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Kulturnachrichten

Freitag, 12. Mai 2017

Historisches Grab in der Türkei für Damm verlegt

600 Jahre altes Grab weicht Bau am Tigris

Im Südosten der Türkei ist ein riesiges und 600 Jahre altes Grab für den Bau eines hydroelektrischen Damms am Tigris verlegt worden. Die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, das 1100 Tonnen schwere Zeynel-Bey-Grab aus dem 15. Jahrhundert sei in einem Stück bewegt worden. Das Grab des gefallenen Soldaten hatte sich in der antiken Siedlung Hasankeyf befunden. Dort droht die Mehrheit von Dörfern und historischer Stätten unter Wasser gesetzt zu werden, wenn der Ilisu-Damm fertiggestellt ist. Nach Angaben von Kritikern gefährdet der Damm das archäologische und kulturelle Erbe. Er verändere das Ökosystem und mache Menschen zu Vertriebenen. Der Bau des Damms und die Umsiedlung des Grabs sind passiert, während am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein Fall dazu läuft.

Älteste Fragmente in deutscher Sprache entdeckt

Sensationsfund in Österreich

Ein Handschriftenexperte und Bibliothekar hat im österreichischen Benediktinerstift Admont einen Sensationsfund gemacht. Der Bibliothekar entdeckte die Schriftstücke, weil er aus reiner Neugier in eine Mappe aus dem Depot schaute, die vermutlich seit mehr als 50 Jahren nicht mehr geöffnet worden war. Wie der "Spiegel" vorab berichtet, handelt es sich dabei um zwei Pergamentfragmente, die möglicherweise die ältesten Schriftstücke in deutscher Sprache sind, die jemals entdeckt wurden. Nach der Expertise von Materialwissenschaftlern, Schriftkundlern und Linguisten sind die beiden Dokumente etwa 1200 Jahre alt und Ausrisse aus einem frühmittelalterlichen Wörterbuch aus dem Lateinischen ins Althochdeutsche. Die Forscher halten es für wahrscheinlich, dass Mönche aus dem Kloster Mondsee das Wörterbuch erstellt haben, beauftragt möglicherweise von Karl dem Großen. Die Dokumente wurden heute einer Fachöffentlichkeit vorgestellt. Sie seien bei einer Restaurierung eines Werks im 18. Jahrhundert wohl von einem Buchbinder zur Stabilisierung auf den lädierten Einband geklebt worden. Der Handwerker habe für seine Reparaturarbeiten vermutlich ausrangierte Bücher aus Mondsee angekauft, darunter das Wörterbuch, aus dem die Fragmente stammten.

Harry Potter Manuskript gestohlen

Joanne K. Rowling hatte Kurzgeschichte für Wohltätigkeitsorganisation verfasst

Eine von Harry Potter-Autorin Joanne K. Rowling handschriftlich verfasste Kurzgeschichte ist in England gestohlen worden. Rowling hatte die 800-Wort lange Geschichte auf eine Karte geschrieben. Sie erzählt von der Welt drei Jahre vor Harry Potters Geburt. Die beschriebene Karte wurde 2008 bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung für umgerechnet etwa 49.000 € versteigert. Zusammen mit Schmuck wurde das Schriftstück Ende April bei einem Einbruch in England gestohlen. Rowling und die britische Polizei bitten Harry Potter Fans zu melden, falls ihnen das Schriftstück zum Kauf angeboten werden sollte.

Akademie der Künste wird teurer

Baukosten steigen um gut fünf Millionen Euro

Die Berliner Akademie der Künste wird zwölf Jahre nach ihrer Eröffnung nochmals um 5,2 Millionen Euro teurer als bisher gedacht. Die Baukosten belaufen sich damit inzwischen auf 83 Millionen Euro - mehr als das Doppelte der ursprünglich veranschlagten 38,5 Millionen. Das geht aus einem Bericht des Bausenats an den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses hervor. Grund sind zusätzlich entdeckte Baumängel. Schon im Eröffnungsjahr 2005 waren schwerwiegende Mängel an dem repräsentativen Gebäude am Brandenburger Tor festgestellt worden. Sie betreffen vor allem die Klimaanlage. Seit Jahren laufen gerichtliche Verfahren, um die Schuldfrage zu klären. Solange muss das Land für die Kosten einstehen. Die Berechnungen hatten sich damit mehrfach erhöht und sind immer noch nicht endgültig abgeschlossen.

Am Film nagt der Zahn der Zeit

Sorge um das deutsche Filmerbe

Experten sorgen sich um das deutsche Filmerbe. Der Erhalt alter Filmrollen sei häufig durch die unsachgemäße Lagerung bedroht, erklärten Cineasten auf einer zweitägigen Tagung des Filminstituts Hannover, die heute zu Ende ging. Oft fehle auch in Museen und Archiven die Technik zum Abspielen der Filmdokumente. In Niedersachsen gebe es zwar an der Hochschule Hannover ein geeignetes Lager, sagte der Filmhistoriker Dirk Alt. Aber das sei voll. Wichtigster Aufbewahrungsort ist derzeit das Bundesarchiv, wo 153.000 deutsche Filmtitel lagern, davon sind knapp 70.000 aus Nitrozellulose. Dieses Material war bis Anfang der 1950er Jahre als Filmunterlage verbreitet. Es ist allerdings leicht entzündlich und wurde deshalb bis vor kurzem vom Bundesarchiv häufig aus Sicherheitsgründen vernichtet. Cineasten hatten dies scharf kritisiert und sich nicht damit zufrieden gegeben, dass Filme vor der Zerstörung kopiert wurden. Eine digitalisierte Fassung sei leicht manipulierbar, nur mit dem Original könne dies aufgedeckt werden.

Ideenwettbewerb für Schinkelsche Bauakademie

Kleinod klassizistischer Baukunst soll wiedererstehen

Für den geplanten Wiederaufbau der Schinkelschen Bauakademie in Berlin wird ein Ideenwettbewerb gestartet. Das kündigte Berlins Baustaatssekretär Pronold an. In einem mehrstufigen Verfahren sollen zunächst Ideen für das ambitionierte Projekt gesammelt werden, in einer nächsten Phase folge dann ein sogenannter Realisierungswettbewerb. Der Schinkelsche Geist solle dabei nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch das Innere inspirieren, sagte Pronold. Schinkel stehe wie kein anderer für den Beginn der Moderne in der Architektur. Der königlich-preußische Hofbaumeister Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) gilt als der wichtigste Architekt des deutschen Klassizismus. Die von ihm geschaffene und 1945 ausgebrannte Bauakademie stand unmittelbar neben dem Stadtschloss. Sie soll für 62 Millionen Euro aus dem Bundesetat wieder aufgebaut werden. Der Ideenwettbewerb soll im September starten.

Von Trotta erhält Helmut-Käutner-Preis

Filmemacherin wird heute ausgezeichnet

Die Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Margarethe von Trotta erhält den diesjährigen Helmut-Käutner-Preis der Stadt Düsseldorf. Sie sei eine der wichtigsten Regisseurinnen des deutschen Kinos, erklärte die Jury zur Begründung. Mit ihren Biografien widerständiger Frauen in Filmen wie "Rosa Luxemburg" oder "Rosenstraße" habe von Trotta den deutschen Film seit den 70er Jahren geprägt und eine nachfolgende Generation von Regisseuren und Regisseurinnen inspiriert, heißt es weiter. Sie habe mit ihren Filmen immer wieder Bruchstellen der Historie aufgesucht. "In Werken wie 'Die bleierne Zeit', 'Hildegard von Bingen' oder 'Hannah Arendt' zeigte sie sich zugleich als profunde Chronistin deutscher Geschichte und als Persönlichkeit, die den gesellschaftspolitischen Diskurs nachhaltig beeinflusst". Der mit 10.000 Euro dotierte Helmut-Käutner-Preis wird in diesem Jahr zum 15. Mal verliehen.

Biennale: Debatte um Aserbaidschan-Pavillon

Ehemaliger Museumsdirektor Martin Roth kuratiert Pavillon von Aserbaidschan

In die Debatte um das Engagement des deutschen Kunstmanagers Martin Roth für den Pavillon von Aserbaidschan auf der Venedig-Biennale hat sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters zurückhaltend geäußert. "Ich denke jeder, der sich als Kurator für was auch immer und für welches Land oder welche Firma und ihre Stiftung in die Pflicht nehmen lässt, weiß, warum er das tut", sagte Grütters in Venedig. Roth - ehemaliger Leiter des Londoner Victoria und Albert Museums und Ex-Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden - ist bei der diesjährigen Kunst-Biennale Mitkurator für den Pavillon des autokratisch geführten Landes. Zeitgleich zur Biennale zeigt der Leiter der Berliner Nationalgalerie, Udo Kittelmann, in der Stiftung des Modekonzerns Prada in Venedig eine Ausstellung. Die Biennale in Venedig eröffnet offiziell am Samstag.

"Lutherschwank" - Theaterstück wird Tagungsthema

Luther-Stück in derber Sprache sorgte 1983 für Skandal

Eine Gruppe von Pastoren hatte den "Lutherschwank" im 500. Geburtstagsjahr des Reformators Martin Luther (1483-1546) veröffentlicht. 34 Jahre später will die Evangelische Akademie der Nordkirche den Text von damals unter dem Titel "Gotteslästerung und Satire" zum Thema einer Tagung machen. Thema des satirischen Stücks sind Ablasshandel und Reformation. Gott nennt den Ablass in dem Stück "die größte Verunglimpfung" seiner Person, die ihm "je zu Ohren gekommen" ist. In der Folge gibt es ein paar deftige Szenen, wenn etwa in einem Kloster eine Bibel als Klopapier missbraucht wird. Der Reformator wird eher als Trottel hingestellt, dem nicht einmal die Bibelübersetzung gelungen ist, weil er kein Griechisch kann. Kirchenleitung und Kirchenamt befanden damals, das Stück habe "auf dem Niveau einer unzumutbaren Geschmacklosigkeit zentrale Punkte des christlichen Glaubens verhöhnt". Ein Pastor wurde sofort suspendiert, einem weiteren jede Amtshandlung untersagt.

Finale des Eurovision Song Contests ist komplett

Jodeleinlage aus Rumänien verdrängt Schweiz aus ESC

Eine Jodel-Rap-Einlage aus Rumänien ("Yodel It!") hat sich gegen das Alpenland Schweiz im zweiten Halbfinale des Eurovision Song Contests durchgesetzt. Der Österreicher Nathan Trent überzeugte in Kiew mit seinem Lied "Running On Air", auch Israel schaffte mit "I Feel Alive" den Sprung ins morgige ESC-Finale. Auch der Bulgare Kristian Kostow darf noch einmal auftreten. Er gilt als einer der Favoriten der Buchmacher. Beim Publikum im Internationalen Ausstellungszentrum in Kiew kam besonders der weißrussische Beitrag des Duos Naviband "Story Of My Life" an.

Deutschlands erster Beitrag zum Immateriellen Kulturerbe

Unesco-Urkunde für die Genossenschaftsidee

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer, hat sie überreicht: Damit ist die erste Eintragung Deutschlands in die Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes offiziell: Die genossenschaftliche Selbsthilfe, im 19. Jahrhundert von Friedrich Wilhelm Raifeisen entwickelt. Böhmer sagte zur Idee, die angesichts der Not der Landbevölkerung entstanden war: "Rund 800 Millionen Menschen in über 100 Ländern sind genossenschaftlich organisiert und setzen sich so für die nachhaltige Entwicklung ihrer Regionen ein." Zum Immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen und Kulturformen. Über die nächste deutsche Nominierung "Orgelbau und Orgelmusik" soll laut Unesco im Dezember 2017 entschieden werden.

Kritiker Joachim Kaiser gestorben

Der langjährige Feuilleton-Chef der SZ wurde 88 Jahre alt

"Es ist mir eigentlich egal, wer unter mir Feuilleton-Chef ist." Das soll Joachim Kaiser gesagt haben, nachdem er eben jenes Amt 1977 bei der "Süddeutschen Zeitung" aufgegeben hatte. Im Nachruf der SZ heißt es: "Seine Rolle in der Zeitung behielt er", der "jahrzehntelang der wohl einflussreichste deutsche Musikkritiker" war. 1928 in Ostpreußen geboren, studierte Joachim Kaiser Musikwissenschaft, Germanistik und Philosophie, unter anderem bei Theodor W. Adorno. 1951 begann Kaisers journalistische Karriere bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". 1959 kam er in die Kulturredaktion der SZ und wurde neben seinem Freund Marcel Reich-Ranicki zum "Kritikerpapst". Kultur als Luxus zu betrachten, nannte er "leichtsinnig". Seine Lebenserinnerungen tragen den Titel "Ich bin der letzte Mohikaner".

Pippi Langstrumpfs Papagei wird 50 Jahre alt

Der Ara spielte in der Verfilmung von 1970

Er ist ein Männchen und hört auf den Namen Douglas. Bekannt aber wurde der hellrote Papagei als Rosalinde in "Pippi in Taka-Tuka-Land". Weil der Zoo in seiner schwedischen Heimat Malmö keinen Platz mehr hatte, zog der alte Herr mit seiner Gattin Gojan nach Deutschland. Seit vergangenem Jahr wohnt er im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe. Sein Geburtstag soll nach Angaben des Zoos am 20. Mai gefeiert werden. Gojan ist inzwischen gestorben, Douglas ist neu liiert.

Kölner U-Bahn-Bau Grund für Einsturz des Stadtarchivs

Das entsprechende Gutachten liegt der Staatsanwaltschaft vor

Es war der 3. März 2009, als das Stadtarchiv von Köln im Schlammwasser verschwand und zwei Menschen starben. Was seit damals vermutet wird, hat sich nun bestätigt: Eine Fehlstelle in einer unterirdischen Schlitzwand beim Bau der U-Bahn hat zum Einsturz geführt. Ob auf der Grundlage des nun vorliegenden Gutachtens Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer in Köln. Seinen Angaben zufolge drängt die Zeit, denn zehn Jahre nach dem Unglück verjährt das Unglück - obwohl die Staatsanwaltschaft zur Sicherheit 100 Beschuldigte nannte, um der eigentlich schon nach fünf Jahren einsetzenden Verjährung
vorzubeugen.

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