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Kulturnachrichten

Sonntag, 22. Mai 2016

Brite Ken Loach gewinnt Goldene Palme in Cannes

Deutsche Regisseurin Maren Ade geht leer aus

Der britische Regisseur Ken Loach hat beim diesjährigen Filmfestival von Cannes die Goldene Palme gewonnen. Der 79-Jährige erhielt den begehrten Preis für sein Sozialdrama "I, Daniel Blake". Loach überzeugte die Jury unter dem Vorsitz des Australiers George Miller mit seinem Film über den kafkaesken Kampf eines Schreiners um staatliche Unterstützung, nachdem er wegen eines Herzinfarkts nicht mehr arbeiten kann. Der linksgerichtete Filmemacher Loach ist bekannt für seine Dramen, in denen er die Schicksale sozial Benachteiligter darstellt und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten anprangert. 2006 hatte er bereits die Goldene Palme für das Kriegsdrama "The Wind That Shakes The Barley" gewonnen. Die deutsche Regisseurin Maren Ade ging leer aus, die mit "Toni Erdmann" zu den Favoriten gezählt hatte. Ihr Film erhielt jedoch den Kritikerpreis der Internationalen Filmpresse. Als beste Schauspielerin wurde die Philippinerin Jaclyn Jose für ihre Leistung in dem Anti-Korruptions-Drama "Ma' Rosa" von Brillante Mendoza ausgezeichnet. Bester Schauspieler wurde der Iraner Shahab Hosseini für seine Rolle im Film "The Salesman" des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi. Der Große Preis der Jury ging an den erst 27 Jahre alten Kanadier Xavier Dolan für seinen Film "Juste la fin du monde"

Brasilianisches Kulturministerium bleibt erhalten

Übergangspräsident zieht Schließungsankündigung zurück

Nach einer Protestwelle von Künstlern wird das Kulturministerium in Brasilien nun doch nicht abgeschafft. Der Übergangspräsident Michel Temer hatte versprochen, die Zahl von 31 Ministerien deutlich zu reduzieren - der Kulturbereich sollte vom Bildungsministerium mitvertreten werden. Auf Konzerten wurde gegen den Schritt protestiert. Zudem kam es zu Demonstrationen und Besetzungen von Gebäuden. Auch auf dem Filmfestival Cannes protestierten brasilianische Regisseure gegen den Plan. Nun will Temer, der die suspendierte Präsidentin Dilma Rousseff abgelöst hat, doch ein eigenes Ministerium einrichten. Der zunächst als Kultur-Beauftragter im Bildungsministerium vorgesehene Marcelo Calero soll am Dienstag das Amt übernehmen. Er war zuvor für die Kulturarbeit in der Olympiastadt Rio de Janeiro zuständig.

Alfred-Kerr-Preis für Schauspieler Marcel Kohler

Preisverleihung zum Abschluss des Theatertreffens

Der Alfred-Kerr-Darstellerpreis 2016 geht an den Schauspieler Marcel Kohler. Der 24-Jährige vom Deutschen Theater Berlin bekam die Auszeichnung zum Abschluss des 53. Berliner Theatertreffens überreicht. Kohler erhalte den Preis für seine Rolle des Studenten Arkadij Nikolajitsch Kirsanow in Daniela Löffners Inszenierung "Väter und Söhne" (Brian Friel nach Iwan Turgenjew), teilten die Berliner Festspiele mit. Der mit 5000 Euro dotierte Kerr-Preis wird für die herausragende Leistung eines Nachwuchstalents in einer der zum Festival eingeladenen Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vergeben. Jurorin war in diesem Jahr die Schauspielerin Maren Eggert (42) vom Deutschen Theater Berlin.

Bundesratspräsident Tillich eröffnet Museumstag

Bundesweiter Auftakt in Richard-Wagner-Stätten bei Dresden

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat die Museen in Deutschland als Bindeglieder zwischen den Kulturen gewürdigt. Sie seien Orte der Begegnung und der Bildung und könnten auf ganz besondere Weise Brücken bauen: vom Gestern ins Morgen und zwischen den Kulturen, erklärte Tillich zur bundesweiten Eröffnung des Internationalen Museumstages in den Richard-Wagner-Stätten in Pirna-Graupa. Der 39. Aktionstag steht in diesem Jahr unter dem Motto "Museen in der Kulturlandschaft". Bundesweit beteiligten sich daran in diesem Jahr mehr als 1.600 von insgesamt mehr als 6.500 Museen. Der Internationale Museumstag wurde 1977 vom Internationalen Museumsrat ICOM ausgerufen und 1978 erstmals gefeiert. 2015 beteiligten sich weltweit rund 35.000 Museen.

Sopranistin Waltraud Meier erhält Richard-Wagner-Preis

Stadt Leipzig ehrt 60-Jährige für ihr Lebenswerk

Die Mezzosopranistin Waldtraud Meier ist in Leipzig für ihr Lebenswerk mit dem diesjährigen Richard-Wagner-Preis der Stadt ausgezeichnet worden. Die Sängerin nahm den mit 10.000 Euro dotierten Preis im Rahmen der Richard-Wagner-Festspiele in der Leipziger Oper entgegen, wie die Leipziger Richard-Wagner-Stiftung mitteilte. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis für den künstlerischen Nachwuchs ging in diesem Jahr an den griechischen Bassbariton Alexandros Stavrakakis.

