Seit 13:05 Uhr Länderreport

Mittwoch, 19.06.2019
 
Seit 13:05 Uhr Länderreport

Kulturnachrichten

Samstag, 28. Mai 2016

Schauspieler Giorgio Albertazzi gestorben

Matteo Renzi würdigte den Verstorbenen

Der italienische Schauspieler und Regisseur Giorgio Albertazzi ist im Alter von 92 Jahren in der Toskana gestorben. Ministerpräsident Matteo Renzi bestätigte den Todesfall und pries Abertazzi als große Persönlichkeit der italienischen Kultur. Präsident Sergio Mattarella beschrieb in als Lehrmeister von Generationen von Regisseuren und Schauspielern. Albertazzi war besonders bekannt für seine Darstellung des Kaisers Hadrian nach Motiven des Buchs "Ich zähmte die Wölfin" von Marguerite Yourcenar. Die Rolle spielte er mehr als 1000 Mal bis ins hohe Alter in Italien und im Ausland. Oft stand er in Shakespeare-Stücken auf der Bühne. Zudem arbeitete er mit den größten italienischen Filmregisseuren, darunter Lucchino Visconti und Franco Zeffirelli. Großen Erfolg hatte Albertazzi mit der Rolle des Mannes in Alain Resnais Film "Letztes Jahr in Marienbad".

Mutmaßliche Bacon-Kunsträuber festgenommen

Die fünf Gemälde wurden vor einem Jahr gestohlen

Ein knappes Jahr nach dem Diebstahl von fünf Gemälden des irischen Malers Francis Bacon hat die spanische Polizei sieben Verdächtige festgenommen. Dies teilten die Ermittler am Samstag mit. Doch blieb offen, wann die Personen gefasst wurden. Die Ermittlungen liefen noch, hieß es. Der Besitzer der fünf Gemälde im Wert von 25 Millionen Euro hatte den Diebstahl im Juli 2015 gemeldet. Keines der Bilder wurde bisher sichergestellt. Doch erfuhren die Ermittler nach eigenen Angaben im Februar von einer britischen Firma, die um Feststellung der Herkunft von Kunstwerken gebeten worden war. Dabei waren Fotos der Bacon-Bilder mitgeschickt worden. Dies führte zu den Festnahmen, wie es hieß.

Illner verteidigt Präsenz von AfD-Politikern

Viele rechte Talkgäste in der Sendung"Maybritt Illner"

Die ZDF-Talkmoderatorin Maybrit Illner hat die zuletzt hohe Präsenz von AfD-Politikern in ihrer Sendung verteidigt. "Man muss mit ihren Anhängern und Vertretern diskutieren und nicht so tun, als gäbe es sie nicht. Vom Verschweigen verschwindet das Phänomen ja nicht", sagte Illner der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Deshalb rede sie trotz des Lügenpresse-Vorwurfs nicht über die AfD, sondern mit ihr, erklärte die Moderatorin: "Wer sind die? Warum sehen sie sich als Opfer des 'Systems' und die Flüchtlinge als 'Aggressoren'?" Der Lügenpresse-Vorwurf sei absurd, betonte sie. "Wer behauptet, dass die Presse lügt, unterstellt ja, dass wir wider besseres Wissen eine verlogene, tendenziöse und manipulierte Berichterstattung betreiben. Das ist schlicht Blödsinn."

Aachener Dom nach 30 Jahren grundsaniert

Abschluss der Sanierung wird auch gefeiert

Die Grundsanierung des Aachener Doms ist nach 30 Jahren abgeschlossen. Nach Angaben der Dombauleitung wurden 37 Millionen Euro investiert für die Arbeiten an Statik, Mauerwerk, Dächern, Dachstühlen, Fenstern, Mosaiken und Marmorplatten. Trotzdem könne man jetzt nicht die Hände in den Schoß legen, sagte Dombaumeister Helmut Maintz: "Was wir in den letzten 30 Jahren gemacht haben, müssen wir jetzt pflegen." Zu den großen Maßnahmen zählten die statische Stabilisierung des Dachstuhls des Oktogons im karolingischen Zentralbau des Aachener Doms, die Sanierung des 1200 Jahre alten Mauerwerks oder auch der Einbau neuer Ringanker in die gotische Chorhalle. Etwa ein Drittel der Kosten sei über Spenden finanziert worden. Das Domkapitel will zum Abschluss feiern, vom 3. bis 5.

