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Sonntag, 18.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 10. Mai 2018

Schauspielerin Wiebke Puls mit 3sat-Preis geehrt

"Puls strahlt in allen Facetten", urteilte die Jury

Schauspielerin Wiebke Puls ist beim Berliner Theatertreffen mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet worden. Die 44-Jährige erhielt die Auszeichnung für ihre darstellerische Leistung in Christoper Rüpings Brecht-Inszenierung "Trommeln in der Nacht" von den Münchner Kammerspielen. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. "Ob naturalistisches Reenactment, expressiv-komödiantisch oder als Klangkörper für Brechts Sprache. Immer begibt sie sich voll und ganz in ihre Rolle. Kompromisslos und mutig. Kurz: Wiebke Puls strahlt in allen Facetten", urteilte die Preisjury. Diese schauspielerische Qualität zeige sie seit Jahren als Ensemble-Mitglied der Münchner Kammerspiele. Der 3sat-Preis wird für eine "künstlerisch innovative Leistung" vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderen Sandra Hüller, Milo Rau und Herbert Fritsch.

Rekord-Versteigerung bei Rockefeller-Auktion

Kunstsammlung erzielt doppelte Summe von Yves Saint Laurent-Besitz

Die Kunstsammlung des verstorbenen US-Milliardärs David Rockefeller ist die bisher teuerste versteigerte Privatkollektion. Bei der Auktion über mehrere Tage kamen in New York bis heute umgerechnet 642 Millionen Euro zusammen und damit fast doppelt so viel wie bei der Versteigerung des Besitzes von Yves Saint Laurent. Die Sammlung des verstorbenen französischen Modeschöpfers hatte 2009 in Paris 373 Millionen Euro eingebracht. Der Erlös aus dem Rockefeller-Besitz könnte bis morgen auf das Dreifache steigen. Rockefeller war im vergangenen Jahr im Alter von 101 Jahren gestorben. Versteigert werden rund 1500 Kunstgegenstände, darunter Gemälde, Möbel, Skulpturen, Geschirr und Mode-Accessoires. Der Erlös der Auktion soll gespendet werden. Besonders begehrt war Picassos "Junges Mädchen mit Blumenkorb". Rekordpreise erzielten auch Monets Seerosenteich, der Akt "Odaliske mit Magnolien" von Matisse und "Tiger mit Schildkröte" von Delacroix.

Brandattacke auf Trierer Karl-Marx-Statue

Sachschaden sei nicht entstanden, berichtete die Polizei

Auf die erst kürzlich in Trier errichtete Statue des Philosophen Karl Marx ist eine Brandattacke verübt worden. Ein an dem Bronze-Denkmal befestigtes Banner sei angezündet worden, berichtete die Polizei. Die Feuerwehr habe das Spruchband gelöscht. Sachschaden sei nicht entstanden. Die Polizei nahm Ermittlungen gegen Unbekannt auf. Einem Sprecher zufolge wurde das Banner komplett zerstört, so dass auch keine Schrift zu erkennen gewesen ist. Am Denkmal selbst waren am Morgen noch kleinere Aschereste zu sehen. Es war erst am vergangenen Samstag zum 200. Geburtstag von Marx enthüllt worden. Ein Sprecher der Stadt Trier bedauerte den Zwischenfall: "Bei der Enthüllung der Statue haben sich viele Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zur Marx-Statue friedlich und respektvoll damit auseinandergesetzt. Es ist schade, dass es nun zum Versuch einer Sachbeschädigung gekommen ist."

Karlspreis an Emmanuel Macron verliehen

Frankreichs Präsident wird für Vision von Europa geehrt

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat für seine Vision von einem neuen Europa den Internationalen Karlspreis zu Aachen erhalten. Der Preis würdigt auch Macrons leidenschaftlichen Kampf gegen Nationalismus und Isolationismus. Macron sei der derzeit größte Impulsgeber des heutigen Europas, sagte Aachens Oberbürgermeister Philipp bei der Preisverleihung. Die Auszeichnung solle Ermutigung sein, weiterhin als starke Stimme für ein neues Europa zu streiten. Bundeskanzlerin Merkel würdigte Macrons Begeisterung, Einsatz und Courage. Die Auszeichnung solle nicht nur Bestätigung für den richtigen Weg sein, sondern auch Bestärkung und Ansporn, den Weg zuversichtlich weiterzugehen. "Ich freue mich, auf diesem Weg mit Dir gemeinsam arbeiten zu können", sagte Merkel in ihrer Laudatio.

"Lesen gegen das Vergessen"

Künstler erinnern an Bücherverbrennung

Mit einer Lesung auf dem Berliner Bebelplatz erinnern Künstler und Schriftsteller heute an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten von 85 Jahren. Unter dem Motto "Lesen gegen das Vergessen" werden unter anderem der Schauspieler Ben Becker, die Autoren Volker Braun und Christoph Dieckmann, der Musiker Andrej Hermlin und die "Nazi-Jägerin" Beate Klarsfeld erwartet, wie die Bundestagsfraktion der Linken mitteilte. Am 10. Mai 1933 hatten die Nazis an 22. deutschen Universitätsstädten Bücher unliebsamer Autoren verbrannt, darunter auch am Bebelplatz. Dort erinnert inzwischen eine leere Bibliothek des israelischen Künstlers Michal Ullman an die Bücherverbrennung.

Spotify löscht Musik von R. Kelly

Hintergrund ist neue Richtlinie des Streamingdienstes

Nach Missbrauchsvorwürfen gegen R. Kelly löscht der Streamingdienst Spotify die Musik des R&B-Sängers aus seinen Playlisten. Seit heute tauchen seine Titel nicht mehr in den von Spotify gepflegten Listen auf, wie das Magazin "Billboard" unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher berichtete. Verfügbar bleibe die Musik des dreifachen Grammy-Gewinners aber weiterhin. R. Kelly hat weltweit mehr als 40 Millionen Alben verkauft. Hintergrund des Schritts ist eine neue Richtlinie bei Spotify zu Hassinhalten und gewalttätigem Verhalten der Künstler. Danach kann sexuelle Gewalt oder Gewalt gegen Kinder eines Künstlers "beeinträchtigen, wie wir mit diesem Künstler zusammenarbeiten", heißt es darin. In bestimmten Playlisten soll die Musik von R. Kelly nicht mehr auftauchen. Die Auswahl des Spotify-Programms solle "unsere Werte reflektieren", eine Zensur solle es aber nicht geben. Seit 1994 haben mehrere Frauen dem 51-Jährigen vorgeworfen, sie sexuell genötigt oder emotional missbraucht zu haben.

Göttinger Händel-Festspiele eröffnet

Festival beginnt mit Oratorium "Judas Maccabaeus"

Am Abend sind die Internationalen Händel-Festspiele in Göttingen eröffnet worden. Bis zum 21. Mai sind rund 75 Veranstaltungen geplant, darunter etwa 30 Konzerte und Opern-Aufführungen, wie die Festspiele-Gesellschaft mitteilte. Mehr als 500 Künstlerinnen und Künstler werden erwartet. Das Motto des Festivals - "Konflikte" - wurde anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren gewählt. Allein sechsmal wird die Oper "Arminio" aufgeführt, deren Handlung vor dem Hintergrund der Varusschlacht im Jahr 9 n. Chr. angesiedelt ist. Auf dem Programm stehen außerdem mehrere Chorwerke des Barockkomponisten Georg Friedrich Händel über kriegerische Auseinandersetzungen, siegreiche Schlachten und gefeierte Friedensschlüsse. Festspiele zu Ehren von Händel (1685-1759) finden in Göttingen seit 1920 statt - sie gelten damit als das weltweit älteste Barock-Festival.

Dänischer Maler Per Kirkeby gestorben

Einer der bedeutendsten Vertreter der Gegenwartskunst ist tot

Der dänische Maler und Bildhauer Per Kirkeby ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Er sei gestern friedlich eingeschlafen, bestätigte seine Familie der Zeitung "Politiken". Kirkeby galt als bedeutendster Vertreter der dänischen Gegenwartskunst. International erregte er vor allem in Deutschland Aufmerksamkeit, er stellte aber auch im Londoner Tate, im Museum of Modern Art in New York und im Centre Pompidou in Paris aus. Der Naturwissenschaftler Kirkeby ließ sich in seiner Arbeit häufig von der Natur inspirieren. Zu seinen Werken zählen zahlreiche abstrakte Landschaftsdarstellungen in leuchtenden Farben. Zu Beginn der 1970er Jahre wandte sich Kirkeby von der Pop Art der informellen Malerei der 1950er Jahre zu. Später entstanden Skulpturen aus Backstein und Bronze-Plastiken. 1978 wurde Kirkeby Kunstprofessor in Karlsruhe, 1989 ging er als Professor an die Städelschule in Frankfurt.