Kinderbuch-Illustrator Adolf Born gestorben

Tschechischer Künstler starb mit 85 Jahren

Der tschechische Kinderbuch-Illustrator und Grafiker Adolf Born ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Das berichtete die Agentur CTK unter Berufung auf die Familie. Den Leser nahm Born, der mehr als 250 Bücher illustrierte, mit in eine Welt fantasievoller bis grotesker Geschöpfe. Auf Deutsch erschien 2004 eine illustrierte Ausgabe der Märchen der Brüder Grimm. Geboren am 12. Juni 1930 in Gmünd (Ceske Velenice), wuchs Born zweisprachig Deutsch und Tschechisch auf. Einen Namen machte er sich zunächst als Karikaturist, bevor er nach Schwierigkeiten mit dem kommunistischen Regime auf Kinderbuch-Illustrationen umschwenkte. Er gewann zweimal die Goldmedaille der Internationalen Buchkunst in Leipzig. Frankreich ernannte ihn 2003 zum "Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres".

Vater-Sohn-Ausstellung von Neo Rauch in Aschersleben

Ab heute für das Publikum geöffnet

In der Grafikstiftung Neo Rauch in Aschersleben (Sachsen-Anhalt) sind seit heute Werke des Leipziger Künstlers und seines weitgehend unbekannten Vaters zu sehen. Für die Schau "Hanno & Neo Rauch - Vater und Sohn" hat Neo Rauch etwa 50 Holzschnitte, Grafiken und Zeichnungen des Vaters ausgesucht. Dieser war etwa einen Monat nach der Geburt Neo Rauchs bei einem Zugunglück gestorben. Es sind Industriebauten und Tagebaue zu sehen ebenso wie Porträts des Vaters und der Mutter, die bei dem Unglück ebenfalls ums Leben kam. Dazu hat Neo Rauch neue eigene Werke gestellt. In Aschersleben wuchs der heute 56-Jährige bei seinen Großeltern auf - mit den Werken des Vaters. Hanno Rauch hatte ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig begonnen, konnte aber nicht einmal das erste Studienjahr abschließen. Die Ausstellung wird bis zum 30. April 2017 zu sehen sein.

Grütters zeichnet Kultur-Projekte für Flüchtlinge aus

Sonderpreise mit jeweils 10.000 Euro dotiert

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat in Berlin den neuen Sonderpreis für Projekte zur kulturellen Teilhabe geflüchteter Menschen verliehen. Zu den drei Preisträgern gehören die Dresdner Brass-Band "Banda Internationale", die sich aus deutschen und geflüchteten Musikern aus aller Welt zusammensetzt, und die Münchner Initiative "Kino Asyl", in der sich jugendliche Flüchtlinge als Kuratoren eines Filmfestivals engagiert haben. Beim Projekt "Multaka" engagieren sich in Berlin Geflüchtete aus Syrien und dem Irak als Museumsführer. Die Preisverleihung war der Auftakt zur Aktionswoche "Kultur öffnet Welten". Bis zum 29. Mai sind dafür bundesweit Hunderte Kultureinrichtungen geöffnet. Anlass ist der Unesco-Welttag der kulturellen Vielfalt, der seit 2002 am 21. Mai begangen wird.

Bildungsstätte Anne Frank mit Dirks-Preis ausgezeichnet

Preisverleihung zum Todestag von Walter Dirks

Die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main hat den Walter-Dirks-Preis 2016 des "Hauses am Dom" und des "Hauses der Volksarbeit" in der Mainstadt erhalten. Die mit 2.500 Euro dotierte Auszeichnung wurde Vertretern der Bildungsstätte nach einem Gottesdienst zum 25. Todestag von Dirks im Frankfurter Dom überreicht. Die Einrichtung leiste eine vorzügliche historisch-politische Bildungsarbeit, die nicht zuletzt wegen "aktueller menschenfeindlicher Tendenzen im Land" wichtig sei. Der Namensgeber des Preises, der katholische Publizist Walter Dirks (1901-1991), hatte sich seinem Schaffen für einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" und für ein Bündnis von Christen und Sozialisten eingesetzt.

ARD will Vorentscheid für ESC reformieren

Publikum soll weiter über Final-Interpreten entscheiden

Der ARD-Beauftragte für den Eurovision Song Contest (ESC), Thomas Schreiber (56), will den Modus des deutschen Vorentscheids erneut ändern. Das Hauptziel werde die Suche nach ESC-Songs sein, sagte Schreiber dem Redaktions-Netzwerk Deutschland (RND). "Dazu suchen wir Interpreten, dann kümmern wir uns um die Inszenierung", so der ARD-Unterhaltungskoordinator. Das Publikum werde final entscheiden. Beim ESC in diesem und im vergangenen Jahr hatte Deutschland den letzten Platz belegt. Schreiber sieht als Gründe unter anderem die Ausrichtung des deutschen Vorentscheids: Anders als 2010 bis 2012 seien nicht die Lieder aus einem internationalen Pool sondern Künstler mit Liedern gesucht worden. Zu einem Erfolg beim ESC gehöre aber auch Glück. Ein Sieg lasse sich nicht am Reißbrett konstruieren, betonte Schreiber.

CDU-Politiker will Millionen-Fonds für Kunstankauf

Deutschland müsse "Sammlungslücken" vermeiden

Der Haushaltsexperte Rüdiger Kruse (CDU) hat die Gründung eines millionenschweren Fonds für den öffentlichen Ankauf von Kunst vorgeschlagen. Da den Museen das Geld fehle, um selbst Werke zu erwerben, entstünden gerade bei der zeitgenössischen Kunst schmerzliche Sammlungslücken, sagte der Bundestagsabgeordnete gegenüber der dpa. Das dürfe eine Kulturnation wie Deutschland nicht zulassen. Der Fonds sollte nach Meinung von Kruse zunächst mit 100 bis 120 Millionen Euro bestückt werden. Organisatorisch könne der Fonds von der Kulturstiftung der Länder betreut werden. Als Berichterstatter für den Kulturbereich der Unionsfraktion will Kruse den Vorschlag im Herbst in die Haushaltsberatungen 2017 einbringen.

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