Goldener Löwe für spanischen Länder-Pavillon

Architektur-Biennale in Venedig wird fürs Publikum eröffnet

Mit einem Goldenen Löwen für Spanien ist am Samstag in Venedig die 15. Architektur-Biennale fürs Publikum eröffnet worden. Die Jury zeichnete den spanischen Pavillon mit der Ausstellung "Unfinished" als besten nationalen Beitrag aus. Lobende Erwähnungen gab es für die Länderbeiträge aus Japan und Peru. Der deutsche Beitrag "Making Heimat" ging leer aus. Insgesamt beteiligen sich 65 Nationen an der Ausstellung, die noch bis 27. November zu sehen ist. Hauptschauplätze sind die Gärten Venedigs mit ihren historischen Länderpavillons und das ehemalige Werftgelände.

Leander Haußmanns Abschiedsinszenierung vom Theater

Regisseur protestiert gegen Berliner Kulturpolitik

Starker Beifall für Leander Haußmanns Interpretation von Schillers "Die Räuber": Die zwischen Klamauk und Kitsch changierende Inszenierung, die einen vorläufigen Schlusspunkt unter die Theaterlaufbahn des Regisseurs setzt, hatte am Berliner Ensemble Premiere. Der 56-jährige Theater- und Filmregisseur ("Sonnenallee") hatte vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass er sich für eine Weile von der Theaterbühne verabschiede. Mit dem Ende der Intendanzen von Frank Castorf und Claus Peymann an der Volksbühne Berlin und am Berliner Ensemble gehe die Epoche der Künstler, die Theater leiten, zu Ende. Haußmann protestiert mit seiner Entscheidung gegen Berlins Kulturpolitik. Der wirft er vor, bei Neubesetzungen von Theaterintendanzen künstlerische Kompetenz von Kandidaten außer Acht zu lassen.

"Fritz Bauer" gewinnt Deutschen Filmpreis

Politthriller von Lars Kraume erhält sechs Preise.

"Der Staat gegen Fritz Bauer" hat die Lola als bester deutscher Film gewonnen. Das gab die Deutsche Filmakademie in Berlin bekannt. Kraumes Film setzte sich auch in den Kategorien Regie, Drehbuch, Kostümbild, Szenenbild und Nebendarsteller durch. Der Film über die zögerliche Aufarbeitung der Nazi-Diktatur war in insgesamt neun Kategorien nominiert. Die Lola in Silber ging an "Herbert" von Thomas Stuber, Bronze holte "Vier Könige" von Theresa von Eltz. Gleich zwei Preise gab es für die Schauspielerin Laura Tonke, für die Hauptrolle in "Hedi Schneider steckt fest" und die Nebenrolle in "Mängelexemplar". Bester Hauptdarsteller wurde Peter Kurth ("Herbert"). Die Neuverfilmung von "Heidi" (Regie: Alain Gsponer) gewann die Lola als bester Kinderfilm. Der Preis für die beste Dokumentation ging an "Above and Below" von Nicolas Steiner. Zwei undotierte Lolas waren bereits vor dem heutigen Abend fest vergeben. Für den besucherstärksten Film "Fack Ju Göhte 2", der fast 8 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte, und Produzentin Regina Ziegler ("Weissensee").

Altsteinzeitliche Höhlenmalereien in Spanien gefunden

"Niemand hat mit einer Entdeckung dieser Größenordnung gerechnet"

Spanische Archäologen haben in einer Höhle im Baskenland altsteinzeitliche Höhlenmalereien entdeckt. Die gemalten und geritzten Bilder von Pferden, Büffeln, Ziegen und Rotwild seien 12 500 bis 14 500 Jahre alt und zählten zu den best erhaltenen im ganzen Land, sagte Chefarchäologe Diego Garate. Allerdings befinde sich der Fundort an einem Felsvorsprung in 300 Metern Tiefe in der Atxurra-Höhle an einer so gefährlichen Stelle, dass die Malereien wohl nie der Öffentlichkeit zugänglich sein werden. Die Höhle war 1929 entdeckt und zwischen 1934 und 1935 erstmals erforscht worden. Die Malereien wurden aber erst entdeckt, nachdem Garate und sein Team dort 2014 ihre Untersuchungen begonnen hatten. "Niemand hat mit einer Entdeckung dieser Größenordnung gerechnet", sagte der Prähistoriker José Yravedra von der Madrider Universität Complutense.

Gravierende Planungsmängel bei Berliner Staatsoper

Parlamentarischer Untersuchungsbericht liegt jetzt vor

Politischer Druck und gravierende Planungsmängel haben nach Erkenntnissen des Untersuchungsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus den Bauskandal der Staatsoper Unter den Linden ausgelöst. Entscheidungszwänge und Zeitdruck seien "in der Summe verhängnisvoll" gewesen, sagte der Ausschussvorsitzende Wolfgang Brauer (Linke). Der Bericht kommt zu der Einschätzung, dass das Parlament der Hauptstadt früh die Notbremse hätte ziehen müssen. Grüne und Piraten werfen der rot-schwarzen Regierung vor, die politische Verantwortung für das Debakel während der Amtszeit des Regierenden Bürgermeisters und Kultursenators Klaus Wowereit (SPD) unter den Tisch kehren zu wollen. Der Bericht soll am 23. Juni dem Parlament vorgelegt werden. Die Sanierung der Staatsoper war zunächst mit 239 Millionen Euro veranschlagt worden. Inzwischen sind es 400 Millionen Euro.

