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Kulturnachrichten

Mittwoch, 3. Mai 2017

Frühes Delacroix-Bild für Neue Pinakothek

Münchner Sammlung besitzt nach Schenkung fünf Bilder des bedeutenden Malers

Die Neue Pinakothek in Münchens hat als Schenkung ein Gemälde des französischen Romantikers Eugene Delacroix (1798-1863) erhalten. Durch die Schenkung besitzt das Haus nun fünf Gemälde des Malers, der zu den bedeutendsten Künstlern des 19. Jahrhunderts zählt. Das Bild mit Pferdemotiven könnte auf der Englandreise des Künstlers 1825 entstanden sein. Das Werk ist ein Geschenk von Christoph Heilman. Er war von 1975 bis 2000 Konservator der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und gründete 2003 eine nach ihm benannte Stiftung, in die er die Gemälde seiner privaten Sammlung früher Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts einbrachte.

Studiengebühren für Ausländer in Baden-Württemberg

Semester soll 1500 Euro kosten

Studenten aus Nicht-EU-Ländern müssen in Baden-Württemberg künftig Gebühren zahlen. Ein entsprechendes Gesetz beschloss der Landtag. Vom Wintersemester 2017/18 werden somit 1500 Euro pro Semester fällig. Es gibt aber Ausnahmen, etwa für Studenten aus ärmeren Regionen. Die Zahl der internationalen Studenten beträgt derzeit etwa gut 20 000. Sie haben aber "Bestandsschutz" und sind ausgenommen. Auch ein Zweitstudium wird kostenpflichtig. Zu zahlen sind 650 Euro pro Semester, aber nur wenn für das jeweilige Studium kein Erststudium erforderlich ist. Baden-Württemberg ist das erste Bundesland, in dem Studenten aus Nicht-EU-Ländern für ihr Studium zahlen müssen. Die Landesrektoren begrüßen die Einführung von Studiengebühren. Ein gebührenpflichtiges Studium sei weltweit die Regel und behindere die Internationalisierung der Hochschulen nicht. Die Bildungsgewerkschaft GEW hingegen kritisierte die "Hochschul-Maut" als beschämend für das Land.

Rattle will Philharmoniker auch als Gast dirigieren

Berliner Chefdirigent übernimmt ab September das London Symphony Orchestra

Der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, Sir Simon Rattle, will auch nach seinem Abschied aus Berlin gelegentlich als Gastdirigent das Orchester leiten. "Auf jeden Fall", sagte Rattle auf eine entsprechende Frage bei seiner letzten Programmpräsentation in Berlin. Er freue sich, dass das Orchester Kirill Petrenko zu seinem Nachfolger gewählt habe. Petrenko sei ein großartiger Mensch und Musiker. Der Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper übernimmt die Philharmoniker im Jahr 2019. Rattle startet im September neben seiner letzten Berliner Saison auch als Chefdirigent des London Symphony Orchestra und wird in dieser Zeit zwischen beiden Städten pendeln. In der Saison 2018/19 wird das Orchester ohne Chefdirigenten spielen.

Prominente Schauspieler bei Nibelungen-Festspielen

Intendant Hofmann: "Worms wird in diesem Jahr ein Traum-Ensemble erleben"

Mehmet Kurtulus, Heio von Stetten, David Bennent: Für "GLUT" - das neue Stück der Wormser Nibelungen-Festspiele - hat Intendant Nico Hofmann prominente Film- und Theaterschauspieler gewonnen. Auch Dennenesch Zoudé und Oscar Ortega Sanchez sind mit von der Partie, wie die Festspiele mitteilten. Bereits bekannt ist, dass erneut Alexandra Kamp, Ismail Deniz und Sascha Göpel mitspielen. Aufgeführt wird "GLUT" vom 4. bis zum 20. August an 16 Abenden vor dem Wormser Dom. "Worms wird in diesem Jahr ein Traum-Ensemble erleben - mit Mehmet Kurtulus kehrt einer meiner Lieblingsdarsteller auf die Bühne zurück, mit David Bennent ein Theaterstar, der in Paris Geschichte geschrieben hat", sagte Hofmann der Deutschen Presse-Agentur. Details werden am 15. Mai in Berlin verkündet. Bennent ist aus dem Film "Die Blechtrommel" bekannt.

Theo Koll erhält Hildegard-von-Bingen-Preis

Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert

Theo Koll, Leiter des ZDF-Auslandsstudios Paris, erhält den Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik 2017. Das gab das Preis-Kuratorium am Mittwoch in Mainz bekannt. Dort soll Koll die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung am 1. Oktober überreicht werden. Zur Begründung erläuterte das Kuratorium, Koll schätze einen vorurteilsfreien, gewissenhaften und investigativen Journalismus. Er schildere mit ruhigem Blick für das Wesentliche die Geschicke der Menschen. Er betone das Verbindende und nicht das Trennende, ohne dabei das Ungewöhnliche und das Besondere zu übersehen. Koll, der seit Juli 2014 das ZDF-Studio in Paris leitet, war zuvor unter anderem Chef des Londoner ZDF-Studios und Moderator der ZDF-Magazine "Frontal 21" und " auslandsjournal".

Sammlerfamilie schenkt Chipperfield-Haus doch nicht

Enttäuschung bei der Stiftung Preussischer Kulturbesitz

Die Galeristenfamilie Bastian will ihr von Stararchitekt David Chipperfield gebautes Haus in Berlin nun überraschend doch nicht verschenken. Das teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit. Firmengründer Heiner Bastian sagte der Deutschen Presse-Agentur, je näher der Termin der Vertragsunterzeichnung gekommen sei, desto stärker sei die emotionale Bindung der Familie an das Haus gewachsen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz reagierte ungewöhnlich harsch auf die Entscheidung. Man habe den "äußerst überraschenden Schritt mit großem Unverständnis und Bedauern zur Kenntnis genommen", hieß es. Das futuristische Galeriehaus an der Museumsinsel sollte eigentlich bereits im kommenden Jahr als kulturelles Bildungszentrum der Stiftung eröffnen. Die Familie Bastian hatte das Galeriehaus 2006/2007 nach einem Entwurf von Chipperfield bauen lassen. Es liegt schräg gegenüber dem Neuen Museum, dessen vielfach preisgekrönte Sanierung ebenfalls von Chipperfield stammt.

Neue Konvention zum Schutz von Kulturgütern

Europarat will Illegalen Kulturguthandel strenger bestrafen

Mit einem strengeren Strafrecht soll gegen den illegalen Handel und die Zerstörung von Kulturgütern vorgegangen werden. Heute beschloss der Europarat in Straßburg eine neue Konvention. "Wir können nicht länger danebenstehen und zusehen, wie Terroristen historische Stätten zerstören und mit wertvollen kulturellen Gütern handeln", sagte Generalsekretär Thorbjørn Jagland. Mit der Unterzeichnung können sich die 47 Mitgliedsstaaten des Europarats dazu verpflichten, künftig Diebstahl kultureller Güter, rechtswidrige Ausgrabungen, illegaler Import und Export sowie der Ankauf gestohlener Güter strenger zu bestrafen. Auch Freiheitsstrafen können dazugehören. Beim illegalen Handel mit Kulturgütern werden Milliarden Dollar umgesetzt. Bedroht ist vor allem das kulturelle Erbe in Kriegs- und Krisengebieten, aber auch in Europa.

Rundfunkgebühren könnten über einen Euro steigen

KEF-Chef erwartet Beitragserhöhung in "ungewohnter Größenordnung"

Die Kommission für den Finanzbedarf der öffentlich-rechtlichen Sender (KEF) geht davon aus, dass die Rundfunkgebühren um mehr als einen Euro pro Monat steigen könnten. Genaue Zahlen könne es erst "geben, wenn man weiß, was 2019/2020 auf dem Tisch liegt", sagte KEF-Chef Heinz Fischer-Heidlberger am Mittwoch dem Mitteldeutschen Rundfunk. Er gehe aber "davon aus, dass das auf jeden Fall über einem Euro Zusatzbeitrag liegen wird". Der KEF-Chef würdigte zwar die Sparbemühungen der öffentlich-rechtlichen Sender, verwies aber darauf, dass es durch neue Techniken sowie die Ausdehnung der Mediatheken und Telemedien zusätzliche Aufwendungen gebe. Deswegen werde es möglicherweise eine Beitragserhöhung in einer "ungewohnten Größenordnung" geben. Die Rundfunkgebühren liegen derzeit bei monatlich 17,50 Euro. Die öffentlich-rechtlichen Sender melden ihren Finanzbedarf bei der KEF an, die diesen prüft. Die endgültige Entscheidung über die Beitragshöhe liegt bei den Ländern.

Deutsche Künstlerin für Turner-Preis nominiert

Shortlist steht fest

Die deutsche Künstlerin Andrea Büttner hat es in die Endauswahl des renommierten britischen Turner-Preises geschafft. Büttner überzeugte die internationale Jury mit ihrem Portfolio an Skulpturen, Gemälden und Filmen, mit denen sie die Grenzen des Körpers thematisiert. Die gebürtige Stuttgarterin (Jahrgang 1972) studierte in Berlin, sie lebt und arbeitet in London und Frankfurt/Main. Erst ein Deutscher - Wolfgang Tillmans - hat den Turner-Preis bekommen. Neben Büttner nominierte die Jury mit Hurvin Anderson und Lubaina Himid zwei Künstler, die über 50 Jahre alt sind, was ein Novum darstellt. Bis zum vergangenen Jahr galt die Altersgrenze von 50. Die vierte Kandidatin auf der Shortlist ist die Filmkünstlerin Rosalind Nashashibi, wie die Jury mitteilte. Der 1984 ins Leben gerufene und nach dem Maler William Turner benannte Preis gilt als wichtigste britische Auszeichnung für moderne Kunst. Geehrt werden Künstler, die in Großbritannien geboren wurden, dort leben oder arbeiten. Der Preisträger erhält 25 000 Pfund (knapp 30 000 Euro).

Südafrikanischer Autor Karel Schoeman gestorben

Renommierter Schriftsteller nahm sich mit 77 Jahren das Leben

Der Südafrikanische Schriftsteller Karel Schoeman ist tot. Am Montagabend starb er in einem Altersheim in Bloemfontein durch Suizid. Zu seinem Werk gehören rund 20 Romane, Monografien, Reisebeschreibungen und Biographien. Schoeman wurde mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet und galt zeitweilig auch als Anwärter auf den Literaturnobelpreis. Sein bekanntester Roman "Promised Land" wurde verfilmt. Der Apartheid-Gegner schrieb vor allem in seiner Muttersprache Afrikaans. Einige seiner Werke wurden ins Englische, Französische, Niederländische und Russische übersetzt. Auf Deutsch erschien der Roman "In einem fremden Land". In einem Abschiedsbrief erklärte Schoeman, er hoffe, dass sein Tod dazu beitragen werde, in Südafrika zu einer offeneren Debatte zum Thema Sterbehilfe zu kommen. Das eigene Leben zu beenden, sei eine höchst persönliche Entscheidung, die er nicht blind empfehlen wolle. Er sei froh, dass er die Entscheidung treffen und ausführen könne, schrieb Schoeman in dem Brief.

Dresdner Sinfoniker spielen gegen Trumps Mauerpläne

Die Finanzierung ist fast gesichert

Im Gegensatz zu der Milliarden teuren Mauer, die Donald Trump zwischen die USA und Mexiko setzen will, steht die Finanzierung des Dresdner Musikprojekt „Tear Down This Wall" schon fast. Über eine Crowdfunding-Kampagne haben die Sinfoniker bereits über 13 000 Euro eingesammelt, knapp 2000 Euro fehlen noch.
"Auch viele Amerikaner haben gespendet", sagte Rindt. Die Dresdner Sinfoniker sehen ihr Konzert nur als Initialzündung für eine ganze Reihe von Veranstaltungen lokaler Orchester, Bands und Künstler entlang der 3100 Kilometer langen Grenze. "Jeder ist aufgefordert, selbst etwas zu organisieren", sagte Rindt. "Wir wollen viele kleine Flashmobs." Die Dresdner Sinfoniker selbst werden das eigens komponierte Stück „Answered Question" von Wieland Reißmann spielen. Außerdem Kompositionen von Frank Zappa, Chicago und Pink Floyd. Ihr Konzert soll am 3. Juni nahe dem Freundschaftspark zwischen Tijuana und San Diego stattfinden.

Wilsons "Sandmann" eröffnet die Ruhrfestspiele

US-Starregisseur inszeniert Schauermärchen als Rockspektakel

Mit der Weltpremiere des Märchens "Der Sandmann" in einer Inszenierung des US-Starregisseurs Robert Wilson werden heute Abend um 19 Uhr die Ruhrfestspiele in Recklinghausen offiziell eröffnet. Der 75-jährige Wilson hat aus dem schwarzromantischen Märchen von E.T.A. Hoffmann aus dem Jahr 1816 ein bildgewaltiges Rockspektakel mit der Musik der britischen Singer-Songwriterin Anna Calvi gemacht. "Der Sandmann" ist eine Koproduktion mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus und läuft dort ab dem 20. Mai. Probeaufführungen in Düsseldorf lösten Begeisterung beim Publikum aus. Ruhrfestspiele-Intendant Frank Hoffmann nimmt in seiner vorletzten Spielzeit unter dem Motto "Kopfüber Weltunter" gesellschaftliche Umbrüche, Revolutionen, Terrorangst und das allgemeine Gefühl der verlorenen Gewissheiten in den Blick. Bis zum 18. Juni sind bei den Ruhrfestspielen mehr als 108 Produktionen zu sehen.

Simon Rattle stellt Berliner Abschieds-Programm vor

Chefdirigent der Philharmoniker wechselt nach London

Zum letzten Mal stellt Sir Simon Rattle am Mittag das Programm der Berliner Philharmoniker vor. Der Brite, der seit 2002 Chefdirigent der Philharmoniker ist, wechselt im Herbst zum London Symphony Orchestra, wird aber dann ein Jahr lang zwischen London und Berlin pendeln. Nach einer Spielzeit ohne Chefdirigent soll der russische Dirigent Kirill Petrenko, zur Zeit Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, 2019 auf den begehrten Posten wechseln. Auch Philharmoniker-Intendant Martin Hofmann stellt sich ein letztes Mal auf einer Jahrespressekonferenz des Orchesters den Fragen der Journalisten. Ende der Saison gibt er seinen Posten nach sechs Jahren auf. Nachfolgerin ist die Musikmanagerin Andrea Zietzschmann, die bisher für die vier NDR-Klangkörper zuständig war. Die Pressekonferenz ist auch live über das Streaming-Angebot der Philharmoniker zu sehen.

Sonderausstellung "Luther und die Deutschen" beginnt

Nationale Luther-Ausstellung in Eisenach wird eröffnet

"Luther und die Deutschen" heißt die Nationale Sonderausstellung, die am Nachmittag um 17.00 Uhr in der Wartburg bei Eisenach eröffnet wird. Die Schau, die das besondere Spannungsverhältnis beleuchten will, ist neben Wittenberg und Berlin eine von drei Nationalen Sonderausstellungen zum Jubiläum 500 Jahre Reformation und bis zum 5. November geöffnet. Rund 300 Exponate von nationalen und internationalen Leihgebern - Gemälde, Druckwerke, Skulpturen, Grafiken und Alltagsgegenstände - sind auf mehr als 1000 Quadratmetern zu sehen. 1521 war der "vogelfreie" Martin Luther zu seinem Schutz auf die Wartburg gebracht worden. Dort übersetzte der Reformator das Neue Testament ins Deutsche und schuf damit eine Grundlage für eine einheitliche deutsche Schriftsprache.

Neue Vorsitzende des Komitees für Friedensnobelpreis

Berit Reiss-Andersen ist Rechtsanwältin, Politikerin und Autorin

Das Komitee, das den Friedensnobelpreis vergibt, hat eine neue Vorsitzende. Die Rechtsanwältin, Politikerin und Autorin Berit Reiss-Andersen tritt die Nachfolge der im Februar im Alter von 65 Jahren an Krebs gestorbenen Rechtsanwältin Kaci Kullmann Five an. Beim Nobelinstitut gingen dieses Jahr bereits 318 Kandidaturen für den Friedensnobelpreis ein. Verkündet wird der Preisträger im Oktober.

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