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Kulturnachrichten

Donnerstag, 18. Mai 2017

Feierliche Rückgabe von Gebeinen an Neuseeland

Sterbliche Überreste der Maori waren 1896 ins Bremer Übersee-Museum gelangt

Eine Delegation des Te Papa Museum aus Wellington hat in Bremen Gefäße mit den Überresten von Maori und Moriori in Empfang genommen. Das Bremer Übersee-Museum gab die Sammlungsobjekte bei einer feierlichen Zeremonie nach den Riten der Ureinwohner Neuseelands zurück. 1896 waren rund 44 Gebeine nach einer Forschungsreise nach Bremen gelangt. "Dies entsprach dem Sammlungsverhalten und dem anthropologischen Interesse jener Zeit" erläuterte Wiebke Ahrndt, von der Arbeitsgruppe Human Remains beim Deutschen Museumsbund. Das neuseeländische Te Papa Museum war im Juli 2013 mit einem Rückgabegesuch an das Bremer Museum herangetreten. Bremens Regierungschef Carsten Sieling (SPD) sagte bei der Veranstaltung: "Aus heutiger Sicht widerspricht der Erwerb solcher Sammlungen der Menschenwürde. Wir haben die Verantwortung, dieses Unrecht nun zu beenden, wiedergutmachen lässt es sich nicht." Deshalb habe der Senat der Rückgabe zugestimmt.

Grüne fordern bessere soziale Absicherung für Künstler

Kontroverse in Plenarsitzung zur Kulturförderung

Im Bundestag haben sich die Grünen für eine bessere soziale Absicherung von Künstlern eingesetzt. Als Freiberufler fielen viele Kultur- und Kreativschaffende oft durch das soziale Raster und seien überproportional häufig von Altersarmut bedroht, kritisierte die Grünen-Abgeordnete Ulle Schauws am Donnerstag in der Plenardebatte zur Kulturförderung. "Existenzängste sind gerade für Kreative Gift", sagte sie, und forderte: "Schluss mit der brotlosen Kunst, Zeit für soziale Absicherung." Die Unionsabgeordnete Ute Bertram nannte die Grünen-Vorschläge einen "Kulturverhinderungsantrag". Kunst brauche Freiheit statt mehr Reglement. SPD-Kulturexperte Siegmund Ehrmann sprach sich dafür aus, die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern im Kulturbereich zu stärken, um die mangelnde Abstimmung zu verbessern.

Brahms-Preis für Herbert Blomstedt

Die Interpretationen des 89-jährigen Dirigenten gelten als zeitlos

Der schwedische Dirigent Herbert Blomstedt wird mit dem Brahms-Preis ausgezeichnet, wie die Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein mitteilte. Der "Grandseigneur des Taktstocks" begeistere seit mehr als sechs Jahrzehnten mit herausragenden dirigentischen Leistungen das Konzertpublikum, begründete die Jury ihre Entscheidung. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert und wird Blomstedt am 10. Juni in der St.Bartholomäus-Kirche in Wesselburen überreicht. Weitere Preisträgern des Brahms-Preises waren unter anderen Leonard Bernstein, Sabine Meyer und Anne-Sophie Mutter. Herbert Blomstedt ist seit 2016 Ehrendirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden und Mitglied der Königlich-Schwedischen Musikakademie.

Erfolgreiche Premiere für Film "Western" in Cannes

Valeska Grisebachs Wettbewerbsbeitrag thematisiert Konfrontation mit der Fremde

Der deutschen Regisseurin Valeska Grisebach ist mit ihrem Film "Western" eine starke Premiere beim Filmfest in Cannes gelungen. Mit Mitteln von Westernelementen greift Grisebach die Thematik der Flüchtlingskrise und europäische Verständigung auf und erzählt die Geschichte deutscher Bauarbeiter, die in einem kleinen Dorf an der Bulgarisch-Griechischen Grenze ein Wasserwerk errichten sollen. Die Konfrontation mit der Fremde und die Begegnung mit der bulgarischen Kultur schaffen einen spannungsreichen Kontext. Das Werk, für das Grisebach auch das Drehbuch schrieb, nimmt an der wichtigsten Wettbewerbs-Nebenreihe "Un Certain Regard" teil.

