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Dienstag, 20.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 17. Mai 2017

70. Filmfestival von Cannes gestartet

Kontroverse um Netflix überschattet den Auftakt

Bei strahlendem Sonnenschein und mit Stars wie Will Smith und Marion Cotillard ist die 70. Ausgabe der Filmfestspiele von Cannes eröffnet worden. Überschattet wurde das Schaulaufen von Stars allerdings von einer Kontroverse um den Streaming-Dienstes Netflix, der erstmals mit zwei Produktionen im Rennen um die Goldene Palme ist. Kritiker monierten, dass Bong Joon Hos "Okja" und Noah Baumbachs "The Meyerowitz Stories" nicht auf Kinoleinwänden zu sehen sein werde, sollten sie gewinnen. Und der Präsident der Jury, Pedro Almodóvar, gab ihnen recht: "Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass nicht nur die Goldene Palme, sondern irgendein anderer Preis an einen Film vergeben wird und dass man diesen Film dann nicht auf einer großen Leinwand sehen kann." Will Smith, der ebenfalls der Jury angehört, machte sich hingegen für den Streaming-Dienst stark. Außer Almodóvar und Smith sitzen noch die deutsche Regisseurin Maren Ade ("Toni Erdmann") sowie die US-amerikanischen Schauspieler Jessica Chastain in der Jury.

Umfrage: Fake News beeinflussen Bundestagswahl

Ein Drittel der Befragten war dieser Ansicht

Knapp ein Drittel der Deutschen meint, dass gezielte Falschnachrichten, sogenannte Fake News, Einfluss auf den Ausgang der Bundestagswahl haben. Das geht aus einer Umfrage hervor, die vom Sender ZDFneo in Auftrag gegeben wurde. Dabei waren 30 Prozent aller Teilnehmer dieser Ansicht. Werden diejenigen rausgerechnet, die noch nie von Fake News gehört haben, meinen sogar 36 Prozent, dass solche Falschnachrichten einen starken oder sehr starken Einfluss auf den Ausgang der Wahl vom 24. September hätten, teilte das ZDF mit. Besonders verbreitet seien Fake News in sozialen Medien: So glauben 28 Prozent aller Befragten, dass sie dort häufig und 39 Prozent, dass sie dort sehr häufig zu finden seien. Die klassischen Medien wie Fernsehen und Zeitungen schneiden besser ab: 23 Prozent sagten, Fake News kämen dort häufig vor, 22 sehr häufig.

Sartire-Show darf Alice Weidel "Nazi-Schlampe" nennen

Gericht hält Satire für klar erkennebar

Im Streit um die Formulierung "Nazi-Schlampe" in der NDR-Satiresendung "extra 3" hat das Hamburger Landgericht einen Unterlassungsantrag der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel zurückgewiesen. Es gehe in klar erkennbarer Weise um Satire, die von der Meinungsfreiheit gedeckt sei, erklärte ein Gerichtssprecher. Weidel stehe als AfD-Spitzenkandidatin im Blickpunkt der Öffentlichkeit und müsse überspitzte Kritik hinnehmen. Die umstrittene Äußerung beziehe sich mit den Begriffen "Nazi" und "Schlampe" in satirischer Weise auf ihre Forderung, dass politische Korrektheit auf den Müllhaufen der Geschichte gehöre, stellte die Pressekammer fest. Moderator Christian Ehring hatte in der Sendung am 27. April auf Weidels Rede beim AfD-Parteitag in Köln reagiert: "Jawohl. Schluss mit der politischen Korrektheit, lasst uns alle unkorrekt sein. Da hat die Nazi-Schlampe doch recht." Die Entscheidung des Landgerichts ist nicht rechtskräftig. Der Bevollmächtigte von Weidel habe bereits eine Beschwerde zum Oberlandesgericht angekündigt.

