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Kulturnachrichten

Montag, 22. Mai 2017

Can Dündar mit Gustav-Heinemann-Bürgerpreis geehrt

SPD zeichnet Erdogan-kritischenJournalisten aus

Für sein Engagement für die Pressefreiheit hat der türkische Journalist und Regierungskritiker Can Dündar den Gustav-Heinemann-Bürgerpreis der SPD erhalten. Er nehme die Ehrung an im Namen aller, die in der Türkei mutig für die Demokratie kämpften, sagte der frühere "Cumhuriyet"-Chefredakteur in der Berliner Parteizentrale der Sozialdemokraten. Für SPD-Chef Martin Schulz ist Dündar "ein Held", an dessen Geschichte sich zeige, was in der Türkei gerade falsch laufe. Schulz verband die Auszeichnung mit einem Appell an die türkische Regierung, inhaftierte Journalistinnen frei zu geben.

Flussfischerei an der Sieg wird UNESCO-Kulturerbe

Einzige Neuaufnahme in den Katalog aus NRW

Die traditionelle Flussfischerei an der Sieg-Mündung wird Teil des Immateriellen UNESCO-Kulturerbes. Es ist die einzige Neuaufnahme in den Katalog aus Nordrhein-Westfalen. Fischerfamilien in Bergheim an der Sieg besäßen bereits seit dem Jahr 987 Fischereirechte im Mündungsbereich, teilte die UNESCO mit. Sie hätten sich zu einer Bruderschaft zusammengetan und sich für eine nachhaltige Fischerei eingesetzt. "Dabei entstandene Traditionen werden bis heute gelebt und öffentlich gefeiert und sind so wichtiges Element lokaler Identität." Heute hat die Fischereibruderschaft etwa 450 Mitglieder. Mit der Aufnahme in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes ist keine finanzielle Förderung verbunden. Die Liste soll lediglich "die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und aus Deutschland sichtbar machen." Die entsprechende Urkunden wird am 29. Mai überreicht.

Nachtclub "Reina" nach Anschlag abgerissen

Istanbuler Behörden machen Verstoß gegen Bauvorschriften geltend

Knapp fünf Monate nach dem Anschlag auf das"Reina" ist der Istanbuler Nachtclub von den Behörden abgerissen worden. Die Stadtverwaltung verwies zur Begründung für den überraschenden Abriss des einst angesagten Clubs am Ufer des Bosporus auf "Verstöße gegen Bauvorschriften", nannte jedoch keine Details, wie türkische Medien berichteten. Eine Quelle aus dem Umfeld des "Reina" sagte der Zeitung "Hürriyet Daily News", der Vorgang sei völlig überraschend erfolgt. "Der Abriss dauerte 45 Minuten. Sie rissen es ab und verschwanden", sagte sie. Ein Miteigentümer des Clubs hatte nach dem Anschlag in der Silvesternacht gesagt, er wolle das "Reina" nicht wieder öffnen. Ein 34-jähriger Mann aus Usbekistan hatte an Silvester den Club mit einem Sturmgewehr angegriffen und 39 Menschen erschossen. Zu dem Anschlag bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Dem Attentäter drohen 40 Mal lebenslange Haft. Der Prozess soll im Dezember beginnen.

500 000 Euro für mobiles Theater von Kéré

Theatersatellit der Volksbühne kann nun doch gebaut werden

Der preisgekrönte afrikanische Architekt Francis Kéré kann seinen spektakulären Theaterneubau am ehemaligen Berliner Flughafen nun voraussichtlich doch realisieren. Der Stiftungsrat der Lotto Stiftung Berlin sprach der Volksbühne in seiner jüngsten Sitzung die notwendigen 500 000 Euro Zuschuss zu, wie die Stiftung auf ihrer Homepage mitteilte. Der künftige Volksbühnen-Direktor Chris Dercon und seine Programmdirektorin Marietta Piekenbrock reagierten erfreut. "Ohne diese Unterstützung hätten wir die Pläne für ein mobiles Theater auf Tempelhof aufgeben müssen", erklärten sie. Schon im Herbst zur Eröffnung der Spielzeit 2017/18 solle der Grundriss des Theaters bespielt werden. Kéré, einer der bekanntesten afrikanischen Architekten, plant im Hangar 1 eine Bühne für bis zu 1000 Menschen, die auch - so wie die Flugzeuge - nach draußen fahren kann. Kéré hatte das Projekt im vergangenen Jahr bereits bei einer Ausstellung in München vorgestellt.

Schauspieler Gunnar Möller gestorben

Seine berühmteste Rolle hatte er in "Ich denke oft an Piroschka"

Wie jetzt bekannt wurde, starb der Schauspieler Gunnar Möller mit 88 Jahren am 16. Mai in Berlin. Der gebürtige Berliner arbeitete bis ins hohe Alter: für Margarethe von Trotta stand Möller in "Die abhandene Welt" (2015) vor der Kamera. 2016 war er im ARD-Film "Endstation Glück" zu sehen. Seine berühmteste Rolle hatte er jedoch in den 50iger Jahren in Kurt Hoffmanns Lustspiel "Ich denke oft an Piroschka". An der Seite von Liselotte Pulver spielte er den Schriftsteller Andreas. Der Film wurde ein Klassiker des deutschen Nachkriegskinos.

Verein: Exilmuseum sollte zum DHM gehören

Verein "Gegen das Vergessen" sieht die öffentlich Hand in der Pflicht

Der Berliner Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie" hat sich dafür ausgesprochen, das geplante Exilmuseum unter dem Dach des Deutschen Historischen Museums anzusiedeln. Ein so anspruchsvolles Haus könne nur mit Hilfe der öffentlichen Hand aufgebaut und unterhalten werden, fordert der Verein in einem Vorstandsbeschluss. Für das Museum, das an das Schicksal deutscher Exilanten erinnern soll, macht sich vor allem Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller stark. Der Verein erklärte, es dürfe nicht nur um Schriftsteller und Künstler gehen, auch Wissenschaftler, Politiker und das "Exil der kleinen Leute" müssten gewürdigt werden. Die öffentliche Hand sei gefragt. Dem Vorstand gehören etwa die Grünen-Abgeordnete Ekin Deligöz und der frühere Regierende Bürgermeister Berlins, Eberhard Diepgen, an. Vorsitzende des Beirats ist die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth.

Kunst tut gut – auch bei Demenz

Städel verankert Demenz-Projekt nach Pilotstudie fest im Programm

Das Wohlbefinden bei Menschen mit Demenz als auch bei den Angehörigen kann durch Museumsbesuche signifikant verbessert werden, das zeigte eine Pilotstudie des Städel Museums und der Goethe-Universität Frankfurt am Main. ARTEMIS war die erste umfassende wissenschaftliche Studie zum Thema im deutschsprachigen Raum. Nachdem die umfassenden Forschungsergebnisse die Wirksamkeit kunstbasierter psychosozialer Intervention bei Demenz bestätigt haben, nimmt das Städel nun das ARTEMIS-Projekt dauerhaft in sein Vermittlungsprogramm auf. Das Angebot umfasst thematische Führungen und anschließendes kreatives Arbeiten.

"Alien: Covenant" erobern Kinocharts

"Guardians of the Galaxy" gibt in Nordamerika Spitzenplatz ab

Die Außerirdischen der neuesten Episode der Erfolgsreihe "Alien" haben die Spitze der US-Kinocharts erobert. Neueinsteiger "Alien: Covenant" habe am Wochenende an den Kinokassen in Kanada und den USA rund 36 Millionen Dollar (etwa 32 Millionen Euro) eingespielt und damit den ersten Platz belegt, berichtete der "Hollywood Reporter". Regie führte bei dem Science-Fiction-Film, der in Deutschland ebenfalls bereits zu sehen ist, Ridley Scott. Knapp dahinter landete der Sieger der beiden Vorwochen, "Guardians of the Galaxy 2", mit rund 35 Millionen Dollar. Auf den dritten Platz schaffte es der neu eingestiegene Liebesfilm "Du neben mir" mit zwölf Millionen Dollar. In Deutschland soll der Film im Juni anlaufen.

Drake räumt bei Billboard Awards ab

Kanadischer Rapper bekam 13 Preise, so viel wie noch kein Künstler zuvor

Der kanadische Rapper Drake hat bei den Billboard Music Awards 13 Preise abgeräumt - so viele, wie noch kein Künstler zuvor. Der Musiker ("One Dance") bekam in Las Vegas unter anderem die Auszeichnungen für den besten Künstler, das beste Rap-Album und seine Live-Tournee. Auch Beyoncé und das Duo Twenty One Pilots gehörten zu den mehrfachen Gewinnern. Einen denkwürdigen Auftritt lieferte Musiklegende Cher, die den Icon Award überreicht bekam. Die 71-Jährige trug bei ihrem Hit "Believe" ein nur aus dünnen, silbernen Ketten bestehendes Oberteil und deckte eine ihrer Brüste lediglich mit einer herzförmigen Paillette ab. Beim Klassiker "If I Could Turn Back the Time" zeigte sie sich mit langer, schwarz gelockter Perücke, Lederjacke und einem halb-durchsichtigen, schwarzen Bodysuit. Ein ähnliches Outfit hatte sie 1989 im Musikvideo zur Single getragen. Seit 1990 werden die Billboard Music Awards jährlich von dem gleichnamigen Fachmagazin verliehen, sie basieren größtenteils auf Chartplatzierungen.

Kollegenmord: Journalisten appellieren an Mexiko

Journalisten fodern Strafen und konsequente Verfolgung der Morde an Kollegen

Nach sieben Morden an Journalisten im laufenden Jahr haben die in Mexiko stationierten Korrespondenten ausländischer Medien mehr Schutz und ein Ende der Aggressionen gefordert. 186 Journalisten, darunter auch Mitarbeiter von internationalen Agenturen und Medien wie "New York Times", "El País", der BBC und dem "Wall Street Journal", erklärten sich in dem gemeinsamen Appell solidarisch mit ihren häufig unter Lebensgefahr recherchierenden mexikanischen Kollegen. Letzte Woche war in Sinaloa, Hochburg des organisierten Verbrechens, der bekannte Korrespondent der Zeitung "La Jornada", Javier Valdez, erschossen worden. Er hatte über die Kartelle in der Heimat des an die USA ausgelieferten Drogenbosses Joaquín "Chapo" Guzmán berichtet. "Wir sind schockiert von diesem neuen Verbrechen, das Teil ist einer jüngsten Aggressionswelle gegen unsere mexikanischen Kollegen, deren Mut wir tief bewundern", heißt es in dem Appell. Gefordert wird ein Ende der Straflosigkeit und ein konsequentes Verfolgen von Angriffen und Einschüchterungen aller Art gegen Journalisten.

US-Zirkus "Ringling Bros." zeigt letzte Show

US-amerikanische Institution gibt nach 150 Jahren auf

Nach fast 150 Jahren hat der US-Traditionszirkus "Ringling Bros." seine letzte Vorstellung gezeigt. Zum Abschluss gab es in einer Halle in Uniondale bei New York ein Pyrotechnik-Feuerwerk. Das gesamte Ensemble sang das Lied "Auld Lang Syne". "Wir sind seit 146 Jahren eine amerikanische Institution und wir hoffen, dass die Erinnerungen, die wir zusammen geschaffen haben, für eure gesamte Lebenszeit bleiben", sagte Ansager Jonathan Lee Iverson. Der "Ringling Bros."-Zirkus, der in den vergangenen 50 Jahren in dutzenden Städten der USA rund 250 Millionen Besucher zählte, war vor allem für seine Elefanten bekannt, die aber nach zunehmendem Protest von Tierschützern im vergangenen Jahr abgeschafft wurden. Im Januar hatte der Zirkus angekündigt, wegen steigender Kosten und sinkender Zuschauerzahlen den Betrieb einzustellen.

USA verbieten Anti-Mauer-Konzert

Dresdner Sinfoniker müssen umplanen

Die Dresdner Sinfoniker müssen für ihr Anti-Mauer-Konzert an der Grenze der USA zu Mexiko umplanen. Da die US-Behörden einen Auftritt auf der amerikanischen Seite des Friendship Parks von San Diego untersagten, werde nun nur auf mexikanischer Seite in Tijuana musiziert, sagte Sinfoniker-Intendant Markus Rindt der Deutschen Presse-Agentur. Als offizielle Gründe für die Absage seien Sicherheitsbedenken und der Vogelschutz im Park genannt worden. Die Dresdner haben für den 3. Juni zum kollektiven künstlerischen Aufstand gegen weltweit wachsende Abgrenzung, Fanatismus und Nationalismus aufgerufen. Schauplatz soll die Grenze zwischen den USA und Mexiko sein, wo US-Präsident Donald Trump eine Mauer plant. An Künstler aller Sparten erging der Appell, sich an diesem Tag mit eigenen Aktionen oder Flashmobs entlang der gesamten 3144 Kilometer langen Grenze zu beteiligen. Das Verbot der US-Behörden beschränke sich nur auf das Konzert im Friendship Park von San Diego, stellte Rindt klar: Das Konzert in Tijuana werde trotzdem eine musikalische Brücke für Freiheit und Völkerverständigung schlagen.

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