Regisseur Farhadi erhält Oscar in Cannes

Aus Protest gegen das US-Einreiseverbot war der Iraner nicht nach Los Angeles gereist

Mit dreimonatiger Verspätung hat der iranische Regisseur Asghar Farhadiden seinen Oscar der US-amerikanischen Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Cannes entgegengenommen. Farhadiden hatte die Auszeichnung im Februar mit seinem Film "The Salesman" in der Kategorie "bester fremdsprachiger Film" gewonnen. Der Oscar-Zeremonie war er aus Protest gegen das von US-Präsident Donald Trump verhängte Einreiseverbot für Menschen aus mehreren islamischen Staaten ferngeblieben. Farhadi lobte Cannes, die Stadt sei " ein Ort, wo die Kulturen miteinander reden". "The Salesman» erzählt die Geschichte eines Paares, das in einer Theatergruppe Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden" aufführt.

Neues Förderprogramm für Brandenburger Künstler

Kulturministerium in Potsdam unterstützt Kunst-Ateliers mit 100 000 Euro

Mit 100 000 Euro will das Land Brandenburg die Arbeit von Künstlern im laufenden und kommenden Jahr unterstützen. Das Geld soll für Atelierbauten und -mieten eingesetzt werden, damit sich Künstler frei von Alltagszwängen leichter auf neue künstlerische Projekte fokussieren können, teilte das Kulturministerium mit. "Kunst und Künstler brauchen Räume, um sich entfalten zu können", sagte Kulturministerin Martina Münch (SPD). Bewerben können sich Künstler mit Wohnsitz oder Schaffensschwerpunkt im Land Brandenburg. Die Ateliersmiete wird für ein Jahr in Höhe von bis zu 250 Euro monatlich gewährt. Für den Atelierausbau können bis zu 5000 Euro beantragt werden. Zudem vergibt das Brandenburger Ministerium einen Nachwuchsförderpreis Kunst in Höhe von 6000 Euro sowie Stipendien an Künstler aus den Bereichen Literatur, Bildende Kunst, Musik und Darstellende Kunst.

Warschauer Buchmesse hat begonnen

Partnerland Deutschland mit Engagement für Meinungsfreiheit

„Worte bewegen" so lautet das Motto mit dem sich 66 deutsche Verlage auf der Buchmesse in Warschau präsentieren. Den Angaben zufolge eine Rekordbeteiligung, mit der man in angespannten Zeiten Brücken bauen möchte. Besonders die Betonung der Meinungsfreiheit liegt dem Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis am Herzen, wie er gegenüber Deutschlandfunkkultur erklärte. „Es geht darum die Literatur als einen Freiraum für einen offenen Dialog darzustellen. Und dabei spielt das Thema Meinungsfreiheit eine sehr große Rolle. Die Meinungsfreiheit ist nicht nur in Polen, in Ungarn, in der Türkei ganz stark eingeschränkt, so dass wir als Vertreter der gesamten deutschen Buchbranche sagen: das ist ein Thema für uns, weil die Meinungsfreiheit letztendlich die Grundlage für unsere Tätigkeit ist." Insgesamt werden im Warschauer Nationalstadion rund 800 Verlage und etwa 1.000 Autoren aus aller Welt auf der viertägigen Buchmesse erwartet.

Weiteres Bild aus Gurlitt-Sammlung zurück an Besitzer

Monika Grütters übergibt Pissarro Gemälde an französische Eigentümer

Das vom NS Regime geraubte Bild "La Seine, vue du Pont-Neuf, au fond le Louvre" des dänisch-französische Malers Camille Pissarro ist wieder in den Händen der Eigentümerfamilie. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) übergab in Absprache mit dem Kunstmuseum Bern das Werk, das dem in Paris lebenden französischen Unternehmer Max Heilbronn 1942 entzogen worden war. Bereits 2015 war das Gemälde als Raubkunst identifiziert worden. Es gehörte zur Sammlung von Cornelius Gurlitt, der rund 1500 Kunstwerke dem Kunstmuseum Bern vererbt hatte. Rund 400 Bilder der Sammlung sind möglicherweise NS-Raubkunst. Im Februar hatte Grütters bereits eine Zeichnung Adolph von Menzels aus dem Nachlass von Gurlitt an die Nachkommen der ursprünglichen Eigentümerin übergeben.

Streaming-Abos künftig im Ausland nutzbar

Europäisches Parlament stimmt für Gesetzesänderung

Streaming-Dienste wie Netflix können ab 2018 nicht nur im Heimatland sondern auch im Ausland genutzt werden. Heute billigte das EU-Parlament in Straßburg die dafür nötige Gesetzesänderung, sodass Abos für Filme, Musik oder Videospiele in der gesamten EU ohne zusätzliche Gebühren gestreamt werden dürfen. Die neuen Regeln gelten allerdings nur für vorübergehende Auslandsaufenthalte, beispielsweise während eines Urlaubs oder eines Auslandssemesters. Bisher blockieren Streaming-Dienste den Zugriff häufig, weil ihnen die Rechte fehlen, um die Inhalte auch im Ausland anbieten zu können. Am Urheberrecht wird die neue Verordnung nichts ändern. Die Mitgliedstaaten müssen der Reform formal noch offiziell zustimmen.

Soundgarden-Sänger Chris Cornell ist tot

Mitbegründer der Grunge-Bewegung stand noch am Vorabend auf der Bühne

Chris Cornell, der Sänger der Band Soundgarden, ist im Alter von 52 Jahren laut seinem Agenten Brian Bumbery unerwartet gestorben. Der Rocksänger und Gitarrist gehörte zu den Mitbegründern der Grunge-Bewegung in der 1990er Jahren. Seine Karriere begann mit der Band Soundgarden, später gründete er mit drei Mitgliedern von Rage Against the Machine die Band Audioslave. 2010 kam es zur Wiedervereinigung von Soundgarden. Noch am Mittwochabend hatte Cornell mit seiner Band Soundgarden ein Konzert in Detroit gegeben. Die Familie werde bei der Suche nach der Todesursache eng mit der Gerichtsmedizin zusammenarbeiten.

Françoise Nyssen ist Kulturministerin in Paris

Actes Sud-Verlegerin als politischer Neuling im Kabinett

Die angesehene Verlegerin Françoise Nyssen ist Kulturministerin im Kabinett von
Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron. Die 1951 in der Nähe von Brüssel geborene Nyssen leitet den von ihrem Vater gegründete Actes Sud-Verlag. Der renomierte Verlag versammelt auch viele deutsche Autoren. Ein Schwerpunkt ihres neuen Amtes wird die kulturelle Bildung sein, geplant ist ein Kulturbonus von 500 Euro für jeden 18Jährigen. Außerdem stehen ihrem Ressort 50 Milliarden Euro für den Schutz und die Bewahrung nationalen Kulturguts zur Verfügung.

Karlsmedaille für "Europaerklärer" Rolf-Dieter Krause

Langjähriger ARD-Korrespondent wird ausgezeichnet

Die Karlsmedaille für europäische Medien wird heute dem Fernsehjournalisten Rolf-Dieter Krause im Aachener Rathaus verliehen. Ausgezeichnet werden seine Verdienste als ehemaliger Leiter des Brüsseler ARD-Studios. Krause sei es in hervorragender Weise gelungen, seinen Zuschauern die komplexen Sachverhalte und Hintergründe der europäischen Politik verständlich zu machen, heißt es in der Preisbegründung. Die Auszeichnung wird seit dem Jahr 2000 jährlich im Vorfeld der Verleihung des Internationalen Karlspreises vergeben.

Mexiko verspricht besseren Schutz von Journalisten

Anfang der Woche waren zwei Journalisten ermordet worden.

Nach dem Mord an zwei Journalisten hat die mexikanische Regierung einen besseren Schutz von Medienvertretern angekündigt. Es werde mehr Geld für das Schutzprogramm für Journalisten und Menschenrechtsaktivisten bereitgestellt, sagte Präsident Enrique Peña Nieto bei einem Treffen mit Gouverneuren. Außerdem solle die Sonderstaatsanwaltschaft für Verbrechen gegen Journalisten mehr Personal bekommen. Am Montag war der renommierte Journalist Javier Valdez erschossen worden. Der Korrespondent der Zeitung "La Jornada" hatte vor allem über Drogenhandel und das organisierte Verbrechen berichtet. Wenige Stunden später wurde ein junger Reporter getötet. Mexiko ist eines der gefährlichsten Länder für Journalisten. Seit Jahresbeginn wurden bereits sechs Medienvertreter getötet. Die Verbrechen werden fast nie aufgeklärt.

70. Filmfestival von Cannes gestartet

Kontroverse um Netflix überschattet den Auftakt

Bei strahlendem Sonnenschein und mit Stars wie Will Smith und Marion Cotillard ist die 70. Ausgabe der Filmfestspiele von Cannes eröffnet worden. Überschattet wurde das Schaulaufen von Stars wie Charlotte Gainsbourg, Marion Cotillard und Mathieu Amalricarion allerdings von einer Kontroverse um den Streaming-Dienstes Netflix, der erstmals mit zwei Produktionen im Rennen um die Goldene Palme ist. Kritiker monierten, dass Bong Joon Hos "Okja" und Noah Baumbachs "The Meyerowitz Stories" nicht auf Kinoleinwänden zu sehen sein werde, sollten sie gewinnen. Und der Präsident der Jury, Pedro Almodóvar, gab ihnen recht: "Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass nicht nur die Goldene Palme, sondern irgendein anderer Preis an einen Film vergeben wird und dass man diesen Film dann nicht auf einer großen Leinwand sehen kann." Will Smith, der ebenfalls der Jury angehört, machte sich hingegen für den Streaming-Dienst stark. Außer Almodóvar und Smith gehören noch die deutsche Regisseurin Maren Ade ("Toni Erdmann") sowie die US-amerikanischen Schauspieler Jessica Chastain der Jury an.

Umfrage: Fake News beeinflussen Bundestagswahl

Ein Drittel der Befragten war dieser Ansicht

Knapp ein Drittel der Deutschen meint, dass gezielte Falschnachrichten, sogenannte Fake News, Einfluss auf den Ausgang der Bundestagswahl haben. Das geht aus einer Umfrage hervor, die vom Sender ZDFneo in Auftrag gegeben wurde. Dabei waren 30 Prozent aller Teilnehmer dieser Ansicht. Werden diejenigen rausgerechnet, die noch nie von Fake News gehört haben, meinen sogar 36 Prozent, dass solche Falschnachrichten einen starken oder sehr starken Einfluss auf den Ausgang der Wahl vom 24. September hätten, teilte das ZDF mit. Besonders verbreitet seien Fake News in sozialen Medien: So glauben 28 Prozent aller Befragten, dass sie dort häufig und 39 Prozent, dass sie dort sehr häufig zu finden seien. Die klassischen Medien wie Fernsehen und Zeitungen schneiden besser ab: 23 Prozent sagten, Fake News kämen dort häufig vor, 22 sehr häufig.

Sartire-Show darf Alice Weidel "Nazi-Schlampe" nennen

Gericht hält Satire für klar erkennebar

Im Streit um die Formulierung "Nazi-Schlampe" in der NDR-Satiresendung "extra 3" hat das Hamburger Landgericht einen Unterlassungsantrag der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel zurückgewiesen. Es gehe in klar erkennbarer Weise um Satire, die von der Meinungsfreiheit gedeckt sei, erklärte ein Gerichtssprecher. Weidel stehe als AfD-Spitzenkandidatin im Blickpunkt der Öffentlichkeit und müsse überspitzte Kritik hinnehmen. Die umstrittene Äußerung beziehe sich mit den Begriffen "Nazi" und "Schlampe" in satirischer Weise auf ihre Forderung, dass politische Korrektheit auf den Müllhaufen der Geschichte gehöre, stellte die Pressekammer fest. Moderator Christian Ehring hatte in der Sendung am 27. April auf Weidels Rede beim AfD-Parteitag in Köln reagiert: "Jawohl. Schluss mit der politischen Korrektheit, lasst uns alle unkorrekt sein. Da hat die Nazi-Schlampe doch recht." Die Entscheidung des Landgerichts ist nicht rechtskräftig. Der Bevollmächtigte von Weidel habe bereits eine Beschwerde zum Oberlandesgericht angekündigt.

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