Hans Meiser fliegt beim "Neo Magazin Royale" raus

Journalist arbeitete auch für rechtspopulistische Webseite

Hans Meiser wird künftig nicht mehr in Jan Böhmermanns "Neo-Magazin Royale" auftreten. Die ZDF-Redaktion trennt sich Medienberichten zufolge von dem ehemaligen RTL-Moderator, weil der in Videos des rechtslastigen Verschwörungskanals "Watergate.tv" auftritt. Auf Facebook teilte die Produktionsfirma "Bildundtonfabrik" mit: "Wir hatten die unausgesprochene, aber klare Vereinbarung, dass Hans Meiser neben dem NEO MAGAZIN ROYALE in keinem zweiten unseriösen Internetformat zu sehen ist." Hans Meiser war in der ZDF-Satiresendung als Figur des rechtspopulistischen kleinen Mannes und als Bundespräsident "Hans Meiser Steinmeiser" aufgetreten. Der 70jährige gehörte mit Sendungen wie "Notruf" und der Talkshow "Hans Meiser" lange zur deutschen Fernsehprominenz und wurde mit einem Bambi und eine Goldene Kamera ausgezeichnet.

Maler Johannes Grützke gestorben

Er galt als Parodist der Realität

Der Maler Johannes Grützke ist tot. Wie die Leipziger Galerie Schwind mitteilte, starb er am Mittwoch im Alter von 79 Jahren nach schwerer Krankheit. Grützke wurde am 30. September 1937 in Berlin geboren. Später wurde er ein Schüler Oskar Kokoschkas. Grützke war einer der wenigen Maler Westdeutschlands, die einen figurativen, oft ironisch überzeichneten Stil vertreten haben. Verzerrte Gesichter, riesige Ohren, Grimassen - mit seinen Gemälden hat Johannes Grützke die Deutschen bis ins Groteske verfremdet und ihnen zugleich den Spiegel vorgehalten. Er galt als Parodist der Realität. Eines seiner bekanntesten Werke heißt "Volksvertreter". Der 32 Meter lange und drei Meter hohe Fries hängt in der Frankfurter Paulskirche. 2012 wurde Grützke für sein Lebenswerk mit dem Hannah-Höch-Preis des Landes Berlin ausgezeichnet. Berlins damaliger Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hob hervor, dass Grützke nicht nur Maler, sondern ebenso Schriftsteller, Schauspieler, Musiker und Bühnenbildner gewesen ist.

Bühnenverein will Steuerplus für die Kultur

Widerspruch zwischen Erwartungen und mangelnder Handlungsfähigkeit

Der deutsche Bühnenbverein fordert angesichts steigender Steuereinnahmen mehr Geld für die Theater und Orchester. Marc Grandmontagne, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins, sieht einen wachsenden Widerspruch zwischen steigenden Erwartungen an die Theater und Orchester einerseits und der gleichzeitigen Marginalisierung von Kulturpolitik andererseits: „Ob es Flüchtlinge in unseren Städten sind, ob es um kulturelle Teilhabe von Kindern und Jugendlichen oder Projekte in sozial schwierigen Stadtteilen geht – die Theater engagieren sich landesweit in allen Bereichen. Trotzdem korrespondiert eine solche Rollenveränderung nicht mit entsprechender kulturpolitischer Aufwertung." Holger Schultze, Intendant des Theaters Heidelberg und Vorsitzender des Ausschusses für künstlerische Fragen, betonte, Verantwortung könne nur übernommen werden, wenn Theater in der Lage seien, gute Arbeitsbedingungen sicherzustellen. Tatsächlich würden die Spielräume jedoch kleiner.

Schiele-Gemälde von Auktion zurückgezogen

Mindestgebot für "Danaë" war zu hoch angesetzt

Das Gemälde "Danaë" des österreichischen Expressionisten Egon Schiele ist kurzfristig von einer Auktion in New York zurückgezogen worden. Das Mindestgebot von 30 Millionen Dollar (27 Mio Euro) war offenbar zu hoch, wie das "Wall Street Journal" berichtete. So habe der anonyme Besitzer das Aktbild von 1909 in letzter Minute von der Auktion von Sotheby's zurückgezogen. Kunsthändler sagten laut "Wall Street Journal", der träge Anblick der mythologischen Figur werde dem sonst kantigen Stil Schieles nicht gerecht. Schiele war erst 19 Jahre alt, als er mit "Danaë" eines seiner frühen Meisterwerke anfertigte, das ihm zum Durchbruch verhalf. Er führte eine Ästhetik ein, die den Einfluss des Wiener Jugendstil verkörperte und zugleich als Hommage an seinen inoffiziellen Mentor Gustav Klimt galt. Klimt hatte den jungen Künstler von früh an gefördert.

Uganda verbietet Film wegen Homosexualität

"Der Dinner-Club" darf nicht auf Europäischem Filmfestival gezeigt werden

Uganda hat einen niederländischen Film wegen "heißer Sexszenen" und der Darstellung von Homosexualität verboten. "Der Dinner-Klub" dürfe nicht gezeigt werden, da er nicht die "richtigen Familienwerte" fördere, sagte ein Mitarbeiter der Medienbehörde, Pius Mwinangisa. Der niederländischen Botschaft in Uganda zufolge wurde der Film aus dem Programm des Europäischen Filmfestivals in Kampala gestrichen und im ganzen Land verboten. "Die Botschaft verurteilt die Entscheidung der Medienbehörde", schrieben die Diplomaten auf Facebook. Die Botschaft zeigte auf ihrer Facebook-Seite einen Ausschnitt der Entscheidung der Medienbehörde. Darin kritisiert die Behörde: "Der Film zeigt und verherrlicht Homosexualität, was in Uganda eine Straftat ist." Zudem enthalte der Film Szenen wie "intensive Küsse vor Kindern", "Rauchen, vor allem von Frauen" und "heiße Sexszenen". Im überwiegend christlichen Uganda sind gleichgeschlechtliche Beziehungen gesetzeswidrig. Schwule und Lesben berichten dort oftmals von Diskriminierung und Übergriffen der Polizei.

Kurzfilmpreise gehen nach China und Thailand

Preisverleihung bei 63. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen

Der chinesische Regisseurs Cui Yi erhielt den mit 8.000 Euro dotierten Großen Preis der Stadt Oberhausen im Internationalen Wettbewerb für den Film „Qiu" (Später Sommer). Die Jury war beeindruckt von dem „einfachen, aber beeindruckend vielfältigen Film. Im Internationalen Wettbewerb überzeugte „500.000 Pee" (500.000 Jahre) von Chai Siris aus Thailand, der sich mit der Beeinflussung der Erinnerung durch Spiritualität, Denkmäler, Kino und Gewalt beschäftigt. Die Kurzfilmtage hatten in den letzten Tagen fast 500 Filme aus 58 Ländern gezeigt.

Wissenschaftszentrum in Jordanien eröffnet

"Sesame" ermöglicht Forschung zwischen verfeindeten Staaten

In Jordanien ist das internationale Wissenschaftszentrum Sesame eröffnet worden, in dem die Zusammenarbeit von Forschern aus so unterschiedlichen Ländern wie Iran und Israel ermöglicht werden soll. Der jordanische König Abdullah ließ sich durch die Anlage in Allan, 35 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Amman, führen. In den Aufbau des Zentrums wurden seit 2003 umgerechnet rund 90 Millionen Euro investiert. "Sesame" ist die Abkürzung der letzten Namensbestandteile von International Centre for Synchrotron-Light for Experimental Science and Applications in the Middle East. Es geht dort aber nicht nur um Teilchenbeschleuniger-Experimente, sondern auch um Forschungsvorhaben aus Disziplinen wie der Biologie, der Archäologie und der Medizin. Unter Mitwirkung der UN-Wissenschaftsorganisation Unesco verfolgt Sesame das Ziel, "wissenschaftliche und kulturelle Brücken zwischen verschiedenen Gesellschaften zu bauen und zu einer Friedenskultur mit Hilfe von internationaler Zusammenarbeit in der Wissenschaft beizutragen". Dazu sind auch Forscher aus den verfeindeten Staaten Israel und Iran eingeladen - ebenso wie aus der Türkei und der Republik Zypern, die ebenfalls keine diplomatischen Beziehungen unterhalten.