Protest auf dem roten Teppich beim Filmfest in Cannes

Ein russisches Filmteam erinnert an inhaftierten Regisseur

Mit einer Protestaktion auf dem roten Teppich in Cannes hat ein russisches Filmteam an seinen in der Heimat festgehaltenen Regisseur erinnert. Der Beitrag "Leto" feierte gestern Abend Premiere bei dem Festival - Regisseur Kirill Serebrennikow durfte aber nicht aus Russland anreisen. Er steht unter Hausarrest, ihm wird Korruption vorgeworfen, was der 48-Jährige selbst bestreitet. Sein Team jedoch kam nach Cannes und hatte sich Buttons mit einem Porträt von Serebrennikow an die Brust gesteckt. Außerdem hielt die Gruppe ein Plakat mit dem Namen des Regisseurs in die Höhe. "Leto" erzählt von jungen Musikern im Leningrad Anfang der 80er Jahre. Ihre Helden sind Stars aus dem Westen: David Bowie, Iggy Pop, Blondie. Sie selbst dürfen zwar nicht ganz so rockig auftreten wie ihre Vorbilder, und doch transportiert der Film stimmungsvoll das Lebensgefühl. "Leto" ist einer der 21 Beiträge, die im diesjährigen Wettbewerb von Cannes um die Hauptpreise konkurrieren.

Johann-Peter-Hebel-Preis für Christoph Meckel

Preis des Landes Baden-Württemberg für Schriftsteller

Der Schriftsteller Christoph Meckel hat den mit 10.000 Euro dotierten Johann-Peter-Hebel-Preis des Landes Baden-Württemberg erhalten. Meckel sei ein "bedeutender zeitgenössischer Autor und großer Lyriker, dessen Werke durch ihre Zeitlosigkeit bestechen", heißt es in der Begründung des Kultusministeriums. Er konfrontiere seine Leser mit zivilisatorischen Schattenseiten, dem Schicksal von Flüchtlingen und einer von Krieg und Naturkatastrophen heimgesuchten Welt. Der Preis wurde in Hausen im südbadischen Wiesental verliehen. Der 1935 in Berlin geborene Meckel hat bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter der Joseph-Breitbach-Preis 2003. Zu seinen Werken zählen "Suchbild. Über meinen Vater", "Suchbild. Meine Mutter", "Tarnkappe. Gesammelte Gedichte" und "Russische Zone. Erinnerung an den Nachkrieg". Mit dem Preis werden Schriftsteller gewürdigt, die durch ihr literarisches Werk dem alemannischen Sprachraum oder dem Dichter Johann Peter Hebel (1760 - 1826) verbunden sind.

Abba-Museum zeigt Geschichte nach Band-Auflösung

Neue Ausstellung in Stockholm

Wenige Tage nach dem überraschenden Mini-Comeback mit zwei neuen Abba-Songs, zeigt das Abba-Museum in Stockholm eine neue Ausstellung. Erstmals werde "die ganze Geschichte" der Band erzählt, also auch, was nach der Auslösung 1982 geschah, erklärte das Museum. Das Abba-Museum nimmt die Besucher nun mit auf die Londoner Pressekonferenz, auf der die vier 1982 verkündeten, dass das neue Album ihr letztes sein würde. Eine große Wand voller Alben und anderer Materialien zeigt, wie emsig die Abba-Stars in den Jahren nach dem Aus wirklich unterwegs waren. Ulvaeus and Benny Andersson machten zusammen weiter, was das 1984 erschienene Musical "Chess" beweist. Ein weiterer Teil der Ausstellung widmet sich den Solo-Karrieren von Agnetha Faltskog and Anni-Frid Reuss (früher Lyngstad). Auch das Abba-Musical "Mamma Mia!" und der Kinofilm sind dabei. Ausstellungs-Kuratorin Halling kündigte an, die Show könne um die zwei neuen, bisher ungehörten Songs und die geplante Tour mit Abba-Hologrammen erweitert werden.

Bernardo Marqués ist tot

Kubanischer Schriftsteller starb mit 71 Jahren

Der kubanische Schriftsteller, Poet und Regierungskritiker Bernardo Marqués ist tot. Marqués sei im Alter von 71 Jahren nach langer Krankheit im Exil in der US-Stadt Miami gestorben, berichtete der Radiosender Radio Martí. Marqués hatte 1991 die Intelektuellen-Gruppierung "La Declaración de los Intelectuales o Carta de los 10" mitbegründet. Die zehn Gründungsmitglieder äußerten öffentliche Kritik an der kommunistischen Regierung des Inselstaats. Nach Angaben des kubanischen Instituts für Meinungs- und Pressefreiheit (ICLEP) ging Marqués 1994 ins Exil in die USA. Seither war er regelmäßig Ziel der offiziellen Presse Kubas gewesen.

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