Hitlers Geburtshaus soll enteignet werden

Gesetzentwurf ist letztes Mittel des Staates im Streit mit Eigentümerin

Österreichs Regierung hat einen Gesetzesentwurf eingebracht, der die Enteignung des denkmalgeschützten Geburtshauses von Adolf Hitler in Braunau am Inn ermöglichen soll. Das erklärte das Innenministerium in Wien. Der Staat will das Haus langfristig kontrollieren, um einen Pilgerort für Nazis zu verhindern. Die Eigentümerin, deren Familie das es seit mehr als einem Jahrhundert gehört, verweigerte aber dringend benötigte Renovierungsarbeiten, weshalb das Haus seit 2011 leer steht. Mehrere Kaufangebote des österreichischen Staates lehnte sie ab. Nach der Enteignung soll sie finanziell entschädigt werden. Der Umgang mit dem Haus hat unter den Bewohnern von Braunau eine heftige Diskussion ausgelöst: Einige wollten es zu einem Flüchtlingsheim umwandeln, andere dort ein Museum für die Befreiung Österreichs einrichten.

Unseld-Berkéwicz erhält Moses-Mendelssohn-Medaille

Das wurde in Potsdam mitgeteilt

Ulla Unseld-Berkéwicz erhält die Moses-Mendelssohn-Medaille 2016. Die Laudatio auf die Suhrkamp-Verlegerin wird die Münchener Publizistin Rachel Salamander halten. Der Preis wird am 6. September in Berlin überreicht. Mit dem Preis ausgezeichnet wurden bislang unter anderem Daniel Barenboim, Berthold Beitz, Friede Springer und Hubert Burda.

ZDF-Chefredakteur lehnt Begriff "Lügenpresse" ab

Peter Frey Gast beim Deutschen Katholikentag

Der Chefredakteur des ZDF hat sich gegen die Verwendung des Begriffs "Lügenpresse" ausgesprochen. Es sei eine "Dummheit von uns, den Begriff 'Lügenpresse' wieder in den akademisch-journalistischen Dialog einzuführen", sagte Peter Frey in Leipzig. Diese Formulierung werde "von den Feinden der Demokratie benutzt". Zwar müsse sich auch das Zweite Deutsche Fernsehen mit seiner eigenen Glaubwürdigkeit beschäftigen. Doch aktuelle Befragungen zeigten: "Es gibt die große Glaubwürdigkeitkrise nicht." Dennoch müsse auch das ZDF wahrnehmen, dass es in der Bevölkerung eine zunehmende Unzufriedenheit gebe, betonte Frey mit Blick auf die letzten Wahlergebnisse der AfD. Das habe der Sender angesichts der vielen internationalen Krisen in den vergangenen Jahren möglicherweise nicht genügend beachtet. "Vielleicht haben wir zu stark Mittelschichtsfernsehen gemacht und uns zu wenig der sozialen Lage im Land zugewendet", so Frey.

Klimawandel bedroht auch Welterbestätten

Das teilte die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn mit

Der Klimawandel ist einer aktuellen Studie zufolge eines der größten Risiken für Welterbestätten. Dennoch werde der Klimawandel in Managementstrategien und in der Entwicklung touristischer Nutzungskonzepte zu wenig berücksichtigt, sagte die Direktorin des Unesco-Welterbezentrums, Mechtild Rössler. Sie forderte deshalb weitere Anstrengungen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Für die Studie "Welterbe und Tourismus in einem sich wandelnden Klima" hatten Forscher 31 Weltnatur- und Kulturerbestätten in 29 Ländern untersucht. Risiken nicht nur für Venedig, das Wattenmeer, Stonehenge oder die Galapagos-Inseln sind demzufolge steigende Temperaturen, schmelzende Gletscher, steigender Meeresspiegel, extreme Dürren und längere Waldbrandzeiten.

Kulturnachrichten hören

Mai 2016
MO DI MI DO FR SA SO
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Fazit

Kultursymposium WeimarDie Route wird neu berechnet
Auf dem Festivalgelände des E-Werks beim Kultursymposium in Weimar stehen Zelte, auf die Bilder und Schriften projiziert sind. (Joerg Glaescher/Goethe-Institut)

Die Welt wird komplexer, Orientungslosigkeit macht sich breit allenthalben. Dem setzt das Goethe-Institut in Weimar sein Kultur-Symposium entgegen, bei dem Experten aus allen Bereichen mit Künstlern nach Antworten auf die Fragen der Zukunft suchen.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur