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Kulturnachrichten

Freitag, 26. Mai 2017

Heinrich-Böll-Preis für Ilija Trojanow

Die Jury würdigt sein Engagement für verfolgte und exilierte Autoren

Der diesjährige Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln geht an den in Bulgarien geborenen Schriftsteller Ilija Trojanow. Kaum ein anderer Autor setze das politische Engagement von Böll so konsequent und literarisch ambitioniert fort, begründete die Jury ihre Entscheidung. Die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 24. November im Historischen Rathaus der Stadt Köln verliehen. Ilija Trojanow wurde 1965 in Bulgarien geboren und floh 1971 mit seiner Familie nach Deutschland. In seinem ersten Roman "Die Welt ist groß und Rettung lauert überall" verarbeitete er die Erfahrungen seiner Familie als politische Flüchtlinge.

US-Schriftsteller Denis Johnson gestorben

Er starb am Donnerstag im Alter von 67 Jahren

Der amerikanische Schriftsteller Denis Johnson ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Er starb am Donnerstag, wie der Präsident seines Verlags Farrar, Straus & Giroux, Jonathan Galassi, mitteilte. Johnson gewann 2007 den National Book Award für seinen Roman "Ein gerader Rauch". 2012 kam er mit seiner Novelle "Train Dreams" in die Endauswahl für den Pulitzer Preis. Als bekanntestes seiner Werke gilt jedoch "Jesus' Sohn", das 1992 erschien. Die Kurzgeschichten erzählen aus dem Leben von Drogenabhängigen. Das Buch wurde 1999 unter anderen mit Billy Crudup ("Almost Famous") verfilmt. Johnson, der 1949 in München geboren wurde, machte selbst Drogenerfahrungen. Zuletzt lebte er mit seiner Ehefrau im US-Staat Idaho.

Pamuk fordert Unterstützung für türkische Mittelschicht

Der Literaturnobelpreisträger betont die "geistige" Nähe der Türkei zu Europa

Der türkische Schriftsteller und Nobelpreisträger Orhan Pamuk appelliert an die europäische Öffentlichkeit, die freiheitlich denkenden Türken in der gegenwärtigen politischen Situation des Landes zu unterstützen: Die Regierung des Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan repräsentiere allenfalls gut die Hälfte der türkischen Wähler. Daneben gebe es viele Menschen, deren politische und kulturelle Werte liberal und westlich bestimmt seien. In Zeiten der Repression dürfe man sie nicht im Stich lassen, sagte Pamuk in einem Interview der Süddeutschen Zeitung. Es gebe eine neue türkische Mittelschicht, die nach Modernität verlange und in ihrem Individualismus anerkannt werden wolle. Fragen der Identität seien für sie wichtig. Zugleich betonte Pamuk, er fürchte, dass es nun "so etwas wie eine Emigration der Gebildeten gibt". Außerdem sei die Türkei in ihrer "geistigen Haltung" Europa immer noch sehr nahe, sie sehe sich allerdings durch die aktuellen politischen Ereignisse entfremdet. Es ist das erste Mal seit dem Putschversuch in der Türkei im Juli vergangenen Jahres, dass sich der Literaturnobelpreisträger zu Wort meldet.

Interfilm-Akademie ehrt Filmproduzent Artur Brauner

Akademie würdigt das Lebenswerk des Holocaust-Überlebenden

Der Berliner Filmproduzent Artur Brauner wird mit dem Ehrenpreis der Interfilm-Akademie für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der 98 Jahre alte Holocaust-Überlebende habe sein Kapital immer wieder in Filmprojekte gesteckt, die ihm aufgrund seiner persönlichen Geschichte stark am Herzen lagen, begründete die Akademie ihre Entscheidung. Beispiele seien Werke wie "Die weiße Rose" von Michael Verhoeven oder Agnieszka Hollands "Hitlerjunge Salomon". Brauner hatte 1946 die Central Cinema Company (CCC) gegründet, die seitdem rund 260 Kinofilme produzierte. Die Ehrung soll dem Berliner am 1. Juli im Rahmen des Münchner Filmfestes verliehen werden. Die Interfilm-Akademie ist ein international tätiges Forum, das den Dialog zwischen Film, Kultur und Religion über Konfessionen und Religionen hinweg fördern will.

Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

Neben Mode kreierte Biagiotti auch Düfte

Die italienische Modedesignerin Laura Biagiotti ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Das erklärte ihre Tochter Lavinia auf Twitter. Laura Biagiotti hatte am Mittwochabend in ihrem Haus außerhalb von Rom einen Herzinfarkt erlitten. Biagiotti war eine der ersten italienischen Designerinnen und Designer, die den Weltmarkt eroberten. Die Marke ist bekannt für ihre luxuriösen Strickwaren, die der Designerin den Spitznamen "Königin des Kaschmir" eintrugen. Das Unternehmen produziert außer Kleidung auch Sonnenbrillen und Parfüms, darunter Klassiker wie "Roma" und "Venezia".

Menschenrechtsgerichtshof: Fall Yücel vorrangig

Deniz Yücel sitzt seit Ende Februar in der Türkei in Einzelhaft

Der Fall des in der Türkei inhaftierten "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel soll vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vorrangig behandelt werden. Yücel hatte vor dem Gericht in Straßburg Beschwerde gegen seine Untersuchungshaft eingelegt. In einem Brief an Yücels Rechtsanwalt Veysel Ok teilte der Menschenrechtsgerichtshof mit, der Fall werde "von seinem Gegenstand her unter die Fälle gerechnet, die vom Gericht vorrangig behandelt werden und als solche in kürzest möglicher Zeit untersucht werden sollen". Yücel sitzt seit Ende Februar wegen des Vorwurfs der Terrorpropaganda in Einzelhaft.

Ukraine: Plagiatsvorwürfe gegen Jeff Koons

Koons bestreitet, abgekupfert zu haben

Eine riesige aufblasbare Ballerina von US-Künstler Jeff Koons soll ein Plagiat einer verstorbenen ukrainischen Künstlerin sein. Koons sagt, als Inspiration für das Kunstwerk, das vor dem New Yorker Rockefeller Center steht, hätte ihm eine russische Porzellanfigur aus dem 19. Jahrhundert gedient. Internetnutzer aus der Ukraine bemerkten dagegen, das Werk würde stark der Porzellanfigur "Die Ballerina Lenotschka" der 1993 verstorbenen ukrainischen Künstlerin Oxana Schnikrup ähneln. Eine Sprecherin von Koons erklärte in einer E-Mail , Koons kenne Schnikrups Werk und habe "eine Lizenz", um es für seine eigenen Werke zu nutzen. Koons wurde schon mehrfach wegen Plagiaten verurteilt.

Autor Willi Fährmann gestorben

Fährmann schrieb vor allem Kinder- und Jugendbücher

Der Autor Willi Fährmann ist tot. Er starb gestern im Alter von 87 Jahren, wie sein Sohn Tom der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Für sein Werk wurde Fährmann vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis und mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Geboren wurde Fährmann 1929 in Duisburg, seit 1963 lebte er in Xanten am Niederrhein. Seine ersten Bücher erschienen ab 1956. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Das Jahr der Wölfe" (1962), "Christina, vergiss nicht" (1974) und "Der lange Weg des Lukas B." (1980).

Amoz Oz mit Abraham-Geiger-Preis ausgezeichnet

Würdigung für Engagement für Frieden zwischen Israelis und Palästinensern

Der israelische Schriftsteller Amos Oz hat am Abend in der Berliner Hochschule der Künste den Abraham-Geiger-Preis erhalten. In seiner Laudatio würdigte Berlins Kultursenator Lederer Oz als jemanden, der Kompromisse suche, anstatt große Ideale zu proklamieren. Oz betonte in seiner Dankesrede die besondere Rolle Deutschlands bei der Vermittlung im Nahostkonflikt und plädierte für eine Politik der kleinen Gesten. Die Auszeichnung des Potsdamer Abraham-Geiger-Kollegs ist mit 10.000 Euro dotiert. Benannt ist die Auszeichnung nach dem Vordenker des liberalen Judentums Abraham Geiger. Gewürdigt werden sollen Persönlichkeiten, die sich um den Pluralismus verdient gemacht haben und sich für Offenheit, Mut, Toleranz und Gedankenfreiheit einsetzen. Unter den Preisträgern sind Bundeskanzlerin Merkel, der Mainzer Kardinal Lehmann und der deutsch-französische Politikwissenschaftler Grosser.

Filmfest Cannes zeigt NSU-Drama

Deutscher Wettbewerbsbeitrag um den Hauptpreis

Beim Filmfestival in Cannes zeigt heute der deutsche Regisseur Fatih Akin seine neue Produktion. «Aus dem Nichts» erzählt von einer Frau, deren Mann und Sohn bei einem Bombenanschlag in Hamburg getötet werden. Schon bald fällt der Verdacht auf Täter aus der Neonazi-Szene. Produktionsangaben zufolge nimmt der 43-jährige Akin damit Bezug auf die Morde der rechtsextremen Terrorgruppe NSU. Das Drama ist der einzige deutsche Beitrag im diesjährigen Wettbewerb von Cannes um den Hauptpreis. Insgesamt konkurrieren 19 Beiträge um die Hauptpreise, darunter die Goldene Palme. Die Auszeichnungen werden am Sonntagabend vergeben. Eines der Jury-Mitglieder ist die Deutsche Regisseurin Maren Ade.

Barack Obama erhält Deutschen Medienpreis

Ehrung bei Gala in Baden-Baden

Der ehemalige US-Präsident Obama ist mit dem Deutschen Medienpreis ausgezeichnet worden. Damit würdigte die Jury Obama als herausragenden, weltweit anerkannten Repräsentanten der internationalen Politik des vergangenen Jahrzehnts. Die Laudatio hielt Altbundespräsident Gauck. Er bezeichnete Obama als mutigen Politiker, der gezeigt habe, dass die Verbesserung der Welt gelingen könne. Der baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann dankte Obama für sein Engagement beim Kampf gegen den Klimawandel und das Bemühen um internationale Zusammenarbeit. Obama selbst hob in seiner Dankesrede das Engagement der Europäer für die Demokratie hervor.

Händel-Festspiele in Halle feiern Auftakt

Eröffnung am Abend mit Oratorium "Jephtha"

In der Saale-Stadt Halle beginnen am Nachmittag die Händel-Festspiele zu Ehren des Barockkomponisten. Sie stehen in diesem Jahr unter dem Motto "Original oder Fälschung", in Anspielung auf Variationen von Händels Musik. Bis zum 11. Juni gibt es rund 100 Veranstaltungen an 24 Orten, unter anderem in Bad Lauchstädt, Bernburg und Weißenfels. Auf dem Programm stehen Opern, Oratorien, Konzerte und Ballett. Zur offiziellen Eröffnung wird am Abend das Oratorium "Jephtha" szenisch aufgeführt.

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