Moore plant Dokumentation über Trump

"Fahrenheit 11/9" soll Präsidentschaft auflösen

Oscar-Preisträger Michael Moore schrieb auf facebook, er wolle mit einem Dokumentarfilm Trumps „Teflon-Schild und seine Präsidentschaft auflösen. „Egal, was man ihm (Trump) vorwirft, es funktioniert nicht. Egal, was enthüllt wird, er bleibt standhaft. Fakten, Realität, Köpfchen können ihn nicht besiegen." Das wolle er mit seinem Film „Fahrenheit 11/9 beenden. Der Titel spiele auf den Tag an, an dem Trump zum Präsidenten erklärt wurde, den 9. November 2016. Darüber hinaus ist der Titel eine Reminiszenz an Moores Film "Fahrenheit 9/11" aus dem Jahr 2004. Das Magazin „Variety berichtete, Bob und Harvey Weinstein hätten die weltweiten Rechte für den Film erworben.

Jimmy Kimmel darf wieder die Oscars moderieren

Zweite Chance für Kabarettisten nach Panne bei der Verleihung

US-Kabarettist Jimmy Kimmel bekommt bei der Oscar-Verleihung eine zweite Chance. Der 49-Jährige werde trotz der Panne im Februar auch im kommenden Jahr wieder die Vergabe der begehrtesten Filmpreise der Welt moderieren, teilte die US-Filmakademie mit. Auch die Produzenten Michael De Luca und Jennifer Todd seien wieder dabei. Bei der Oscarvergabe im Februar war es zu einem beispiellosen Durcheinander gekommen: Laudator Warren Beatty geriet über dem Zettel mit dem Gewinner der Auszeichnung Bester Film ins Stutzen und reichte ihn an seine Kollegin Faye Dunaway weitere. Diese verkündete, "La La Land" habe gewonnen. Noch während die vermeintlichen Sieger ihre Dankesreden schwangen, stellte ich aber heraus, dass Beatty den falschen Umschlag in die Hand gedrückt bekommen hatte. Sieger war der Film «Moonlight». In die allgemeine Betretenheit hinein erklärte Kimmel, er habe die Show vermasselt und versprach: "Ich komme nie wieder zurück."

Humboldt-Professuren an Spitzenforscher vergeben

Ehrung mit hochdotierten deutschen Forschungspreisen

Von Cambridge und anderen ausländischen Unis nach Deutschland: In Berlin sind sechs renommierte Wissenschaftler mit Alexander-von-Humboldt-Professuren ausgezeichnet worden. Bundeswissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) und der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, Helmut Schwarz verliehen die hochdotierten deutschen Forschungspreise. Theoretisch arbeitende Wissenschaftler erhalten für fünf Jahre 3,5 Millionen Euro für ihre Forschung, experimentell arbeitende 5 Millionen Euro. Die Professuren bieten Hochschulen die Chance, Spitzenkräfte anzuwerben. Ausgezeichnet wurden Largus T. Angenent (Umweltmikrobiologie/Bioverfahrenstechnik), Jijie Chai (Strukturbiologie), Wolf B. Frommer (Pflanzenmolekularbiologie), Ran Hirschl (Verfassungsrecht und Politikwissenschaft), Till Winfried Bärnighausen (Epidemiologie) und Sven Bernecker (Philosophie).

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