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Kulturnachrichten

Sonntag, 28. Mai 2017

Alicia Keys mit Preis von amnesty international geehrt

Auch Aktivistinnen der kanadischen Bewegung für indigene Völker wurden geehrt

Sängerin Alicia Keys ist mit dem Preis "Botschafterin des Gewissens" von amnesty international ausgezeichnet worden. Die Musikerin glaubt, dass Donald Trump der Bürgerrechtsbewegung in den USA gut tut. "Zum ersten Mal ist jetzt alles offen zu sehen. Die Lage ist nicht besser, als wir dachten. Es gibt so viel mehr Arbeit zu tun", sagte Keys laut der Tageszeitung "Montreal Gazette". In Montreal nahm die 36-jährige US-Bürgerin den Preis "Botschafterin des Gewissens" der Menschenrechtsorganisation Amnesty International entgegen. Sie teilte sich den Preis mit Aktivistinnen der kanadischen Bewegung für indigene Völker. Unter Trump sei ein solcher Aktivismus nötiger als je zuvor, erklärte Keys. Die Sängerin hat mehr als ein Dutzend Grammys gewonnen und gehört zu den Gründern der Hilfsorganisation Keep a Child Alive, die sich vor allem um HIV-Infizierte in Afrika kümmert. Vor ihr sind mit dem Preis schon Nelson Mandela, Joan Baez und die Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai aus Pakistan geehrt worden.

Peng-Comicpreis geht an Berliner Künstler Fil

Auszeichnung erfolgt für seine Serie "Didi & Stulle"

Der Berliner Zeichner Philip Tägert alias Fil ist beim Comicfestival in München für seine Serie "Didi & Stulle" mit dem "Peng!"-Comicpreis ausgezeichnet worden. Der 1966 in Berlin geborene Fil veröffentlicht seine anarchischen Geschichten von "Didi und Stulle" im Berliner Stadtmagazin "Zitty" seit 1981. Nun sind seine Cartoons bei Reprodukt als Gesamtausgabe erschienen. Die Graphic Novel "Ein diabolischer Sommer" von Thierry Smolderen und Alexandre Clérisse wurde bei dem Comicfestival als bester europäischer Comic ausgezeichnet. Als bester Manga wurde die Fantasy-Geschichte "Die Braut des Magiers" von Kore Yamazaki ausgewählt. Bester Online-Comic sind die wöchentlichen Strips "herrmann-comix.de" von Maxim C. Seehagen. Die Endzeit-Geschichte "Eternauta" von Hector German Oesterheld und Francisco Solano Lopez ist "beste Edition eines Klassikers". Eine Ehrung bekam auch Herausgeber Eckart Sackmann für seine Edition der "Deutschen Comicforschung". Der ehemalige Mad-Redakteur Herbert Feuerstein wurde für sein Lebenswerk gewürdigt.

Rüdiger Safranski mit Ludwig-Börne-Preis geehrt

Auszeichnung für Essays und Reportagen ist mit 20 000 Euro dotiert

Der Schriftsteller Rüdiger Safranski ist in der Frankfurter Paulskirche mit dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet worden. Safranski scheue sich nicht, sich in aktuelle politische Diskussionen in Deutschland einzumischen, begründete der alleinige Preisrichter, der Schauspieler Christian Berkel, die Wahl. Die seit 1993 vergebene Auszeichnung gehört zu den renommiertesten Preisen für Essays, Kritik und Reportagen im deutschen Sprachraum. Safranski hatte im Herbst 2015 die bedingungslose Öffnung der deutschen Grenze für Hunderttausende Flüchtlinge und Migranten durch die Bundesregierung kritisiert. Er warf der Politik "Gedankenlosigkeit" hinsichtlich der Probleme der Zuwanderung vor. Darüber hinaus kritisierte Safranski, dass die Politik in Deutschland nicht deutlich klarstelle, in welche politische Kultur sich Zuwanderer eingliedern und welche Werte sie akzeptieren müssten. Safranski schrieb Biografien über Goethe, E.T.A. Hoffmann, Heidegger, Nietzsche und Schiller, Bücher über menschliche Grundfragen wie über das Böse und die Wahrheit oder die Zeit. Seine Werke wurden mehrfach ausgezeichnet und in rund 30 Sprachen übersetzt. Von 2002 bis 2012 moderierte er zusammen mit Peter Sloterdijk das Philosophische Quartett im ZDF.

Iranischer Regisseur Rasulof in Cannes ausgezeichnet

Regierungskritiker bekommt Hauptpreis im Nebenwettbewerb "Un certain regard"

Der regierungskritische iranische Regisseur Mohammed Rasulof ist beim Filmfest von Cannes im Nebenwettbewerb "Un certain regard" mit dem Hauptpreis ausgezeichnet worden. Der 45-jährige Regisseur erhielt den Preis für seinen Film "Lerd", der die Korruption in seinem Heimatland anprangert. Rasulof hatte den Film persönlich in Cannes vorgestellt. 2011 hatte er den Regiepreis bei "Un certain regard" nicht persönlich entgegennehmen können, weil er im Iran inhaftiert war. Wegen eines Dokumentarfilms über die Massenproteste über die umstrittene Wiederwahl des damaligen iranischen Staatschefs Mahmud Ahmadinedschad war er 2010 wegen regierungskritischer "Propaganda" zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Ein 20-jähriges Berufsverbot gegen Rasulof wurde in einem Berufungsverfahren auf ein Jahr verkürzt. Bei der Preisverleihung am Samstag zeichnete die Jury unter der Leitung von US-Schauspielerin Uma Thurman drei weitere Filme aus: Der mexikanische Regisseur Michel Franco bekam den Preis der Jury für das Familiendrama "Las hijas de abril", der US-Filmemacher Taylor Sheridan bekam für seinen Thriller "Wind River" den Regiepreis und der Film "Barbara" des Franzosen Mathieu Amalric den Preis für die Poesie des Kinos. Außerdem wurde die Schauspielerin Jasmine Trinca für ihre Rolle als couragierte geschiedene Mutter in dem Film "Fortunata" des Italieners Sergio Castellitto ausgezeichnet.

Prager Denkmal erinnert an Rettung jüdischer Kinder

669 Kinder wurden mit Rettungszügen 1939 vor dem Holocaust bewahrt

Am Prager Hauptbahnhof erinnert ein neues Mahnmal an die Kindertransporte, die jüdische Jungen und Mädchen aus der damaligen Tschechoslowakei kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nach England in Sicherheit brachten. Zwischen März und August 1939 wurden auf diese Weise 669 Kinder vor dem Holocaust gerettet. Die meisten sahen ihre Eltern nie wieder. Das neue Denkmal besteht aus der Tür eines Zuges mit den aufgedrückten Händen der Kinder auf der einen Seite der Fensterscheibe - und denen der Erwachsenen auf der anderen. "Wir wussten damals nicht, warum unsere Eltern weinen, denn sie haben uns gesagt, dass wir nur auf einen Ausflug fahren", sagte Zuzana Maresova der Agentur CTK. Maresova hatte das Denkmal mit einer weiteren Überlebenden, Lady Milena Grenfell-Baines, initiiert. Sir Nicholas Winton, der Organisator der Prager Rettungsaktion, war im Juli 2015 im Alter von 106 Jahren gestorben. Der Brite erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den tschechischen Orden des Weißen Löwen, und wurde von der Queen zum Ritter geschlagen.

Kultursenator gegen Kreuz auf Berliner Schloss

Auch Stiftung Zukunft Berlin kritisiert Rekonstruktion von Kuppel und Kreuz

Berlins Kultursenator Klaus Lederer ist gegen die geplante Rekonstruktion des Kreuzes auf der neuen Berliner Schloss-Kuppel. "Es wäre das falsche Signal", sagte er nach einem Bericht von "B.Z." und "Bild". "Das ist ein staatlicher Bau, mit staatlichen Mitteln erbaut, der nicht der Religionsausübung dienen soll und auch nicht die originalgetreue Rekonstruktion des früheren Schlosses ist", so Lederer. Die wiederaufgebaute Preußen-Residenz soll unter dem Namen Humboldt Forum von 2019 ein Kunst- und Kommunikationszentrum werden. Der Förderverein hatte kürzlich mitgeteilt, dass dank großzügiger Spenden inzwischen auch die historische Rekonstruktion von Kuppel und Kreuz gesichert sei. Auch die Stiftung Zukunft Berlin hatte das Kreuz kritisiert. Der geplante Dialog im Humboldt Forum müsse auf Augenhöhe erfolgen. Religiöse Symbole passten dazu nicht.

Impressionismus-Ausstellung im Museum Barberini schließt

Erste Ausstellung des Hauses zog 320 000 Besucher an

Das im Januar eröffnete Potsdamer Museum Barberini hat rund 320 000 Besucher in seine erste Ausstellung gelockt. "Wir hatten mit vielen Besuchern gerechnet, aber einen solchen Ansturm hatten wir nicht erwartet", sagte Direktorin Ortrud Westheider zum Abschluss. Am letzten Tag der Schau "Impressionismus. Die Kunst der Landschaft" bildeten sich noch einmal Schlangen vor dem Haus. Die Neugründung des Museums ist dem Softwaremilliardär und SAP-Mitbegründer Hasso Plattner zu verdanken. Es entstand im wiederaufgebauten Palast Barberini in der alten Mitte Potsdams.

US-Rockmusiker Gregg Allman gestorben

Gründer der Allman Brothers Band wurde 69 Jahre alt

Der US-Sänger Gregg Allman ist mit 69 Jahren gestorben. Der für sein Orgelspiel und seine Blues-Stimme bekannte Musiker starb in seinem Haus in Savannah im US-Staat Georgia, wie sein Agent Ken Weinstein mitteilte. Nach Angaben seines Managers Michael Lehman starb Allman friedlich im Kreise seiner Angehörigen, nachdem er an Leberkrebs gelitten hatte. Seine körperlichen Beschwerden habe er in der Zeit vor seinem Tod so gut es geht unter Verschluss halten wollen. "Er hat es sehr für sich behalten, weil er weiter Musik machen wollte, bis er nicht mehr konnte", sagte Lehman der Nachrichtenagentur AP. Allman war eine der prägenden Stimmen des Southern Rock. Mit seinem Bruder Duane bildete er den Kern der 1969 in Macon in Georgia gegründeten Allman Brothers Band. Der Durchbruch gelang ihnen 1971 mit dem Live-Album "At Fillmore East". Zu den größten Erfolgen der Band zählten unter anderem "Ramblin' Man" und "Midnight Rider". Wegbegleiter und Fans zollten Allman in den sozialen Netzwerken Tribut. Southern-Rock-Musiker Charlie Daniels schrieb auf Twitter: "Gregg Allman hatte ein Gefühl für den Blues wie wenige andere. Schwer zu fassen, dass diese prachtvolle Stimme für immer still ist." Popsängerin Cher, mit der Allman in den 70er Jahren kurzzeitig verheiratet war und einen Sohn hat, erklärte, sie habe vergeblich versucht, Worte nach der Todesnachricht zu finden.

Ökumenischer Jury-Preis in Cannes geht an "Hakari"

Japanischer Film ist auch für die Goldene Palme nominiert

Das japanische Liebesdrama "Hakari" (Radiance) hat beim 70. Filmfestival in Cannes den Preis der Ökumenischen Jury gewonnen. Der Film ermutige zur Wahrnehmung der Welt, zum Dialog und zu offener Begegnung mit anderen Menschen, heißt es in der Begründung der Juroren. Das Drama der japanischen Regisseurin und Drehbuchautorin Naomi Kawase handelt von der Verbindung zwischen einem Kameramann mit Sehschwäche (Masatoshi Nagase) und einer jungen Frau, die sich von der Welt abkapselt (Ayame Misaki). Der Film ist auch für die diesjährige Goldene Palme nominiert. Seit 1974 zeichnet die von den kirchlichen Filmorganisationen SIGNIS und INTERFILM getragene Ökumenische Jury Filme aus dem Programm des Cannes-Festivals aus, die sich in besonderer Weise den christlich-spirituellen Dimensionen menschlicher Existenz widmen.

Serebrennikow weist Vorwurf der Veruntreuung zurück

In erster Äußerung nach Vernehmung bedankte sich der Regisseur für die große öffentliche Unterstützung

Der russische Starregisseur Kirill Serebrennikow hat die Untreuevorwürfe gegen eines seiner Kunstprojekte als "monströse Ungerechtigkeit" kritisiert. In seiner ersten Äußerung auf die stundenlange Vernehmung durch die Justiz bedankte er sich für die große öffentliche Unterstützung. Am Dienstag hatten maskierte Kräfte des Inlandsgeheimdienstes FSB und der Polizei seine Wohnung und sein Theater in Moskau durchsucht. Sie suchten nach Beweisen für die angebliche Zweckentfremdung von 200 Millionen Rubel (3,1 Millionen Euro) öffentlicher Gelder bei einem mehrjährigen Projekt. Serebrennikow gilt in dem Verfahren als Zeuge, er kam wieder frei. Zwei Ex-Mitarbeiter wurden festgenommen, ein Richter soll am Samstag über einen Haftbefehl entscheiden. Kritische russische Medien deuteten das Vorgehen der Staatsmacht als Druck auf den international renommierten, aber unbequemen Künstler. Andere Moskauer Theatermacher solidarisierten sich mit Serebrennikow. Sie trugen den Fall Präsident Wladimir Putin vor, der die Ermittler angeblich als "Idioten" bezeichnete.

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