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Nach Angaben seines Sohnes starb er bereits am Samstagabend in einem Krankenhaus in Nelspruit. Nzimas Foto von einem schwarzen Schüler, der beim Soweto-Aufstand 1976 einen tödlich verwundeten Kameraden aus dem Gewehrfeuer der Polizei trägt, hatte einen großen Einfluss auf die Anti-Apartheid-Bewegung weltweit. Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa würdigte den Verstorbeben als einzigartigen Menschen, dessen "Kamera die ganze Brutalität der Apartheid-Unterdrückung auf die Psyche der Nation und Geschichte einfing".

Hartmut Haenchen mit Richard-Wagner-Preis geehrt

Der Dirigent habe sich mit Liebe zum Detail mit dem Werk Wagners beschäftigt

Der Dirigent Hartmut Haenchen ist mit dem Leipziger Richard-Wagner-Preis geehrt worden. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung würdige "die ständige Auseinandersetzung des Dirigenten mit dem Werk Richard Wagners, die Liebe zum Detail, seine Präzision", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Richard-Wagner-Stiftung Leipzig, Thomas Krakow. Die Stiftung lobte vor allem seine Interpretation der Oper "Parsifal" bei den Bayreuther Festspielen 2016 und 2017. Sachsens Kulturministerin Eva-Maria Stange (SPD) würdigte den 75-jährigen Dirigenten zur Preisverleihung in der Leipziger Oper als "europäische Künstlerpersönlichkeit". Die Auszeichnung wird jedes Jahr zu Richard Wagners Geburtstag im Mai vergeben.

Denkmal für Cap-Anamur-Gründer enthüllt

Gedenkstein mit dem Konterfei Rupert Neudecks steht in seiner Heimatstadt

Der verstorbene Journalist und Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck ist mit einem Denkmal gewürdigt worden. In einem Festakt wurde es im Beisein seiner Witwe Christel auf Burg Wissem in Troisdorf bei Bonn enthüllt. Rupert Neudeck und seine Frau Christel haben mit ihren Helfern mehr als 10 000 vietnamesische Bootsflüchtlinge aus dem Chinesischen Meer gerettet. Sie gründeten die Hilfsorganisationen Cap Anamur und Grünhelme. Rupert Neudeck ist 2016 mit 77 Jahren gestorben. Das Denkmal besteht aus einem Relief mit dem Konterfei Neudecks, das auf einem Gedenkstein angebracht ist. Die Kosten dafür tragen ehemalige vietnamesische Flüchtlinge.

82 Film-Frauen demonstrieren in Cannes

Nur bei drei von 21 Wettbewerbsbeiträgen führten Frauen Regie

Marion Cotillard, Jane Fonda, Claudia Cardinale, Cate Blanchett und Agnes Varda: Insgesamt 82 Schauspielerinnen und Regisseurinnen haben auf dem roten Teppich von Cannes für die Chancengleichheit von Männern und Frauen demonstriert. Die Oscar-prämierte Schauspielerin Blanchett verlas mit der französischen Regisseurin Agnès Varda auf dem roten Teppich die Forderungen. Es sei "an der Zeit", dass alle Positionen in der Filmbranche für Frauen geöffnet werden. Die 82 Frauen forderten zudem "Parität und Transparenz in den Entscheidungsgremien". Die Frauen wollen auch darauf hinweisen, dass seit dem ersten Filmfestival in Cannes im Jahr 1946 nur 82 Filme im Wettbewerb von Frauen stammten - gegenüber 1.688 Beiträgen ihrer männlichen Kollegen. Neben 71 Männern seien bislang nur zwei Frauen mit der Goldenen Palme geehrt worden.

Namibia fordert Wappensäule aus Berliner Museum

Anliegen werde noch geprüft

Die Republik Namibia fordert von der Bundesregierung die Rückgabe einer steinernen Wappensäule, die im Deutschen Historischen Museum gezeigt wird. Nach einem Bericht des "Spiegel" bemüht sich die Regierung des südwestafrikanischen Staates seit mehreren Jahren um das Objekt, das in der Dauerausstellung des Museums gezeigt wird. Seit Anfang Juni 2017 liege nun ein offizielles Rückgabeersuchen vor. Das Anliegen werde noch geprüft, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Als Teil des Prüfungsprozesses findet Anfang Juni ein Symposium statt, zu dem Historiker, Juristen sowie Museumsfachleute aus Afrika und Europa eingeladen sind. Die steinerne Wappensäule war 1486 am Kreuzkap von portugiesischen Entdeckern aufgestellt worden. 1893 brachte sie die Kaiserliche Marine nach Deutschland. Ihr Standort gehörte zur damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika.

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